Symbolbild: Eine Frau wird in einem Seniorenpflegeheim von einer Pflegerin betreut (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Kritik an Corona-Strategie - Beim Schutz der Alten ist Schweden gescheitert

Seit Beginn der Corona-Pandemie steht Schweden nicht mehr für Abba und Bullerbü, sondern seinen Sonderweg in der Krise. Die Strategie, auf Freiwilligkeit bei Abstand und Hygiene zu setzen, ist nur bedingt gelungen - auf Kosten der Alten. Von Anke Fink

Schweden hat jetzt neuerdings rechtspopulistische, wirtschaftsfreundliche und konservative Fans auf der ganzen Welt. Der Grund ist der eher moderate Umgang des Landes mit der Corona-Pandemie, der nun von Lockdown-Kritikern als der einzig richtige propagiert wird: Schulen bis Klasse 9 und Restaurants sind geöffnet, Versammlungen bis zu 50 Personen erlaubt und ein Mundschutz ist nicht verpflichtend.

Das größte Land in Skandinavien, das eigentlich für seinen Wohlfahrtsstaat, die weit fortgeschrittene Gleichberechtigung und dem Willen zu Diversität bekannt ist, wird nun unfreiwillig zum leuchtenden Beispiel für Protest aus jeder erdenklichen Richtung.

Fast 90 Prozent der Toten über 70 Jahre alt

Dabei ist der Kurs, den die Schweden fahren, durch eigenes Verschulden in Misskredit geraten. Zwar ist der Appell an die Freiwilligkeit der Bewohner, auf Abstand zu gehen und zu Hause zu arbeiten, beim Blick auf die Reproduktionszahl geglückt. Sie liegt seit Ende April recht stabil bei unter 1.

Aber Schweden hat vergleichsweise viele Tote durch Covid-19 zu beklagen. Genau an dieser Stelle ist die Strategie zumindest vorerst gescheitert, wie die schwedische Politikwissenschaftlerin und Chefanalystin des gewerkschaftsnahen Thinktanks "Arena Idé", Lisa Pelling, rbb|24 sagte. Die allermeisten Opfer von Covid-19 sind ältere und pflegebedürftige Menschen. Fast 90 Prozent aller schwedischen Corona-Toten sind über 70 Jahre alt.

Insgesamt steht Schweden inzwischen laut Johns Hopkins Universität bei mehr als 30.000 Infektions- und rund 3.700 Todesfällen. (Stand 19. Mai). Das sind 3,8 Mal so viele Tote wie in Deutschland bezogen auf eine Million Einwohner.

Gesundheitsbehörde schockiert über Zustand in der Altenpflege

Die schwedischen Behörden haben inzwischen zugegeben, dass es das große Versagen der Politik ist, die Altersheime und pflegebedürftigen Menschen nicht ausreichend vor dem Virus geschützt zu haben. Lisa Pelling berichtet, dass die schwedische Gesundheitsbehörde nicht gewusst habe, "wie schlecht organisiert, wie ressourcenarm und unter welchen schlechten Arbeitsbedingungen" in den Altersheimen und in der häuslichen Pflege gearbeitet wird.

"Sie waren selbst schockiert, das zu entdecken." Johan Carlson, Chef der Gesundheitsbehörde und verantwortlich für die schwedische Strategie gegen die Pandemie wies in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die Schuld dafür von sich. Dass die Mitarbeiter in der Pflege schlecht ausgebildet seien und Schutzkleidung fehlte, läge nicht im Einflussbereich der Gesundheitsbehörde.

Pflegepersonal kann nicht zu Hause bleiben

Der Grund für die hohe Zahl an Todesfällen in Pflegeheimen sind nicht die Angehörigen, die seit dem 1. April ohnehin nicht mehr zu Besuch kommen dürfen, sondern das Personal. Ein wichtiger Pfeiler der schwedischen Corona-Strategie ist es, zu Hause zu bleiben, wenn man sich krank fühlt. Selbst kleinste Anzeichen einer Erkältung reichen.

Doch Lisa Pelling zufolge haben die Behörden nicht verstanden, dass die Menschen, die in der Pflege arbeiten, diesem Rat nicht folgen können, weil viele nur stundenweise beschäftigt sind und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bekommen. "Wenn sie nicht zur Arbeit erscheinen, bekommen sie kein Geld."

