Symbolbild: Test auf das Coronavirus am 17.09.2020 in Dresden. (Quelle: dpa/Robert Michael)
Bild: dpa/Robert Michael

34.000 Erwachsene nehmen teil - Robert-Koch-Institut startet große Corona-Antikörperstudie

Das Robert-Koch-Institut (RKI) startet eine neue große Antikörperstudie zur Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. Die Studie, an der 34.000 Erwachsene teilnehmen sollen, erhebt bis Ende Dezember Proben und Forschungsdaten, wie das RKI am Donnerstag in Berlin mitteilte. Damit würden erstmals aussagekräftige Ergebnisse zum Antikörperstatus für ganz Deutschland vorliegen.

Die Studie soll untersuchen, wie viele Menschen bereits eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchmachten und wie hoch die Dunkelziffer bei den Infektionen ist. Zudem erhoffen sich die Forscher Antworten auf die Frage, welche Menschen häufiger von einer Corona-Infektion betroffen sind. Die Untersuchungen führt das RKI gemeinsam mit dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Testpersonen wurden eingeladen

"Die Studie wird unser Bild zum bisherigen Sars-CoV-2-Geschehen in Deutschland weiter vervollständigen", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Studie ermögliche auch "eine Einschätzung, wie soziale Lage und Lebensbedingungen der Menschen und das Sars-CoV-2-Infektionsrisiko zusammenhängen".

Die Teilnahme an der Studie "Leben in Deutschland - Corona-Monitoring" ist freiwillig. 34.000 Menschen wurden dazu eingeladen. Sie erhalten Testmaterialien für einen Mund-Nase-Abstrich und die Entnahme einer kleinen Blutmenge aus dem Finger, zudem sollen sie einen Fragebogen unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten ausfüllen.

Das RKI brachte bereits eine Reihe von Studien zur Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung auf den Weg - unter anderem in vier Gemeinden, in denen es früher relativ starke Corona-Ausbrüche gab. Zudem ist das RKI an weiteren entsprechenden Großstudien beteiligt, etwa zum Infektionsgeschehen in Kitas. Dazu kommen ähnliche Untersuchungen anderer Institutionen.

Sendung: Abendschau, 01.10.2020, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Als im medizinischen Bereich Tätige möchte ich Ihnen antworten: Es ist durchaus wichtig zu wissen, wie hoch der Anteil der an der Studie teilnehmenden Menschen ist, die Antikörper aufweisen und daraus Rückschlüsse auf die GEsamtbevölkerung zu ziehen. Es beantwortet möglicherweise solche Fragen wie: Hat der Betreffende Symptome gehabt oder war er symptomlos infiziert? Wie lange schützt eine durchgemachte Infektion vor Neuerkrankung? Erkranken bzw entwickeln möglicherweise auch Personen Symptome, die Antikörper besitzen? Wie hoch muss der Antikörper-Titer im Blut sein, um vor Infektion zu schützen? Wie lange wirkt eine (zukünftige) Impfung? Wie ist der Anteil von Personen mit Antikörpern in den verschiedenen Altersgruppen? Alles wichtige Fragen, die hier unter unseren Lebensbedingungen beantwortet werden sollten.

  2. 2.

    Als Nichtmediziner hätte ich da mal eine Frage.....
    Das macht man warum ? Nur um es zu wissen und eine neue Statistik zu haben oder zieht das irgendwelche Konsequenzen nach sich ?

  3. 1.

    Wow,schon ein halbes Jahr nach der ersten Welle eine deutschlandweite Antikörperstudie..
    Das wäre ja kein Problem,wenn es anscheinend nicht so wäre,dass Antikörper nicht lange nachweisbar sein sollen,gerade bei Personen mit leichten Symptomen. Aber wohl besser spät als nie.

    Frage mich nur,warum Länder wie Indien und Afghanistan das schneller hinbekommen.

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