Symbolbild - Eine Lehrerin mit Mundschutz vermisst den Abstand zwischen den Tischen für den Schulbeginn nach der Corona-Pause (Bild: imago-images/Mathieu Menard)
Bild: imago-images/Mathieu Menard

Interview | Schulöffnungen - "Je mehr Kinder in die Schulen zurückgehen, desto weniger Unterricht wird es für alle geben"

Bis zum Herbst wird sich die Situation an den Schulen nicht wesentlich verändern, sagt Norman Heise vom Landeselternausschuss Berlin. Er fordert deshalb dringend neue Konzepte - etwa Mindeststandards für den Fernunterricht.

rbb|24: Herr Heise, am Montag haben die Schulen in Berlin und Brandenburg für weitere Klassenstufen geöffnet. Sind das gute Nachrichten?

Norman Heise: Das sind erstmal gute Nachrichten – vor allem für die Eltern, denen das ein bisschen Entlastung bringt, sich in der Zeit, in der die Kinder in der Schule sind, auch anderen Aufgaben widmen zu können. Aber wir alle wissen, dass es bei vielen Schulen nur ein Schichtbetrieb sein wird, mit wenig Unterricht in den Kernfächern. Für viele Eltern bleibt also das Thema Betreuung weiterhin akut.

Manche Klassen werden geteilt, andere gedrittelt oder geviertelt – jede Schule entwickelt ihr eigenes Modell, um mit dem Spagat zwischen Präsenz-Unterricht, Hygiene- und Abstandsregelungen klarzukommen. Das klingt nach einem ziemlichen Durcheinander!

Was wir wahrnehmen, sind Schichtmodelle: Eine Klasse hat vormittags Unterricht, die andere nachmittags. In anderen Schulen gibt es die sogenannten A und B Wochen: Die jeweiligen Klassen haben versetzt alle zwei Wochen Präsenz-Unterricht. Je nachdem, wer gerade nicht an der Schule ist, bekommt dann halt Aufgaben für den Fernunterricht. Und dazwischen gibt es viele unterschiedliche individuelle Modelle, je nachdem, welche Ressourcen die Schule hat.

Wäre es nicht besser, einen einheitlichen Weg oder Plan dafür vorzugeben, wie die Schulen schrittweise öffnen und sich vom Unterricht her aufstellen können – wie es etwa die FDP fordert?

Es den Schulen zu überlassen, ist schon der richtige Weg. Denn es hängt sehr stark davon ab, welche personellen und räumlichen Ressourcen da sind. Manche Schulen haben 90 Prozent ihres Personals verfügbar für den Präsenz-Unterricht, andere nur 50 Prozent.

 

Norman Heise (Bild: privat)
Norman Heise ist Vorstand des Landeselternausschusses Berlin. | Bild: Privat

Warum?

Die personellen Ressourcen bedingen sich daraus, wie viele Lehrkräfte zur Risikogruppe gehören. Denn diese Personen müssen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, sondern bieten ihre Angebote aus dem Homeoffice heraus. Je nach Altersdurchschnitt eines Kollegiums ergeben sich unterschiedliche Verfügbarkeiten.

Dann geht es um die Frage der Räumlichkeiten. Habe ich genug Räume, um das irgendwie abzudecken? Viele Schulen sind sowieso schon übervoll, und für sie ist es natürlich unter den aktuellen Bedingungen wesentlich schwieriger, den Präsenz-Unterricht zu planen.

Wir haben rund 800 Schulen in Berlin, die sehr individuell sind, eine sehr unterschiedliche Schülerschaft haben. Da funktioniert kein einzelnes Modell, das man drüber stülpen kann. Man muss für den individuellen Standort eine Lösung finden.

Sie sagen, grundsätzlich sei die Schulöffnung eine gute Nachricht. Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Eltern?

Die gehen weit auseinander. Manche Eltern sagen: Ja, es ist schön, dass unsere Kinder die Schule auch einmal von innen sehen können und es einen Austausch mit den Lehrkräften gibt. Das sind oft Eltern, die durch die Art des Fernunterrichts sehr belastet sind. Denn der ist ja nicht so, wie man ihn sich idealweise vorstellt, mit Lernvideos, Videokonferenzen, einem Mix zwischen digitalen und analogen Angeboten. Sondern die kriegen von ihren Schulen am Montag Aufgabenpakete übermittelt für die ganze Woche. Hat man mehrere Kinder an mehreren Schulen, kommen da schonmal 30 bis 40 Mails an einem Montag zusammen. Da ist man froh, wenn das weniger wird.

