Panorama von Berlin-Mitte (Quelle: imago images/Sattler)
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Berlin-Mitte - 50 Corona-Verstöße bei Kontrollen auf Feiermeile angezeigt

Bezirksbürgermeister von Dassel hatte schärfere Kontrollen angekündigt. In der Nacht zu Samstag zogen Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt los: 50 Mal mussten sie rund um die Torstraße in Berlin-Mitte einschreiten, weil Coronaregeln verletzt wurden.

Mitarbeiter des Ordnungsamts und der Polizei haben in der Nacht zum Samstag die Partymeile in Berlin-Mitte im Hinblick auf Corona-Verstöße kontrolliert. Rund um die Torstraße wurden 50 Ordnungswidrigkeiten angezeigt, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte.

Einige der Vorwürfe: Einzelne Menschen hätten den in der Corona-Zeit vorgeschriebenen Abstand zu anderen nicht eingehalten, teils hätten die Betriebe kein Hygienekonzept vorlegen können, keine ordnungsgemäßen Anwesenheitslisten geführt oder die Hygienevorschriften nicht ausgehängt.

TV-Bilder am Samstag in der rbb-Abendschau

Die sechs Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollierten demnach in drei Bars und drei Spätkaufgeschäften. Begleitet wurden sie von fünf Polizisten, die eine Strafanzeige wegen der Beleidigung eines Ordnungsamt-Mitarbeiters aufnahmen. Auch Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) war dabei und verschaffte sich Eindrücke. Die Gruppe war laut Polizei zwischen 21.30 Uhr und 1.00 Uhr morgens in der Brunnenstraße, Torstraße und dem Weinbergsweg unterwegs. Auch ein Team der rbb-Abendschau war dabei.

Nachdem zuvor mindestens zehn Gäste eines Lokal unter dem Berliner Fernsehturms positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hatte von Dassel am Mittwoch verstärkte Kontrollen angekündigt. Bei Verstößen würden "Bußgelder in der maximal rechtlich zulässigen Höhe" verhängt. In einem Offenen Brief an Inhaber von Bars, Kneipen und Restaurants in Mitte forderte er unter anderem, bei den Gästen ausnahmslos die in der Corona-Pandemie geltenden Abstands- und Hygieneregeln durchzusetzen sowie Schutzmaßnahmen konsequent zu befolgen: "Führen Sie bitte verlässliche Kontaktlisten, damit alle Ihre Besucher informiert werden können, wenn sich eine infizierte Person in Ihrem Lokal aufgehalten hat." Bei dem Lokal unter dem Fernsehturm war dies dem Bezirksamt zufolge nicht der Fall.

Sendung: Abendschau, 25.07.2020, 19.30 Uhr

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71 Kommentare

  1. 71.

    Die wirtschaftlichen Schäden durch die Toten oder schwer an Nebenwirkungen des Virus leidenden Menschen und folgenden Ausfälle und Behandlungskosten sind schädlicher. Die aktuellen Berichte aus Belgien, Österreich und anderen Ländern, in denen die Zahlen wieder schnell steigen, sprechen ihre eigene Sprache. Wenn einige meinen, für sie gelte keine Regel, dann kommt es wieder zu Schließungen und die Wirtschaft geht weiter krachen.
    Würden sich Leute und einigegGastronomen an die Regeln halten und auch mal auf Reisen und Party verzichten, wären die Zahlen stabil. Aber das Verhalten einiger Leute zeigt wieder einmal, dass der Verstand irgendwann auszusetzen scheint. Ich möchte auch wieder reisen und feiern können, aber es geht nunmal nicht. Ich vermisse auch so vieles, aber Verzicht ist zur Zeit gesünder als Egoismus.

  2. 70.

    Sowas wie einen zweiten Lockdown wird es nicht geben. Die ökonomischen Schäden des 1. kommen langsam schleichend, wie das in der Ökonomie immer ist. Vieles läßt sich auch nicht leicht abschätzen, wie die weitere Entwicklung des Außenmarktes.
    Aber auch in anderen Ländern zeigt sich, das Die Schäden der Restriktionen und Maßnahmen höher sind als die durch das Virus. D.h. viele werden ärmer.

