Mitarbeiter des Tropeninstituts München nehmen einen Corona-Abstrich aus der Nase eines Testpatienten (Bild: imago images/Stefan M. Prager)
Bild: imago images/Stefan M. Prager

Anstieg der Corona-Fallzahlen in Berlin - So problematisch ist die Situation wirklich

Eine hohe Zahl an Neuinfektionen wird gerade in Berlin heiß diskutiert. Ist das schon die zweite Welle? Verändert sich gerade die Lage? Oder ist das nur der erhöhten Zahl an Tests geschuldet? Und welche Rolle spielen Urlauberinnen und Urlauber? Von Haluka Maier-Borst

Berlin verzeichnet nun drei Tage in Folge mehr als 100 Neuinfektionen. Und die Meinungen darüber, wie die Lage zu bewerten ist, gehen extrem auseinander - selbst zwischen Senat und manchen Amtsärzten. rbb|24 versucht darum so neutral wie möglich mit Daten die aktuellen Fragen zu beantworten – und auch transparent darzustellen, was unklar bleibt.

Wie stark steigt die Zahl der Fälle momentan?

Einen so starken Anstieg der registrierten Neuinfektionen wie jetzt hat Berlin seit Wochen nicht erlebt. Das letzte Mal, dass mehr als 100 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet wurden, war Mitte Juni, als es insbesondere im Umfeld eines Hauses in Neukölln zu Dutzenden von Ansteckungen kam. Davor waren solch hohe Fallzahlen letztmalig im April zu beobachten.

Liegt das daran, dass mehr getestet wird?

Nein, dafür spricht wenig. Denn die Quote an positiven Tests für Berlin lag seit Anfang Juni, bis auf einzelne Ausreisser, dauerhaft ungefähr bei einem Prozent oder darunter. Das ist nach aktuellem Stand weiterhin der Fall. Wäre tatsächlich der Anstieg an Fällen nur dem Umstand geschuldet, dass man mehr testet, müsste die Quote der positiven Tests deutlicher fallen.

Allerdings muss man beim Nutzen dieser Daten zur Test-Quote ein paar Fallstricke beachten. Zum einen gibt es zwar eine Meldepflicht für Fälle, aber keine für Labortests. Sprich in dem Datensatz des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind nicht alle Corona-Tests für Berlin enthalten und auch nicht alle positiven Tests. Zum anderen fehlen, wie das RKI mitteilt, aufgrund technischer Probleme die Testergebnisse auf Länderebene für diese Woche. Man muss also für die Bewertung der aktuellen Lage zwei Annahmen machen:

1. Die Berliner Labore, die ihre Tests melden und die, die sie nicht melden, unterscheiden sich nicht in ihrer Positivquote.

2. In der letzten Woche hat sich die Teststrategie in Berlin nicht so stark verändert, dass die Positivquote massiv gefallen ist.

Speziell beim zweiten Punkt muss man beachten, dass bundesweit die Zahl der Tests tatsächlich deutlich zugenommen hat, von rund 570.000 in der Vorwoche auf 670.000. Aber die Positivquote ist eben auch mit einem Prozent auf dem gleichen Niveau geblieben.

Nochmal kurzgefasst: Man hat wohl nicht mehr Fälle, weil man mehr testet. Sondern man testet mehr, weil man mehr Fälle vermutet.

Ist die Lage also ähnlich dramatisch wie Mitte April?

Nein, denn die Quote der positiven Tests ist geringer. Die Positivquote kann nämlich als Indikator dafür gesehen werden, wie gut die Fallzahlen das tatsächliche Geschehen abbilden. Je höher die Quote, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass noch viele Fälle unentdeckt bleiben. Je niedriger die Quote, desto niedriger die Wahrscheinlichkeit, dass es wesentlich mehr Fälle gibt.

Die Testberichte für Berlin gehen zwar nur zurück bis Ende April. Aber wenn man die Quote von damals (3,4 Prozent) auch für den Rest des Monats annimmt, dann gab es wohl deutlich mehr unentdeckte Fälle im April als heute.

Hinzukommt, dass die derzeitigen Neuinfektionen in einer deutlich jüngeren Altersgruppe auftreten, die eine weniger hohe Wahrscheinlichkeit hat, dass positiv Getestete zur Behandlung ins Krankenhaus oder gar auf die Intensivstation müssen.

Dennoch: Möglich ist, dass die Jüngeren die Älteren anstecken und damit wieder für mehr Fälle in Krankenhäusern sorgen. Und selbst bei leichten Verläufen gibt es laut ersten Studien mögliche Langzeitschäden [faz.net].

