Anders Tegnell als Tatoo (Quelle: dpa/Lotte Fernvall)
Bild: dpa/Lotte Fernvall

Verzicht auf Shutdown - Schweden geht seinen ganz eigenen Corona-Weg weiter

Schweden bleibt bei seinem moderaten Sonderweg in der Corona-Krise. Dafür ist vor allem Chef-Epidemiologe Tegnell verantwortlich, für viele eine Ikone der Freiheit. Denn auch ohne Shutdown hat das Land die Reproduktionszahl auf unter eins gedrückt. Von Anke Fink

Schweden ist noch immer nicht heruntergefahren. Geschäfte, Schulen, Kitas, Restaurants sind unter Abstandsregelungen geöffnet, obwohl wochenlang in den ausländischen Medien berichtet wurde, dass jetzt wirklich bald der Lockdown komme.

"Süddeutsche Zeitung", "Zeit", "Handelsblatt" und auch "t-online.de" - allesamt berichteten sie, dass angesichts der relativ hohen Todeszahlen nun dann doch Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen angeordnet werden müssten. Doch nichts dergleichen ist geschehen.

Journalisten der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter" haben sich auf die Suche nach der Quelle der ihrer Ansicht nach in die Irre führenden Berichterstattung über diese Todeszahlen gemacht. Fündig wurden sie beim einflussreichen "Guardian": Das hoch angesehene britische Medienhaus berichtete Ende März darüber, dass Schweden sich einer Katastrophe nähere, weil es nicht zuschließe wie der Rest Europas.

Zuerst beim "Guardian" und dann überall

Weiter berichtete der "Guardian" über das schwedische Krisengesetz vom 16. April, womit sich die Regierung weitreichenden Handlungsspielraum vom Parlament hatte legitimieren lassen, sollte es die Pandemie erfordern. In diesem Gesetz sah der "Guardian" den entscheidenden Wendepunkt des schwedischen Sonderwegs.

Nahezu identische Artikel seien dann am folgenden Tag auch in deutschen Medien erschienen, berichtet "Dagens Nyheter". Das zeige, wie einflussreiche etablierte Medien als verlässliche Quellen angesehen würden und zu ungenauen Informationen beitragen könnten, sagte der Politik-Wissenschaftler Michal Smrek von der Universität Uppsala der Zeitung.

Einschränkungen gibt es auch in Schweden

Die schwedische Außenministerin Ann Linde sah sich angesichts der Berichterstattung im Ausland genötigt, öffentlich zu erklären: "Es ist ein Mythos, dass das Leben in Schweden so weitergeht wie gewöhnlich."

Zum sogenannten schwedischen Sonderweg etwa gehört, dass Kitas und Schulen bis zur 8. Klasse Präsenzunterricht haben. Oberstufe, Universitäten, Erwachsenenbildung haben auf digital umgestellt. Wer kann, soll von zu Hause arbeiten. Wer aber krank ist, muss zu Hause bleiben. In Restaurants darf nur am Tisch gegessen werden mit entsprechendem Abstand zum Nachbarn. In Pflegeheimen gilt Besuchsverbot, die Krankenhaus-Intensivbetten wurden aufgestockt, von Reisen im Inland oder ins Ausland soll abgesehen werden, ebenso von Beuchen bei den Großeltern. Eigentlich ist der schwedische Alltag also dem künftigen deutschen recht ähnlich – nur ohne vorherigen Lockdown.

Dank Home-Offfice keine übervollen U-Bahnen

Noch gibt es keine Maskenpflicht, doch werden Masken von Älteren inzwischen häufiger getragen. Im Bus wird nur noch hinten eingestiegen und beim Fahrradladen muss man Wartenummern ziehen und draußen bleiben, bis man dran ist.

Distanz war auch schon vor Corona und selbst in der Großstadt Usus. Körperkontakt zwischen Fremden kam allerhöchstens in den dichtgedrängten öffentlichen Verkehrsmitteln im Berufsverkehr vor. Durch den Home-Office-Appell der Regierung, dem die Schweden auch nachkommen, hat sich das jetzt zusätzlich entzerrt.

