Symbolbild - Ein Einweg-Mund-Nasen-Schutz hängt am 03.10.2020 an einem Pfeiler vor dem Roten Rathaus in Berlin. (Bild: imago images/Sascha Steinach)
Audio: Inforadio | 06.10.2020 | Tatiana Brasching | Bild: imago images/Sascha Steinach

7-Tage-Inzidenz und R-Wert - Zweite Berliner Corona-Ampel springt auf Rot

Zwei der drei Berliner Corona-Ampeln stehen auf Rot. Am Dienstag hat nach der 7-Tage-Inzidenz auch die Reproduktionszahl den Grenzwert überschritten. Aktuell berät der Senat, inwieweit er die Corona-Regeln wieder verschärft.

Die zweite der drei Berliner Corona-Ampeln ist am Dienstag auf Rot gesprungen. Neben der 7-Tage-Inzidenz ist nun auch der R-Wert betroffen. Das geht aus dem Lagebericht des Berliner Senats hervor. Die Ampel für die Belegung der Intensivbetten steht dagegen weiterhin auf Grün.

Nach den Angaben des Senats liegt der R-Wert für die letzten 4 Tage am Dienstag bei 1,26. Bei einem R-Wert drei Tage in Folge über 1,2 steht die Ampel auf Rot. Die Infektionen der vergangenen sieben Tage liegt den Angaben zufolge bei 44,2. Hier liegt der Grenzwert der Ampel für Rot bei 30. Bei den Auslastungen der Intensivbetten liegt Berlin weit unter dem Grenzwert von 15 Prozent für die Stufe Gelb und 25 Prozent für Rot. Nach den Zahlen des Senats sind am Dienstag 3,1 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt.

Zwei Mal Rot bedeutet Handlungsbedarf. Das hat der Berliner Senat im Mai bei der Einrichtung des Ampelsystems festgelegt. Die Grenzwerte sind niedriger als im Frühjahr von Bund und Ländern verabredet.

Senat beschließt Verschärfung der Corona-Regeln

Angesichts der steigenden Infektionszahlen hat der Senat am Dienstag strengere Corona-Regeln beschlossen. So gilt ab Samstag eine Sperrstunde für Geschäfte und Gaststätten. Sie müssen zwischen 23 und 6 Uhr schließen.

Auch für private Feiern gelten bald stärkere Einschränkungen. Künftig dürfen daran nur noch maximal zehn statt bisher 25 Personen teilnehmen. Im Freien dürfen nachts höchstens fünf Personen zusammen unterwegs sein.

Die Maßnahmen zielen vor allem auf private Feiern und illegale Partys, die die Berliner Behörden als Treiber des Infektionsgeschehens sehen. Sie gelten vorerst bis zum 31. Oktober.

In vier Bezirken ist die Zahl der Neuinfektionen besonders hoch: in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. In Neukölln liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage den Senatszahlen zufolge bei 87,3. Der aktuelle Wert des Robert-Koch-Instituts liegt etwas niedriger bei 79,2, im bundesweiten Vergleich ist das der zweithöchste Wert nach Hamm (94,9).

Bund und Wirtschaft fordern Senat zum Handeln auf

Erst seit vergangenem Samstag gelten in Berlin neue Beschränkungen, die der Senat in der Vorwoche beschlossen hatte: Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind seitdem verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.

Trotz dieser Beschlüsse war Berlin wegen des raschen Anstiegs der Infektionszahlen weiter unter Druck geraten. Mehrfach forderten Vertreter der Bundesregierung öffentlich, die Stadt möge mehr zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Durchsetzung der Regeln tun, zuletzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Berlins Wirtschaft zeigte sich ebenfalls besorgt. Senat und Bezirke müssten für Party-Hotspots endlich ein funktionierendes Kontrollsystem einführen, forderte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm. "Neue Regeln nützen nichts, wenn sich niemand um deren Einhaltung kümmert." Kramm verwies auf erhebliche wirtschaftliche Folgen bei steigenden Infektionszahlen, etwa durch Arbeitsausfall oder die Stornierung von Reisen nach Berlin.

Sendung: rbb Spezial, 06.10.2020, 20:15 Uhr

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35 Kommentare

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  1. 35.

