Eine Zugbegleiterin der Deutschen Bahn trägt während der Zugabfertigung im Bahnhof eine Mund-Nase-Bedeckung (Bild: imago images/Ralph Peters)
Audio: Inforadio | 09.09.2020 | Johannes Frewel | Bild: imago-images/Ralph Peters

Charité-Studie - Zugpersonal ist keinem erhöhten Corona-Risiko ausgesetzt

Mitarbeiter in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn haben kein erhöhtes Risiko, sich mit Corona anzustecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Untersuchung der Deutschen Bahn in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité.

Es gebe beim Zugpersonal "keine Anzeichen für eine erhöhte Corona-Gefahr" und folglich generell "kein erhöhtes Risiko in unseren Zügen", erklärte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler.

Keine direkte Schlussfolgerung auf Risiko für Fahrgäste

Für die Studie wurden laut Bahn etwa 600 Zugbegleiter sowie 200 Lokführer und 200 Instandhaltungstechniker im Fernverkehr zufällig ausgewählt. Sie ließen sich vom 29. Juni bis zum 3. Juli freiwillig auf eine Corona-Ansteckung und Antikörper testen. Demnach war nur ein Werksmitarbeiter Corona-positiv; insgesamt 20 Mitarbeiter wurden positiv auf Antikörper getestet. Dabei waren Zugbegleiter relativ sogar weniger betroffen als die Mitarbeitergruppen ohne Kundenkontakt.

Das "lässt natürlich keine direkte Schlussfolgerung auf das Risiko für Fahrgäste zu", erklärte Seiler. Die Bahn habe aber auch "keine Erkenntnisse dafür, dass Menschen in unseren Zügen einer höheren Gefahr ausgesetzt sind". Der Konzern verwies darauf, dass die Zugbegleiter "für gewöhnlich signifikant längere Aufenthaltsdauern in Zügen haben als Reisende". Die Bahn plant eine zweite Testrunde für Oktober und eine dritte für Februar 2021.

Auslastung der Züge im Schnitt bei rund 40 Prozent

"Ich kann voller Überzeugung sagen, dass Bahnfahren sicher ist", sagte Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber. Neben der Maskenpflicht in den Zügen wirken laut Huber auch die Klimaanlagen gegen die Ansteckungsgefahr. Diese seien keineswegs eine Gefahr. Durch die Klimaanlagen werde die Luft alle sieben Minuten in den Waggons ausgetauscht.

Die Auslastung der Fernverkehrszüge steige langsam und liege derzeit im Schnitt bei etwa 40 Prozent, so Huber. Um diese Auslastung auch bei steigenden Fahrgastzahlen im Fernverkehr die "aufrecht erhalten" zu können, will der Konzern bis zum Jahresende 13.000 zusätzliche Sitzplätze anbieten - insbesondere durch ICE-Neuanschaffungen. Die Bahn rechnet damit, dass sich die Ticket-Nachfrage erst 2022 wieder normallisieren wird.

Sendung: Fritz, 09.09.2020, 11:00 Uhr

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7 Kommentare

  1. 5.

    Diese Erkenntnis würde ja den Schrecken etwas mindern!?
    Aber wollen wir das??? Man sollte "sicherheitshalber" noch eine "validierte" Studie machen (die das anzweifelt).
    Ich zweifle nicht an der Krankheit, wohl aber daran, dass unsere Politiker die richtigen Maßnahmen ergreifen.

  2. 4.

    Man kann davon ausgehen, dass jetzt etwa die Hälfte der Bevölkerung in Mitteleuropa immun gegen Covid-19 ist, vor allem aufgrund Kreuzimmunität von früheren Grippewellen. Das ist auch dem RKI bekannt. Zudem sind die tatsächlichen Infektionszahlen höher als die offiziellen, was auch an den kurzen Testfenstern liegt, in denen eine Infektion überhaupt festgestellt werden kann. Und viele Leute merken es oft gar nicht wegen fehlender oder schwacher Symptome.

    Eigentlich überflüssig das alles noch mal zu erklären, aber die meisten Medien wollen ja lieber Schreckensmeldungen verbreiten. Wer hat ein Interesse daran, dass die Bahn Kunden verliert?

  3. 3.

    War ja bei den Mitarbeitern im Einzelhandel auch so. Und das auch ohne Maskenpflicht.

  4. 2.

    Dann würde das ja theoretisch auch für Behörden gelten, die Publikumsverkehr haben, wie zB. die Arbeitsämter und Finanzämter. Denn ein Zugbegleiter hat an einem 8 Stunden Tag mehr Passagiere zu kontrollieren, als ein Beamter im Arbeitsamt oder im Finanzamt. Wenn ich mich da irre, dann bitte berichtigen.

  5. 1.

    Das sind finde die wichtigen Aussagen im Text:

    Zitat: "Sie ließen sich vom 29. Juni bis zum 3. Juli freiwillig auf eine Corona-Ansteckung und Antikörper testen."

    Zitat: "Die Auslastung der Fernverkehrszüge steige langsam und liege derzeit im Schnitt bei etwa 40 Prozent, so Huber."

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