Die Schatten zweier Personen scheinen aufeinander loszugehen, Symbolbild (Quelle: DPA/Maurizio Gambarini)
Bild: DPA/Maurizio Gambarini

Corona-Pandemie - Mehr Fälle häuslicher Gewalt in Brandenburg

Die Zahlen sind deutlich: In der Zeit von März bis Juli hat die Polizei in Brandenburg 22 Prozent mehr Fälle von häuslicher Gewalt registriert als im Vorjahreszeitraum. Immerhin können die Frauenhäuser im Land mit guten Nachrichten aufwarten.

Die Polizei in Brandenburg hat von Anfang März bis zum 22. Juli dieses Jahres 1.840 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Das waren 22 Prozent mehr Delikte als im Vorjahreszeitraum, teilte das Sozialministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion mit. Im Berichtszeitraum wurden auch drei Frauen getötet.

In den vier Monaten vom März bis Juni dieses Jahres, und damit während der Corona-Pandemie, wurden 1.352 Anzeigen von Fällen häuslicher Gewalt erfasst; 152 mehr als im gleichen Zeitraum 2019. Dazu zählen nach den Angaben Delikte wie körperliche, sexuelle, psychische und wirtschaftliche Gewalt in Familie, Ehe und Partnerschaft. Laut Polizei haben vor allem die Fälle von Körperverletzungen zugenommen.

Alle Frauenhäuser verfügen wieder über freie Plätze

Abgenommen hat dagegen die Zahl der Anzeigen nach dem Gewaltschutzgesetz. Sie verringerten sich im Jahresvergleich der vier Monate von 25 auf 16. Damit wurden Verstöße gegen gerichtliche Anordnungen zum Schutz gegen Gewalt und Nachstellungen durch Täter geahndet.

Die Frauenhäuser in Brandenburg sind laut Ministerium derzeit nicht übermäßig ausgelastet. Alle Einrichtungen verfügten über freie Kapazitäten. Laut einer Abfrage Mitte Mai hatten damals zwei Frauenhäuser keine freien Plätze mehr.

Die Auslastung der Frauenberatungsstellen sei regional unterschiedlich. Einzelnen Stellen würden seit Mai, Juni oder Juli wieder verstärkt aufgesucht. Insgesamt bewegten sich die Beratungszahlen jedoch nicht über dem Vorjahresniveau, erklärte das Ministerium.

Sendung: Inforadio, 28.08.2020, 13 Uhr

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