Gleichzeitig kann sich durch die erweiterte Schulpräsenz natürlich auch das Infektionsrisiko erhöhen.

Richtig. Es gibt eben auch Eltern, die sich angstvoll fragen: Wie kann man in der jetzigen Situation die Schulen öffnen? Wir alle wissen, dass es gerade die jüngeren Kinder vermutlich nicht so einfach haben werden, sich an die Hygieneregeln zu halten, und vielleicht auch die Aufsicht, um die Kontaktregeln zu überwachen, nicht überall anwesend sein kann.

Wieder andere Eltern sagen, es macht überhaupt keinen Sinn, dieses Schuljahr fortzuführen. Sie wollen, dass man sich auf die Vorbereitung des nächsten Schuljahres konzentriert, digitale Unterrichtskonzepte entwickelt, um dann halt nicht in das nächste Schuljahr so zu starten, wie wir aus diesem rausgehen: mit Aufgabenpaketen in unseren Mailpostfächern.

Müssen wir uns über die Sommerferien hinaus längerfristig auf eine solche Situation einstellen?

Man muss sich darüber im Klaren sein: Je mehr Kinder in die Schulen zurückgehen, desto weniger Unterricht wird es für alle geben. Das hat eben mit der Situation von Personal und Räumlichkeiten zu tun. Schulöffnung bedeutet nicht, dass wir zu einem Regelbetrieb zurückkehren, wie wir ihn vor der Schulschließung kannten. Es wird tatsächlich für alle Eltern weiterhin Einschränkungen geben. Wir haben künftig nur wenige Stunden, die die Kinder im Präsenzunterricht verbringen. Das, was wir als Ganztagsschule mit ergänzender Förderung und Betreuung - also mit Hort - kennen, wird es solange nicht geben, bis wir eine Heilung für Corona beziehungsweise einen Impfstoff haben.

Wir müssen jetzt schauen, wie wir mit der Situation umgehen. Es gibt durchaus interessante Vorschläge, etwa aus den Reihen des Vereins der Oberstudiendirektoren des Landes Berlins, zu sagen: Wir müssen das Schuljahr bis in den Januar hinein verlängern, um das, was an Unterricht nicht stattgefunden hat, irgendwie nachzuholen. Da gibt es gerade viele interessante Ideen, die man diskutieren muss und wo dann die Politik auch eine Entscheidung treffen muss. 

Wir schauen skeptisch auf den Beginn des nächsten Schuljahrs

Wie ist denn Ihre Prognose für den Herbst?

Wir schauen in der Tat ein wenig skeptisch auf den Beginn des nächsten Schuljahres. Eigentlich wollte die Senatsverwaltung schon in der letzten Woche eine Handlungsempfehlung für den digitalen Unterricht, also für den Fernunterricht, geben. Mal schauen, ob sie diese Woche kommt. Aber wir fordern, statt Handlungsempfehlungen wirklich Mindeststandards festzusetzen: Wie hat zu Corona-Zeiten der Unterricht, der nicht an der Schule stattfindet, auszusehen? Welche Formen gibt es? Wie kann man Lehrkräften ermöglichen, Unterricht aus dem Homeoffice zu erteilen, der mehr ist, als Aufgabenpakete zu versenden. Sondern eben auch Videokonferenzen zu nutzen, andere digitale Tools, mit denen dann auch wirklich persönlich Kontakt gehalten werden kann. Wir müssen auch gucken, welche alternativen Unterrichtsformen wir finden können: Stichwort Selbstermöglichung, Förderung von Selbstlernprozessen bei Schülern.

Und: Welche Konzepte gibt es auch, um in den Sommerferien den Schülerinnen und Schülern Angebote zu machen, den versäumten Stoff in gewissem Maße aufzuholen: durch Sommerschulen, Sommerakademien, Intensivkurse oder auch externe Anbieter.

Das alles klingt nach einem hohen Aufwand. Dabei kränkelt das Berliner Schulsystem schon in normalen Zeiten.

