Symbolbild: Impfdosen und spritzen zur Impfung vor gefährlichen Infektionskrankheiten. (Quelle: dpa/W. Grubitzsch)
Video: Abendschau | 04.12.2020 | C. Titze/A. Sundermeyer | Bild: dpa/W. Grubitzsch

Risikogruppen und Daseinsvorsorge - Für wen die ersten Impfdosen in Berlin ausreichen sollen

Bisher ist zwar nicht klar, welche Gruppen genau als erstes geimpft werden sollen, ein Papier aus der Gesundheitsverwaltung legt aber nahe: 900.000 Impfdosen könnten für die besonders verwundbaren Gruppen ausreichend sein. Von Birgit Raddatz

Der Aufbau der sechs Impfzentren in Berlin ist in vollem Gang. Denn Mitte Dezember sollen sie fertig sein, damit es sofort losgehen kann. Voraussetzung dafür ist, dass ein Impfstoff bis dahin zugelassen ist und die für Berlin kalkulierten 900.000 Impfdosen auch ankommen.

Laut einem Papier der Gesundheitsverwaltung, das rbb|24 vorliegt, könnten alle Menschen aus sogenannten vulnerablen Gruppen, die das wollen, in einem ersten Schritt geimpft werden.

Dazu werden voraussichtlich alle Menschen gehören, die wegen ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Laut Zahlen des Statistischen Landesamts sind 386.884 Berlinerinnen und Berliner älter als 75 Jahre. Nicht beziffert sind Menschen, die eine Vorerkrankung haben. Hier fehlt bislang noch eine Definition der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Auch Supermarkt-Personal einberechnet

In einem ersten Schritt sollen auch Mitarbeitende von stationären und ambulanten Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Altenheimen und Arztpraxen geimpft werden. Ihre Zahl schätzt die Gesundheitsverwaltung auf mindestens 107.216. Hinzu kommen 70.767 Personen, die in "Bereichen der Daseinsvorsorge" arbeiten, beispielsweise im Supermarkt, und die "zur Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen" gebraucht werden, wie Mitarbeitende des Justizvollzugs.

Insgesamt sollen also laut den Berechnungen der Gesundheitsverwaltung in einem ersten Schritt 564.867 Menschen geimpft werden. Die Impfung bleibt dabei freiwillig und muss in zwei Schritten verabreicht werden.

Damit wären es mehr zu impfende Menschen als Impfdosen. Die Gesundheitsverwaltung zieht aber auch die Umfragen des ARD-Deutschlandtrends [tagesschau.de] aus dem November hinzu und wendet sie auf Berlin an. Dort gaben gut 70 Prozent der Menschen in Deutschland an, sich wirklich oder wahrscheinlich piksen zu lassen.

Impfzentren kosten 200 Millionen Euro

Bisher geht die Gesundheitsverwaltung davon aus, dass ab Frühjahr oder Sommer 2021 auch in Hausarztpraxen geimpft werden kann. Bis es so weit ist, muss das Land jedoch 200 Millionen für die Infrastruktur der Impfzentren aufwenden: den größten Teil für Bau- und Personalkosten sowie Logistik. Noch hofft das Land Berlin, dass der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt.

Sendung: Inforadio, 04.12.2020, 17:00 Uhr

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Beitrag von Birgit Raddatz

91 Kommentare

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  1. 91.

    Ich habe mir die Sars-CoV-2-Infektionsschutzverordnung durchgelesen, insbesondere den Abschnitt Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen.
    1. Im Eizelhandel muss nur die Kundschaft diese Bedeckung tragen.
    2. In Pflegeeinrichtungen nur die Bewohner, wenn sie ihr Zimmer verlassen, und selbstverständlich die Besucher.

    In beiden Fällen ist das Pesonal nicht " Maskenpflichtig ".

  2. 90.

    Es immer alles bis ins kleinste Detail durch ein Gesetz geregelt sein, weil sonst rennt der Deutsche sofort vor ein Gericht, was seine Lieblingsbeschäftigung ist.

  3. 89.

    "Wie es in Brandenburg aussieht, weiß ich nicht,"
    Und warum antworten Sie dann?
    "davon habe ich auch nicht gesprochen."
    Aber ich.
    Guten Abend noch.

  4. 88.

    "Die Umsetzung sei in das verantwortungsvolle Ermessen der Geschäftsinhaber gestellt."
    Das Problem daran ist leider die inkonsequente Umsetzung der Vorgaben. "Ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb." Sonst eher Humbug, auf Pandemien übertragen leider doch zu wahr. Dazu vllt. noch Fehlschlußfolgerungen: "Wenn die an der Kasse [hinter einer Plexiglasscheibe] keine Maske tragen muß, will ich beim Regaleinräumen auch keine tragen."

    In der "brutalen Marktwirtschaft" bleibt einem eigentlich nur die Option, solche Geschäfte zu meiden. Leichter gesagt als getan, aber auch die Entscheidung "für die Gesundheit" zieht Konsequenzen zumind. für das eigene Handeln nach sich. Und da halte sich jeder an die Vernunft seines Vertrauens. ;-)

    Besonders unangenehm empfinde ich auch sog. "Sicherheitskräfte" an den Engstellen am Eingang, gern mal mit "lässig sitzender Maske", die sich einem "freundlich" entgegenbeugen und auf Vorgaben hinweisen, auch wenn man sie offensichtlich befolgt.