Wie gut kann man die neuen Fälle nachverfolgen?

Derzeit noch einigermaßen gut. Laut Angaben des Senats vom Mittwoch war bei 195 von 475 Fällen die Infektionsquelle bekannt. Das ist also etwas weniger als die Hälfte und nicht so schlecht wie etwa im April. Hinzukommt außerdem, dass – anders als im April – auch die Situation der aus dem Ausland eingeschleppten Fälle wichtig ist. Weitere 255 Fälle kommen nämlich wohl von Reiserückkehrern. Zählt man dieses ebenfalls als Fälle mit bekannter Infektionsquelle, kommt Berlin auf fast 95 Prozent geklärte Fälle. Trotzdem stellt sich zunehmend die Frage, ab wann die Gesundheitsämter nicht mehr die Kontaktverfolgung erfolgreich durchführen können.

Es gibt derweil auch einzelne Beispiele von Städten, die derzeit besser abschneiden. So erklärt die österreichische Hauptstadt Wien auf rbb-Anfrage, das dort noch mehr Fälle rückverfolgbar seien.

Neben den geringeren Fallzahlen von zuletzt knapp über 350 innerhalb einer Woche könnte die Rückverfolgbarkeit in Wien auch damit zusammenhängen, dass schneller getestet wird. Denn an sich ist die Strategie in Wien [vienna.at] recht ähnlich zur deutschen [rki.de]. Sowohl hier wie da werden alle Kontaktpersonen eines positiven Falls untersucht, auch diejenigen, die keine Symptome zeigen.

Welche Rolle spielen Rückkehrende aus dem Urlaub?

Eine recht große Rolle. Laut Senatsangaben hatten 54 Prozent der Fälle der letzten 7 Tage "Auslandsexposition".

So oder so ist aber zu beachten: der Ballermann und Spanien waren zuletzt zwar in den Schlagzeilen. Problematischer sind laut RKI-Bericht aber eher die Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Kosovo, Türkei, Serbien und Bulgarien. Die "Süddeutsche Zeitung" weist zudem darauf hin, dass in der Statistik des RKIs nicht berücksichtigt wird, wer sich wiederum durch Rückkehrerinnen und Rückkehrer angesteckt hat.

Anmkerung der Redaktion: Der Senat weist "Fälle mit bekannter Infektionsquelle" und "Fälle mit Auslandsexposition" aus. Fälschlicherweise ging rbb|24 davon aus, dass das zwei separate Formen der Erfassung sind. Also dass zum Beispiel ein Fall eine bekannte Infektionsquelle haben und aus dem Ausland kommen kann. Tatsächlich ist es aber so, dass ein Fall mit bekannter Infektionsquelle, mit Auslandsexposition oder mit unbekannter Infektionsquelle klassifiziert werden kann. Wir haben entsprechend einige Passagen im Text inzwischen korrigiert und angemerkt, dass die Rückvefolgung nach dieser Metrik besser funktioniert als bisher eingeschätzt.

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81 Kommentare

  1. 81.

    „Denn die Quote an positiven Tests für Berlin lag seit Anfang Juni, bis auf einzelne Ausreisser, dauerhaft ungefähr bei einem Prozent oder darunter. Das ist nach aktuellem Stand weiterhin der Fall. Wäre tatsächlich der Anstieg an Fällen nur dem Umstand geschuldet, dass man mehr testet, müsste die Quote der positiven Tests deutlicher fallen.“ Hat dass jemand bei Prozentrechnung nicht aufgepasst? Wenn die FDP in einer Woche 5% erzielt bei einer Stichprobengröße von 1.000 und in der nächsten Woche wieder 5%, aber diesmal mit einer Stichprobengröße von 2.000, hat sie trotzdem nicht mehr Wähler. D.h. wenn die Positivquote gleich bleibt, bleibt auch die tatsächliche Zahl der Infizierten gleich. Das ist Mathe 7. Klasse.

  2. 79.

    Ein Infizierter bei dem die Krankheit nicht ausbricht,kann sie auch nicht weitergeben. Wie auch?

    @chr/christiane
    Schönes Beispiel dafür,dass auch Grippe gefährlich ist. Nur hat es damals keinen interessiert.

  3. 78.