In Göteborg sei kürzlich das Personal eines Altersheims untersucht worden. Von 57 Pflegerinnen und Pflegern, die an diesem Tag arbeiten gehen wollten, hatten demnach 40 Prozent Krankheitssymptome wie Husten, Halsweh oder sogar Fieber, mit denen sie, wenn sie den Anweisungen der Gesundheitsbehörde gefolgt wären, eigentlich zu Hause hätten bleiben müssen.

Vier der Pflegenden seien sogar positiv auf Covid-19 getestet worden, so Lisa Pelling. In anderen Untersuchungen hätten viele angegeben, dass sie zur Arbeit gehen, weil die äteren Leute sie brauchten, selbst wenn sie als Pflegende einen Schnupfen haben. Durch den Personalmangel, der ohnehin schon so groß ist, gehen sie zusätzlich aus purer Solidarität zur Arbeit. "Sie wollten ihren Kollegen das nicht antun, dass diese doppelt so viel arbeiten müssen."

"Altenpflege hat schwächste Lobby"

Dass die Situation in Altersheimen oder für Pflegebedürftige zu Hause gefährlich ist, führe inzwischen dazu, dass manche Alte die Pflegekräfte nicht mehr ins Haus ließen, was zu gesundheitsgefährdenden Situationen führen könnte, berichtet Lisa Pelling weiter. Die Altenpflege habe die schwächste Lobby in Schweden.

Eine Untersuchung über die Budgets der Gemeinden für die Alterspflege des Thinktanks "Arena Idé" (erschienen in März 2020) habe dies bestätigt. Danach hatten 96 Prozent der schwedischen Gemeinden vor, das Budget in der Alterspflege im Jahr 2020 zu kürzen. Zudem werde seit 20 Jahren in diesem Bereich kontinuierlich gespart. Als Begründungen werden Effizienz und neue Arbeitsmethoden genannt, wie Lisa Pelling erklärt. "Es gibt eine Menge Umschreibungen für Kürzungen. Man sagt es nur nicht deutlich."

Zwölf Pflegefälle pro Tag

Gleichzeitig seien die Menschen, die häusliche Pflege bekommen oder in Altersheimen untergebracht sind, in den letzten 20 Jahren bedürftiger und kranker geworden. Alte Menschen werden in Schweden möglichst lange zu Hause betreut, bis sie so gebrechlich sind, dass sie rund um die Uhr der Pflege bedürfen und kommen erst dann in Altersheime. Da das System immer mehr auf Effizienz ausgerichtet worden sei, bekämen mehr und mehr Menschen nicht die Hilfe, die sie eigentlich bräuchten.

Eine Zahl, die in diesem Zusammenhang besonders häufig zitiert wird, ist, dass in den 1980er Jahren in der häuslichen Pflege eine Person an einem Vollzeitarbeitstag durchschnittlich vier Menschen besucht habe, inzwischen seien es zwölf, erzählt Lisa Pelling. Damit habe das Personal im Schnitt nur noch eine Viertelstunde Zeit, um bei den Pflegebedürftigen zu sein.

Karenztag im Krankheitsfall abgeschafft

Die Forderungen, diesen Umständen Rechnung zu tragen, sind in Schweden sehr schnell laut geworden und haben auch schon erste Auswirkungen gezeigt. Im Krankheitsfall gab es einen Karenztag, an dem Arbeitnehmer kein Geld bekommen und der Arbeitgeber erst am zweiten Tag dazu verpflichtet ist, einen Teil des Gehaltes weiterzuzahlen. Dieser Karenztag sei dafür da, dass das Gesundheitssystem nicht ausgenutzt werde, so Lisa Pelling. Aber in der aktuellen Situation, wo Menschen auch mit kleinsten Symptomen unbedingt zu Hause bleiben müssten, sei dieser abgeschafft worden.

Eine weitere Forderung war, Pflegepersonal feste Arbeitsverträge zu geben, damit die Beschäftigten nicht mehr nur stundenweise bezahlt werden. Einige Gemeinden hätten dies nun eingeführt. Uppsala und Södertälje bei Stockholm seien die ersten zwei gewesen, denen sich viele andere angeschlossen hätten. Zudem hat die Regierung beschlossen, etwa 10.000 Beschäftigten in der Pflege eine ordentliche Ausbildung zu finanzieren, damit sie im Anschluss bessere Verträge bekommen können. Dass das Personal mit ausreichend Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmittel ausgestattet wird, stand von Anfang an als Forderung auf der Agenda. Aber die Bereitstellung sei einfach nicht möglich gewesen, berichtet die Arena-Chefanalystin. "Es lag nicht am Geld oder am Willen."