Gerade in Berlin holen uns die Versäumnisse der Vergangenheit ein. Die Frage ist: Wie kann man etwa diejenigen, die sich gerade auf den Weg machen, Lehrkräfte zu werden, also die Studierenden, möglicherweise im Rahmen von Praxissemestern frühzeitiger an die Schulen holen, um dort zu unterstützen? Oder: Kann man über Quereinsteiger weiterhin Personen in den digitalen Unterricht einbinden? Das sind alles Punkte, die jetzt sicherlich besonders in den Sommerferien im Rahmen von Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden müssen, damit es dann zum nächsten Schuljahr einen Weg gibt und eine klare Perspektive.

Vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags war in einer Bildunterzeile die Rede vom "Landeselternausschuss e.V.". Das war falsch, der Ausschuss ist kein Verein. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

Mit Norman Heise sprach Ula Brunner, rbb|24.

Was Sie jetzt wissen müssen

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

20 Kommentare

  1. 19.

    Es ist eine ganz einfache Rechnung: Entweder, man verzichtet in der Schule auf die Abstandsregeln. Oder man kriegt nicht alle Schüler rein. Da Kinder und Jugendliche auch in Ihrem Alltag nicht auf Abstandsregeln achten sollte man hier ganz realistisch vorgehen.

    Die Alternative ist, dass man ein Menschenexperiment macht, das daraus besteht, die Antwort auf die Frage zu bekommen, was mit Jugendlichen passiert, die weiteste Teile ihres Tages daddelnd vor Computern verbringen. Wozu das führt haben Psychologen wie Manfred Spitzer eindrücklich vor Augen geführt (Depressionen, ADHS, Suizide) , bevor die ganze Welt ihre Blickrichtung auf einen einzigen Virus verengt hat, der Kindern nichts antut. Bisher sind in ganz Deutschland in der ganzen Zeit nur 2 Kinder an Corona gestorben. Man muss sich schon große Mühe geben, Kinder als Treiber der Pandemie zu brandmarken.

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/213829/Coronakrise-Kinder-haben-das-Recht-auf-Bildung

  2. 17.

    War in der ersten Woche auch noch so hier, aber dann - wir haben jetzt den Plan für die 3. Woche erhalten - ging es los mit Kunst und Gedöns. Gerne würde ich auf sowas verzichten, wenn Kind dadurch in den prüfungsrelevanten Fächern (Übertritt in die Oberstufe...) oder abirelevanten Fächern (Ma, De, Eng, Phy/Chem, Bio) ordentlicher Unterricht stattfände und man nicht sowohl im Präsenzunterricht als auch im Homeschooling seine Kräfte für LER, PB und Namen Tanzen verschleißen würde... First things first...

  3. 16.

    Vielleicht haben Sie es noch nicht mitbekommen oder ihr Arbeitgeber hat es nicht kommuniziert: Auch in anderen Berufsgruppen bleiben Angehörige einer Risikogruppe zu Hause, bis hin zu Ärzten, die vorübergehend nicht praktizieren (dürfen). Nicht immer gleich lospoltern, erst den Eissenscheck machen.

  4. 14.

    Das mit den Lehrern regt mich auch sehr auf. Die meisten Lehrer sind verbeamtet und sitzen, weil Ü 60 mit ihrem relativ hohem Sold zu Hause.
    Bevor ich wieder angegrault werde wegen der Bezahlung, ich war selbst 30 Jahre Lehrer und weiß daher was verdient wird.
    Es ist einfach nicht in Ordnung, dass einige dieser Lehrer ihre Kollegen und vor allem ihre Schüler so im Stich lassen.
    Wenn man denen ihr Geld kürzen würde wie in der Wirtschaft, würden sie bestimmt in die Schule kommen.
    Bei den Erziehern hängt das vom Träger ab.
    In Fürstenwalde gilt diese Reglung nur für die Erzieher mit schweren Vorerkrankungen und das sehe ich dann ein.

  5. 13.

    Komische Schule? Unsere drei Kinder werden in ALLEN Fächern außer Sport und Musik unterrichtet! Die Ambitionen der Lehrerschaft, die auch nur das tut, was "von oben" angewiesen wird, ist ehrenwert, aber unsere Familie ist schon längst über der Belastungsgrenze!!! Es müssen Konzepte her, die ein einheitliches Vorgehen bei der Beschulung festlegen. Offensichtlich haben einige Eltern Angst ihre Kinder könnten mit dem Lernstoff ins Hintertreffen geraten oder die Kinder wären zuhause unterfordert, andere Eltern, wie wir, sind mit mehreren Kindern, viel Lernstoff, Schulung der Kinder im Umgang mit Lernplattformen, technischen Hilsmitteln wie PC, Tablet, Scanner etc. und Tutorials auf diversen Plattformen kraftmäßig überfordert. Auch erfordert ein größerer Haushalt die ständige Abstimmung bei der Nutzung diverser Geräte. Und dann ist da ja auch noch der eigene Job ...
    Vielleicht kann so etwas auch mal in der Diskussion berücksichtigt werden!