Die Pandemie trifft die schwedische Wirtschaft genauso hart wie die anderen europäischen Staaten. Die Arbeitslosigkeit könnte zum Jahresende bis zu 14 Prozent erreichen, das Bruttoinlandsprodukt dürfte um schätzungsweise sieben bis neun Prozent einbrechen. Viele  Fabrikbänder stehen still und in der Stockholmer Innenstadt sind etliche kleine Läden geschlossen. Es gibt wenig Publikumsverkehr.

Vor der Corona-Krise hatten die großen Kreuzfahrtschiffe sehr verlässlich Tausende Tagestouristen in die pittoreske Altstadt Stockholms gespült und damt für Umsatz gesorgt. Nun aber legen die großen Kreuzer nicht mehr an.

Ein Epidemiologe wird zur Ikone der Freiheit

Für den Staatsepidemiologen Anders Tegnell, auf den die schwedische Regierung bei der Virusbekämpfung hört, ist dies alles dennoch kein Grund umzusteuern. Man sei noch nicht am Ende der Straße angekommen, sagte er Anfang Mai. Er verwies auf Belgien und die Niederlande, die trotz weitreichender Einschränkungen der Bevölkerung deutlich mehr Tote pro Millionen Einwohner hätten.

Für seinen Kurs wird Tegnell in Schweden zwar einerseits mitunter hart angegangen, er ist aber auch andererseits zu einer Art Ikone der Freiheit geworden. Bei Facebook gibt es Fangruppen [Anders Tegnell fan club] mit Zehntausendenden Mitgliedern, T-Shirts mit seiner Silhouette darauf werden verkauft und ein Schwede hat sich Tegnells Kopf sogar auf den Oberarm tätowieren lassen.  

Inzwischen hat die oberste Gesundheitsbehörde bekannt gegeben, dass die Reproduktionszahl seit mehr als zehn Tagen unter eins liege und damit das Virus nach und nach abebbe, wenn der Wert so niedrig bliebe. Die tägliche Zahl der Toten sei ebenfalls gesunken von mehr als 100 Gestorbenen Mitte April auf etwa täglich 60 Ende des Monats.

Herdenimmunität in Stockholm Mitte Mai?

Epidemiologe Tegnell sagte in Stockholm [deutschlandfunk.de], mathematischen Modellen zufolge sei es möglich, dass in der schwedischen Hauptstadt bereits Mitte Mai Anzeichen für eine so genannte Herdenimmunität zu sehen sein könnten.

Nach einigen peinlichen Berechnungspannen zu Corona-Studien lässt sich diese Annahme aber nicht wirklich plausibel überprüfen [tagesschau.de]. Die Gesundheitsbehörde sprach Ende April von etwa 26 Prozent bereits infizierter Menschen in Stockholm.

Wenn es stimmt, dass die Herdenimmunität näher rückt, braucht eine zweite Welle den Hauptstädtern keine Angst zu machen, denn es wird sie nach diesen Berechnungen nicht geben. Mit diesem Gedanken lässt sich das Leben für die kommenden Monate tatsächlich entspannter planen. Die Schulen bleiben offen, ins Büro wird man auch wieder dürfen und vielleicht schon bald auch wieder auf ein Konzert.

Regierungschef Stefan Löfven macht immer wieder deutlich, dass über Lockerungen nicht weiter nachgedacht werde. Da Schwedens Strategie mit vergleichsweise moderaten Einschränkungen einhergeht, lässt sich der Kurs wohl auch noch eine Weile mit breiter Unterstützung der Bevölkerung durchhalten, was die enormen Zustimmungsraten für das Regierungshandeln und den Ministerpräsidenten zeigen.

Lernen mit anderthalb Metern Distanz

Es lebt sich in Schweden also weiter nahezu so wie zu Beginn des Ausbruchs der Pandemie: Kitas und Schulen sind geöffnet und schwedische Eltern arbeiten weiter, möglichst zu Hause oder an ihren systemrelevanten Arbeitsplätzen. Die Kinder lernen mit Abstand zu den Lehrern und anderen Schülern zu lernen, zu essen und zu spielen. Interaktion geht eben auch in einer Distanz von anderthalb Metern.

