Ein Schüler sitzt mit Schutzmaske in einem Unterrichtsraum (Bild: dpa/Jonas Güttler)
Audio: Inforadio | 05.08.2020 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa/Jonas Güttler

Maskenpflicht, Abstandsregeln, Schichtbetrieb - So wollen die Berliner Schulen ins "Corona-Schuljahr" starten

Lernen in Corona-Zeiten: Wie kann das funktionieren? In Berlin beginnt kommende Woche wieder der Unterricht. Er soll regulär stattfinden, also ohne Aufteilung der Klassen in kleine Gruppen und ohne Abstandsregelungen. Ein Lagebericht. Von Kirsten Buchmann

Masken tragen in der Schule: Nicht während des Unterrichts, dafür aber außerhalb, etwa in Treppenhäusern und Gängen. Für Schülerinnen und Schüler gibt es im neuen Schuljahr einiges zu beachten. Um Corona-Infektionen unter ihnen vorzubeugen, tüftelt die Rektorin der Schule in der Köllnischen Heide, Astrid-Sabine Busse, die Abläufe genau aus. "Die Klassen eins bis drei essen in ihren Räumen oder im Freizeitbereich zu Mittag. Denn die Mensa reicht sonst nicht aus, und wir wollen ja die Klassen nicht vermischen." Die Lehreinnen sollen die Kinder nach Schulschluss nach unten begleiten, damit es in den Treppenhäusern kein Gedränge gibt.

Unbeschwerte Pausen und Freizeit

Außerdem sollen versetzte Pausenzeiten vermeiden helfen, dass sich Kinder verschiedener Grundschulklassen begegnen. So jedenfalls lautet der Plan von Rektorin Busse, die auch Vorsitzende des Interessenverbands Berliner Schulleitungen ist. Denn die Maskenpflicht gilt zwar in Schulgebäuden, nicht aber auf dem Pausenhof. Busse findet das auch gut so: Ihr sei es wichtig, dass ihre Schüler etwas Unbeschwertheit erleben.

Diese Unbeschwertheit will sie auch durch einige Freizeitangebote an ihrer gebundenen Ganztagsschule ermöglichen - jetzt eben in kleineren Gruppen. "Zum Beispiel Origami, montags ein Kurs für fünf Kinder, dienstags für fünf und so die ganze Woche durch."

Genauso werden auch die Feiern für die Allerjüngsten gestaltet: Statt einer großen Einschulungsveranstaltung in der Aula mit vielen Verwandten plant Busse jeweils kleinere Feiern für die einzelnen Klassen, sodass Abstand gehalten werden kann.

Klar ist jetzt schon, dass in der Corona-Zeit anfangs noch nicht alle Schüler dabei sein werden. "Es sind Kinder in Quarantäne, die erst mal zwei Wochen nicht kommen dürfen." Und das sei erst der Anfang des Schuljahres. "Da machen wir uns Sorgen", sagt Busse. Kontrollieren, wer in einem Risikogebiet war, könne sie nicht. Falls es Hinweise gibt, dass Kinder dorthin verreist waren, setzt sie auf Nachfragen bei den Eltern.

Weniger Singen, mehr Instrumente

Und was ist mit den Lehrerinnen und Lehrern? Bildungssenatorin Sandra Scheeres erwartet, dass berlinweit sieben Prozent von ihnen wegen Vorerkrankungen zur Corona-Risikogruppe gehören, sodass sie nicht in Klassen eingesetzt werden können.

An der Grundschule in der Köllnischen Heide hat aus diesem Grund zuletzt zwar jede zehnte Erzieherin gefehlt – die Lehrkräfte sind aber voraussichtlich alle an Bord. Nach den vergangen Monaten ist das für Busse wichtig.

Lehrplan wird Corona angepasst

Wegen der Corona-Pandemie mussten Schulen ab Mitte März wochenlang schließen. Dann konnten sie erst für kleine Gruppen nur reduzierten Unterricht anbieten. Nun gilt wieder der reguläre Stundenplan, wenn auch mit Einschränkungen in manchen Fächern: Zum Beispiel wird im Musikunterricht mehr mit Instrumenten gearbeitet statt zu singen. Was den Wissensstand ihrer Schüler angeht, ist die Rektorin trotzdem zuversichtlich. "Die Klassenarbeiten sind gar nicht so schlecht ausgefallen."