  6. 12.

    Da haben sie aber eine sehr merkwürdige Schule erwischt (gibt's die überhaupt?) - bei uns wird zur Zeit ausschließlich in den Kernfächern (Deutsch, Mathe, Englisch) Präsenzunterricht erteilt.

  7. 11.

    Lieber Herr Heise,
    Ihre beiden genannten Modelle sind fernab der Realität und suggerieren dem Leser, dass Kinder schicht- oder wochenweise zur Schule gehen. Meine Tochter geht bis zum Ende des Schuljahres 4x für 3.5h in sechseinhalb Wochen!
    Zudem würde ich Sie gerne bitten, in Ihre Lobbyarbeit für die Kinder in Presse und Politik mal mit aufzunehmen, dass es mittlerweile zahlreiche Studien gibt, die zeigen, dass Kinder und Schulen im Infektionsgeschehen kaum eine Rolle spielen! Vor allem die unter 15 Jahren! Dazu wird es immer mehr Befunde geben in der nächsten Zeit und das muss Grundlage für Entscheidungen werden, ob die Regeln überhaupt so streng auf Schulen anzuwenden sind.

  8. 10.

    Sie müssen nicht von Ihrer Schule auf alle schließen. Ich habe es weder in Kita noch Schule erlebt, dass Eltern aus irgendwelchen Gremien gedrängt wurden oder gar nicht erst reinkamen, weil sie nicht "bürgerlich" genug waren.

  9. 9.

    Ich finde es unmöglich, dass die Lehrer, die zur Risikogruppe gehören keinen Präsenzunterricht machen müssen. Warum?
    Warum sind sie anders als die Risikogruppe in anderen Berufen? Keine Sonderregelung für Ärzte oder Krankenschwester/Pfleger. Sie MÜSSEN normal weitermachen. Warum die Lehrer und Erzieher nicht??? Kann bitte das mir jemand erklären?

  10. 8.

    Matthias, auf der Gesamtschule HAT man auch jetzt schon ganz freiwillig 13 Jahre bis zum Abi. Dank der Lockerungen sind jetzt auch alle inländischen Ferienziele überbucht - will heißen, verkürzte Ferien is nich. Einzige Chance: (Rahmen)Lehrpläne checken, unwichtigen Tüddelkram rausschmeißen, jahrgangsüberlappend Themen abarbeiten.
    Und endlich den "Nebenfächern" keinen Raum mehr geben.
    Der meiste Teil des Homeschoolings besteht aus den nicht abirelevanten Nebenfächern, x Plakate, y Vorträge, z Erörterungen - und dann kommt noch malen, singen und klatschen...

    Würde man sich aufs Wesentliche beschränken, käme man tatsächlich viel weiter. Wenn aber die 2 Präsenzstunden bis Ende Mai LER und Kunst sind, brauche ich mich nicht wundern....dann wird das wohl nix mit dem Wissen in Mathe und der deutschen Rechtschreibung...

  11. 7.

    Wer ist Herr Heise? Schulleiter? Bildungssenator? Er spricht mit einem enormen Selbstbewusstsein. In Deutschland besteht die allgemeine Schulpflicht, das heißt, er muss seine Kinder in Schulen schicken. In diesen Schulen kümmern sich umfassend ausgebildete Fachkräfte um die Kinder, oft mit viel Herzblut. Auch die Quereinsteiger*innen sind alles andere als "Ungelernte" - Es geht den Fachkräften nicht darum, die Ki. u. Jugendlichen zu fördern, weil es die Kinder von Herrn Heise oder Frau Müller oder Herrn Gökcen sind, sondern weil es junge Menschen sind. Elternpartizipation in der Schule krankt daran, dass diejenigen Eltern die Posten (Elternbeiratsvorsitz, Schulkonferenzdelegierte etc.)an sich reißen, die ohnehin schon über genügend Ressourcen(finanzielle, kulturelle, soziale etc.) verfügen. DIe prekären Eltern der prekär performenden Schüler*innen bleiben zumeist außen vor. Herrschaft des Bürgertums in den Elterngremien - Demokratie geht anders.

