Archiv/Symbol - Der Rettungsschwimmer Christian Budschigk von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) springt während einer Übung in das Wasser (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.05.2020 | Ivo Ziemann | Bild: dpa/Patrick Pleul

Corona-Krise - Rettungsschwimmer blicken mit Sorge auf Badesaison

Normalerweise würden die Rettungsschwimmer der DLRG Potsdam jetzt in der Schwimmhalle trainieren. Sowohl für die körperliche Fitness, als auch wie man einen ertrinkenden Menschen rettet. Und sie würden mit Booten raus fahren und eine Rettungsaktion trainieren.

Wegen der Corona-Pandemie ist diese Vorbereitung derzeit nicht möglich. Auch bei der DLRG in Potsdam weiß keiner so genau, wie Einsätze überhaupt ablaufen können. Auch wann die Badestellen und Freibäder überhaupt freigegeben werden, ist noch offen. Bisher gibt es deshalb eine Empfehlung vom DLRG Bundesverband. "Der Aufruf ist: Bleibt an Land! Aber es ist wahrscheinlich sehr schwierig umzusetzen. Wenn schönes Wetter ist, dann denkt der eine oder andere bestimmt: Oh, ich würde gerne baden gehen und mir passiert schon nichts", sagt Sprecherin Ines Rohrbach. Sie blickt ein bisschen mit Sorge auf die Badesaison. Im Mai geht es offiziell los, aber schon jetzt sind Stand-up-Paddler, Kinder in Schlauchbooten und sogar die ersten Schwimmer unterwegs.

Bleiben die Strandbäder zu?

Ob die Strandbäder aufmachen werden, steht noch nicht fest. Bei schönem Wetter gehen die Menschen dann einfach woanders baden, befürchten viele. Die Rettungsschwimmer haben dann praktisch keine Möglichkeit zu helfen, selbst wenn sie wollten: "Wenn eine Gefahr an Land ist, haben die Rettungskräfte die Möglichkeit, Schutzkleidung anzuziehen und durch Masken ihre Atemwege zu schützen. Das ist ja leider im Wasser nicht so möglich", sagt DLRG-Sprecherin Ines Rohrbach.

Ob und wie die Rettungsschwimmer in dieser Saison überhaupt zum Einsatz kommen, steht völlig in den Sternen. Eigentlich würden sie jetzt auch in der Schwimmhalle Rettungstechniken trainieren, aber die sind alle zu. Auch Übungen mit dem Boot, geschweige denn Einsätze, sind nicht möglich, bedauert Ausbilder Arne Burgmaier: "Normalerweise besteht eine Bootsbesatzung aus vier Personen. Zwei Rettungsschwimmer, ein Sanitäter, ein Bootsführer. Und unsere Boote sind jetzt nicht so groß, dass man da Abstand einhalten könnte. Also das stellt uns vor eine Herausforderung."

Rettungsschwimmer auf Abruf

Wahrscheinlich ist, dass die DLRG mit dem Saisonstart erstmal in eine Art Rufbereitschaft geht. Das heißt, Bootsbesatzungen stehen auf Abruf und würden dann von zu Hause ausrücken, nur zu ganz dringenden Einsätzen. Wenn es allerdings los geht und die Strandbäder öffnen, dann sind sie trotzdem gut vorbereitet, sagt der Rettungsschwimmer. Wenn nicht sogar noch ein Bade-Verbot kommt. Die Rettungsschwimmer der DLRG können also zwar nicht trainieren, sie halten sich aber fit und sind einsatzbereit, wenn es los geht mit der Badesaison.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.05.2020, 07:40 Uhr

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8 Kommentare

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  1. 8.

    Vielleicht sollten sich die Berliner Bäderbetriebe auf ein oder zwei Schwimmbäder einigen, die für das Training der Rettungsschwimmer geöffnet werden. Immerhin werden wir ständig aufgerufen (übrigens zurecht), uns immer wieder die Hände zu waschen. Und im Schwimmbadwasser ist ja auch noch Chlor. Da dürfte selbst das Sars-Covid 2 ausreichend verdünnt werden, ist ja eine Menge Wasser im Becken.
    Für die Badesaison bietet sich an, "auf dem Trockenen" (Boot, Strand usw.) Masken zu tragen, die im Ernstfall einfach abgenommen werden. Und sollte es im Ernstfall nötig werden, dass es zu einer Herz-Lungen-Wiederbelebung kommt, dann sollten die Rettungsschwimmer mit Ambu-Beuteln ausgestattet werden. So gibt es keinen Mund-Mund/Nasen-Kontakt.

