Illustration: Eine junge Frau sitzt hinter leeren Bierflaschen. (Quelle: dpa/Alexander Heinl)
Bild: dpa/Alexander Heinl

Brandenburger Beratungsstelle - Alkoholkonsum hat in Corona-Zeiten zugenommen

Während der Corona-Pandemie haben im Herbst nach Angaben der Landesstelle für Suchtfragen mehr Menschen mit Alkoholproblemen Hilfe in Beratungsstellen in Brandenburg gesucht. Gerade belastete Menschen konsumierten mehr, berichtet Geschäftsführerin Andrea Hardeling. Der Verein dient unter anderem als Koordinierungsstelle für die Beratungsstellen im Land.

In der Pandemie sei es für viele schwierig, Einsamkeit auszuhalten. Es gebe häufiger belastende Familiensituationen, die Stress auslösten. "Alkohol wird dann mitunter als Mittel verwendet, um mit der Situation umzugehen", sagt Hardeling.

Umfrage: Menschen mit Alkoholproblemen trinken noch mehr

Jährlich suchen nach Angaben der Landesstelle rund 10.000 Menschen Hilfe in den Beratungsstellen. Nach der jüngsten Suchthilfestatistik Brandenburg 2018 ist Alkohol mit 62,1 Prozent die Substanz, die am häufigsten konsumiert wird.

Eine Erhebung von Forsa vom Oktober hat ergeben: Etwa ein Viertel der Menschen mit ohnehin problematischem Alkoholkonsum trinkt seit Corona noch mehr. Eine weitere Studie förderte steigenden Alkoholkonsum bei einem Drittel von rund 3.000 befragten Erwachsenen seit der Krise zutage.

Steigender Beratungsbedarf mit Verzögerung?

"Je weiter es rausgehe in die Peripherie, desto mehr sei Alkohol ein Thema", sagt Daniel Zeis, Leiter der ambulanten Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke und Suchtgefährdete des AWO Bezirksverbandes Potsdam.

Aus seiner Sicht ist der Beratungsbedarf während der Pandemie nicht gestiegen - zumindest sei dies noch nicht sichtbar. Man müsse die Zahlen für die Jahresstatistik 2020 abwarten, sagt Zeis. Der Sozialarbeiter und Suchttherapeut vermutet aber, dass sich der vermehrte Alkoholkonsum, den Studien aufzeigten, mit Verzögerung in den Beratungsstellen wiederfinden werde.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.11.2020, 10:00 Uhr

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14 Kommentare

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  1. 14.

    @ausführbar natürlich mache ich das sonst ohne Alkohol, bin ja meist mit dem Auto unterwegs und nach dem Sport ist man auch so müde und entspannt.

  2. 13.

    Sehr geehrter Herr "Ivano",
    genauso hat es bei mir angefangen. Das Ende vom Lied waren 2 Flaschen täglich. Ich habe so manches "gesoffen". Habe nach Hilfe gesucht, nur bla bla bla. Ein Bekannter von mir der Polizeihauptkommisar ist, gab mir den Tipp mit Krankenhaus und hat mir eine Adresse von dem gegeben. War dort, da wurde mir gesagt, erst in 3 Wochen. Durch meiner Hartnäckigkeit konnte man mir für 2 Tage später was anbieten. Kalter Entzug ist gefährlich und muß medikamentös behandelt werden. Bin jetzt 10 Jahre trocken.
    Mit freundl. Grüßen

  3. 12.

    Sehr geehrte Frau "Alice",
    leider haben Sie vergessen, daß die Hundesteuer auch nicht gerade niedrig ist. Tierarztkosten sind auch ganz schön happig. Ansonsten wären nicht soviel Hunde im Tierheim.
    Mit wuffeligen wau klöff Grüßen

  4. 11.

    täglich ein gutes glas wodka hat noch niemanden geschadet.
    Nastrovje

  5. 10.

    Die Überschrift ist falsch ! Der Alkoholkonsum hat zu genommen und sicherlich auch die Rückfälle von abstinent lebenden Alkoholikern - aber Alkoholismmus ist eine schleichende Krankeit die Jahre bis zum "Ausbruch" benötigt. Erst normaler Konsum, dann problematischer Konsum, dann Abhängigkeit - bei Männern dauert das häufig Jahrzehnte , bei Frauen mehrere Jahre bis sich eine Abhängigkeit (psychissch und körperlich) entwickelt hat. Dabei kann eine psychische Abhängigkeit schon lange vor einer körperlichen Abhängigkeit bestehen. (Alkohol als "Problemlöser") .
    Ich arbeite mit Alkoholikern und habe eine entsprechende Ausbildung.

  6. 9.

    Cannabis würde gut zur Pandemie passen. Macht eher träge, man bleibt daheim und sagt nach 8 Jahren: Was schon vorbei die Pandemie ;)

  7. 8.

    Wenn ihr etwas Hundeerfahrung und ein wenig Zeit habt, legt euch einen Hund zu. Auch ein "Anfängerhund" kann echt helfen. Schön ist es mit etwas mehr Erfahrung und einen Wuff, der euch fordert (und umgekehrt). Irgendwie hab' ich oft Blödsinn im Kopf und 'n Grinsen im Gesicht, wenn wir draussen waren. Ok - ziemlich oft.

  8. 7.

    Ganz ehrlich: dieses ganze Gedöns, ob politisch oder unter dem solidarischen Deckmantel, kann man nur noch mit Suff ertragen!

  9. 5.

    Die Hilfe gibt es aber leider nicht. Versuchen Sie mal aktuell einen Platz für eine Psychotherapie zu bekommen, gibt es nicht.

    Das mit dem Alkohol wundert mich nicht, was soll man auch Freitag Abend sonst machen, Spieleabend verboten, Sport verboten, Kultur verboten. Man kann sich das ganze nur noch schön trinken.

  10. 4.

    Isset nen Wunder.
    Früher ging man in die Kneipe und trank 2-6 Biere.
    Heute zu Hause-Kasten Bier und noch ne Pulle auf dem Tisch-zwei ,drei Freunde und gibb Kante.
    Daher Prost und unterstützt den Einzelhandel.

  11. 2.

    Der zweite Absatz ist schlecht formuliert und macht nur Sinn, wenn im zweiten Satz so etwas wie "andererseits" stehen würde. Denn zum Einen über EInsamkeit schreiben und im anderen Satz über angespannte famliäre Situationen zu schreiben, beißt sich irgendwi...

  12. 1.

    No shit! Was soll man auch sonst machen? Aber alles im Sinne des Infektionsschutzes, nur Corona zählt, wer andere Probleme, Krankheiten oder Abhängigkeiten besitzt, hat halt einfach mal Pech!

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