Die Fassade des Vivantes Klinikum Neukölln im Kormoranweg. (Bild: dpa/Schöning)
Bild: dpa/Schöning

Viele Corona-Patienten - Vivantes-Klinikum Neukölln erwägt Einschränkungen bei Notaufnahme

Weil die Intensivstation des Vivantes-Klinikums in Berlin-Neukölln aktuell stark durch Corona-Patienten ausgelastet ist, erwägt die Krankenhausleitung, die Notaufnahme bei den Rettungsdiensten abzumelden. Feuerwehr und Krankentransporte müssten dann andere Kliniken anfahren. Eine Vivantes-Sprecherin bestätigte rbb|24 am Samstag entsprechende Informationen des "Tagesspiegels".

Gut 50 Covid-19-Patienten würden aktuell in dem Krankenhaus behandelt, sagte Sprecherin Kristina Tschenett. Im Moment versuche die Klinik, andere Lösungen zu finden. So werde versucht, Patienten in andere Kliniken zu verlegen.

Maßnahmen auch in Humbold- und Auguste-Viktoria-Krankenhaus

Auch die Vivantes-Kliniken Humboldt und Auguste Viktoria seien stark ausgelastet, so Tschenett. Diese beiden Einrichtungen würden deshalb keine Patienten von anderen Krankenhäusern übernehmen. Die Notaufnahmen seien aber nicht geschlossen, betonte die Sprecherin.

Das Problem seien allerdings "nicht die belegten Betten, sondern fehlende Pflegekräfte", zitiert der "Tagesspiegel" den Vivantes-Arzt Thomas Werner, der auch Betriebsrat und Klinikexperte der Ärztekammer Berlin ist. Auf den meisten Stationen würden rund 15 Prozent der Pflegekräfte fehlen, weil sie selbst erkrankt oder in Quarantäne seien.

Die Corona-Ampel des Berliner Senats steht bei der Auslastung der Intensivbetten derzeit auf Gelb. 23,5 Prozent der Intensibetten sind demnach mit Covid-19-Patienten belegt (Stand 27.11.2020).

Sendung: rbb UM6, 28.11.2020, 18 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

15 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 15.

    Wann öffnet denn nun die Messe-Klinik ? Zu wenige Kranke ? - Oder noch nicht abbezahlt ? Keine Parkplätze ? - Hat sich die Frau Senatorin verzockt ?

  2. 14.

    Für diesen Zustand reicht doch ein Wort:

    VIVANTES

  3. 13.

    Natürlich sind "Autos und so" wichtiger, die erarbeiten nämlich erst das Geld, um alles Soziale überhaupt bezahlen zu können. Das Problem liegt darin, wie (!) diese Steuergelder dann verwendet werden. Da gibt es reichlich Dinge, wo Gelder sinnlos verschwendet werden, statt sie den von Ihnen genannten Feldern zuzuführen.

  4. 12.

    Die Lage scheint dramatisch zu sein.
    Wann nimmt der Senat endlich das Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände in Betrieb??Es wäre fahrlässig,das nicht umgehend zu tun.

  5. 9.

    Leider enthält der Bericht nur eine Nachricht. Die ist aber ohne weitere Recherche nicht zu interpretieren.
    Es fehlt der Vergleich zu anderen Zeiträumen. Nachfragen bei Feuerwehr und Rettungsdiensten dürften zeigen, dass die Abmeldung von Notaufnahmen auch vor 2020 gang und gäbe war, gern waren auch mal alle Notaufnahmen abgemeldet und konnten nicht ohne ewiges Abtelefonieren angefahren werden. Ist auch nicht berlinspezifisch, der NDR hatte vor ein oder zwei Jahren einen gut recherchierten Bericht.
    @rbb: das wäre doch mal eine Recherche wert, wie das in normalen ggü. Coronazeiten aussieht.

  6. 8.

    Komisch, dass das erst jetzt an die Presse gelangt......ist ja schon seit einigen Wochen Realität! Diverse Vivantes Kliniken, Notaufnahmen sind ständig gesperrt wegen Überlastung und Personalmangel......es gibt auch immer mehr infiziertes Personal und ein Corona Testkonzept ist nicht vorhanden. Von wegen regelmäßig Personal testen, das muss sich schon selber kümmern. Aber Stellen wurden auch nicht ersetzt bei Abgang und viele retten sich jetzt in den Vorruhestand, egal wieviel Rentenabzug!

  7. 7.

    Wann wird mal einer zur Kenntnis nehmen das nicht die freien Intensivbetten das Maß der Dinge sind, sondern das Pflegepersonal das an allen Ecken fehlt um diese zu betreuen?! Wenn das Personal fehlt können Tausende Betten frei sein. Es kommt keiner und Betreut diese.

  8. 6.

    Ich meine seit mindestens 10 Jahren. Seitdem ist das Thema immer wieder in den Medien hochgekommen - in ganz Deutschland. Ähnlich übrigens wie die maroden Schulklos, ich erinnere mich seit 30 Jahren an das Thema. Bin schon alt. Das ließe sich noch weiterführen: Altenpflegerinnen, Polizei, Richter, Lehrerinnen,, Erzieherinnen, Gesundheitsämtern, Lebensmittelaufsicht u.v.m. - eben alles was Ländersache ist und keine Industrie. Ist in allen Bundesländern so. Wichtiger sind natürlich Autos und so... . ;-)

  9. 5.

    Panik? Ihr habt doch gar keine Ahnung was in den Kliniken los ist.
    Und ja ....es gibt noch andere schwere Krankheiten wie Krebs zum Beispiel. Auch diese Patienten benötigen eine Behandlung. Also seid vernünftig und haltet euch an Mindestabstand und Maskenpflicht. Die Kliniken dürfen nicht weiter überlastet werden.

  10. 4.

    Seit wann sind die fehlenden Pflegekräfte bekannt?

  11. 3.

    Im SANA-Klinikum ist die ITS auch voll. Erwachsene liegen schon auf der Kinderstation.
    Und Lichtenberg ist weniger betroffen als Neukölln.

  12. 2.

    Kein Wunder liegt ja auch im Hotspot Bezirk. Lieber rbb deswegen keine Panik verbreiten

  13. 1.

    Leider werden trotz dieser Nachricht viele Menschen, die sich über Einschränkungen wg Corona beschweren, Corona als normale Grippe bezeichnen.
    Mir macht das schon Angst. Wenn ein Krankenhaus schon keine Notfälle mehr annimmt, zwei weitere kurz vor diesem Schritt stehen, wird es nicht mehr lange dauern, dann werden bald alle Berliner Krankenhäuser vor dem gleichen Problem stehen. Denn die jetzt frisch Infizierten füllen ja erst in einigen Wochen die Intensivstation. Da kann man nur hoffen, bis zur Impfung sich nicht anzustecken und keinen "normalen" Unfall oder Krebs etc zu bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Torjubel bei Union Berlin nach dem Siegtreffer gegen Bayer Leverkusen (imago images/Matthias Koch)
imago images/Matthias Koch

Siegtreffer in der 88. Minute - Union schlägt Leverkusen

Noch nie hatte Union Berlin ein Pflichtspiel gegen Bayer Leverkusen gewinnen können. Im 50. Bundesligaspiel der Eisernen war es nun soweit. Dabei wäre für die Eisernen durchaus schon früher mehr drin gewesen.