Kranke tauschen sich bei Facebook aus

Obwohl die Reproduktionszahl bei den Corona-Infizierten in Schweden in der zweiten April-Hälfte fast kontinuierlich unter 1 gelegen hat und die Zahl neuer Intensivpatienten auch nach und nach zurückgeht, kritisiert Lisa Pelling das aus ihrer Sicht unterfinanzierte schwedische Gesundheitswesen und die Kliniken in der Pandemie. Sie höre von Menschen, die obwohl positiv getestet und mit starken Symptomen, nicht in Krankenhäusern aufgenommen werden mit der Begründung, sie seien nicht krank genug. Erkrankte, die sich aufgrund fehlender Tests nicht sicher sein können, ob sie Covid-19 haben oder nicht, müssten sich zu Hause auskurieren, ohne Kontakt zu Ärzten, Pflegepersonal oder einer eigenen Covid-Hotline, die sie anrufen könnten.

Stattdessen seien sie den langen Wartezeiten der normalen Hotline ausgeliefert und meistens ganz auf sich allein gestellt . "Das ist gefährlich, denn einige davon werden sterben." Inzwischen tauschen sich Kranke bei Facebook aus, um sich über Symptome zu informieren oder Ratschläge zu holen, wie Lisa Pelling berichtet. Wenn sie sehe, wie das deutsche Gesundheitswesen funktioniert und wie mit den Erkrankten umgegangen wird, habe das möglicherweise zu den niedrigeren Todeszahlen in Deutschland geführt. Das Gesundheitssystem in Schweden sei in den vergangenen 20 Jahren "von einem neoliberalen Virus befallen worden", erklärt Lisa Pelling, was dazu geführt habe, dass Schweden bei Krankenhausbetten Schlusslicht von Europa ist.

Offene Schulen sind wichtig

Die schwedische Strategie, Risikogruppen zu schützen und die anderen nach und nach zu infizieren, sei in Bezug auf die Älteren nicht aufgegangen, stellt die Expertin fest. Dennoch unterstützt sie den moderateren Kurs der Gesundheitsbehörde, da das Virus ohne eine Impfung nicht aus der Gesellschaft verschwinden werde. Das einzige, was bleibe, sei die Übertragung zu bremsen und zu schauen, dass die Leute, die womöglich schwer erkranken überhaupt nicht angesteckt werden, argumentiert Lisa Pelling.

Womöglich hätte ein zweiwöchiger Lockdown geholfen, um das Pflegepersonal mit Schutzkleidung auszustatten und sie zu schulen hinsichtlich der Übertragbarkeit des Virus. "Dann wäre ein Besuchsverbot in den Altersheimen vielleicht ausreichend gewesen", so die Analystin. Beim Verzicht auf Schulschließungen, die erst ab Jahrgangsstufe 9 auf Distanzunterricht umgestellt haben, hat die Behörde ihrer Ansicht nach Recht, denn die Frauen und auch Männer, die in Pflegeheimen und in Krankenhäusern arbeiten, seien häufig auch Eltern. "Wenn keine Schule oder Kita ist, hätten sie gar nicht arbeiten gehen können und das wäre für die Gesundheit der Älteren auch sehr gefährlich gewesen."

Die schwedische Argumentation, dass früher oder später ein Großteil der Bevölkerung angesteckt wird, ist für Lisa Pelling plausibel. "Man kann das Virus nicht ausrotten, es überträgt sich zu schnell und es sind zu viele Leute schon infiziert." Leider gebe es erstmal keinen anderen Weg, als dass die Ältesten und die Kranken zu Hause bleiben müssten, eventuell monatelang.

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Beitrag von Anke Fink

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41 Kommentare

  1. 41.

