Archivbild: Ein leerer Transportcontainer der Deutschen Post, fotografiert am 22.06.2015 auf dem Gelände des Briefverteilzentrums in Stahnsdorf (Brandenburg). (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: rbb|24 | 26.05.2020 | Material: TeleNewsNetwork, Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Corona-Ansteckung in Briefzentrum - Stahnsdorfer Post-Mitarbeiter haben sich freiwillig testen lassen

Am Wochenende war bekannt geworden, dass sich mehrere Mitarbeiter des Post-Briefzentrums in Stahnsdorf in einer gemeinsamen Nachtschicht mit dem Coronavirus infiziert haben. Nun sind fast alle Mitarbeiter der Schicht auf Corona gestestet worden.

Nach einem Corona-Ausbruch im Briefzentrum der Post in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) am Wochenende haben sich nahezu alle der etwa 100 Kollegen der Betroffenen freiwillig testen lassen. "Fast alle" Mitarbeiter, die mit den mit dem Coronavirus infizierten Mitarbeitern in einer Schicht zusammengearbeitet hätten, seien inzwischen getestet, sagte Post-Sprecher Hans-Christian Mennenga dem rbb am Dienstagmittag. Abschließende Ergebnisse lägen noch nicht vor. 

"Wir haben schon am Wochenende mit umfangreichen Reihentests auf Covid-19 in der Belegschaft angefangen", erläuterte Mennenga. Durchgeführt hätten die Tests die Betriebsärzte. Man habe die Testung mit dem zuständigen Gesundheitsamt und dem Betriebsrat abgestimmt.

Sieben Infektionen festgestellt

Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass sich insgesamt fünf Mitarbeiter des Briefzentrums in einer gemeinsamen Nachtschicht mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Rund 100 Menschen arbeiteten in dieser Schicht. Inzwischen seien acht Infektionen festgestellt worden, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag.

Am Samstag hatte schon die Kreisverwaltung angekündigt, dass die Beschäftigten des Postverteilerzentrums auf das Coronavirus getestet werden sollten: "Beginnend mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag werden alle Mitarbeiter/innen abgestrichen."

Vom Landkreis hieß es, in Quarantäne befänden sich zurzeit unter anderem die Familien der infizierten Post-Mitarbeiter. Zuvor hatte es noch geheißen, man habe für alle 100 Kollegen der Betroffenen ebenfalls Quarantäne angeordnet. Darüber hatten auch die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" [pnn.de] berichtet.

Freiwillige Quarantäne und Tests

Ein Sprecher des Landkreises sagte dem rbb am Dienstag, dass sich bisher entgegen vorheriger Angaben keine Hinweise darauf ergeben hätten, dass in der betreffenden Nachtschicht Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten worden wären. Die Hygieneregeln würden bei der Post "stetig optimiert" und wenn nötig angepasst, sagte Mennega. Es sei ja ein fortlaufender Prozess.

Die Mitarbeiter aus der Nachtschicht gelten nach Informationen des Landkreises daher als Kontaktpersonen zweiten Grades. Ihnen werde daher nur empfohlen, sich in eine freiwillige Quarantäne zu begeben und sich testen zu lassen.

Erstes Groß-Unternehmen mit anlasslosen Tests

Die Deutsche Post will nun Tausende Mitarbeiter vorsorglich auf Corona testen lassen [tagesschau.de]. Das kündigte Vorstandsmitglied Tobias Meyer am Montag an. Das Unternehmen werde mehr als 10.000 Mitarbeitern den Test anbieten, vor allem in großen Betriebsstätten wie den Paketzentren.

Laut Meyer fand bereits eine prophylaktische Testreihe an 1.000 Mitarbeitern statt. Dabei habe man eine unerwartet hohe Anzahl an Infizierten gefunden, die keinerlei Symptome gezeigt hätten. Deshalb sei zu vermuten, dass es mehr infizierte Menschen im Umkreis der Post-Betriebsstätten gebe als bisher vermutet, so Meyer.

Die Post ist damit der erste Groß-Konzern in Deutschland, der seine Mitarbeiter anlasslos auf Covid-19 testen lässt. Nach Angaben des Post-Vorstandes werden die Betriebsärzte der Post die Tests voraussichtlich in einem Teil der 36 Paketzentren und möglicherweise auch in Briefverteilzentren anbieten.

Sendung: Brandenburg aktuell, 26.05.2020, 19:30 Uhr

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16 Kommentare

  1. 15.

    Das sind ja üble Arbeitsplätze und Verträge... Ich kenne es aus anderen Branchen - wusste nicht, dass die Post noch schlimmer sein kann. Da macht Arbeiten ja richtig Spaß...

