Symbolbild: Eine Person steht vor dem Fenster. (Quelle: dpa/David Zorrakino)
Audio: Inforadio | 16.05.2020 | Martin Adam | Bild: dpa/David Zorrakino

Genesene berichten - Wie es ist, Covid-19 überstanden zu haben

Drei Menschen - ein Arzt, eine Journalistin, eine Kunstlehrerin - erzählen, wie sie ihre Corona-Infektion erlebt haben. Deutlich wird: Wenn die Krankheit kommt, lässt sie kaum Raum für anderes. Von Martin Adam  

Hans-Peter Maass ist noch schwach – zu schwach, um das Haus zu verlassen. Aber er hat Covid-19 hinter sich. Am Donnerstag kam das Testergebnis, es war negativ. Drei Wochen nach den ersten Symptomen, eine Woche nach dem Fieber. Immer um die 38 Grad seien es gewesen, erzählt Maass. Kein Husten, keine Lungenentzündung, dafür aber diese "unglaubliche Schwäche". Nach dem Aufwachen morgens habe er zwei Stunden gebraucht, um überhaupt aufzustehen und sich einen Tee kochen zu können. "So schlapp habe ich mich selten gefühlt in meinem Leben", sagt er am Telefon, "zu schwach, um mir etwas zu essen zu kochen."

Hans-Peter Maass ist 64, ein freundlicher Mann, der nüchtern die Ereignisse der letzten Wochen beschreibt. Denn Maass ist Arzt, Internist in einem großen Berliner Klinikum. Als die Diagnose kam, scheint es, war er nicht überrascht. Ein paar Tage zuvor hatte er einen Patienten wegen anderer Beschwerden behandelt. Kurz darauf rief der Mann im Krankenhaus an und teilte mit, er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Wochenende danach bekam der Arzt selbst Symptome.

Das Gesundheitsamt fühlte sich nicht zuständig

Maass muss zu Hause in die Quarantäne. Angst habe er nicht gehabt, aber doch das Bewusstsein, dass die Krankheit schwer verlaufen kann und er zur Risikogruppe gehört. "Ich wusste, dass viele Menschen, die an der Krankheit auch sterben, eine Lungenembolie bekommen." Er spritzt sich daher von Anfang an selbst ein Medikament zur Blutverdünnung. Mit den Kollegen im Klinikum ist abgesprochen, dass er sich selbst einweist, wenn das Virus auf die Lunge übergreift.

Susanne Leinemann hätte sich selbst - und noch viel lieber ihren Mann - gern in ein Krankenhaus eingewiesen. Die Journalistin lebt mit ihrer Familie in Charlottenburg. Als ihr Mann Mitte März plötzlich Fieber bekommt, witzelt die Familie noch - das sei jetzt bestimmt Corona. Heute schäme sie sich ein wenig dafür, erzählt Leinemann heute. Denn das Fieber geht nicht weg. Sie rufen beim Gesundheitsamt an. "Dort wurde sehr formal abgefragt: Waren Sie im Urlaub, in Italien, China? Kennen Sie jemanden, der ein Coronafall ist? Nein? Dann sind sie kein Fall für uns." Es sei ein sehr unschöner Moment gewesen, als sich niemand zuständig gefühlt habe, sagt sie.

Obwohl sie und ihr Sohn inzwischen ebenfalls Symptome aufzeigen, will das Gesundheitsamt auch bei einem späteren Anruf weder testen, noch eine Kontaktliste zur Nachverfolgung erstellen. Als Familienangehörige seien sie, wenn überhaupt, nur "peripher infiziert". Was das bedeuten soll, kann die Mitarbeiterin des Gesundheitsamts allerdings nicht erklären.