    Liebe Frau Hraski,

    ich entschuldige mich in aller Form für die falsche Einsortierung Ihres Geschlechtes.
    Nichtdestotrotz:
    Wenn Sie schreiben " Infizierte können Corina weitergeben um es mal simpel auszudrücken, eine Pandemie ist Ausfluss der Verbreitung durch Infizierte" haben Sie natürlich recht. Jedoch ist eine halbe Wahrheit keine Wahrheit. Eine Pandemie ist definiert nicht in erster Linie als "Ausfluss der Verbreitung von LAborbefunden" sondern als einer maßenhafte, weltweite Verbreitung einer neuen KRANKHEIT. Die WHO ist hier eindeutig wenn sie kurz als Definition angibt:
    "A pandemic is the worldwide spread of a new disease."
    Krankheit ist, wenn die Menschen krank werden. Deshalb auch ist es für eine realistische Risikoeinschätzung des Krankwerdens von enormer Bedeutung zu wissen wie viele infizierte Menschen krank werden und die Daten auch als Krankheitsfälle zu kommunizieren. Warum wehren Sie sich eigentlich gegen diese simple Wahrheit?

  4. 77.

    Hallo Emil, die R-Zahl soll ja erklären, wie viele Leute sich bei einer infizierten Person im Mittel anstecken. Berechnet wird das, in dem man die Fälle von heute mit denen vor einigen Tagen vergleicht. Die Annahme ist, dass sich die neuen Fälle von heute bei denen von vorher angesteckt haben. Das Problem: Durch die vielen Urlaubsrückkehrer ist das aktuell komplett sinnlos, weil wir wissen ja, dass die sich im Urlaub und nicht in Berlin angesteckt haben. Deswegen sollte man jetzt gerade eher auf andere Zahlen schauen. Später wird die R-Zahl sicher wieder nützlicher werden.

  5. 76.

    Immer wieder wird auf die Grippewelle 2017/18 mit den vielen Toten hingewiesen.Mein damals 25-jähriger top-fitter Sohn musste in der Silvesternacht 2017 stationär in einer Klinik aufgenommen werden.Hohes Fieber--bakterielle Lungenentzündung.Die Gedanken und Bilder von damals werden mich immer begleiten.Er ist wieder top-fit.Niemand weiß, wie sich eine evtl. symtomfreie Coronainfektion bei jungen Menschen entwickelt, wenn zusätzlich Fieber und eine bakterielle Lungenentzündung dazu käme.Noch dazu, wenn das Immunsystem dieser Menschlein durch Dauersaufen eventuell "geschwächt" sein könnte.--Diese "menschengemachte Unvernunft" könnte die unbeschwerte "future" unserer Kinder viel schneller gefährden oder beenden, als es evtl. der Klimawandel tun könnte.Warum sehen junge Menschen diese Gefahr jetzt nicht?--Und: In unserer Gemeinde gab es einen Corona-Toten.Er vorerkrankt..die Ehefrau und erwachsene Tochter ebenfalls positiv-milder Verlauf.Keine Besuche möglich--kein Abschied möglich...

  6. 75.

    Sie vermuten viel. Zunächst, wie kommen Sie darauf, ich sei männlich? Und dann vermengen Sie wieder alles in unseriöser Weise. Es geht vorrangig um Infizierte. Infizierte können Corina weitergeben um es mal simpel auszudrücken, eine Pandemie ist Ausfluss der Verbreitung durch Infizierte. Daher sind diese Fallzahlen eben wichtig. Sie wollen darauf hinaus, dass nicht bei jedem Infizierten die Krankheit ausbricht. Ganz anderes Thema. Hier geht es um die Verbreitung.

  7. 74.

    Mathias--ich brauche nicht googeln. Ich weiß, in welcher Altersklasse--zur Zeit-- die meisten Infizierten zu verzeichnen sind. Auch, dass es dort oft milde Verläufe gibt.Aber diese Menschen können Chronisch Kranke infizieren.Sollen die sich alle einsperren, damit andere ungestört Party machen können?

    Und ja--ich habe in gereiztem Unterton kommentiert.Wenn Sie den besseren Ton treffen, um gerade junge Leute zur Vernunft bringen zu können--dann legen Sie gerne los.
    Schulen werden geschlossen, wenn auch nur ein Kind, das keine Symtome zeigt, infiziert die Schule besuchte. Arbeitgeber befürchten einen Lockdown, wenn Arbeitnehmer nach dem Urlaub eventuell infiziert zur Arbeit kommen.Viele überlegen, Mitarbeiter nur noch mit negativem Test in den Betrieb kommen zu lassen. Mit welchen Argumenten soll man denn sonst noch Unvernünftige zur Vernunft bringen?..I did it my way.....Sie dürfen mich gerne dafür kritisieren--zeigen Sie dann bitte auch, womit Sie überzeugen können.

  8. 73.

    Vor ein paar Tagen hätte auch niemand vorhersehen können, dass es so schnell wieder Reisewarnungen geben wird.
    Dass man "zur Zeit" keine Triage befürchten muss-heißt doch dann nicht auch, dass es niemals eine Triage geben wird.