Am 15.04.2020 sitzt eine Gruppen an Menschen in einem Outdoor-Restaurant in Stockholm, Schweden (Bild: dpa/Maxim Thore)

Privat genießen die Schweden unterdessen den Frühling, lassen ihre Boote zu Wasser, die hier so häufig vorkommen wie der VW Golf in Deutschland. Urlaub wird in diesem Jahr im eigenen Land gemacht und davon haben die Schweden reichlich. Zudem haben sie einen Anspruch darauf, vier Wochen am Stück frei nehmen zu dürfen, wovon sie auch redlich Gebrauch machen. Jeder zweite Schwede hat ein Sommerhaus auf dem Land, wo er sich gern selbst isoliert. Und das in diesem Jahr vermutlich noch mehr, so dass die Stadt Stockholm in den langen hellen Sommernächten noch leerer sein wird als sonst.

Nur mit dem Auto verlässlich reisen

Obwohl Schweden seine Grenzen nicht geschlossen hat, ist auch hier der Flugverkehr nahezu zum Erliegen gekommen. Es kommt eben keiner mehr und niemand weiß, wie lange das so bleibt. Man hört von Deutschen in Schweden, dass es über den Landweg unkompliziert sei, die Familie in Deutschland zu besuchen.

Unsere künftigen Verwandtschafts- und Freundesbesuche sehen wir also schon vor unserem geistigen Auge in gelblich-braunem Sepia-Anstrich alter Fotografien, weil Erinnerungen an die eigene Kindheit zurückkommen: endlose Autofahrten in den Sommerurlaub Richtung Ungarn oder Richtung Italien – je nachdem, auf welcher Seite der Mauer man aufgewachsen ist.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Anke Fink

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

18 Kommentare

  1. 18.

    Verstehe den Schweden hipe nicht. Heute wieder 135 Tote an nur einem Tag, nun 3175 insgesamt bei nur 10 Millionen Einwohnern. Ach ja "nur ältere", klar?, wenn die hälfte ältere, dann Sterben aber auch viele Jüngere. Was ist da Positiv? Es geht hier um eine ersthafte Pandemie, das ist kein Experiment. In einem Jahr wird man sehen, die Schweden leben relaviv weit auseinander, nicht wie in Deutschland dicht an dicht, Stadt an Stadt. Der Tegnell sieht ständig einen Abwertstrend, leider aber auch nur er, die Zahlen sagen was anderes.

  2. 16.

    Ok..... Steffen, Christian, Martin, Ihr habt mich überzeugt.

    Schaumermal wie´s weitergeht und hoffen das beste :)

  3. 15.

    Ich persönlich begrüße die Politik in Schweden. Ich denke auch in Deutschland wäre eine freiwillige Umsetzung möglich gewesen (wenn ich mir überlege, welche Maßnahmen manche Menschen auch ohne Verbote betreiben). Zudem wird Deutschland durch seine Politik vermtl. nicht sehr viel weniger Tote habe. Während die Schweden die Herdenimmunität hat, krebsen die Deutschen noch immer mit dem dämlichen Virus rum.
    Klar darf man nicht vergessen, dass die schwedische Bevölkerung jünger (6 Jahre) ist. Aber in der Summe hat Deutschland ein super Gesundheitssystem, welches sich nicht mit dem in Spanien, Frankreich oder Italien vergleichen lässt. Die Systeme in diesen Ländern wurden in den letzten Jahren stark geschwächt, da man hier Kürzungen vornehmen kann, ohne große Summen an Wählern zu verlieren (Wählerstimmenmaximierende Politik). Vereinfacht kann man auch folgende Korrelation beobachten: Hohe Staatsverschuldung (Desinvestition in Gesundheit) = viele Tote...!

  4. 14.

    Maske? Das Wort lese ich im Artikel kein einziges Mal. Maskenpflicht? In Schweden gibts sie nicht. Gut so. Schlaue Schweden sind uns überlegen!

  5. 13.

    Teile mal die 2,7 mio durch 8.
    Dann sind es nur noch knapp 340000 getestete.
    Denn wir haben 8mal mehr Menschen, die in D leben.
    Schon sieht es etwas anders aus.

  6. 12.