  12. 6.

    Solange die strengen Hygiene- bzw. Abstandsregelungen in den Schulen gelten, wird es keinen vollwertigen Unterricht geben. Zu meinen, dies sei tolerabel, bis ein Impfstoff gefunden ist, ist naiv. Es ist nicht gesagt, dass es überhaupt einen Impfstoff geben wird bzw. bis wann ein solcher gefunden wird. Im Übrigen wird die Gesellschaft auch in allen anderen Bereichen weiteren Schaden nehmen, solange die Hygieneregeln weitergelten. Der Einzelhandel wird weiter Verluste schreiben, massenhafte Entlassungen und Geschäftsaufgaben werden die Folge sein. Für die Gastronomie und Hotellerie ist es schlichtweg schon jetzt eine Katastrophe, die Abstansregelungen bieten keinen Anreiz zum Weitermachen. So verliert Schulbildung in der Tat an Bedeutung. Auf welche Berufe sollen die Kinder denn vorbereitet werden, wenn es keine Arbeitsplätze mehr gibt?

  13. 5.

    Warum würde in den Schulen die Zeit nicht genutzt um entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Hygieneplan und -gewährleistung. Wie sollen Schüler damit klar kommen 2 Tage in die Schule, dann wieder 3 Wochen nichts. Später dann noch einmal 2 Tage vor den Ferien. Was soll das. An die Schwächsten der Gesellschaft wird sehr wenig gedacht. Leider ändert sich hier wieder mal nichts.

  14. 4.

    Es ist schön, die Fünftklässler wieder in der Schule zu haben, aber auch mit Risiken verbunden. Schwierig finde ich, dass die Kinder enorm unter Druck gesetzt werden, da der Start am 11.5. noch ermöglicht, dass es Noten aus dem Halbjahr für die Förderprognose gibt. Unsere haben "nur" einen Vokabeltest in der ersten Woche, aber in den verbleibenden 2.5 Wochen durch die Feiertage 5 Arbeiten (ob Klassenarbeit oder LEK ist egal). Auch wenn in der Schule vorbereitet wird, müssen die Kinder Stoff von vor 8 Wochen wiederholen und alle wissen, wie gut der Stoff nach 6 Wochen Sommerferien sitzt oder aber auf einen gemeinsamen Nenner aus der Zeit des Homeschoolings kommen. Anstatt zu sagen, man startet, lernt was und macht Hausaufgaben werden gerade die Fünftklässler unter Leistungsdruck gesetzt. Ich stimme mit vielen überein, das Schuljahr zu verlängern und jetzt zu starten, aber Arbeiten später durchzuführen.

  15. 3.

    "Wir müssen alternative Unterrichtskonzepte finden"
    hört sich teuer an. Am besten beim alten bleiben.

  16. 2.

    Alternative Unterrichtskonzepte finden? Danach hättet ihr schon seit Jahren suchen sollen. In vielen Schulen, nicht nur in Berlin, sind Computer bis heute kaum vorhanden. In der Schule meines Sohnes hat ein Unternehmer 10 Stück gespendet. De Zeugnisnoten des Spender-Sohnes sollen sich durchschnittlich um zwei Noten verbessert haben. Schwund ist halt überall.

  17. 1.

    Das hab ich als Papa zweier Kinder bei der letzten Familienfeier kurz vor der Kontaktsperre gesagt. Das zweite Halbjahr kannst du in den Skat drücken. Da kommt nix mehr bei rum. Liebe Lehrer und Schulleitungen. Entlastet uns Eltern bis zum Sommer und sorgt erstmal dafür dass die Kinder nicht total verblöden. Nach den evtl. auch verkürzten Sommerferien könnt ihr dann mit ordentlichem der Situation angepasstem Unterricht, vielleicht sogar auf besserem Niveau als vor der Krise anfangen. Das halbe oder auch ein Jahr längere Schulzeit schadet doch niemandem. 13 Jahre bis zum Abi ist doch gar nicht so lange her. Die durchstarter die sowieso nur zur Schule gehen weil es Pflicht ist und eigentlich gleich zur Uni könnten, kann man ja beschleunigt durchwinken, sodass weiterhin halbwegs kontinuierlich neue Arbeitskräfte in die Welt gelassen werden.

Das könnte Sie auch interessieren