Mehrere selbstgenähte Masken hängen zum Trocknen an einem Wäscheständer (Quelle: imago images/Frank Sorge)
Bild: imago images/Frank Sorge

Reinigung und Handhabung - Alltagsmasken auf dem Prüfstand

Der Mund-Nasen-Schutz wird uns auf unbestimmte Zeit begleiten. Egal, ob man ihn nun als Kleidungsstück, als Accessoire oder als medizinische Notwendigkeit nimmt. Aber wie klappt es mit Reinigung, Lagerung und Handhabung? Von Marina Wenk

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Stoffmaske mit Bügel, Stoffmaske ohne Bügel, zweilagig, dreilagig oder doch eine OP-Maske? Frank Drewnick vom Max-Planck-Institut für Chemie hat 52 Alltagsstoffe für Mund-Nasen-Masken getestet, vom Staubsaugerbeutel bis zum Taschentuch. "Dabei hat sich gezeigt, dass insbesondere flauschige Stoffe, etwa Sweat, Fleece, Velours oder Nicki, besser filtern im Verhältnis zu der Durchatembarkeit." Schlechter filternde Materialien waren laut Drewnick Seide, Naturseide, manche Polyesterstoffe, gewebte oder häufig auch lockerer gestrickte Baumwolle.

Die meisten Masken, die man im Laden kaufen kann, sind allerdings entweder aus Polyester oder eben aus Baumwolle. Veloursmasken sind selbst im Internet schwer zu bekommen. Bleibt für den Verbraucher, sich eine Maske aus flauschigem Stoff selbst zu nähen oder nähen zu lassen. Am besten aus mehreren Lagen - die Weltgesundheitsorganisation rät zu drei. Zusätzlich kann ein Filtervlies eingenäht werden. Solche Masken gibt es mittlerweile auch im Handel, entweder mit eingearbeitetem Filter oder welchen zum Einlegen.

Bestseller: vierlagige Maske

Frank Drewnick rät an dieser Stelle davon ab, das Filtervlies durch Taschentücher zu ersetzen: "Papiertaschentücher filtrieren nicht sonderlich gut, und gleichzeitig ist es relativ schwer, durchzuatmen. Insgesamt eignen sich all diese papierbasierten Materialien nicht als guter Filter."

Mandy Gedderts, Einzelhändlerin aus Berlin, verkauft in ihrem Shop immer mehr Alltagsmasken für Kinder und Erwachsene. Vor allem das Kundenfeedback half ihr bei der Produktion, dank der Rückmeldungen wurden die verschiedenen Masken immer weiterentwickelt. So gibt es ihren Beststeller sogar vierlagig - und in verschiedenen Größen. Zum Schulbeginn hätten die Kinder die Masken ziemlich schnell verloren, so Gedderts. "Da haben wir dann ein zusätzliches Band entwickelt, das sie um den Hals hängen können“ - nun seien die Kinder für Unterricht und Schulhof gewappnet."

"Nicht erforderlich, Maske täglich zu waschen"

Allerdings ist das Tragen einer Alltagsmaske nur ein Teil des Schutzes, der andere ist die Handhabung und Pflege des neuen Accessoires. Wie oft gehört sie also wirklich gewaschen? Christian Brandt, Direktor des Vivantes Instituts für Hygiene und Umweltmedizin, rät: "Wenn die Maske durchfeuchtet war, verdreckt ist oder wenn sie einfach einen unangenehmen Geruch hat, dann gehört sie natürlich gewaschen. Ansonsten halte ich es für nicht erforderlich, dass ich die Maske jeden Tag wasche."

Wenn das Teil in die Waschmaschine wandert, sollte die Waschtemperatur zwischen 60 und 95 Grad liegen, diese Temperaturen reduzieren Viren und vor allem Bakterien deutlich. Am besten in Kombination mit einem klassischen Vollwaschmittel, das sauerstoffbasiertes Bleichmittel enthält. Der freigesetzte Sauerstoff wirkt desinfizierend.

Einweg = nicht waschbar

Wer Einwegmasken bevorzugt, kann diese auch öfter tragen - Einweg bedeutet in diesem Fall nicht, dass man sie nach einem Mal tragen sofort entsorgen muss. Einweg bedeute, dass sie nicht waschbar sei, so Brandt. "Wenn die Maske wirklich sichtbar verdreckt ist oder sie eben nach meinem eigenen Mundgeruch stinkt - dann kann ich sie nicht waschen. Darauf bezieht sich das Einweg."

Damit die Maske lange hält, nicht so schnell kaputt geht oder verdreckt, sollte sie natürlich entsprechend behandelt werden. Das fängt schon beim Transport an: Ums Handgelenk geschlungen? Am Hals baumelnd? In der Hosentasche? Oder in der Tüte?