    Gerade auf NTV gelesen, jeder 5 in Stockholm hat sich oder bereits Antikörper gebildet. Bedeutet diese Personen werden wahrscheinlich keinen anstecken und Schweden kann schneller durch sein. Trotzdem finde ich diesen Artikel hier gut und informativ. Man sieht auch, das es am Gesundheitssystem und Pflegeeinrichtungen/ Bedingungen liegt. Einige Kommentare hier, versuchen wie auch in Schweden, diesen Weg zu "verurteilen". Was uns nicht zusteht....Man gewinnt auch hier den Eindruck in den Kommentaren, das versucht wird unseren Weg zu rechtfertigen. Wenn man von unseren Weg überzeugt ist, muss man diesen nicht immer wieder verteidigen. Mit oder ohne Lockdown, es werden weiterhin Leute an oder mit Ovid 19 versterben. Traurig auch, das in Folge von Corona auch schon in D Suizid Fälle aufgetreten sind, Einsamkeit,Zukunftsängste etc. Wer denkt an diese Menschen? Es wird sozusagen auf beiden Seiten gestorben, mit Corona oder wegen des Lockdowns und Folgen.Nur wird darüber nicht viel berichtet.

  2. 40.

    Stimmt! Lätöl ist wirklich lecker und man kann es im Supermarkt günstig kaufen. Trotzdem kostet ein 0,5 Bier abends in einer Bar, Restaurant oder Pub in Stockholm oder Gbg rund 8 €. Ist leider so.

  3. 39.

    Ich war mehrmals in Schweden und 8 Euro für ein Bier habe ich nie bezahlt, denn Lätoel schmeckt auch und man kann sich daran gewöhnen. Was mir eher missfällt ist die digitale Offenheit, es gibt kaum ein Gebiet wo die Digitalinitiative nicht erbarmungslos zu schlägt. So bei der Abschaffung des Bargeldes und der Offenheit bei Beruf, Einkommen und weiterem.
    Die Entscheidung, warum sich Schweden gegen einen Lockdown entschieden hat, liegt wohl an den Ebola Erfahrungen in Afrika - dort wurden wie in D alle nicht mit mit Ebola in Zusammenhang stehen gesundheitlichen Leistung auf Null gefahren und somit massive Kollateralschäden verursacht - übrigens noch ein Punkt, wo in D nicht offen gesprochen wird und wo keine Zahlen publiziert werden.

  4. 38.

    Davon müssen wir ausgehen. Beim RKI stammt die letzte Zahl des Durchschnittsalters der Verstorbenen von Mitte April. Sie lautet 81. Die Zahl selbst ist schwer zu finden.

  5. 37.

    Es geht um Würde und Menschlichkeit beim Umgang mit alten und/oder kranken Menschen.

    Wenn das bei Ihnen auch schon unter "Emotionen" fällt, die bei dem Thema "zu nichts führen",
    dann brauchen wir nicht weiterreden.

  6. 34.

    Sie vergleichen Äpfel mit Blumenkohl! Niemand verweigert die medizinische Behandlung von Cov-19-Erkrankten! Und niemand fordert das! Bitte vergleichen Sie statt dessen Ihre Idee vom Verweigern von Insulin, Chemo usw. mit der Geiselhaft von Millionen Bürgern einschließlich daraus resultierender Kollateraltoter sowie dem vorsätzlichen gegen-die-Wand-Fahren ganzer Volkswirtschaften. "Merkst Du, wie blöd Deine Argumentation ist??"

  7. 33.

    Das ist bei uns doch auch so. 90% der Toten, mit , durch , an oder wegen Corona sind über 70 Jahre alt.

  8. 32.

    Na prima. War das jetzt sarkastisch??
    Wenn nicht, dann können wir ja Ihrer Meinung nach wohl unsere Gesundheitssysteme ganz runterfahren und Leben/Sterben komplett der Natur überlassen.
    Wenn Sie je an einer starken Atemwegserkrankung leiden sollten, inklusive Luftnot, dann möchte ich allerdings sehen wie dankbar Sie sind, wenn Sie -hier in D - so ein popeliges Schläuchlein in die Nase gehängt bekommen, mit Sauerstoffzufuhr. Oder sagen Sie dann einfach: Lassen Sie mal der Natur Ihren Lauf. Oder bei Schmerzen. Oder bei Angst.
    Ich fass es echt nicht...

  9. 31.

    Jo, Skorpion, Friedrich und Enric, JEDER stirbt. Ihr auch. Spätestens am eigenen Tod. Vielleicht auch ein bisschen früher, an Corona. Oder am Suff. Und weil eh jeder stirbt, irgendwann, gibt es ab heute kein Insulin mehr für Diabetiker, keine Chemo für Krebspatienten. Außerdem sollten alle saufen, denn jeder stirbt eh. Da muss man auch nix gegen Corona unternehmen. Ab der Geburt ist jeder - "natürliche Auslese", Skorpion - dem Tod geweiht. Warum also Kinder füttern, sie sterben doch eh.

