Eine Frau mit Mundschutz steigt an einem Bahnsteig in eine Tram. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Audio: rbb 88,8 | 31.07.2020 | Michael Handel | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Akzeptanz gestiegen - BVG: 90 Prozent der Fahrgäste halten sich an Maskenpflicht

50 bis 500 Euro kann es Fahrgäste in Berlin kosten, wenn sie keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Seit dieser Ankündigung sind nach Erhebungen der BVG wieder mehr Masken zu sehen. Trotzdem missachten Zehntausende die Pflicht.

Die überwiegende Mehrheit, rund 90 Prozent der Fahrgäste, hält sich laut BVG an die Pflicht, Mund und Nase in öffentlichen Verkehrsmitteln zu bedecken.

Im Gegenzug zählten Sicherheitsleute der BVG in den letzten drei Wochen etwa 30.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht, bestätigte Sprecherin Petra Nelken am Freitag rbb|24. Zuerst hatte der Tagesspiegel berichtet. Nach einer Anfrage von rbb|24 handelt es sich laut BVG dabei um etwa ein Zehntel der Fahrgäste ohne Maske in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen.

Den Angaben zufolge ist damit die Akzeptanz der Maskenpflicht in den Verkehrsmitteln der
Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gestiegen. Denn Mitte Juni, als die BVG noch nicht selbst kontrollierte, trugen laut Nelken damals zwar 90 Prozent der Fahrgäste Masken in Bussen - aber in Trams lag die Quote bei 85 Prozent, in U-Bahnen nur bei 75 Prozent.

Abends und nachts lasse Disziplin nach

Rund um die Uhr sichteten zehn bis zwölf Teams etwa 1.000 bis 1.200 Fahrgäste. Dabei seien die 30.000 Verstöße festgestellt worden. "Am größten ist die Disziplin im Berufsverkehr, abends und nachts lässt sie nach", sagte Nelken rbb|24.

Bußgeld 200 Mal

Die meisten Fahrgäste würden eine Maske aufziehen, sobald sie darauf angesprochen werden. Eine "Vertragsstrafe" in Höhe von 50 Euro – von einem Bußgeld wäre nur die Rede, wenn die Polizei oder das Ordnungsamt die Pflicht durchsetzt – soll deshalb nur rund 200 Mal durchgesetzt worden sein, wie Nelken bestätigte.

Von Kontrollen durch die BVG wollte sie nicht sprechen. Die Sicherheitsleute seien ohnehin in den Zügen unterwegs und achteten nun zusätzlich auf die Einhaltung der Maskenpflicht.

Bis zu 500 Euro Strafe

Die Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist in den Nutzungsbedingungen der BVG aufgenommen. Der Senat hatte Anfang Juli die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss damit rechnen, zwischen 50 und 500 Euro Strafe zahlen zu müssen. 500 Euro werden fällig, wenn jemand mehrfach gegen die Maskenpflicht verstößt. Seit dem 7. Juli 2020 können Mitarbeiter der BVG in U-Bahnen, Bussen und Trams das Tragen eines Mund-Nasenschutzes kontrollieren.

S-Bahn-Mitarbeiter weisen auf Maskenpflicht hin

Bei der Deutschen Bahn und der Berliner S-Bahn, dem Tochterunternehmen des Konzerns, sind die Mitarbeiter angewiesen, Fahrgäste ohne Mund-Nasen-Bedeckung auf die Maskenpflicht hinzuweisen. Das teilte eine Bahnsprecherin am Freitag mit. "Wir behalten uns vor, Reisende im Einzelfall von der Beförderung auszuschließen. Sollte es im Zusammenhang mit der Tragepflicht zu Konflikten kommen, wird – wie grundsätzlich in allen eskalierenden Konfliktsituationen – auch hier die Bundespolizei hinzugeholt", so die Bahn.

Fahrgäste der Deutschen Bahn ohne Maske würden kostenlose Einweg-Modelle erhalten. Nach Angaben der Sprecherin sollen in den nächsten Wochen mehr als 300.000 Masken an Reisende und Bahnhofsbesucher ausgegeben werden.

Sendung: rbb 88,8, 31.07.2020, 09:30 Uhr

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52 Kommentare

  1. 52.

    Ja auch die körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht.
    Aber warum schützen sich nicht diejenigen mit einer entsprechenden Maske gegen eine Infektion sondern erwarten vom Rest der Menschheit diesen Schutz ?
    Habe ich gesagt ... das Verfassungsgericht hat die Einschränkungen als ok abgesegnet, aber eben auch mit dem klaren Hinweis ....das gilt nicht einfach so bis irgendwann.
    Seit dem hat die Politik es unterlassen eine Überprüfung durch das Verfassungsgericht vornehmen zu lassen.

  2. 51.

    Auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht; dieses wird u.a. durch die Maskenpflicht (einen minimalen Eigriff in ein anderes Grundrecht) geschützt.
    Grundrechte können auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden - hier auf Grund des Infektionsschutzgesetzes. Im Übrigen gibt es inzwischen mehrere Urteile von (Verfassungs)Gerichten, die die Maskenpflicht als GG-konform und verhältnismäßig anerkennen.
    Es hat also niemend "mal einfach gesagt ...och das passt mir grad nicht so....setzen wir mal außer Kraft. "
    Aber mal ehrlich Andreas - das wissen Sie eigentlich alles ;) Sie wollen es nur nicht wissen/anerkennen.

  3. 50.

    90% sind absolut unrealistisch! Maximal 60-70% tragen ihre Maske korrekt. Also nicht mit freier Nase oder als Kinn- oder Halsschutz. Ich fahre viel mit der BVG und habe erst eine Kontrolle gesehen. Auch im Bekannten- und Kollegenkreis höre ich das gleiche.