Nicht krank genug fürs Krankenhaus

Susanne Leinemann muss selbst die Menschen warnen, die sie, ihr Mann und die beiden Kinder in den Tagen zuvor getroffen hatten - auch das ein unschöner Moment. Sie habe sich geschämt, sagt sie, obwohl sie wisse, dass Scham in dieser Situation keinen Platz hat. Es war ihr Hausarzt, der sich am Ende bereit erklärt, die Familie zu testen - obwohl seine Praxis eigentlich geschlossen war. Leinemann ist coronapositiv, ihr Mann auch, ebenso der 15-jährige Sohn. Nur ihre 17 Jahre alte Tochter wird negativ getestet, bleibt symptomfrei und zeigt auch in einem späteren Antikörpertest keine Anzeichen, dass sie jemals mit dem Virus in Berührung gekommen ist - obwohl sie vier Wochen mit der Familie in Quarantäne war.

Susanne Leinemanns Mann wird von einem Krankenwagen abgeholt und in die Klinik gebracht. Kurze Zeit später steht er wieder vor der Tür. Man habe ihn nach Hause geschickt, berichtet er, die Sauerstoffwerte seien noch ganz gut, hätten sie ihm in der Klinik gesagt. Zu Hause gebe es immerhin keine Krankenhauskeime.

Bei ihr sei die Krankheit im Vergleich dazu recht mild verlaufen, berichtet sie: leichtes Fieber, eher Schnupfen als Husten. Ob der Druck auf der Brust vom Virus, von der Angst oder von beidem kam, könne sie nicht mit Bestimmtheit sagen. Als sie einen selbstgebackenen Kuchen kosten will, merkt sie, dass sie nicht erkennen kann, ob er süß oder salzig schmeckt. Sie hat ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren.

Der tägliche Parfümtest

Davon berichtet auch eine Berliner Kunstlehrerin, die gerne anonym bleiben möchte. Die Gliederschmerzen, das Fieber, auch die Kreislaufprobleme seien anstrengend gewesen. Sie habe den Unterschied zu einer Erkältung oder einem grippalen Effekt sehr deutlich gespürt. Wirklich schlimm war aber, dass sie plötzlich keine Gerüche mehr wahrnehmen konnte: "Man riecht den Kaffee nicht mehr. Man riecht das Duschgel nicht mehr beim Duschen." Sie habe sich ein Parfümfläschchen genommen und jeden Tag daran gerochen, in der Hoffnung, dass der Geruchssinn nicht dauerhaft verloren ist. "Ich weiß genau, wie der Moment war, als ich im Bad stand und an dem Parfüm gerochen habe, direkt an der Flasche, wo es am intensivsten ist, und ich es dann zum ersten Mal ein bisschen gespürt habe."

Sie alle haben die Krankheit nach drei bis vier Wochen überstanden. Die große Erleichterung blieb aber aus. "Im Leben danach", sagt Susanne Leinemann, sei es wie mit dem Virus zuvor. Es sei einfach zu vieles unsicher. Zu vage bleibt, ob sie jetzt tatsächlich zuverlässig immun sind. Nur Hans-Peter Maass ist sich sicher, dass er erstmal Ruhe vor Corona hat und auch nicht mehr ansteckend ist. Nach drei Wochen allein in der Quarantäne will er jetzt endlich seine Freundin wieder treffen.

Sendung: Inforadio, 16.05.2020, 07.09 Uhr

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Beitrag von Martin Adam

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30 Kommentare

  1. 30.

    Alle Spekulationen und auch Beschuldigungen bringen doch nichts. Es sollte veranlasst werden, dass flächendeckend Antikörpertests durchgeführt werden. Denn, dass es eine Dunkelziffer gibt, die weit höher ist, als die offiziellen Zahlen angeben steht wohl außer Zweifel. Auch wir waren von Corona betroffen, wurden aber nicht getestet, da wir keine direkten Kontakte mit nachweislich Infizierten und auch keine Atemprobleme hatten. Man sagte, es wäre eine schwierige Zeit und viele Dinge werden auch überbewertet, aber man ist lieber etwas vorsichtiger als umgekehrt. Na gut, so war ich also beruhigt. Ein bißchen erkältet, wird schon wieder. Nach Abklingen der Symptome ließ ich einen Antikörpertest machen, ich wollte Gewissheit haben. Das Ergebnis: Positiv. Wir beklagen uns nicht, es hätte uns auch schlimmer treffen können. Wir sind wieder gesund und haben auch keine Begleiterscheinungen. Inzwischen werden ja alle möglichen Krankheitsbilder mit Corona in Verbindung gebracht.