Den ältesten Berliner Schülern, die im kommenden Jahr Abitur machen werden, fehlt aber definitiv Unterrichtsstoff aus dem vergangenen Halbjahr. Deshalb soll es laut Bildungssenatorin Scheeres in allen zentral geprüften Fächern mindestens eine Aufgabe mit Bezug auf das erste Halbjahr geben. So sollen die Schüler eine Auswahl erhalten, die dem Gelernten gerecht wird.

Ein Szenario, das nie eintreffen soll

An der Grundschule in der Köllnischen Heide wird sich das Kollegium zum Schuljahresstart ein Bild davon machen, was die einzelnen Kinder wissen. Damit die Schulen sie besser einschätzen können, stehen ihnen laut der Bildungsverwaltung Diagnose- und Förderinstrumente online zur Verfügung.

Ein Wermutstropfen für Schulleiterin Astrid-Sabine Busse: Die Sommerschule für Kinder, die wegen Corona Unterstützungsbedarf hatten, fand an ihrer Schule in den Ferien nicht statt, obwohl sie dafür 38 Anmeldungen hatte. Warum das extern organisierte Angebot eines freien Trägers dann doch nicht zustande kam, weiß die Rektorin noch nicht.

Dass nun wieder der Unterricht losgeht, mache sie hingegen "überglücklich". Busse wünscht sich viele normale Unterrichtswochen, ohne dass eine zweite Corona-Welle kommt. Doch auch dafür bereitet sie sich bereits vor, mit einem Plan B: Unterricht in der Schule für eine Hälfte der Klasse, telefonischer Kontakt der Lehrer zu den Eltern und Lernstoff für die Zeit zu Hause, zum Beispiel digital oder in sogenannten Lernumschlägen.

Genauso wie Eltern, Schüler und Lehrer hofft Astrid-Sabine Busse aber, dass dieses Szenario nicht eintritt.

Sendung: Inforadio, 5.8.2020, 7 Uhr

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33 Kommentare

  1. 33.

    Ich finde Ihre pauschalen Vorwürfe unberechtigt. Zum einen, habe ich in meinen erweiterten Familienkreis eine Lehrerin, zugegeben an einer Oberschule, zum anderen gehört diese nicht zur Risikogruppe. Dies mal vorweg. Natürlich müssen die Lehrer zuhause nacharbeiten ,etc., genauso wie viele andere Berufsgruppen. Es besteht aber nun mal Schulpflicht! Das jetzt einzelne Lehrer nicht zum Dienst erscheinen können, wollen, sollen, find ich bedenklich. Vorerkrankung hin oder her, wer krank ist bleibt zu Hause, wer nicht geht bitte zur Arbeit. So ist das im Arbeitsleben.Jeder beruf hat sein Risiko, so auch der des Lehrers. In eins stimme ich Ihnen aber überein, Pfleger , Erzieher sollten besser bezahlt werden. Mal sehen, wie der Schulstart verläuft....

  2. 32.

    Sei doch nicht so aufgeregt, lass Dir Zeit beim Schreiben, dann klappt es auch mit groß und klein und Satzzeichen.

  3. 31.

    Ihr habt doch selber keine Ahnung und gebt so ein Blödsinn von Euch. Lehrer zu sein ist anstrengend heutzutage und Lehrer haben auch nicht Feierabend wenn Schule aus ist...sie bereiten den nächsten Tag vor und müssen jetzt wahrscheinlich zu Coronazeiten sich auch noch die Kinder kümmern die aus gesundheitlichen Gründen von Zuhause unterrichtet werden. Nebenbei müssen sie sich auch noch mit den Kindern auseinandersetzen die es nicht von Ihren Eltern in den letzten Monaten beigebracht bekommen hat wie man eine MNS trägt noch wie man Abstand voneinander hält, nicht wissen wie man Hygieneregeln einhält. Also obwohl ich keine Lehrerin bin sollte man ein bisschen mehr Respekt vor ihnen haben und ganz ehrlich meine Kinder wissen wie sie sich in dieser Situation verhält und es ist in Ordnung für sie. Im Gegensatz ich finde Lehrer, Erzieher, Pfleger usw. sind total unterbezahlt für das was sie leisten.

  4. 29.