    Ich fürchte, sie machen jetzt nur einen Test, wir wissen aber, dass man mehrfach testen muss, weil nicht immer Viren in der Rachen-/Mundschleimhaut "abhängen" ....

  2. 14.

    Im DHL Depot der Deutschen Post in der Gradestraße 51 (12347 Berlin), gab es auch einen Corona Fall und niemand wurde getestet. Ich weiß es weil ich dort arbeite.

  3. 12.

    Dumm ist nicht nur die Panikmache......sondern leider auch diejenigen die noch immer nicht begriffen haben wie gefährlich dieses Virus wirklich ist. Man kann Augenscheinlich die Attacke Symtomfrei überstehen, die Anzeichen das andere Organe Langzeitschäden davon trägt verdichten sich.

  4. 11.

    Ich bin nicht alt und gehöre auch zur Risikogruppe.
    Panik könnte ich bekommen, wenn ich sehe, wie rücksichtslos viele Menschen sind und wieder werden.
    Ich möchte mich nicht anstecken, da nicht sicher ist, dass ich zu den Symptomlosen oder milden Verläufen gehöre.
    Mit Kind und als Geldverdiener möchte ich das aber auch nicht ausprobieren. Ich möchte wenigstens selbst entscheiden, wie viel Risiko ich eingehe. Das nenne ich mein Grundrecht.
    Also haltet verdammt nochmal Abstand. Es können Partys gefeiert werden und was sonst noch alles, aber mit Abstand - wenigstens zu denen, die Eure Nähe nicht möchten.
    Und der Ton, liebe(r) Maja, lässt zu wünschen übrig.

  5. 10.

    Oder genau dieser symptomlose Verlauf macht das Virus so gefährlich. Der Virusträger geht feiern, geht sich mti freunden treffen, weil er ist ja fit und gesund, dann steckt er den nächsten an, usw. und einer in der Kette der Symptomlosen arbeitet als Pfleger in einem Altersheim oder in einem Reha-Zentrum für Herzkranke und schwupps gibt es mal eben einen Haufen schwerkranker.

  6. 9.

    Mit absoluter Sicherheit betreibt die Userin @ Alt-West-Berlinerin keine Panikmache. Einfach mal hier Ihre anderen Kommentare zum Thema lesen. Dabei kommt sogar der Humor nicht zu kurz. Das sollten Sie erstmal so hinkriegen.
    Die Post AG tut gut daran, hier endlich mal Flagge zu zeigen. Ich kann diesen wichtigen Schritt, deren Mitarbeiterinnen u.Mitarbeiter Testen zu wollen nur gutheißen. An den jeweiligen Arbeitsplätzen in den Briefzentren gibt es jetzt nichts auszusetzen, da schon betrieblicherseits für genügend Abstand gesorgt wurde, damit nun ja kein Gespräch während der Arbeiten entsteht. Denn es soll ja geackert werden. So der originale Wortlaut von den „Aufsichten“ in den Modulen. Denn wisse: wer zuviel quatscht während der Arbeit, bekommt auch nicht sein befristeten Vertrag verlängert.

  7. 6.

    ...genau, weil ja alle so Jungspunde sind wie Rene oder die anderen Symptomlosen. Nenn mich alter Sack, aber ich gehöre leider in die Gruppe Läute, die langsam aber sicher als gefährdet gelten. Ich sorge allein für Kind und Eltern, ich DARF mich nicht anstecken/ruinieren/ausfallen/versterben. Ok? Sonst noch was??

  8. 5.

    Wenn eine große Anzahl von den 1000 bereits Getesteten keine Symptome hat, könnte sich zeigen das dass Virus doch nicht so gefährlich ist wie angenommen.

  9. 3.

    Ist genau so, wie Schwester C. beschrieben hatte - PNN berichtete auch - ein Pausenraum, keine Abstände, nix. Mir stehen die Haare zu Berge - diese Mitarbeiter fluten hier im Speckgürtelrand die Läden, Einrichtungen, kommen öffentlich ganz nah ran - ich glaub, ich krieg Waschzwang!

    Wer Lockerungen will und den Abstand nicht als höchstes Gut wahrt und ANORDNET, der kriegt die Quittung - nein, die kriegen wir ja, die wir uns anstecken, ungewollt, obwohl wir seit Wochen alles vermeiden, was gefährlich sein könnte...

  10. 2.

    Da sieht man mal wieder, wie schnell das geht und dann will Herr Geisel Großdemons wieder zulassen.
    Das ist doch krank.

  11. 1.

    Sorry aber so langsam wird es lächerlich! Es wäre schön wenn diese Panikmache mal aufhören könnte. Danke!

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