    Ich kann Chronisch Kranke und Behinderte gut verstehen--und ich kann auch verstehen, dass dieser Antrag ein "Eilantrag" war.
    Ich kann auch die Verfassungsrichter verstehen, die den Antrag übrigens nicht nur abgelehnt haben, weil, wie Sie leider lückenhaft schreiben-sie zur Zeit keine Triage sehen-sondern-Begründung Nr. 2:weil die Frage sehr schwierig sei, ob man den Staat in einem Eilverfahren verpflichten könne, in einer Pandemie verbindliche medizinische Regeln zu fassen. Deshalb hat man diesen Eilantrag abgewiesen und überläßt es den Ärzten--sollte es zu einer Triage kommen müssen--selbst vor Ort individuell zu entscheiden. Und diese Begründung ist äußerst klug und verantwortungsvoll.

  9. 72.

    Lieber Herr Hraski
    Lieber Herr Frank,
    weder behaupte ich, dass Corona-SARS-2 harmlos ist, noch bin ich der Meinung, dass Infizierte keine Gefahr darstellen. Ihr Versuch mich in einer Ecke mit Coronaleugner (und ggf. auch den Rechten) zu stellen nehme ich aber zur Kenntnis.
    Mein Appel zwischen Kranken und Infizierten deutlich zu differenzieren hat ganz andere Gründe.
    Wir reden die ganze Zeit von einer Pandemie. Eine Pandemie betrifft nicht Befunde sondern Krankheitsfälle. Wenn wir Laborbefunde und Krankheitsfälle in eine Schublade stecken und diese entsprechend vermengt auch kommunizieren, kommt es unweigerlich bei der Mehrheit der Bevölkerung zur falschen Einschätzung drohender Gefahren. Diese resultieren aber nicht aus dem PCR-Befund, sondern aus dem klinischen Krankheitsbild, dem Verlauf und ggf. aus den Spätfolgen. Seit Anbeginn der Menschheit fürchten wir uns vor dem Krankwerden, vor Symptomen und vor dem Tod. Nicht aber vor PCR-Befund. Oder ist die Gleichsetzung gewollt?

  10. 71.

    Na ja... alles ist "vergleichsweise harmlos". Man muss es eben nur mit einem Sprung in den laufenden Gartenhäcksler vergleichen...

    Wenn eine Eindämmung nicht funktioniert, wieso sind bei uns "nur" 900 verstorben und in Amerika 100.000 ?
    Die Auswirkung des Virus ist NUR AUF GRUND der Eindämmungsmaßnahmen scheinbar harmlos !

    Woran sterben die Amis denn alle? Ein harmloser Virus kann's ja nich sein.

  11. 70.

    Sie wollen das ganz sicher nicht, aber Sie spielen den Verharmlosern/Leugnern in die Karten, weil Sie Ihre Aussage mit einem sehr gereizten Unterton ausstatten und sich nicht scheuen, im Zusammenhang mit der intensivmedizinischen Situation den "Furchtlosen" (wie Sie sie nennen) zu unterstellen, "verrecken zu wollen" [sic]. Unglaublich!

    Fakten:
    Seit Mai geht auch in Berlin (wie bundesweit) die Auslastung der Intensivbetten kontinuierlich nach unten.
    Von 8,5% (5. Mai) auf 1,1% am 16. August.
    14 COVID-19-Patienten liegen in Berlin auf der Intensivstation, davon werden 9 beatmet.
    Es gibt in Berlin 250 freie Betten.
    Wenn Sie ein bisschen googeln, bekommen Sie auch ein seriöse Erklärung dafür.

    Die Verfassungsrichter sehen z.Zt die Triage-Situation nicht.
    Und die Richter gehören ganz sicher nicht zu denen, "die sich über Corona lächerlich machen".
    Und nur damit Sie's wissen, ich auch nicht.

  12. 69.

    Sorry, aber jetzt liegen Sie daneben. Medikamente bekommt man aufgrund einer festgestellten Erkrankung. Gesunde bekommen keine Medikamente.

  13. 68.

    Übrigens, es gibt auch den Begriff "Chronische Krankheit". Das heißt, auch wenn man medikamentös gut eingestellt ist, bleibt man dennoch krank, weil Medikamente den Zustand bzw. die Symptome nur erträglich machen oder unterdrücken, nicht jedoch die Krankheit heilen können. Das passt zu Asthma oder auch zu einer HIV-Infektion, die nach wie vor nicht heilbar ist - egal, wie sehr man mit den Worten zu spielen bereit ist ...