    Was für ein Quatsch hier geschrieben wird! Wer 2 und 2 zusammenzählen kann weiß, dass es hier schon lange nichts mehr mit Corona zu tun hat. Die Infektionszahlen sagen doch überhaupt nichts aus! Das RKI hat eh nicht wirklich Ahnung außer beim Panikmache ! Grippe Iren gab es schon immer frag mich warum jetzt so ein Wirbel drum gemacht wird! Diese Maßnahmen stehen in keinem Verhältnis zu dem Virus und sind mehr als überzogen und Irrsinnig!

  2. 34.

    Ich kann das alles nicht mehr hören oder lesen . Alle die sich an die Regeln gehalten haben ,werden jetzt bestraft. Es wird immer Außenseiter geben für die es keine Regeln gibt,man hätte von vornherein härtere Strafmaßnahmen ergreifen müssen. Von wegen Vernunft ....es war abzusehen das die Quergänger machen was sie wollen.
    Nägel mit Köpfe und nicht dieses herumeiern !!!!
    An alle bleibt Gesund ! ! !

  3. 33.

    Ihre Aussagen werden nicht richtiger, nur weil Sie die ständig wiederholen.
    Die Politik mit dem erhobenen Zeigefinger geht mir langsam gewaltig auf die Nerven.
    Wir sind auf dem Weg zum Disziplinierungs- und Bevormundungsstaat.

  4. 32.

    Vertrauen auf die Vernunft ALLER ist gut. Kontrolle auf Einhaltung gesellschaftlicher/staatlicher Empfehlungen und Regeln ist besser.
    Genügend Kontrollpersonal - jederzeit und überall - wäre noch besser! Die Stellenstreichungen in der Wowereit/Sarrazin/Wolf-Regierungszeit lassen heute erhebliche Lücken.



  5. 31.

    M. E. zeigt das nur, welche "dicken Bretter" im Zweifelsfall doch gebohrt werden müssen: Solange eine Gesellschaft sich fast ausschließlich über Aktivität definiert - nur das Getane, das Vorzeigbare, das Berichtenswerte ist von Belang, nicht aber das Unterlassene - wird sich leider nicht viel am kritisierten Umstand ändern.

    Damit will ich nicht schreiben, dass Menschen unter´m Baum liegend nur die Vögel beobachten sollen, sondern dass ein regelrechtes Übermaß an Daueraktivität infragegestellt werden könnte. Mit einem etwas großspurigen Begriff wird eine "Work-Life-Balance" beschrieben. Was aber nützt ein eingeforderter Ausgleich zwischen Berufsarbeit und Freizeit, wenn die Freizeit dem Stress der Berufsarbeit in nichts nachsteht, weil es ständig etwas zu beweisen gilt?

    Kurzfristig, so denke ich, muss neben der Sensibilisierung ganz klar auch die Ahndung greifen. Das eine geht nicht ohne das andere. Nirgendwo. Es gibt in den vier Bezirken ein systematisches Ahndungsdefizit.

  6. 30.

    Schöne Worte, nur klappt das mit den Kontrollen offensichtlich nicht so richtig. Also bleibt es bei Strafandrohungen und Appellen an die Vernunft. Und deshalb ist es so wie es ist. Und deshalb werden am Ende die Guten mit den Bösen in einen Topf geworfen.
    Daraufhin wird die Zahl der Unzufriedenen größer und alles wird noch weniger steuerbar. Dann kommt aus Hilflosigkeit der erneute Lockdown. Und was dann kommt wage ich mit nicht vorzustellen. Und noch schlimmer: ich hab keine Ahnung, wie man diese Entwicklung aufhalten soll. Außer das Virus überlegt es sich nochmal....

  7. 29.

    Es reicht völlig, die bestehenden Regeln einzuhalten und die Kontrollen dazu konsequent durchzuführen und Bußgelder bei Verstößen zu verhängen! Bars, die korrekt handeln, sollen bitte geöffnet bleiben!

  8. 27.

    Seid wann duzen wir uns haben wir schon mal zusammen Schweine gehütet? Es gibt Regeln an die sich gehalten werden soll und einige Leute interessiert dass einen Scheiß. Und deswegen gehen die Zahlen nach oben.

  9. 26.