    Also Haudi, für den Föderalismus-Sch... kann ich nix, das ist so, ohne Revolution nicht änderbar. Aber ja, wir sitzen im Büro getrennt, ich sitze in einem Einzelzimmer. Wir haben strikt alles danach ausgerichtet. Tatsächlich. Weil wir ein Betrieb mit Hygieneanforderungen sind, systemrelevant. Wir arbeiten immer schon sauber, aber nun auch mit Abstand. Mundschutz und Haube, Kleidung war bei uns in der Produktion immer schon Pflicht. Tatsächlich ist keiner daran gestorben oder verblödet. Ja, wir hatten auch Infizierte, die aber nichts weitergegeben haben. Also wirkt es. Abstand. Frischluft/Durchzug. Schutzkleidung UND Verstand.

  5. 28.

    ..na dann weiterhin alles Gute für Sie und Ihren Angehörigen. Sicher tragen Sie dann auch auf der Arbeit 8Std lang den MNS ? Klar will keiner an einer unbekannten Krankheit erkranken, auch nicht an Magen Darm, usw. , man kann das nur bedingt beeinflussen. Wir werden sehen, wie sich die Schüler und Lehrer in den nächsten Wochen verhalten und die Zahlen sich entwickeln. Ich beobachte auch täglich die Entwicklung, ganz Deutschland weit liegen wir bei etwa 9200 aktive Infektionen. Die Situation scheint gut in Griff zu sein, einzeln Hotspots werden reglementiert usw., Trotzdem wird im einigen Bereichen wider vorab verschärft und nicht geschaut, ob sich die Lage verändert. Und ja, ich denke das sind KEINE Experimente.Wir haben ein Sicherheitspuffer, ich glaube das würde auch zu eine allgemeine Beruhigung beitragen und die Akzeptanz der bisherigen Maßnahmen stärken. es findet aber wieder ein Flickenteppich in D statt, Land A plant so die Schule zu eröffnen, Land B so. Zeit war da !

  6. 27.

    Das sehe ich auch so. Jeder Lehrer der seinen Dienst nicht aufnimmt, muss auf Kurzarbeitergeld gesetzt werden. Wenn 60 Prozent Gehalt gezahlt wird, denke ich, werden viele Lehrer wieder zum Dienst erscheinen, weil es am Monatsende schmerzt. Andere Berufsgruppen wie z.B. Handwerker, müssen auch ihr Tageswerk vollbringen. Da ist Abstand und Maskenball gar nicht möglich.

  7. 26.

    Haudi, is doch ganz einfach. ICH will nicht krank werden. Das hindert mich im Tatendrang. Keinen Fußpilz, kein Magen Darm. Keine Läuse. Kein Corinna. Also verhindere ich es. Jedes auf seine Art. Meinem Kind geht es genauso. Meinen Eltern. Freunden. Kollegen. KEINER will krank werden. Auch Haudi nicht. BerlinerE nicht. Maria nicht. Isso nicht. Aluhütchen nicht. Attila nicht. Keiner. Also bitte.

    Gegen krank werden von Infektionskrankheiten hilft nur, sich gar nicht erst anzustecken.

    Was ist daran so schwer?

  8. 25.

    Hallo Alt Westberlinerin, lesen Sie auch manchmal das was Sie schreiben? Egal wo man Ihre Kommentare findet, immer heisst es nur, Leute können sterben, Leute bekommen dies und das. Fakt ist doch nun, das wir das Virus haben. Das gibt dazu verschiedene Virologenmeinungen und Vorschläge. Meistens werden diese anders vertretenen Meinungen/ Virologen als fahrlässig und verantwortungslos abgetan. Wir müssen uns schützen ja. was hindert aber die Risikogruppe daran, sich mit den besseren FFP 2 MNS auszustatten? Das meinte ich z.B. damit, sich größtmöglich zu schützen. Ich trage auch MNS usw., wenn es mir unangenehm wird drehe ich mich ab, wenn es mit den Mindestabstand nicht passt usw. Meinen Kindern monatelang den Kontakt zu anderen zu verbieten, damit müssen die Eltern klar kommen. Aber ich find das den falschen Weg. Wir leben von den miteinander, Gestik, lächeln, sprechen etc. , in den Schulen genauso wie im Alltag. Die Schäden an der Gesellschaft ist noch lange nach der Pandemie da.VG

  9. 24.

    Ich finde Ihren Kommentar sehr gut und habe die selbe Meinung.

