Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP3 (Quelle: dpa/Christian Beutler)
Bild: dpa/Christian Beutler

Labortests bestätigen Verdacht - Berliner Charité bekam mangelhafte FFP2- und FFP3-Masken

Labortests haben den Verdacht der Berliner Charité bestätigt, wonach dem Haus mehrere qualitativ minderwertige Schutzmasken zugeliefert worden sind.

Nach einem Rückruf von Schutzmasken hatte die Charité vorsorglich alle 21 vorrätigen FFP2- und FFP3-Modelle überprüfen lassen. "Zwei Maskentypen wurden aus dem Verkehr gezogen und wurden bereits zurückgerufen. Sie weisen qualitative Mängel auf", sagte die Sprecherin des Universitätsklinikums, Manuela Zingl, der Deutschen Presse-Agentur, wie diese am Dienstag berichtete.

Vergangene Woche war zunächst der Rückruf eines Modells wegen eines laut Charité falschen CE-Zeichens bekannt geworden. Die Testergebnisse bestätigen nun die befürchteten Mängel.

Mehrere Zehntausend Masken betroffen

Der Test betrifft Masken der Schutzstufen FFP2 und FFP3, die im März bei unterschiedlichen Lieferanten gekauft wurden, wie Zingl erläuterte. Zu diesem Zeitpunkt sei "die Liefersituation von Schutzausrüstung am Markt aufgrund der Covid-19-Pandemie sehr angespannt" gewesen. 19 Maskentypen hätten ein positives Testergebnis erhalten.

Von den beanstandeten Maskentypen hatte die Charité nach dpa-Informationen insgesamt mehrere Zehntausend Stück beschafft. Wie viele davon bereits an das Personal ausgegeben waren und verwendet wurden, blieb offen.

Personal machte vorsorglich Corona-Tests

Masken der Schutzstufen FFP2 und FFP3 zählen zur Profi-Ausrüstung, die eigentlich die Träger vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen sollen. Derartige Masken werden oft in China produziert und sind wegen der Pandemie seit Monaten international begehrt. Wiederholt gab es Berichte über unseriöse Angebote und Wucher.

In Verbindung mit dem Rückruf waren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit der betreffenden Maske gearbeitet haben, aufgerufen, vorsorglich erneut einen Corona-PCR-Test zu machen. Die Charité hatte zuvor schon ein erstes Corona-Screening unter Pflegekräften und Ärzten gemacht. Ergebnisse sollen demnächst bekanntgegeben werden.

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8 Kommentare

  1. 8.

    Ja, "sehr sehr ähnlich" kommt mir bekannt vor. Ich schreibe es aus jahrelanger Erfahrung noch einmal: Einkäufer, die in China einkaufen, sollten sehr sehr gut über die, sagen wir: Historisch gewachsene chinesische Kultur und ihre "Eigenheiten" Bescheid wissen. Jedenfalls, wenn sie sicherheitsrelevante Teile/Produkte einkaufen müssen.

    Und alle Anderen, mit Einkauf und Beschaffung nicht konfrontierten Mitbürger können einen kleinen Teil dieser "Eigenheiten" aus der offiziellen chinesischen Informationspolitik in Sachen CoVid-19 herauslesen. Und wenn es dabei nur um Informationen ginge...

  2. 7.

    Falsches CE Zei hen, stimmt nicht. Das ist dassehr, sehr ähnlich aussehende "China Export" Logo.
    Wer nicht genau hinsieht, bekommt nicht mit. Sich jetzt rausreden zu wollen, ist Politik.

  3. 6.

    Nichts anderes habe ich in meinem Beitrag beschrieben.
    Es handelt sich nicht um ordinäre Masken sondern um qualifizierte Medizinprodukte, da geht es um echten Schutz und nicht um politische Beruhigungsmittel.

  4. 5.

    Nein, das "Problem" ist das auf dem Produkt aufgebrachte CE-Zeichen. Also die BEHAUPTUNG des Lieferanten, er habe ein CE-konformes Produkt anzubieten bzw. geliefert. Und nun raten wir genau einmal, aus welchen Motiven das CE-Zeichen verwendet worden ist - wider besseres Wissen.

    Ich könnte Ihnen aus dem Nutzfahrzeug(teile)bereich noch ganz andere "Versehen" rapportieren - eingeschlossen gefälschte Hologramme und "amtlich abgestempelte" Bescheinigungen. Wir haben es hier mit einem ganz und gar anderen "Problem" zu tun als der Qualitätssicherung. Und jeder, der je in China geschäftlich unterwegs war, weiss präzise, was damit gemeint ist.

  5. 4.

    Nicht nur die Charité hatte solche Masken. Sie sagen es nur offiziell. Das Problem sind auch die unterschiedlichen Definition der Porengröße, in Europa ist der Durchmesser kleiner als in Asien. Schont stimmt die Anforderung nicht mehr.

  6. 3.

    Eine ordinäre Maske nennen Sie sicherheitsrelevant? Wenn Sie eine Steckdose kaufen, führen Sie doch auch keine Schutzklassenprüfung durch. Und glauben Sie, dass man nur Masken aus China besonders prüfen muss, weil Pfusch und Betrug anderswo Fremdwörter sind? Kleiner Tip: Gekauft wurden die Masken nicht in China, sondern bei Großhändlern. Und das falsche CE-Zeichen war bereits bemerkt worden, auch ohne Test.
    Apropos Test: Sie scheinen nicht zu wissen, wie aufwendig so ein Test ist. Ich schon: Ich habe jahrelang im Reinraum gearbeitet. Die Prüfung der Reinraumbedingungen (Partikelzahl pro Liter Luft, maximale Partikelgröße) ist zeitaufwendig und teuer; das Gerät hat man nicht einfach im Krankenhaus herumstehen, zumal Lieferanten von Medizinausrüstung für deren Qualität haften.

    Natürlich geht die Charité in Regress. Und amerikanische Verhältnisse wünsche ich mir in unserem Rechtssystem nicht.

  7. 2.

    Es wird langsam Zeit, darüber nachzudenken solche
    Lebenswichtigen Artikel wie Schutzkleidung und
    Auch evtl. Medikamente in unseren Land herzustellen. Man siehts ja wieder.

  8. 1.

    Und nun?
    Keine eigene Qualitätskontrolle beim Einkauf von sicherheitsrelevanten Produkten aus China?
    Kein Wort zu härtesten Regressforderungen bei Gesundheitsgefährdung?
    in den USA wären bereits ganze Heerscharen von Anwälten in der Spur.

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