  14. 67.

    Nein, mein HIV-Beispiel soll illustrieren, wie leicht man Fakten manipulieren kann, wenn man nur will. Sie wollen allen Ernstes behaupten, dass asymptomatische Corona-Infizierte nicht mehr erwähnenswert sind, weil Sie ja laut Ihrer kruden Definition nicht krank sind? Corona-Infizierte tragen eine hochansteckende und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit in sich - damit gehören Sie definitiv erwähnt. Ob jetzt per definitionem "krank" oder nicht, spielt in Ihrem lediglich auf Rabulistik abzielenden Einwand eine sekundäre Rolle. Diese Menschen sind für die Statistik relevant, weil sie die Dynamik des Infektionschgeschehns widerspiegeln und andere Menschen anstecken können, die alles andere als glimpflich davonkommen könnten. Außerdem muss man diese Infizierten im Auge behalten, weil es nach aktuellem Wissenstand möglich ist, dass (bleibende) Folgeschäden aus der Infektion resultieren, welche sie letzten Endes doch noch sehr krank machen.

  15. 66.

    Ihr Beispiel HIV zeigt, dass Sie die Definition und den Unterschied zwischen infiziert und erkrankt tatsächlich nicht beachten. Es gibt bereits seit Jahren aufgrund der Medikation fast keine AIDS-Kranken mehr in Deutschland, dafür aber eine Menge zeitlebens Infizierte, die zum Teil aber sogar eine so geringe Virenlast haben, dass sie aktuell nicht mal infektiös sind.

  16. 65.

    Das Bundesverfassungsgericht hat aktuell den Eil-Antrag von Kranken und Behinderten abgwiesen. Sie wollten eine verbindliche --gesetzliche--Regelung bezüglich einer evtl. drohenden Triage erreichen.Sie befürchteten, als Vorerkrankte bei fehlenden Beatmungsgeräten, von Ärzten und Krankenhäusern abgewiesen zu werden. Vorerst bleibt es also Ärzten überlassen, zu entscheiden,wem ein Beatmungsgsrät zur Verfügung steht und wem nicht--und wem evtl. beim humanen Sterben medikamtös geholfen werden muss.

    Wie wäre dieser Vorschlag: Alle, die sich über Corona lächerlich machen und die Regeln nicht einhalten, schicken einen Eil-Antrag ans Bundesverfassungsgericht--mit der Forderung--gesetzlich zu regeln-- Coronalächerlichmachern bei der Triage außen vor zu lassen. Weil Furchtlose den Anspruch stellen--als Helden sterben--ersticken--verrecken zu wollen !

  17. 64.

    Lieber Haluka,

    ich verstehe Ihren Gedankengang. Dabei vernachlässigen Sie aber, dass von 100 gestesteten Personen schon seit Wochen nie mehr als eine positiv war... Damit hinkt Ihre Argumention doch sehr.

    Wäre ja auch gar nicht schlimm, kann jedem passieren. Ein wirkliches Problem jedoch ist, dass die verängstigte Bevölkerung z.T. gar nicht mehr nachvollziehen kann, worüber wir hier diskutieren. Man ist mit den besseren Argumenten trotzdem hilflos, weil die Masse den Medien und der Politik vertrauen möchte und Verunsicherungen in Form von Diskurs und Differenzierung von vornherein ablehnen. Recherchieren Sie mal die Mechanismen der Massenpsychologie.

    Und deshalb habt Ihr Journalisten in diesen Tagen so eine unglaublich hohe Verantwortung. Denn momentan geht es kaum darum, was gesagt wird, sondern viel mehr darum, WER es sagt...

    Desillusionierte Grüße
    Vero

  18. 63.

    Zur Zeit müssen 42 infizierte Berliner Patienten isoliert im Krankenhaus behandelt werden. 13 davon intensivmedizinisch.
    Hatten Sie schon einmal einen Asthmaanfall?
    Können Sie sich vorstellen, wieviele Angehörige gerade Tag und Nacht um ihre Lieben bangen?
    Können Sie sich vorstellen, wie grausam es ist, seine schwerkranken Liebsten nicht besuchen zu können--sich eventuell noch nicht einmal verabschieden zu können?
    Sie sollten sich schämen!-
    (Die Zahlen sind nachlesbar--"Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin"--Unter Service--Pressemitteilungen)

  19. 62.

    Nach dem ich Ihren Kommentar gelesen habe, weiß ich, die neuen Erkenntnisse könnten Tatsachen sein

    https://www.swr.de/wissen/corona-covid-19-spaetfolgen-nervensystem-100.html

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