  3. 69.

    Die Schlussfolgerung wäre dann, die meisten Menschen sind unfähig, selbst zu erkennen, was in einer Pandemie für die Gesundheit der Bevölkerung wichtig ist. Und dann? Nur weil manche zu blöd oder zu faul oder zu unwillig sind, einfachste Regeln wie eine simples Abstandsgebot einzuhalten kommt es immer wieder zu diesen Diskussionen. Nur weil einige Gastwirte zu faul oder zu blöd oder unverantwortlich sind... usw. Ihr Müllbeispiel geht auch anders. Wenn ein Mülleimer 1 m entfernt ist, warum werfen dann trotzdem einige den Müll daneben und nicht in den Eimer? Warum muss man die Kippe aus dem Autofenster werfen? Warum nimmt man den Müll vom Grillplatz nicht mit? usw.

  4. 68.

    jeden tag sitzen 1000nde leuts um zug mit maske unterm kinn. DB MACHT NICHTS. selbst kontros tragen mitunter die maske sonstwo. so ne bar oder späti lässt sich schnell schließen, aber wie siehts aus bei der Bahn?

  5. 67.

    Ja, es war wiklich so. Hier ein Bericht der mdr Fernsehens: https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-429130.html

    Wie die DDR mit einer Pandemie vom Ausmaß des Covid-19 Virus umgegangen wäre, mag man sich nicht vorstellen. Der Staat wäre m. E. an den Folgen in sich zusammengebrochen.

  6. 66.

    Die Läden schließen, den Betreibern, die es in dieser Zeit unterlassen, ihren Pflichten nachzukommen, die Konzessionen entziehen - sei es auch nur befristet, z.B. 6 Monate (damit es richtig wehtut) und alle Personalien aufnehmen und jeden Zwangstesten mit Zahlungspflicht aus eigener Kasse.

  7. 65.

    Ja,ist schon klar. Es sind immer die anderen Schuld.
    Sorry,dass ist zu einfach.
    Dass der Müll überall rumliegt ,liegt nicht allein an evtl. zu wenigen Behälter. Wenn hier die Mülltonnen voll sind,stellen die Mieter ihren Müll neben die Tonne und lassen ihn nicht vor der Haustür fallen oder wo sie gra9d langlaufen.
    Es wurde auch nicht alles geschlossen,so dass man nicht feiern kann. Man kann unter Beachtung der Regeln feiern und die sollte mittlerweiler jeder kennen.
    Hört sich ja an,als bräuchten die Partyleute einen Betreuer oder Pfleger. Wenn Sie alt genug sind ohne Eltern feiern zu gehen,kann man von Ihnen auch Eigenständigkeit und Eigenverantwortung erwarten und nicht,dass Ihnen eine Nanny erklären muss,wie es läuft.

  8. 64.

    Schuld sind die Meckerer ?
    Wenn ich verbiete Müll auf die straße zu werfen aber im Gegenzug alle Mülleimer entferne.... wer hat dann wirklich „Schuld“
    Einfach nur verbieten bringt nichts, dass sollte nun auch der letzte ignorant der Realität verstanden haben.
    Wenn ein Gastwirt eine Liste der Anwesenden führen muss, in diese die Gäste selbst ihre Daten eintragen....wen wundert es denn, dass nicht jeder bereit ist seine Daten dort anzugeben.
    Auch das hätte jedem vorher klar sein müssen.
    Und dann typisch deutsch .... der Aushang der Regeln...echt jetzt das gehört zu den wichtigen Sachen ? Das ließt sich in der Kneipe oder im Restaurant doch eh keiner durch.

  9. 63.