    Nun ja. Sooo wenig ist das auch wieder nicht, wenn man die Einwohnerzahl als Maßstab nimmt, liegt die Quote in Schweden bei ca. 40 % der deutschen. Auch die deutsche Reproduktinszahl ist doch letztlich mit großen Unsicherheiten belegt. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Dunkelziffer der nicht nachweislich Infizierten in Schweden deutlich höher liegt, da ja auch die Steblichkeitsquote gemessen an der Anzahl der Bevölkerung deutlich höher ist. Welcher Weg sich tatsächlich als besser erweist lässt sich ohnehin erst auf längere Sicht sehen, da Schweden die höheren Infektionszahlen und Anzahl der Toten ggf. jetzt schon hatte, die woanders ggf. in einer befürchteten zweiten Welle kommen. Dies setzt allerdings voraus, dass einmal erkrankte tatsächlich auch langfristig immun sein müssen, was soweit ich weiß noch nicht gesichert ist. In jedem Fall hat Schweden es trotz der milderen Maßnahmen geschafft das Gesundheitssystem stabil zu halten ohne gleich Gefahr zu laufen eine ganze Generation bildungspolitische abzuhängen und ganze Wirtschaftszweige zu vernichten. Ein Gratwanderung aber zumindest bisher vielleicht ein positives Beispiel für ähnlich strukturierte Staaten und Gesellschaften.

  7. 11.

    Die Reproduktionszahl bildet leider immer nur die Erkrankten mit Symptomen ab, weil nur dann getestet wird, es bleibt eine unbekannte Dunkelziffer. Das ist aber nicht so schlimm, weil sie ohnehin mit den Infektionszahlen der Vergangenheit verglichen wird. Und da zeigt sich, dass Schweden es mit relativ sanften Beschränkungen schafft, die exponentielle Zunahme zu durchbrechen und den Stand der Erkrankungen zu halten. Das heißt nicht, dass es in Deutschland so auch möglich gewesen wäre, aber es zeigt, dass der harte Lock Down irgendwann nicht mehr nötig ist. Sind genügend Menschen schon infiziert gewesen und es werden einfache Abstands- und Hygiene-Regeln eingehalten, findet das Virus nicht mehr genug neue Wirte, um sich stark weiter zu verbreiten. Offenbar ist das in Schweden der Fall. Das ist noch keine echte Herdenimmunität, aber eine ausreichende Durchdringung.

  8. 10.

    Hallo Steffen, danke für die Antwort.
    Ich bin überzeugt davon, dass die Schweden auch ohne die offiziellen Maßnahmen sehr verantwortlich mit der Situation umgehen, und das verdient Respekt.

    Ich verstehe trotz Ihrer Ausführungen nicht, wie man bei so wenigen Tests realistische Aussagen über das Infektionsgeschehen machen kann, speziell über die die Rate "gegenseitigen Ansteckungen". Wenn doch das meiste innerhalb der Dunkelziffer stattfindet, und wir als "Spitze des Eisberg" eigentlich nur die Zahl der Toten sehen.

    Und wie die Aussage über sinkende Reproduktionszahl (sogar unter 1) mit schneller Herdenimmunität zusammenpasst, kapier ich auch immer noch nicht. Entweder schaffen die Schweden es gerade tatsächlich, die Neuinfektionen drastisch zu reduzieren, so dass R mittlerweile tatsächlich unter 1 liegt. Das bremst aber logischerweise dann auch das Erreichen einer baldigen Herdenimmunität. Wo liegt hier denn mein Denkfehler??

  9. 9.

    Sollte das Schreiben wirklich echt sein, wurde es nie zur offiziellen Regierungsdoktrin. Selbstverständlich erhalten auch ältere Patienten die gesamte medizinisch machbare Bandbreite an Behandlungen. Es gab auch in Schweden keinen Zeitpunkt, zu dem man ältere Patienten eine Behandlung verweigert hat, weil dies (anders als zum Beispiel in Italien) nie nötig war. Es gibt im schwedischen Gesundheitssystem durchaus schwere Missstände (weil Steuer-finanziert), aber so extrem ist es glücklicherweise nie gekommen.

  10. 8.

    Hallo Geli, doch das passt schon. Anfangs war die Reproduktionszahl in Schweden ja deutlich höher. Deshalb setzt man dort auf freiwillige Kontaktbeschränkung. Ältere Menschen schränken Ihre Sozialkontakte zum Beipspiel aktuell drastisch ein. HomeOffice ist in schwedischen Firmen extrem ausgeweitet worden und auch bei Restaurantbesuchen wird in aller Regel auf genügend Abstand geachtet. Gegenteilige Bilder, die man ab und zu hier in der Presse sieht, sind eigentlich die Ausnahme. Großveranstaltungen sind auch in Schweden untersagt (über 50 Personen). Und vor allem: Beim kleinsten Unwohlsein bleiben die Schweden direkt zu Hause. Mit all diesen Maßnahmen ist die Anzahl an Personen, mit denen ein Infizierter tatsächlich in Kontakt kommt relativ überschaubar, was letztlich zu einer Abflachung der Infektionskurve geführt hat. Durch die schwächeren Beschränkungen sind aber in der Anfangszeit auch mehr Personen erkrankt. Andererseits verringert das auch die Gefahr einer zweiten Welle.