  2. 29.

    Es tut mir leid, dass das in Ihrem Fall so gelaufen ist, und offenbar auch in etlichen anderen.

    Trotzdem ist das, was Sie aufzählen, nicht Fakt, sondern Ihre Vermutung/Meinung.
    Wir haben in Deutschland eine der höchste Testraten
    37,57 Test per 1000 Menschen ; 3.147.771 total (Stand 10.5.20, Quelle : https://ourworldindata.org/coronavirus-testing#germany) -
    und hier können Sie anhand einer Weltkarte sehen, dass wir zu den Ländern gehören, die am meisten testen
    https://ourworldindata.org/coronavirus-testing#world-map-total-tests-performed-relative-to-the-size-of-population

    Die Testkapazitäten waren am Anfang geringer, daher hat man bei den Tests Prioritäten gesetzt und gleichzeitig kontinuierlich aufgestockt.
    Dass da nicht alles korrekt gelaufen sein wird, will ich gar nicht abstreiten.
    Aber dass von heute auf morgen sich plötzlich alle überschlagen mussten, darf man auch nicht vergessen.

  3. 28.

    M.E. kann man COVID19 - Erkrankte nicht isoliert von anderen Erkrankten sehen,denn es ging und geht ja immer um Behandlungskapazitäten in Krankenhäusern. In dem Moment ,da z.B. Operationen verschoben werden um Betten für Coronapatienten freizuhalten, sollte auch dem Letzten klar sein,dass wir alle in einem Boot sitzen.Angeblich sollen ja die Testkapazitäten hochgefahren werden und wenn nun plötzlich ein Kontaktsport wie Fußball wieder ermöglicht wird,weil dort intensiv getestet wird,muss das wohl erst recht für die Normalbevölkerung gelten. Vor Allem in Altenheimen,Schulen etc. und natürlich auch bei Verdachtsfällen und deren Kontaktpersonen. Auch auf die Gefahr hin,dass sich das jeweilige Bundesland damit seine Fallzahlen in die Höhe treibt. Es geht hier um ehrliche Zahlen um Schlimmeres zu verhindern,z.B. Risikogruppen allen Alters zu schützen und ggf. auf steigende Fallzahlen rechtzeitig reagieren zu können.

  4. 26.

    Auch hier häufen sich die Beispiele dafür, dass "Verdachtsfälle" gar nicht oder nur auf nachbohren getestet werden, dann allerdings auch nicht unbedingt: In 2 Familien wurde auf nachbohren jeweils 1 Person mit schweren Symptomen getestet. Alle anderen Familienmitglieder, mit und ohne Symptome, erhielten jeweils lediglich die Auflage, 14 Tage Quarantäne einzuhalten. Ohne Tests.
    In 3 Familien / Haushalten wurde auch auf nachbohren gar nicht getestet.
    Hier traut eigentlich niemand mehr den Zahlen. Und jetzt, nachdem die Länder es selbst in der Hand haben, hier rausgerechnet, da rausgerechnet wird und mit dem Wissen, dass das mit den Tests eh schon schwierig ist, noch weniger.
    Wir haben spät angefangen, dann die Lage ganz gut sogar in den Griff gekriegt. So gut, dass andere Länder gar auf uns geschaut haben. Jetzt allerdings? Mehr als fraglich, die Wege, die wir beschreiten. Unverantwortlich aus meiner Sicht.

  5. 25.

    Der Verkehr ist bei uns nicht geringer als ohne Corona, die Staus die selben. Die Krankenwagen fahren vermehrt, sonst schon viele, aber nun dauernd. Ich glaube nicht an Verschwörungen. Ich glaube Fakten. Fakten sind: es wurde nicht getestet. Die Gesundheitsämter haben es vereitelt.
    Warum?
    - weil ein Test unheimlich Arbeit nach sich zieht
    - weil keiner als Hotspot gelten will, schon gar nicht Zehlendorf
    - weil es keine Testkapazitäten gab
    - weil es eh keine Schutzmaßnahmen gab, denn Masken kommen aus dem stark betroffenen China
    - weil es vielleicht so "von oben" angesagt und dann umgesetzt wurde
    - weil man im Homeoffice arbeitet, Senatens aber völlig undigitalisiert sind.