    Diesmal bin ich echt enttäuscht, dass hier vielfach nicht kommentiert wird, sondern man sich mehrfach gegenseitig "ausschmiert".
    Wir sollten alle wieder zur Sachlichkeit zurück finden, auch wenn mal jemand anderer Meinung ist. ich möchte jedenfalls nicht, dass wegen so vieler unsachlichen Bemerkungen anderen Teilnehmern ggü so eine Möglichkeit des Austausches von Gedanken geschlossen wird!

  10. 60.

    Das Problem ist, dass der Mensch ein sehr anpassungsfähiges Wesen ist. Anfangs hat man sich wegen Corona erschreckt, aber man lernt mittlerweile mit dem Schrecken zu leben und wird wieder zunehmend leichtsinnig und verfällt in alte Verhaltensmuster. Bussi Bussi bei der Begrüßung von Freunden, Sommer ist Urlaubszeit also ab in den Flieger nach Malle usw. Die Medien sollten unbeirrt über Corona berichten, damit man den Ernst der Lage nicht vergisst. Geldbußen bei Verletzung der Abstandsregeln halte ich für unausweichlich, weil die Vernunft nicht siegt. Die Einführung der Anschnallpflicht funktionierte auch erst mit Bußgeldern. Leider wird der Mensch nur über den Geldbeutel erzogen und wir haben viel zu verlieren.

  11. 57.

    Keiner will alles verbieten,es sind die Partyleute selbst,die hier für Stress sorgen.
    Wir haben früher auch gefeiert und waren genervt,wenn das eingeschränkt oder verboten wurde. Die Konsequenzen waren aber strikter und es wurde durchgegriffen.Es ist grad nicht die Zeit fürs
    Feiern um jeden Preis und Scheißegaleinstellung.
    Ich wünschte,die Leute hier würden mal erfahren was es heißt,sich an Coronaregeln halten zu müssen,wie in Spanien.
    Partygäste fühlen sich durch Kontrollen schikaniert.
    Die Bars und Spätis z.B. in der Thorstr. sind proppenvoll, es wird kein Abstand gehalten. Die Bars und Spätis durften nur mit einem Hygienekonzept wieder öffnen und Geld verdienen. Sie sind für die Überwachung und Einhaltung verantwortlich. Sie und ihre Gäste haben Schließungen zu verantworten,wenn sie sich nicht daran halten. In den Parks von Berlin wird dicht an dicht gefeiert,da haben wir nun Wildpinkler und viel Müll.
    Aber schuld sind die "Meckerer"?

  12. 56.

    Warum? Ich hätte nicht so ausgedrückt. Aber die Häufung der Dejavus seit März gibt mir auch stark zu denken.

  13. 55.

    „ Der Deutsche meckert einfach gern. “

    Was Sie mit Ihrem Kommentar mal wieder hervorragend beweisen. Eine Pandemie lässt sich durch Worte nicht aufhalten.

  14. 53.

    Haben Sie in der DDR gelebt, dass Sie so gut Bescheid wissen?
    Hier geht es doch nicht um Überwachung und Ähnliches. Hier geht es um die Durchsetzung von Recht und Ordnung zum Schutz unserer Gesundheit. Das akzeptieren von Regeln scheint einigen Berlinern große Probleme zu bereiten und das nicht nur bei Coronaregeln. Wenn also der gesunde Menschenverstand versagt oder nicht vorhanden ist, dann helfen nur Kontrollen und Sanktionen. Danke an Polizei und Ordnungsamt, die sich mit solchen Wohlstands-prolls auseinandersetzen müssen.

  15. 52.

    Ach ja, Hemry? Ich erinnere mich eher daran, dass als die radioaktive Wolke aus Tschernobyl über Europa schwebte, dies von der SED Regierung verschwiegen und später verharmlost wurde. Und Aids galt offiziell als Erfindung aus Geheimlaboren der USA zur biologischen Kriegsführung, und konnte dank des antiimperialistischen Schutzwalls nicht in die DDR gelangen. So ist man mit gesundheitlichen Bedrohungen für die Bevölkerung in der DDR umgegangen.

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