  11. 7.

    Dieses Schreiben des Karolinska-Instituts bezieht sich auf den Fall, dass keine Kapazitäten in der Intensivpflege mehr zur Verfügung stehen. Dieser Fall ist bisher NICHT eingetreten. Ähnliche Richtlinien dürfte es überall auf der Welt geben.

    Hier eine Richtigstellung der taz zu diesem Thema:

    https://taz.de/Richtigstellung/!5678480/

  12. 6.

    Es gab im März ein Schreiben das Karolinska - Institutes, dass alte Leute nicht intensivmedizinisch behandelt werden sollen - damit genug Platz auf den Intensivstationen für die jüngeren Leute bleibt. Dieses Schreiben wurde ungefähr zur selben Zeit verschickt, als beschlossen wurde, auf den Shutdown zu verzichten. Der liberale Weg hat einen Preis, und der Preis ist der Preis der Menschlichkeit. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=243064976809497&set=p.243064976809497&type=3&theater

  13. 5.

    Yup - klar. Doch in Ihrem Beispiel würde ein Infizierter mehrere weitere Personen anstecken, richtig?
    Das passt nicht mit eine Reproduktionszahl kleiner als 1 zusammen, die momentan für Schweden kommuniziert wird.
    Denn R<1 heißt, ein Infizierter steckt im Schnitt *weniger* als eine weitere Person an.
    In dem Fall wäre die Herdenimmunität in weiter Ferne.

  14. 4.

    Endlich, vielen Dank für diesen Artikel! Es geht also auch ohne massive Missachtung der Grundrechte!

  15. 3.

    "Wenn tatsächlich die Infektionsrate in Schweden so gering ist - wie kann es denn sein, dass so viele Leute so schnell immun werden? "
    Ein Infizierter, viele Begegnungen ohne strikte Auflagen und schon kann das funktionieren.

  16. 2.

    Hatte vergessen, die Quelle für die Angaben bzgl der Tests anzugeben:

    https://ourworldindata.org/covid-testing

  17. 1.

    "Denn auch ohne Shutdown hat das Land die Reproduktionszahl auf unter eins gedrückt."
    Wie passt das aber mit Herrn Tegnells Annahme zusammen, dass
    " in der schwedischen Hauptstadt bereits Mitte Mai Anzeichen für eine so genannte Herdenimmunität zu sehen sein könnten."

    Wenn tatsächlich die Infektionsrate in Schweden so gering ist - wie kann es denn sein, dass so viele Leute so schnell immun werden?

    Was mich am meisten wundert, wie denn überhaupt ein Rückschluss auf eine zuverlässige Infektionsrate gezogen werden kann, wenn kaum getestet wurde?

    In Schweden wurden bis zum 3.Mai 2020 insgesamt nur 148.500 Tests durchgeführt.
    Deutschland hatte bis 3.Mai bereits insgesamt 2.760.000 Tests.

    Ich sehe im schwedischen Gesellschaftsystem sehr viel Gutes in vielen Bereichen, da könnten wir uns einiges abgucken.
    Dass sie mit ihrem Weg hier erfolgreich sein werden, wünsche ich ihnen sehr.
    Aber an den aktuellen Daten kann man mE noch nicht sehr viel ablesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Innenansicht der <<Stille Helden>> Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. (Quelle: Gedenkstätte Stille Helden)
Gedenkstätte Stille Helden

Gedenkstätte Deutscher Widerstand - Die späte Ehrung der "Stillen Helden"

Die meisten Deutschen halfen der Nazi-Diktatur oder verschlossen ihre Augen vor den Gräueltaten. Erstmals werden in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand die "Stillen Helden" geehrt, die Juden retteten. Darunter sind ein Hafenarbeiter und eine Prostituierte. Von Maria Ossowski