    Es gibt so viele Gründe. Fakt ist: man konnte sich nicht testen lassen, warum auch immer. Zur gleichen Zeit hätte ich mich aber problemlos auf HIV oder Masern testen lassen können...

  6. 24.

    Dass mehr Krankenwagen fahren, kommt Ihnen aufgrund des insgesamt geringeren Autoverkehrs nur so vor. Wir wohnen im am stärksten betroffenen Stadtbezirk und haben dies noch nicht bemerkt.
    Wieso hätte das Gesundheitsamt Interesse, die Fallzahlen kleinzurechnen? Könnten Sie das erklären? Oder gehört das zu den vielen "kleinen Verschwörungen", denen die Menschen im Moment erliegen?

  7. 23.

    Ich weiß sehr wohl, was andere schwere Krankheiten bedeuten können. Es tut mir leid, dass sie eine Krebserkrankung durchmachen mussten oder müssen. Ich habe 16 Jahre in der (Kinder-)Krebsforschung gearbeitet. So bin ich die Letzte, die die daraus resultierenden allumfassenden Belastungen kleinreden.

    Aber letztlich ist es müßig, so unterschiedliche Krankheiten zu vergleichen wie Äpfel und Birnen. Sicherlich gibt es viel mehr nicht oder kaum Erkrankte. Daher ist es umso wichtiger, über die mit Symptomen jeglicher Schwere zu berichten, damit diese möglichen Auswirkungen in den Blick aller geraten. Sie wollen doch nicht die Todesangst zu ersticken kleinreden, oder?
    Und Mitte März getestet zu werden war eben nur möglich, wenn man nachweislich Kontakt hatte oder aus einer Krisenregion kam. Selbst wenn man sich bei einer Teststelle anstellte, wurde man zurückgewiesen, da letztlich der Arzt aufgrund der genannten Kriterien entscheidet. Da nützte auch nicht, bereit zu sein, den Test selbst zu zahlen. Außerdem hat nicht jeder die finanziellen Mittel dafür. Und mit schweren Symptomen kann man fast nichts, erst recht nicht sich stundenlang anzustellen und stehend warten zu müssen, um dann doch abgewiesen zu werden. Die Kontakte wurden in einem solchen Fall schon gar nicht nachverfolgt. Dunkelziffer: aber sicher! 7x, 10x so viele oder noch mehr? Sehr gut möglich.
    Bei vielen läuft es gut, bei einigen aber leider nicht!

  8. 22.

    Nein, man KANN sich nicht selber testen lassen! Man braucht in JEDEM Fall eine Überweisung von einem anderen Arzt. Nur wird man wegen der Symptome oder des Verdachtes bei keinem anderen Arzt landen können - ich habe es probiert, alle erteilten mir eine Abfuhr. Und das, obwohl ich Kontakt zu nachweislich infizierten Südtirol-Heimkehrern und zu Trompeten-Besuchern am "magischen Wochenende" hatte. Nein, wer Symptome hat, muss zu Hause bleiben - Quarantäne. Wer keine Symptome hat, wird wegen fehlender Symtome auch nicht getestet. Sprich - man wird einfach nicht getestet.

    Somit gehe ich von einer immensen Zahl von stillen Fällen aus, nur weil nicht getestet wird.
    Ich zweifle inzwischen selbst an der Zahl der Toten.
    Die Gesundheitsämter melden schließlich die Zahlen. Das sind die, die nicht testen lassen, damit die Zahlen gut aussehen...

    Komischerweise fahren seit Corona merklich viel mehr Krankenwagen durch die Stadt. Das sind doch nicht alles Knochenbrüche mit Blaulicht...

  9. 21.

    Aber in diesem Bericht geht es ausschließlich um Corona und nicht um andere schwere Erkrankungen. Ich sehe auch nirgends Corona-Gejammer, sondern sachlich Erzähltes.

    Wo also ist Ihr Problem? Ihre Erkrankung ist bedauerlich und ich hoffe, Sie haben alles überstanden. Aber hier, in diesem Thread geht es nicht um Krebs.

