Andrea Bunar, Zustellerin der Deutschen Post, begegnet am 14.05.2020 mit ihrem gelben Spreewaldkahn einen Kahn mit Touristen (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Interview | Pfingsturlaub im Spreewald - "Freunde und Bekannte in einem Paddelboot wird schwierig"

Der Spreewald ist bei Kurzurlaubern zurzeit beliebt - am Pfingstwochenende sind die Unterkünfte schon fast ausgebucht. Welche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen Urlauber auf ihrem Trip beachten müssen, erklärt André Friedrich vom Online-Portal "Spreewald-Info".  

rbb: Herr Friedrich, wie sieht es denn für die Berlinerinnen und Berliner bei Ihnen in der Spreewald-Region urlaubstechnisch aus?

André Friedrich: Der Spreewald ist nach den Lockerungen noch stärker gefragt als vorher. Die Tagesgäste suchen Kahnfahrten, aber Bootsvermieter haben natürlich auch nur begrenzte Angebote. Das macht es für den Gast wiederum schwierig, noch etwas Passendes, gerade auch über Pfingsten, zu finden.

Von den Gastgebern bekommen wir im Moment für diesen Zeitraum keine Unterkünfte angeboten. Da sind die Leute etwas spät dran. Etwa eine Woche nach Pfingsten sieht es schon wieder besser aus.

Auf welche Einschränkungen müssen sich Touristen einstellen?

Speziell bei Kahnfahrten ist es so, dass natürlich das Platzangebot auf dem Kahn verringert wurde. Im Schnitt können acht bis zwölf Personen auf dem Kahn fahren. Durch die Reduzierung der Plätze sollten Kahnfahrten mit acht Personen gebucht werden, weil man dann einen Kahn komplett für sich alleine haben kann. Das war vor der Corona-Pandemie nicht unbedingt möglich.

Außerdem gibt es auch Einschränkungen hinsichtlich der Sitzplätze in Paddelbooten. Wenn drei Leute im Paddelboot sitzen wollen, sollten sie aus einem Hausstand kommen. Freunde und Bekannte in einem Paddelboot wird schwierig. Das sollte man auf alle Fälle vorab mit den Bootsvermietern abklären.

Gab es eine große Nachfrage oder waren die Leute eher zurückhaltend, als klar war, dass man wieder Kahnfahrten oder Paddelboote mieten kann?

Die Leute haben einen sehr hohen Bedarf an Informationen, was die Lockerungen, das Verhalten und die Abstandsregelung angeht. Das Telefon steht relativ selten wirklich still. Man merkt, dass die Leute in die Natur, in den Spreewald raus wollen. Sie möchten aber auch in einem sehr hohen Maße eine Sicherheit spüren, wie sie mit dem Thema hier im Spreewald umgehen können.

Und dafür haben Sie zum Beispiel bei den Kahnfahrten ein Konzept entwickelt, wie das auch eingehalten werden kann?

Genau. Der Gast ist gehalten, beim Einsteigen die Maske zu tragen. Auf den Kähnen werden durch den Fährmann keine Getränke, keine Angebote wie Kaffee Kuchen gereicht. Der Gast hat aber die Möglichkeit, je nach Fährhafen vorab Getränke am Imbiss zu kaufen und diese dann selbst mit auf den Kahn zu nehmen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Tim Koschwitz, rbb 88,8.

Sendung: rbb 88,8, 27.05.2020

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5 Kommentare

  1. 5.

    Nein, das ist ein anderer Zusammenhang.
    Sie zitieren hier § 5 Veranstaltungen, Versammlungen, Ansammlungen, Zusammenkünfte,
    der in Absatz (1) Öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen sowie Versammlungen und sonstige Ansammlungen untersagt.

    Der von Ihnen zitierte Absatz (4) beschreibt die Ausnahme hiervon. Nämlich dass "Zusammenkünfte im privaten oder familiären Bereich mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen des eigenen oder eines weiteren Haushalts" stattfinden dürfen.

    Das in §1 der Verordnung genannte Gebot des Mindestabstands 1,5 m gilt jedoch auch hier.

    Der RBB hatte dies in dem anderen Beitrag falsch wiedergegeben und jetzt korrigiert:
    https://www.rbb24.de/politik/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/04/brandenburg-corona-massnahmen-lockerung-ausgang-kontakt-erlaubt.html
    siehe auch die Kommentare, u.a. des RBB.

  2. 4.

    Ich glaube, beim Kahn trifft dieser Punkt zu:
    (4) Ausgenommen von der Untersagung nach Absatz 1 sind
    1.Zusammenkünfte im privaten oder familiären Bereich mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen des eigenen oder eines weiteren Haushalts,

    Damit sind die in 1 mit Mindestabstand aufgeführten Treffen um die reduziert, wo es sich um 10 Personen handelt - mehr können es werden, wenn es um eine (Groß-)Familie oder zwei Haushalte (mit je 3+x Kindern) geht.

    Das steht viel weiter unten in der Vereinbarung.

  3. 3.

    Haben Sie das Zitat aus einem anderen rbb-Artikel? Ich meine mich zu erinnern, denn da habe ich es auch schon beanstandet.... in der aktuellen Brandenburger Verordnung gilt nämlich nach wie vor folgendes Abstandsgebot:

    "§ 1 Jede Person hat die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein Minimum zu reduzieren. Zwischen Personen ist grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Satz 2 gilt nicht für Ehe- oder Lebenspartner oder Angehörige des eigenen Haushalts sowie für Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht."

    Das mit den 10 Personen bzw. 2 Haushalten bezieht sich auf die Erlaubnis, sich gemeinsam draußen aufzuhalten (§2). Das Abstandsgebot aus § 1 gilt aber dennoch. Und egal ob drinnen oder draußen.

  4. 2.

    Was für ein Artikel, im Vorschriftendschungel? Was tatsächlich im Spreewald abgeht, sah man sehr gut auf den Pressebildern anläßlich des Herrentages. Von daher: keep cool, juckt doch eh niemanden....(mehr)

  5. 1.

    Da stimmt was nicht: "Abgesehen von der Haushalte-Regelung oder der neuen Zehn-Personen-Regelung: Zu allen anderen Menschen ist ein Abstand von 1,5 Metern zu wahren." Also 10 Personen oder zwei Haushalte dürfen in ein Boot. Klar, kein Gummiboot. Aber diese Gruppe Menschen müssen keinen Abstand wahren. Nicht im Boot, nicht im Bett. Nicht im Restaurant. Oder ist der Spreewald nicht mehr Brandenburg???

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