Proben für Corona-Tests im Labor (Bild: dpa/ Hendrik Schmidt)
Audio: Inforadio | 22.05.2020 | Nina Amin | Bild: dpa/ Hendrik Schmidt

82 Bewohner unter Quarantäne - Flüchtlingsheim in Buch meldet 16 Corona-Fälle

In einer Berliner Flüchtlingsunterkunft gibt es erneut einen Corona-Ausbruch: In Buch wurden 16 Menschen positiv auf Corona getestet. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Integration stehen jetzt 82 der 407 Bewohner unter Quarantäne.  

In einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Buch haben sich mindestens 16 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Insgesamt stehen 82 der 407 Bewohner der Unterkunft derzeit unter Quarantäne, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Integration am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das zuständige Gesundheitsamt Pankow veranlasste den Angaben nach am Mittwoch weitere Abstriche unter den Kontaktpersonen der Infizierten. Die Ergebnisse lagen am Donnerstag noch nicht vor. Außerdem sollen weitere Kontakte identifiziert werden.  

39 Bewohner nach Pankow umgezogen

Keiner der Erkrankten müsse derzeit im Krankenhaus behandelt werden, hieß es. 13 der 16 Infizierten und 30 weitere Angehörige und Kontaktpersonen befinden sich demnach in häuslicher Quarantäne in der Unterkunft, da ihre Wohnungen über separate Sanitärbereiche verfügen und einfach zugänglich sind. Sie werden von Caterern versorgt und können Hygienegegenstände über den Betreiber bestellen.

39 Bewohner, die im Heim in Buch nicht isoliert werden konnten, zogen am Mittwoch in eine gesonderte Unterkunft für Quarantänefälle an der Buchholzer Straße in Pankow. Dort übernehmen laut der Senatsverwaltung mehrsprachige Ärzte und Pflegekräfte die Betreuung. In den Apartments der sogenannten Tempohomes haben die Bewohner den Angaben nach ein separates Bad und Küche.

Bislang 104 Fälle in Unterkünften

Derzeit leben laut Senatsverwaltung etwa 20.000 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften des Landes. Von ihnen seien seit Beginn der Pandemie insgesamt 104 Bewohner positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Aktuell gebe es in Berliner Unterkünften 27 positiv getestete Personen, hieß es weiter am Donnerstag.

Der Senat versucht mit einer Reihe von Maßnahmen, die Ausbreitung des Covid-19-Virus in Flüchtlingsunterkünften einzudämmen. So soll etwa in Unterkünften mit zentraler Essensversorgung nicht mehr in einem Speisesaal gegessen werden. Im Rahmen einer sogenannten Entzerrungsstrategie werden außerdem Familien mit Angehörigen der Covid-19-Risikogruppen, etwa älteren oder vorerkrankten Menschen, neue Unterkünfte angeboten.

Sendung: Abendschau, 21.05.2020, 19.30 Uhr

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Antwort auf [Paula W.] vom 22.05.2020 um 11:42
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9 Kommentare

  1. 9.

    Gemeinschaftssanitäranlagen und -küchen gibts aber auch bei den "Corona-Unterkünften" für Obdachlose und sogar in Jugendherbergen und Hotels.
    Das würde ich daher nicht als einen minderwertigen Standard ansehen. Sieht man sich züsatzlich die Infektionszahlen in Alten- und Pflegeheimen an, liegen die Infektionszahlen nicht unbedingt an Gemeinschaftssanitäranlagen und -küchen. Wichtig wäre in all diesen Einrichtungen eine Regelmäßige Testung.

  2. 8.

    @Reimann: Für mich sind "alle Menschen gleich" und JEDEM von UNS, die wir keine Wohnung haben, steht menschenwürdiges Wohnen zu! Solange wir hier in Berlin Wohnungen für Touristen bereitstellen, die für in Berlin lebende Menschen fehlen, GIBT es genügend Wohnungen! ...... (OFFtopic: Ich kam WEGEN Arbeit in der Pflege nach Berlin und habe seit 2 Jahren noch immer keine wirkliche BLEIBE(rechte). Pflegekräfte händeringend gesucht... und was, wenn sie dann kommen??). Handwerker konnten die gesamte Corona-Zeit über arbeiten - anstelle an unbewohnten Baustellen an Wohnungen weiterzuwerkeln, wurden sie zu uns in bewohnte Massenunterkünfte geschickt, ohne jegliche Einhaltung von Abstandsregeln etc. ... um NICHT zeitkritische Arbeiten zu erledigen, wie vor einem halben Jahr gestrichene Wände wieder neu zu streichen... die noch SAUBER waren!

  3. 7.

    Danke, dass das Foto korrigiert worden ist. Ich wünsche den Leuten der anderen Unterkunft gute Genesung und hoffe, dass es möglichst keine schweren Krankheitsverläufe gibt!

  4. 5.

    Liebes rbb Team, leider ist das Foto falsch recherchiert, in der mobilen Containereinrichtung (laut Abbildung) gibt es derzeit keine neuen Corona Fälle! Es handelt sich um eine andere der (insgesamt 3) Gemeinschaftsunterkünfte in Berlin-Buch.

  5. 4.

    Bitte das Foto ändern. Es zeigt die Containerunterkunft der AWO in Buch. Der aktuelle Ausbruch betrifft aber die MUF der Stephanus-Stiftung in Buch, einen Modulneubau aus 2017, Bauaufwand wie Sozialer Wohnungsbau. Unsinnigerweise hat man dort aber Gemeinschaftssanitäranlagen und -küchen gebaut statt einer Appartement- bzw. Wohnungsstruktur.

    Besonders problematisch ist die Situation derzeit , weil der Vertrag der Stephanus-Stiftung schon am 29.5. ausläuft. SenIAS bzw LAF hat ausgerechnet dem privaten Skandalbetreiber "European Homecare" den Zuschlag für den Weiterbetrieb erteilt!

  6. 3.

    War klar. Wer schlechter untergebracht ist als Leiharbeiter in der Fleischindustrie muss leider mit Seuchen und Tod mangels "kümmern" rechnen. Die meisten Corona Informationen sind nicht Mal übersetzt..

    Altenheim 2.0, willkommen...

  7. 2.

    Wo bitte sollen die Wohnungen herkommen?
    Es gibt Berliner die schon jahrelang auf eine eigene Wohnung warten.
    Aber es kommen immer mehr Menschen.
    Es gibt auch noch andere Orte.

  8. 1.

    GUTE BESSERUNG all jenen, die MIT Symptomen erkranken! ... und ich hoffe, dass Sie ALLE bald eine menschenwürdige Wohnberechtigung erhalten = WOHNUNG! (Auch ich muss immer noch auf meine "Menschenwürde" warten, leider - so viel nur zum Trost für Sie!).

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