Brandt rät, die Maske so zu lagern oder zu transportieren, dass sie nichts anderes kontaminieren kann. "Das heißt, sie zum Beispiel in eine Plastiktüte zu stecken oder - wenn es eine kurze Zeit ist und ich jetzt nicht im Gedränge bin - sie ums Handgelenk zu machen. Das halte ich auch für vertretbar."

Bisker keine Masken nach Maß

Dazu gehört auch, dass man die Maske so wenig wie möglich mit den Händen anfasst - die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig und die Innenseite mit der eigenen Rachenflora belegt. Ausnahme: Beim Aufsetzen muss die Maske justiert werden, denn der Sitz der Maske ist enorm wichtig. Dabei gibt es leider noch keine Masken, die auf das eigene Gesicht zugeschnitten sind. Eine begrüßenswerte Verbesserung, so Frank Drewnick, denn "selbst kleine Lecks von nur ein oder zwei Prozent der gesamten Maskenfläche können schon dazu führen, dass die gesamte Filterleistung um die Hälfte oder sogar zwei Drittel einbricht."

Eine Maske, die gut sitzt, muss mit dem Bügel so eng wie möglich an der Nase sitzen. Unten sollte man sie ein gutes Stück übers Kinn ziehen können. Hat sie dann noch ein eingearbeitetes Meltblown-Filtervlies, ist mehrlagig und aus flauschigem Stoff geht es schließlich noch um den Preis. Der sollte bei unter 20 Euro liegen - mehr nur, wenn man auf ein ausgefallenes Design Wert legt.

Und trotz Maske ist auch eines immer noch wichtig: Abstand halten.

Sendung: Super.Markt, 16.11.2020, 20:30 Uhr

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Beitrag von Marina Wenk

9 Kommentare

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  1. 9.

    Was für ein dummer Vergleich! Anderen Stoff (meiner Kleidung) habe ich nicht direkt vor der Fresse, und versuche da durch zu atmen. DUH!! Ich finde die Stoffteile eh ekelig und benutze nur solche Einmal-Wegwerfteile, die sind auch dünner, und wenn man den Nasenbügel nicht eng macht, dann geht es sogar mit der Luft. :D

  2. 8.

    "Vllt wären die Zahlen in den von Ihnen genannten Ländern ohne Maske noch höher."

    Vielleicht wären die Zahlen ohne Maske niedriger. Warum nicht? Merken Sie, was für einen Tunnelblick Sie zu diesem Thema haben? Schauen wir mal nach Schweden.

  3. 7.

    Ewig? Haben Sie von der Pandemie nichts mitbekommen? Vllt wären die Zahlen in den von Ihnen genannten Ländern ohne Maske noch höher. Schon mal daran gedacht? Was ist Ihr Problem mit der Maske? Warum stören Sie sich nicht an den anderen Stoff, den Sie anhaben?

  4. 6.

    Guter Einwand;-) Aber mal ehrlich. Als Rentner und alleinstehende Person benötige ich den Mundschutz recht selten. Meistens hängt dieser zum Lüften im Bad. Meine selbstgemachten Masken werden grundsätzlich regelmäßig heiß bedampft oder notfalls mitgewaschen bei 60Grad. Sehr gut beschrieben im Artikel. Kleine Verbesserung liebes rbb 24 Team: muß heißen Bisher keine Masken nach Maß.

  5. 5.

    Okay verstehe, nun werden wir langsam aber dringlich an das ewige Masken tragen gewöhnt, danke RBB.
    Das das so extrem erfolgreich ist, sieht man ja in Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien, da gibt's ja so gut wie keine Fallzahlen mehr.
    Aber vielleicht haben die sich auch nur an die absolut logischen hygienehinweise eures Experten hier gehalten und waschen die Dinger grundsätzlich nicht.
    Das würde zumindest einiges erklären.

  6. 4.

    Das gute alte Bügeleisen benutze ich zwischendurch!

  7. 3.

    "...oder sie eben nach meinem eigenen Mundgeruch stinkt - dann kann ich sie nicht waschen."
    Dagegen hilft die Mundhyäne - oder so.
    Schüttel - dat gibt 'ne Griebe. Schiet Kopfkino. Ich ziehe ja Socken auch keine fünf Tage an und stelle sie dann in die Waschmaschine.

  8. 2.

    Iiiieeeeh! "Ansonsten halte ich es für nicht erforderlich, dass ich die Maske jeden Tag wasche." - entspricht das der deutschen Unterwäschentradition? örgs. Mich schaudert.

  9. 1.

    Fun fact für Bartträger: auch im "Movember" ist mit "gut sitzt" auf der Haut gemeint, denn der Bart filtert ungenügend ;)
    und Achtung: in der Tüte vergessene Masken können zu schimmeln anfangen - dann ab in den Müll.

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