Symbolbild: Einer Frau wird bei einer Blutspende eine Blutprobe abgenommen. Die Corona-Krise trifft nicht alle Menschen gleich. Während die einen fast normal weiter leben und manche sich zuhause langweilen, brauchen die anderen gerade jetzt Unterstützung. In Krankenhäusern und Arztpraxen wird jede Hand gebraucht, aber auch Blut- und Blutplasmaspenden sind dringend nötig. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Berlin und Brandenburg - Blutbedarf in Kliniken steigt sprunghaft

Mit den Lockerungen nach dem Shutdown in Berlin und Brandenburg steigt der Blutbedarf an den Krankenhäusern. Denn weil viele Arbeitnehmer an den Arbeitsplatz zurückgekehrt seien oder ihre Freizeit wieder anders gestalteten, sei die Spendenfrequenz rückläufig, so der Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Gleichzeitig hätten viele Kliniken ihre Operationstätigkeit wiederaufgenommen. "Die Folge ist eine extreme und schnelle Bedarfssteigerung", hieß es am Montag in einer Pressemeldung des DRK.

Die Region braucht pro Werktag etwa 600 Spenden

Gesunde Menschen ab 18 Jahren würden daher "zeitnah" zu Blutspenden aufgerufen. Der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn, sagte, man sei an einem Wendepunkt angekommen. "Die Aufhebung der einschränkenden Maßnahmen und die schnelle, stufenweise Aufnahme des Regelbetriebs in den Krankenhäusern führen aktuell zu einem sprunghaften Anstieg des Bedarfs für Blutspenden", so Tonn. Um alle Patienten weiterhin mit Blutpräparaten versorgen zu können, müsse man die Vorräte jetzt schnell auffüllen. Um allein in Berlin und Brandenburg die Versorgung lückenlos gewährleisten zu können, brauche man pro Werktag etwa 600 Blutspenden.

Weil viele Blutprodukte nur fünf Tage bis fünf Wochen haltbar seien, könnten keine langfristigen Vorräte angelegt werden. Daher sei wichtig, dass regelmäßig gespendet werde. Darum bietet das Rote Kreuz für Spendewillige auf seiner Internetseite einen Terminreservierungsservice [blutspende-nordost.de] an. Zudem findet sich dort ein sogenanntes Blutspendebarometer. Dieses zeigt an, welche Blutgruppen gerade besonders benötigt werden.

Blut der Spender wird nicht auf Covid-19 getestet

Das Coronavirus wird hauptsächlich über die Tröpfcheninfektion übertragen. Auch deshalb wird das Blut der Spender nicht auf Covid-19 untersucht. Menschen mit Erkältungssymptomen sollten dennoch von einer Spende absehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.05.2020, 10 Uhr

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