  10. 20.

    Es tut mir leid, dass Sie von einer schweren Erkrankung betroffen sind/waren. Ich hatte auch Krebs und denke trotzdem über Corona nach. Denn in der Realität ist immer ein realer Mensch betroffen, und nicht nur ein Teil einer Statistik - wie wir beide am eigenen Leib erfahren haben. Ebenso wie die Betroffenen, die hier berichtet haben.
    Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass einem das Corona-"Gejammer" zu viel werden kann, ich kenne ähnliche Gefühle. Aber man kann sich ja jederzeit darauf beschränken, sich nur über das Nötigste zu informieren und ansonsten abzuschalten.
    Bleiben bzw. werden Sie gesund, alles Gute.

  11. 19.

    Natürlich liest man bei solchen Berichten immer nur die, die so extrem negatives erlebt haben, von daher völlig subjektiv und nur eine geringe statistische Zahl, die es wirklich so schlimm betrifft.
    Ich könnte ja mal von meiner Krebserkrankung erzählen, da würde einigen hier hören und sehen vergehen und keiner mehr über Corona Nachdenken.
    Außerdem kann sich doch jeder selbst testen lassen, muss das eben denn finanzieren, wenn man so ängstlich ist.
    Ich kann dieses Corona geh jammere nicht mehr hören und nein deswegen bin ich kein Leugner, sondern eher Realist, gerade wenn man selbst schon eine sehr schwere Krankheit durchgemacht hat, weiß man dass es tausende von diesen auf der Welt gibt und nicht nur Corona.

  12. 18.

    Lieber Rbb
    Das wichtigste aus diesem Bericht, machen Sie die schlimmen Erfahrungen einiger der Kommentatoren mit den Gesundheitsbehörden publik. Das kann nicht sein, dass Tests verweigert werden bei akuten Symptomen. Wo leben wir denn hier?
    Meine Bekannte wollte sich wg Fieber u a Symptomen am Samstag im Wenckebach Krankenhaus testen lassen, da hieß es, kommen Sie bitte am Montag wieder. Ich denke die Dunkelziffer ist massiv und gleichzeitig diese Lockerungen überall, das passt doch Alles nicht zusammen. Ich finde, die Medien sind da auch in der Verantwortung auf diese Versorgungslücken hinzuweisen In der Abendschau sollte das regelmässig Thema sein, auch Verantwortliche sollten dazu interviewt werden und erklären, warum Bürger mit Symptomen abgewiesen werden.

  13. 17.

    Was genau soll berichtet werden? Schlimmeres und Fälle, wo man garnichts merkt? Im letzteren Fall wird man sich auch nicht testen lassen, ausserdem wurde ein symptomfreier positiver Test erwähnt. Ich habe den Eindruck, dass es wirklich nur ums herumkritisieren geht.
    Der Bericht war doch wirklich interessant und völlig aus dem Leben gegriffen. Es ist doch auch gut zu wissen, dass nicht Alle an den Beatmungsmaschinen landen. Kurzum, was wollen Sie??

  14. 16.

    Volle Zustimmung zur Kritik an der Arbeit der Gesundheitsämter und anderer zuständiger Stellen ! Aus eigener Erfahrung:In der 2. Märzwoche erkrankt mein erwachsener Sohn schwer (Süddeutschland); Testung verweigert, da nicht in Italien und China gewesen, eine Kontaktperson wurde auch nicht getestet, mit der gleichen Begründung. Aber bereits da war der Landkreis wegen vieler Ischgl-Rückkehrer ein Hotspot . Also musste er da zuhause alleine durch.
    Freunde von mir in Hessen erkranken mit heftigen Symptomen und werden erst getestet, als der Sitznachbar im Flieger positiv getestet wird; Familienmitglieder bleiben unberücksichtigt !Im hiesigen GA weiß man auch Ende März bei meinen Anrufen nicht so recht, was man tun soll und empfiehlt lediglich, die Hände zu waschen und evtl. zuhause zu bleiben.Ich bin dann in die Selbstisolation gegangen (Risikogruppe), habe jemanden gefunden, der/die für mich einkauft und bin bis jetzt verschont geblieben - aber nur, weil ich selbst initiativ wurde!

