Ernst-von-Bergmann Klinikum Potsdam am 15.04.2020. (Quelle: dpa/Andreas Franke)
Video: Brandenburg aktuell | 01.05.2020 | Tim Jaeger | Bild: dpa/Andreas Franke

Corona-Ausbruch - Bergmann-Klinik soll bis Juli in Regelbetrieb zurückkehren

Das Klinikum Ernst von Bergmann hatte mit einem heftigen Corona-Ausbruch innerhalb des Krankenhauses zu kämpfen und wurde sogar zum Potsdamer Politikum - die Leitung ausgetauscht. Die neue Geschäftsführung plant nun die Rückkehr zum Normalbetrieb.

Nach dem Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann soll das Krankenhaus bis Juli wieder in den Regelbetrieb zurückgeführt werden. Spätestens Ende Mai soll die Klinik wieder regulär vom Rettungsdienst angefahren werden können, sagte Geschäftsführer Tim Steckel am Freitag auf einer Pressekonferenz.

"Denn Potsdam und die Region brauchen uns als Schwerpunktversorger", sagte Co-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Ziel sei der bestmögliche Schutz für Patienten und Mitarbeiter. "Dafür werden wir Abläufe und Zuordnungen im Haus grundlegend überarbeiten und aus unseren Erfahrungen lernen."

Geschäftsleitung wurde ausgetauscht

In der Klinik hatten sich Mitte März Covid-19-Infektionen bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Daraufhin waren Anfang April Neuaufnahmen von Patienten bis auf einzelne Notfälle gestoppt worden. Bis zum vorigen Sonntag waren seit Ende Januar 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden. 43 dieser Patienten starben.

In der Folge des Corona-Ausbruchs im Klinikum musste die Geschäftsleitung im April gegenüber der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung Versäumnisse einräumen. So habe es im Zeitraum Mitte bis Ende März "eine kritische Entwicklung" gegeben, die nicht ausreichend erkannt worden sei. Daraufhin wurde die Geschäftsleitung beurlaubt und von ihrem Posten enthoben.

Die neue Leitung unter Hans-Ulrich Schmidt und Tim Steckel legte dem Städteparlament zeitnah ein Konzept zur Wiederaufnahme des Betriebs vor. So solle das Krankenhaus in drei Bereiche eingeteilt werden: in coronafreie Stationen, solche mit Verdachtsfällen und solche mit Infizierten.

Versorgung von einer halben Million Menschen

Das Klinikum Ernst von Bergmann zählt zu den wichtigsten Krankenhäusern Brandenburgs und versorgt rund eine halbe Million Menschen. Zwischenzeitlich schlug das Robert Koch-Institut vor, das Bergmann-Klinikum in ein auf das Coronavirus spezialisiertes Krankenhaus zu entwickeln. Die Stadt Potsdam lehnte den Vorschlag aber ab.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.05.2020, 14:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Mal vom Versagen der Klinikverwaltung abgesehen, könnte der rbb mal recherchieren wie groß der Anteil der Infektionen in BB und B aus dem direkten Umfeld von Kliniken und Pflegeheimen ist. Also unter den derzeitigen Bedingungen ziemlich sicher von der normalen Welt getrennt. Ja die Angestellten dürfen natürlich nach Hause sind aber auch besonders ausgebildet und sensibilisiert für Hygiene und persönlichen Schutz.

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