Am Eingang zum Campus Charité Mitte steht ein Schild (Quelle: Sputnik/Alexey Vitvitsky)
Bild: Sputnik/Alexey Vitvitsky

Weg zu möglicher passiver Impfung - Forscher der Charité entdecken hochwirksame Corona-Antikörper

Ein Berliner Forscherteam hat nach Angaben der Charité eine vielversprechende Entdeckung im Kampf gegen Covid-19 gemacht. Hochwirksame Antikörper könnten die Grundlage für eine passive Impfung darstellen, die sowohl vorbeugend sowie als Medikament dienen könnte.

Berliner Forscher haben nach eigenen Angaben "hochwirksame" Antikörper gegen das Virus Sars-CoV-2 entdeckt. Die Wissenschaftler der Charité und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen verfolgen nun die Entwicklung einer sogenannten passiven Impfung, wie die Charité am Donnerstag mitteilte. Dann könnten Antikörper verabreicht werden, um sofortigen Schutz zu bieten - präventiv oder sogar bei bereits Erkrankten.

Die Forscher isolierten fast 600 verschiedene Antikörper aus dem Blut von Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben. Besonders wirksame Exemplare konnten dann künstlich nachgebildet werden. Den Angaben zufolge binden sie sich an das Virus und verhindern damit, dass es in Zellen eindringen und sich vermehren kann.

Tierversuche zeigen vielversprechende Ergebnisse

Untersuchungen an Hamstern zeigten demnach die Wirksamkeit. "Wurden die Antikörper nach einer Infektion verabreicht, entwickelten die Hamster allenfalls milde Krankheitssymptome", erklärte der Koordinator des Forschungsprojekts, Jakob Kreye. Bei präventiver Gabe der Antikörper seien die Tiere gar nicht erst erkrankt.

Drei der bisher identifizierten Antikörper sind laut Charité für eine klinische Entwicklung besonders vielversprechend. Die Forscher arbeiten mit dem Unternehmen Miltenyi Biotec zusammen. Neben der Behandlung von Erkrankten sei auch der vorsorgliche Schutz von Gesunden, die Kontakt zu Infizierten hatten, eine mögliche Anwendung.

Der Unterschied zu einer aktiven Impfung bestehe darin, dass bei der passiven Impfung fertige Antikörper verabreicht werden, die nach einer gewissen Zeit abgebaut werden. In der Regel sei der Schutz durch eine passive Impfung weniger beständig als durch eine aktive. "Dafür ist die Wirkung einer passiven Impfung quasi sofort vorhanden, bei einer aktiven Impfung muss diese sich erst aufbauen", hieß es.

Sendung: Abendschau, 24.09.2020, 19:30 Uhr

6 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 6.

    Schließe mich Ihnen an. Gut so. Läßt weiter Hoffen.

  2. 4.

    Dass man seitdem dazugelernt haben könnte, kommt Ihnen nicht in den Sinn? Bleiben Sie negativ!

  3. 3.

    Zu Risiken und Nebenwirkungen der Pharmaindustrie im Verbund mit der WHO informieren Sie sich über die für Menschen "hochgefährliche" Schweinegrippe vor 10 Jahren.

  4. 2.

    Ja, endlich ein Lichtblick!
    Verrueckt irgendwie, dass sich unter diesen positiveren Meldungen die Covidioten nicht das Maul zerreissen, wie unter eher negativen Meldungen. Hier gibt es wohl nichts, gegen das man sein kann.
    Obwohl - ich staune, dass noch niemand von Zwangsimpfung geredet hat oder bewusstseinskontrollierenden Nanobots oder sowas.

    Hoffentlich machen die Charite'ler und andere Wissenschaftler etwas hilfreiches aus der Entdeckung, das uns mit so wenig schaeden wie moeglich ueber den Winter bringt.

  5. 1.

    Endlich ein Lichtblick...

Das könnte Sie auch interessieren