Mehrere Menschen stoßen bei einer Feier mit Sekt an (Quelle: imago images/Westend61)
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Senatorin Kalayci - Mehr als 50 Prozent der Corona-Infektionen im privaten Umfeld

Mehr als die Hälfte der Corona-Infektionen geschehen nach Angaben der Berliner Gesundheitssenatorin im Bereich privater Haushalte. Es gehe zum Beispiel um Familienfeiern und andere Zusammenkünfte, erklärte die SPD-Politikerin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Das sei ein Umstand, an den man schwer rankomme.

Corona-Ausbruch bei Gemüsehändler in Lichtenberg

Zuvor schilderte sie zu aktuellen Ausbrüchen, dass diese zügig beherrscht würden - mit schnellem Testen und Quarantäne. Inzwischen sei man "sehr sensibilisiert", was Arbeitsplätze und die Nicht-Einhaltung von Hygieneregeln angeht. Betroffen sei etwa ein Frischgemüseunternehmen in Lichtenberg mit über 70 Beschäftigten, die größtenteils in Brandenburg im Kreis Barnim wohnten, so Kalayci. Dort würden die klassischen Maßnahmen getroffen. Die aktuelle Zahl der Infizierten in dem Fall wurde nicht genannt.

Auch Flüchtlingsunterkunft und Reiserückkehrer betroffen

Außerdem erwähnte die Senatorin eine betroffene Flüchtlingsunterkunft in Lichtenberg sowie erste Infektionen bei Reiserückkehrern: eine Familie mit sieben Personen aus Spandau, die über den Flughafen Schönefeld aus dem Urlaub zurückgekommen sei. Details zu dem Fall wie das Land, aus dem die Familie einreiste, nannte sie nicht.

Dass sich so manche Großveranstaltung wie die Schlauchboot-Demo auf dem Landwehrkanal vor einigen Monaten nicht zum Ausbruchsherd entwickelt habe, sei kein Anlass zum Zurücklehnen, betonte die Senatorin. Bei solchen Veranstaltungen reiche die Anwesenheit von ein oder zwei Infizierten - "und es geht nicht mehr gut", sagte Kalayci. Auch Großveranstaltungen im Freien sehe sie kritisch. Erst am Samstag musste die Berliner Polizei eine illegale Party in der Neuköllner Hasenheide auflösen. Die Partys bezeichnete Kalayci als "nicht hinnehmbar" und "illegal" und geht davon aus, dass der Bezirk Ordnungswidrigkeiten verfolge.

Sendung: Inforadio, 27.07.2020, 12:00 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    @Alex. Corona ist keine Atemwegserkrankung, man kann an der Lunge erkranken, muss aber nicht. Durch die Infektion wird ein Zytokinensturm bei anfälligen Menschen mit schwachem Immunsystem ausgelöst, der lebensbedrohlich werden kann. Die Blutgerinnung ist dann bei manchen Menschen gestört, sodass das Blut verklumpt und in allen Organen und Körperregionen Thrombosen auslösen kann. Die Lunge und das Herz sind die empfindlichsten Organe, deswegen auch besonders anfällig. 20% der Infizierten haben einen schwereren Verlauf. Ca. 5% sterben daran. Muss man künstlich beatmet werden wirds kritisch, es sterben mehr als dass sie überleben. Einfach Abstand halten, Mundschutz tragen, Hygiene einhalten. Party kann warten und nach Einführung der Impfung stattfinden, oder?

  2. 8.

    Ich möchte gerne wissen, wie hoch der Anteil unter den ganzen positiv getesteten Menschen ist, die tatsächlich erst zu nehmende Symptome entwickeln und wie dieses Verhältnis im Vergleich zu anderen Atemwegsinfektionen zu bewerten ist. Erst dann kann die Diskussion wieder sachlicher werden.

  3. 7.

    Was ist denn so schlimm an der Aussage? Es heißt doch nur, dass die Hälfte aller Infektionen im privaten Umfeld erfolgt und nicht auf der Straße, am Arbeitsplatz oder in Verkehrsmitteln. Damit kann man einen Großteil des Risikos aktiv selbst beeinflussen, wenn man Sozialkontakte reduziert. Große Familienfeste sind zwar erlaubt, aber eben risikobehaftet. Das ist eine nicht unwichtige Information.

  4. 6.

    Ist der RBB gesetzlich verpflichtet über Äußerungen von Senatoren und anderen Politikern zu berichten ? - Die Familie, egal welcher geschlechtlichen Orientierung ist die kleinste Zelle des Staates. Sie als Virenhort zu verunglimpfen sollte zumindest für deutsche Politiker Tabu sein.

  5. 5.

    Hilfe,ich habe ein Problem.
    Ich glaube den Politikern nichts mehr.
    Und solche nicht verifizierbaren Aussagen der Gesundheitssenatorin.....na, ja.

  6. 4.

    Nachdem der Schreihals im Süden immer alle anderen vor sich hertreibt, wäre es dann nicht an der Zeit, sofort alle Einreisen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern nach Berlin zu verbieten, Frau Kalayci?
    Nicht dass ich das infektiologisch für zielführend oder für mit dem Grundgesetz vereinbar hielte, hab ich auch beim LK Gütersloh nicht so gesehen, aber disziplinarisch wäre es wohl dran, oder?

  7. 3.

    Wo hat denn die Gesunheitssenatorin ihre Informationen her? Was ist denn mit den Partywütigen in der Hasenheide und der Torstraße? Von den Leuten, die aus dem Urlaub zurück kommen, ?
    Ich wünsche mir mal eine Information der Frau Kalayci, die glaubwürdig ist.

  8. 2.

    "Dass sich so manche Großveranstaltung wie die Schlauchboot-Demo auf dem Landwehrkanal vor einigen Monaten nicht zum Ausbruchsherd entwickelt habe, sei kein Anlass zum Zurücklehnen, betonte die Senatorin."

    Vielleicht ist es aber mal ein Anlass, die Hysterie der Gesundheitssenatorin ein wenig zurückzufahren.

  9. 1.

    Warum wird in Berlin immer ein Geheimnis da raus gemacht, in welchen Situationen und wo es zu Ausbrüchen kommt (natürlich unter Wahrung des Datenschutzes)- andere Bundesländer sind da wesentlich "offener". Mein Mitleid mit den Reiserückkehrern hält sich in Grenzen. Der Berliner Senat ist ein absoluter Schnarchverein. Teststellen werden erst wahrscheinlich erst zu den kommenden Sommerferien eingerichtet, keine Kontrollen in der Gastronomie , bei Firseuren etc.. Sehr täglich Kellner ohne MMS, Friseure, die den MMS unter dem Kinn tragen und dabei alte Menschen bedienen. Die Angestellten bringen ihre Kinder mit zur Arbeit, die schreien an den Kunden vorbei rennen - Infektionsschutz - null und das auch im beschaulichen Wilmersdorf - zweite Welle kommt garantiert - bin mal gespannt wie lange die Schulen dann im Regelbetrieb sind - aber daran sind ja dann auch die freudig reisenden Familien mit Schuld daran - und bei Schulschließungen geht dann wieder das grosse Gejammere los

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