  4. 49.

    Der Mundschutz schränkt ein Grundrecht ein.
    Grundrechte sind das höchste Gut.... da kann man nicht mal einfach sagen ...och das passt mir grad nicht so....setzen wir mal außer Kraft.

    Das Bundesverfassungsgericht hat der Politik bei der Zustimmung dieses Grundrecht einzuschränken auf den Weg gegeben ... das müsst ihr immer wieder kontrollieren ob es noch verhältnismäßig ist.

    Und genau das ist es was nun nicht mehr gegeben ist ... die Verhältnismäßigkeit .... man kann nicht Millionen von Bürgern etwas aufzwingen was sie nicht möchten.... jeder kann sich durch spezielle Masken die es zu kaufen gibt selbst schützen.
    Ein Maskenzwang ist absolut unverhältnismäßig. Wer will schützt sich, wer nicht lässt es.

  5. 47.

    Soso, weil die Maskenpflicht nicht flächendeckend kontrolliert werden kann, ist sie lächerlich. Was für eine irre Logik.

    Man sollte Geschwindigkeitsmessungen abschaffen. Weil das nicht flächendeckend kontrolliert werden kann, sind sie lächerlich. Freiheit für die Bürger. Besonders für das nicht vorhandene Hirn.

  6. 46.

    Freiheit für die Gummibärchen. Was schränkt denn der Mundschutz ein? Okay, es ist lästig. Aber wenn es Berufe gibt, in denen den ganzen Tag mit Maske gearbeitet werden muss, dann schafft muss es möglich sein, mal einige Zeit, ja auch Stunden mit Maske in der BVG zu fahren. Sprechen, essen und und trinken muss man auch nicht in der BVG. Einfach etwas Selbstdisziplin im Interesse der Gemeinschaft. Einkaufen kann man auch mit Maske. Geht alles, wenn man will. Mit Bockigkeit ist uns nicht geholfen.

  7. 44.

    Auch ich bin Asthmatiker und bin eine gefährdete Person (Chemo seit 2016) und wahrscheinlich mein Leben lang und trotz Probleme fahre jeden Morgen zur Arbeit mit Maske. Das bin ich anderen und mir selbst schuldig!

  8. 43.

    Auch ich bin Asthmatiker und bin eine gefährdete Person (Chemo seit 2016) und wahrscheinlich mein Leben lang und trotz Probleme fahre jeden Morgen zur Arbeit mit Maske. Das bin ich anderen und mir selbst schuldig!

  9. 42.

    Soso, weil die Maskenpflicht nicht flächendeckend kontrolliert werden kann, ist sie lächerlich. Was für eine irre Logik.

    Man sollte Geschwindigkeitsmessungen abschaffen. Weil das nicht flächendeckend kontrolliert werden kann, sind sie lächerlich. Freiheit für die Bürger. Besonders für das nicht vorhandene Hirn.

  10. 41.

    Es gibt immer einen anderen Weg .....
    Die Dänen .... da wird empfohlen zu Stoßzeiten die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden.

  11. 40.

    "Jeder der sich vermummen will, kann dann in die Mitte oder umgekehrt."
    Allein Ihre Wortwahl zeigt, dass Sie NICHTS verstanden haben. Es geht nicht um Vermummung, sondern um Maskentragen zum Schutz anderer Menschen.
    Wer aber so asozial ist, dass ihm andere Menschen und deren eventueller Tod egal sind, der faselt von Vermummung und trägt keine Maske. Auf Ihren restlichen blöden Vorschlag muss man gar nicht erst eingehen.

  12. 38.

    Ja, Sie haben Recht, aber ziehen die falschen Konsequenzen. Eine Maskenpflicht ist schlichtweg nIcht flächendeckend zu kontrollieren, deshalb ist sie lächerlich. Man könnte bespielsweise den ersten oder letzten Wagen jedes Zuges für Fahrgäste ohne Maske reservieren.

  13. 36.

    Wenn Sie schon den Hilfspolizisten mimen, dann bitte aber richtig. Woher wissen Sie denn, dass der erwähnte Fahrgast nicht maskenbefreit war durch einen Attest? Haben Sie ihn gefragt? Ich habe einen Attest und werde auch immer öfter sehr unhöflich und dumm von solchen Hilfspolizisten wie Ihnen angesprochen. Ich mache mir dann das Vergnügen und sage, ich werde die Polizei rufen wegen Belästigung. Die meisten Maskenträger im Aufreger-Modus schauen dann sehr verdutzt herum.

  14. 35.

    Freitag, den 31.7.2020 gegen 5:32 Uhr: S-Bahnhof Warschauer Straße: unter anderem 2 Menschen vom Sicherheitsdienst (Security), der jüngeren von beiden trägt ordnungsgemäße die Maske, der ältere am Kinn. Wie will er jemanden ohne Maske erzählen das er sie tragen sollte??? Jeden Morgen das selbe Spiel immer die selben ohne Maske und einige unter der Nase (nicht wenige) und dann in die vollen Ersatzbusse. Es gibt Leute die haben es noch nicht realisiert und auch kein Wort von Busfahrer. Ich lief schon die ganze Woche ab Ostbahnhof zur Arbeit. Es ist jeden Morgen so

  15. 34.

    Schon mal daran gedacht, dass viele aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen dürfen?Die sich hier so ereifern, sollten auch mal darüber nachdenken.

  16. 33.

    Ich schon, wohne allerdings auch in einem Aussenbezirk. Sobald man in die Innenstadt kommt, nimmt die Intelligenz ab.

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