    Was bringt denn bitteschön der Aktionismus, wenn man den öffentlichen Nahverkehr als Virenschleuder überhaupt nicht als Problem angeht? Alleine die Ausfälle auf der Ringbahn und die überfüllten Ersatzbusse sowie die Wurstigkeit, mit der die S-Bahn an ihren Bauprojekten mit absehbar überfüllten SEVs festhält, ist fahrlässig angesichts der steigenden Infektionszahlen. Man sah ja schon an den Taktverlängerungen im März, dass bei den Verantwortlichen da jegliches Problembewusstsein fehlt, weil mal wieder nur wirtschaftlich gedacht wurde.

  10. 25.

    Die Egos unter den Partyleuten lassen sich nicht stoppen.
    Dann braucht es andere Ideen... Macht die Clubs wieder auf, und alle die hingehen, bleiben 14 Tage dort auf einer Art "Quarantäneparty" auf eigenes Risiko und können dort bis zu Abwinken feiern. Das die Leutchen nicht mit eventuellen Covid19 Viren vor Ende der Quarantäne wieder aus dem Club spazieren wäre dann Sache der Security, etc..
    Bei Weitem nicht die Beste Lösung, aber vielleicht besser, als das, was jetzt grad läuft, da kontrollierbarer.

  11. 24.

    Völlig richtig, bei den Intensivpatienten und Toten haben wir noch jede Menge Luft nach oben. Da geht noch was und ich bin zuversichtlich, dass wir das gemeinsam hinkriegen. Ich übe schon 'mal das Klatschen für Ärzte und Pflegekräfte, mehr kann ich nicht tun und mehr passiert eh nicht.

  12. 23.

    Wisst ihr, bei ähnlichen Infektionszahlen und R-Werten mussten ab 4.5. diesen Jahres die Schüler wieder in die Schulen gehen.... meckert mal nicht. Damals wurde das herbeigesehnt!

  13. 22.

    Logisch,
    die Maskenverweigerer und Feiernden haben den zweifelhaften R Wert erfunden und die Verbote erlasse, die Dir Deinen Urlaub versauen...

    Sag mal, glaubst Du wirklich, was Du da schreibst?

  14. 21.

    Ach, Sie wollen die Menschen mit aller Macht in die Krankenhäuser bringen? Es gibt weder ein Medikament noch einen Impfstoff, nur so zur Erinnerung!

  15. 20.

    Sehe ich auch so!! Wo sind die vielen erkrankten mit Symptomen und die Krankenhäuser sind auch leer. Wer hat denn diese Ampel erfunden. Die Menschen werden immer panischer. Bei der Grippe gab es viel mehr krankenhausbelegungen,da wurde keine Panik gemacht. Jetzt können mich alle beschimpfen,zu. Ich trage meine maske ,keine Angst. Ich verstehe dies nur alles nicht.Mir tun die die Menschen und Kinder leid,die sich von der Panik einwickeln lassen.noch was..wo wurde denn bewiesen dass die partygänger Schuld sind und erkrankt sind.?

  16. 19.

    Unsere Politiker beschließen sinnlos - wer soll denn kontrollieren ?
    Die Polizei auch noch? Die ist schon überfordert!
    Also, denkt doch erstmal nach, liebe Politiker, wen ihr für die Kontrollen beauftragt!

  17. 18.

    "Wann springt denn die Ampel bei der Bettenauslastung auf rot? Bei 4 Prozent? Dann könnte man ja die anderen 96% der Betten den Obdachlosen anbieten."

    Sie wissen doch bestimmt, dass sich das nur auf die Auslastung mit Covid-19-Patienten bezieht - die anderen, die da ja auch liegen, zählen nicht mit.
    (Den Obdachlosen Hotelzimmer anzubieten - wie im Frühjahr - macht irgendwie mehr Sinn.)

    Und: ab 15% gelb, ab 25% rot.

  18. 17.

    Also bis 23.00 Uhr feiern bis der Arzt kommt, weil die Übertragung sich anscheinend nach Uhrzeiten richtet.

  19. 16.

    Vollste Zustimmung. Die Panikmache und diese selbst erfundenen R-Werte gehen auch mir auf die Nerven.
    Hauptsache Angst machen.

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