    Merkt ihr, wie blöd eure Argumentation ist??

  10. 30.

    Ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Die Natur holt sich ihr Recht auf Evolution zurück. Mit einfachen Worten: Nur die Harten kommen in den Garten. Mit anderen Worten: man nennt es: "Natürliche Auslese".

  11. 29.

    Nur noch einmal: haben Sie in Schweden gelebt? Und welche Freiheit meinen Sie ausser Ihrer eigenen? Um es anders nämlich sarkastisch zu sagen: in S sind viele gerade frei von staatlicher Unterstützung sowohl finanziell wie in der Gesundheitsversorgung.Diejenigen können sich den Barbesuch mit 8€ für ein Bier nicht mehr leisten. Deshalb schließt dort eins nach dem anderen und es gibt Null Staatshilfe. Antrag auf Arbeitlosenunterstützung heißt wochenlange Wartezeit, heißt Freunde und Verwandte anleihen. Es gibt viel mehr Regeln was alles nicht erlaubt ist. Ich glaube Sie würden es nur kurz dort aushalten. Drei Wochen Urlaub in S ist ganz was Anderes, da kann man sich mit dem Kanu und dem Rad in Smaland frei fühlen und von Bullerby träumen - das machen schwedische Leute übrigens auch gerne.

  12. 28.

    Lieber rbb,
    „beim Schutz der Alten ist Schweden gescheitert“.
    Diesen Header finde ich falsch und höchst tendenziös. Denn in jedem Land weltweit Ist die Mortalität bei „Alten“ sehr hoch.
    Tagesaktuell z.B. Berlin am 19.05.2020 lag der Anteil toter Personen durch covid 19 über 70 Jahre bei 82,25 %.
    Persönlich neige ich nicht dem Extremismus zu, hege als freiheitsliebender Mensch allerdings einige Sympathie für den schwedischen Umgang mit dem Coronavirus.

  13. 27.

    Wer hier an Zufälle und "so ist das eben" denkt, sollte einen Blick in Maddy Savages's BBC-Artikel von heute werfen. Demnach mehren sich Wortmeldungen von Pflegern, lokale Gesundheitsämter hätten die Heime ersucht, Patienten ab 65 nicht mehr ins Krankenhaus zu schicken. Ohne ärztliche Absegnung solle auch kein Sauerstoff gegeben werden. Ein anonymer Sanitäter berichtet, trotz Überstunden kein einziges Mal zu einem Pflegeheim gerufen worden zu sein.
    Auch der Chef des schwedischen RKI wird zitiert. Beachtlich.
    "Coronavirus: What's going wrong in Sweden's care homes?"

    Wer hier immer noch verharmlost, sollte sich um bessere Bildung(spolitik) kümmern.

  14. 26.

    Ich stimme Ihnen vollkommen zu!

    Zu den "nüchternen" statements einiger hier fehlen mir mittlerweile wirklich die Worte :(

    Halt, noch grad vorm Abschicken Diogenes, 20:59 gesehen - das beruhigt mich wieder etwas, danke.

  15. 25.

    Verdammt kurz gedacht. Unsere Gesellschaft baut auf Solidarität. Ohne die Alten gäbe es die Jungen wohl
    auch nicht. Und wer garantiert uns ,dass dieses Virus nicht noch mutiert und die Jungen
    schädigt.

  16. 24.

    So traurig es ist, aber die meisten wären auch mit Schutzmaßnahmen gestorben.

  17. 23.

    Aufgrund bestimmter Verhaltensformen vergeht mir manchmal schlicht die Lust zum Weiterdiskutieren.
    Daraus können Sie nicht ableiten, was ich sonst noch wahrnehme oder nicht.

  18. 22.

    Ob es uns zusteht, in Fragen der Alten- und Pflegeheime, deren Versorgung mit Schutzausrüstung, den Umgang mit dem Personal, auch dem, dass Symptome für Atemwegserkrankungen zeigt, den immer noch nicht gezielten und regelmäßigen Tests in diesen Einrichtungen, der fehlenden Lobby, aus Deutschland den erhobenen Zeigefinger Richtung Schweden zu zeigen, darf stark bezweifelt werden. Um höflich zu bleiben, nenne ich es nur überheblich.

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