    Die Politiker habe jedes Mass verloren was die Regeln betrifft und wir werden immer Viren haben. Und man hatte eigentlich auch genug Zeit gehabt sich von seitens des Senates Gedanken zu machen wie es nun weitergeht und das nicht nur für Schulen sondern für ALLE.

  10. 23.

    Wer sagt denn, dass die Risikogruppen sich NICHT schützen und nur selbiges von ANDEREN verlangen? Ich kenne nur Vorerkrankte, die sich wie dumm schützen, deren Kinder seit Monaten keine Kontakte mehr haben - und jetzt fängt die Schule wieder an... mit Schulpflicht. Sollen die Kinder alle ins Heim oder wahlweise die Nieren-transplantierte Mutter oder der krebskranke Vater? Oder ist das DEREN Risiko, schließlich sind DIE ja vorerkrankt? Was ist das denn für eine Einstellung!

  11. 22.

    Hallo, wenn man Ihren Kommentar liest, möchte ich nur mit den Kopf schütteln. Sie berufen sich immer nur auf den Fall der Fälle, fordern immer auf Rücksichtnahme und wollen dabei, das die Risikogruppe sich darauf verlässt, das alle sich für Sie schützen und selber will die Risikogruppe auch nur das notwendigste tun. Dabei wäre ich dann als Risikogruppe nicht bereit, mich auf andere zu verlassen und das bestmögliche für mich selbst zu tun. Wenn es Familien gibt, mit Risikopatienten, dann muss ich im Zweifel selbst mehr tun und nicht immer nur fordern. So macht man das halt im Leben um vorwärts zu kommen. Wie hier schon erwähnt, Schüler haben Ihre ersten sozialen Kontakte im Hort oder Schule, die werden ein für das Leben prägen und zeigen wo die Reise hingeht.

  12. 21.

    Ansteckende Reiserückkehrerkinder treffen auf gesunde Berliner Kinder.
    Angesteckte Berliner Kinder treffen auf gesunde Großeltern.
    Angesteckte Großeltern treffen auf Gevatter Tod.

    Danke auch. Tellerrand? Ne, der ist gerad in Polen.

  13. 19.

    Verängstigte Kinder treffen auf angstgetriebene Erwachsene.
    Kann unter diesen Umständen überhaupt noch nach pädagogischen Maßgaben Wissensstoff vermittelt werden?

  14. 18.

    Nein zur Maske im Unterricht! Ja zum Singen und Tanzen!

    Die Verantwortlichen haben sicherlich keine Kinder! Voll daneben! Die Welt ist kaputt!

  15. 17.

    klar wir sterben alle und die kinder sind jetzt schuld vorher sind es die reiserück kehrer gewesen und vorallem kinder haben msn auf und die infektionen zahlen steigen trotzdem dann wie soll das gehen denn Leute wacht auf

  16. 16.

    Das ist keine Frage der Schuld, es sind einfach Tatsachen - genauso verantwortungslos sind Fans in den Stadien. Durch die Reiserei, Aufhebung der Kontaktbeschränkungen, Party und Demos - ist eine Unterbrechung der Infektionsketten durch die Geundheitsämter nicht mehr gegeben und jetzt noch die Schulen - wie soll das funktionieren?- Den Regelbetireb der Schulen hat die Politik der Reisefreiheit etc. geopfert - und jetzt gibt es eine schleichende neue Welle - ich hoffe, ich liege falsch, aber die Fakten deuten daraufhin - Wenn sich Superspreaderereignisse in den Schulen ohne MNS im Unterricht häufen - wie Studien aus Isareal darlegen - wird es schwierig oder im schlimmsten Fall tödlich - Eltern und Kinder sind auch nicht unverwundbar.

  17. 15.

    jaja die Reiserückkehrer..... noch sind es 1% der getesteten Reiserückkehrer aus Risikogebieten.
    Bei den zu Hause gebliebenen sind es 2,9%.
    Quelle dafür ist das RKI !
    Irgendwer muss ja den Anfang machen ..... die, die es wollen in Geschäften und so lässt man ja nicht.
    Blöd ist nur, dass der Senat das nicht aus Überzeugung macht sondern seine Not als Überzeugung verkauft.

  18. 14.

    Klar ....die Schulen und Kinder sind Schuld.

    Cuni, wie stellen Sie sich die Zukunft der Kinder vor?

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