  15. 15.

    Ich kann dem nur zustimmen: Wenn es in De seutschland halbwegs glimpflich abgehen sollte, dann kann das an den Gesundheitsämtern nicht gelegen haben: Die Ergotherapeutin meiner Frau, die beruflich jeden Tag mit Alten und Kranken zu tun hat, war im Skiurlaub in Österreich gewesen. Danach wollte das Amt sie nicht testen, weil sie keine Symptome hatte. 4 Tage später hatte sie welche. Das Gesundheitsamt machte nach längerem Hin und Her mit der Hausärztin schließlich einen Test (dafür wartete sie 4 Stunden in der Kälte vor einem Container). Man sagte ihr, sie bekäme binnen 2 Tagen das Ergebnis, falls positiv; ansonsten könne sie wieder arbeiten gehen. Der Bescheid, dass sie positiv war, kam dann nach 7 Tagen! Nur weil ihr Freund zur Vorsicht riet, war sie nicht schon vorher wieder arbeiten gegangen. Und natürlich wurde sie auch nach der dann folgenden Quarantäne nicht getestet, ob sie auch wirklich nicht mehr infektiös war.
    Das ist nur eine von vielen haarstäubenden Geschichten dazu...

  16. 14.

    Ich finde dieses Loblied auf die Gesundheitsämter ohnehin unrealistisch. Überhaupt finde ich dieses permanente Lob und Eigenlob seitens der Politik schwierig. Wer mal in den letzten Jahren ein solches Gesundheitsamt von innen gesehen hat, hat einen Eindruck davon bekommen, wie wenig Kompetenz und auch finanzielle Mittel dort vorherrschen. Als ich Mitte März Symptome hatte, habe ich niemanden erreicht, auch die Corona-Hotline war überlastet. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es den Politikern eher darum geht, sich selbst oder das Land Deutschland im internationalen Ranking gut aussehen zu lassen statt wirklich auf die Sicherheit der BürgerInnen zu achten. Ich glaube, Deutschland hat infektionstechnisch einfach auch Glück gehabt. Das Gesundheitssystem hierzulande ist ein bisschen besser als woanders, aber es ist trotzdem schlecht.

  17. 13.

    Schlimner geht immer aber wer braucht das und wieso sollte man das durch sein Verhalten provozieren
    oder gar leugnen.

  18. 12.

    Danke für Ihren Bericht,tut mir wirklich leid,was Sie durchmachen mussten. Das Problem mit COVID19 ist ja u.A. ,dass es so neu und unerforscht ist, dass auch die Virologen und Ärzte ständig dazulernen. Die Gesundheitsämter hoffentlich auch. Da man in keinem Alter,mit oder ohne Vorerkrankungen weiß, ob einen der Virus symtomlos,leicht ,schwer oder tötlich trifft, sollten m.E. ALLE , weiterhin umsichtig sein und sich an die bestehenden Regeln halten
    Ob die politisch motivierten Lockerungen im Wettbewerb der Länder hilfreich sind,wage ich zu bezweifeln. 1. weil nach den jeweiligen Lockerungen nicht erst einmal die Fallzahlen der nächsten 14 Tage abgewartet werden und weil es das falsche Signal an alle Ungeduldigen,Uneinsichtigen und Leugner des Virus ist. Die meinen ja nun,alles sei vorbei und sie könnten leben wie bisher,also ohne Hygienebeschränkungen,Abstand und Maske. Das kann für uns alle ein böses Erwachen geben. Gute Besserung.

  19. 11.

    Ich denke auch das die Dunkelziffer und der Beginn der Pandemie viel früher stattfand als wir alle glauben.
    Mein Freund und seine Mutter hatten schon Anfang 2020 Symptome des Coronavirus (trockener Husten über Wochen, hohes Fieber und Abgeschlagenheit, kein Geschmackssinn). Das zog sich dann durch die ganze Belegschaft seiner Arbeitsstelle. Und von denen war auch niemand vorher in China oder Ischgl!

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