  2. 7.

    IM Wasser geht Mundschutz nicht, aber doch im Boot! Das ist nicht schlechter als feuchtdreckiger Mundschutz im Shopping Center..
    Aber Bäder werden geschlossen bleiben, jeder geöffnete Tag wird meist subventioniert, das spart man sich. Wasserschutzpolizei wird vor den Ufern patrouillieren, auch wo keine Bäder sind. DDR 2.0 . Brave new world.

    Hoffentlich ist der Sommer verregnet.

  3. 6.

    Rettungsschwimmer würde ich jetzt nicht als medizinisch ausgebildetes Fachpersonal bezeichnen, das woanders eingesetzt werden kann. Und dass das mit Mundschutz und Abstandhalten auf und im Wasser nicht funktioniert, steht doch im Artikel?

  4. 5.

    Das verstehe ich jetzt nicht. Feuerwehr, Rotes Kreuz und THW sind doch ganz normal oder sogar mehr im Einsatz. Warum ausgerechnet die DLRG dann nicht?
    Das einzige was mir einfallen würde ist, dass sie als medizinisch ausgebildete Menschen gerade woanders gebraucht werden, davon steht im Artikel aber nichts.

  5. 4.

    Das war nicht meine Absicht .... manchmal hängen die Beiträge beim Abspeichern ... dann kommt er mehrmals ;-)

  6. 3.

    Nun hätte ich Ihren Kommentar ja beinah noch ein zweites Mal gelesen ... zum Glück hab ich's noch rechtzeitig bemerkt!

  7. 2.

    Nicht nur die DLRG sondern auch Schwimmer blicken besorgt auf die Badesaison.
    Wenn man den Menschen in der Großstadt bei 30 Grad im Schatten auch noch ein Badeverbot zumutet werden diese sich das wohl nicht gefallen lassen. Und wen wundert es, dass bereits die ersten Schwimmer unterwegs sind? Die Saison beginnt ... aber vielleicht warten die Verantwortlichen mit ihren Entscheidungen, bis der Sommer vorbei ist ... dann sind die nächsten Arbeitsplätze verloren, die Kinder lernen nicht schwimmen, die nächsten Vereine sterben aus, der Leistungssportbereich wird nicht trainiert , die Polizeianwärter können ihre Ausbildung nicht beenden - weil eine Schwimmprüfung abgelegt werden muss - und zu letzt schliessen auch wunderschöne Freibäder in Deutschland ihre Pforten für immer. Aber dann gibt's vielleicht den nächsten Rettungsschirm ?!?! Auch hier wird's Zeit für Entscheidungen! Aber Hauptsache ich kann mir die 6. Handtasche im KaDeWe kaufen. Die brauche ich aber nicht, Sport schon!!

  8. 1.

    Nicht nur die DLRG sondern auch Schwimmer blicken besorgt auf die Badesaison.
    Wenn man den Menschen in der Großstadt bei 30 Grad im Schatten auch noch ein Badeverbot zumutet werden diese sich das wohl nicht gefallen lassen. Und wen wundert es, dass bereits die ersten Schwimmer unterwegs sind? Die Saison beginnt ... aber vielleicht warten die Verantwortlichen mit ihren Entscheidungen, bis der Sommer vorbei ist ... dann sind die nächsten Arbeitsplätze verloren, die Kinder lernen nicht schwimmen, die nächsten Vereine sterben aus, der Leistungssportbereich wird nicht trainiert , die Polizeianwärter können ihre Ausbildung nicht beenden - weil eine Schwimmprüfung abgelegt werden muss - und zu letzt schliessen auch wunderschöne Freibäder in Deutschland ihre Pforten für immer. Aber dann gibt's vielleicht den nächsten Rettungsschirm ?!?! Auch hier wird's Zeit für Entscheidungen! Aber Hauptsache ich kann mir die 6. Handtasche im KaDeWe kaufen. Die brauche ich aber nicht, Sport schon !!!

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