  5. 87.

    Das ist ein Zitat von Herrn Lauterbach und nicht meine Idee. Die Frage ist doch, warum man sich Impfen lassen soll, wenn dann alles ist wie vorher. Man kann sich und andere anstecken und muss weiterhin alle Regeln die jetzt gelten einhalten.

  6. 86.

    Da z.B. bei Rossmann nur die Kassiererin durch eine Plexiglasscheibe abgeschirmt ist , das Personal welches die Ware in die Regeale einräumt, ohne MNS arbeitet, habe ich mich erkundigt. Lt Ornungsamt und Bezirksamt Zehlendorf gibt es dafür auch keine Anordnung....wer versteht das???

  7. 85.

    Ich verbreite keine Gerüchte! Wie es in Brandenburg aussieht, weiß ich nicht, davon habe ich auch nicht gesprochen. In Berlin sind Mitarbeiter in Supermärkten jedenfalls nicht verpflichtet, eine Maske zu tragen!
    Bitte vorangeschickten Link zu beachten! Und mir nicht irgendwas zu unterstellen! Wenn Sie hier Kommentare schreiben können, könnten Sie ja wohl auch selber vorab mal nach den Tatsachen recherchieren, bevor Sie andere beschuldigen!
    P.S. Aktuelle Bestimmungen habe ich tatsächlich leider nicht finden können! Falls sich etwas an der Ausnahmeregelung für Mitarbeiter in Supermärkten geändert haben sollte, möchte ich den rbb selbst bitten, das hier klar zu stellen. Danke!!

  8. 84.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/regeln-gegen-die-corona-pandemie-hygiene-konzept-statt-maskenpflicht-fuer-berlins-verkaeufer/25802808.html

  9. 83.

    Jede beruft sich eben auf die Gesetze, die ihr helfen.
    Dahingehend hat man die Gesellschaft ja nun jahrelang erzogen.

  10. 82.

    Na diesen Übertragungsweg erklären Sie mal bitte genauer!
    Aber jetzt bitte keine Beispiele mit 30min küssen usw.!

  11. 81.

    Können sie denn nun auch belegen, wo es steht das Personal im Einzelhandel eine Maske tragen muss ?

  12. 80.

    Guenther KohnFreitag, 04.12.2020 | 21:16 Uhr
    Antwort auf [Bernd] vom 04.12.2020 um 17:40
    Wenn sich Supermarktmitarbeiter weigern beim Auffüllen der Regale eine Maske zu tragen, dann muss dieses Verhalten arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

    Das war der Beitrag auf den ich geantwortet habe.
    Den Rest können sie sich selbst raussuchen ..... und zumindest lesen sie sich doch mal ihre eigenen Beiträge durch auf die ich geantwortet habe .... es sieht aber eher danach aus das es ihnen vollkommen egal ist was man ihnen antwortet.
    Sie stellen einfach irgendwelche Behauptungen auf und selbst wenn man diese als klar falsch belegt erzählen sie einfach irgendwas neues. Na egal....

  13. 79.

    „Auch Geimpfte können möglicherweise sich und andere infizieren, auch wenn die weniger stark erkranken. Daher müssen sie aus Rücksicht auf andere die Hygieneregeln für Corona ebenfalls beachten. Sie schützen damit andere. So soll es auch bleiben“, sagte Lauterbach

  14. 78.

    Sie versuchen schon wieder den Kopf aus der Schlange zu ziehen. Jetzt versuchen sie sich hinter dem Thema zu verstecken.
    Wieso lamentieren sie dann über Masken wenn es um Impdosen geht?
    Man es wird immer schlimmer hier.

  15. 77.

    Ja es wird immer schlimmer .... man ließt sich nicht mal mehr die eigentlichen Fragen durch.
    Das Hauptthema betrifft nicht Brandenburg.
    Der erste Beitrag bezog sich nicht auf Brandenburg und wurde auch nicht von einem Brandenburger geschrieben.
    Alles was dann kam hat kein Brandenburger geschrieben .... entweder Berliner oder ohne Ortsangabe.

    Bis Ende Juni war die Verordnung so aufgebaut, dass alles was nicht erlaubt war verboten ist. Mit der Verordnung ab Juli wurde es umgedreht alles was nicht verboten ist, ist erlaubt.

    Also wenn in der Verordnung drin steht „Kunden müssen Maske tragen“ dann müssen die das ..... ist weiter niemand sonst aufgelistet muss das auch niemand. Wenn man das erreichen will das alle Maske tragen dann müßte drin stehen im Einzelhandel muss von allen Anwesenden eine Maske getragen werden.

    Es ist nun mal einfach eine Tatsache das in der Verordnung alle und alles einzeln aufgezählt werden muss was eingeschränkt wird und wie es eingeschränkt wird.

  16. 76.

    Sie werfen anderen vor Blödsinn zu erzählen. Sie kennen den Spruch vom Glashaus und dem Steine werfen?

  17. 75.

    Wie kommen sie. Denn auf die Idee, dass die grundsätzlich keine Maske tragen brauchen? Mir ist nicht bekannt, daß es in Brandenburg Ausnahmen gibt, außer bei Politikern und auch dann nur, wenn ein Bär eröffnet wird, was aber nicht so oft ist, Gott sei Dank. Wo haben sie denn ihre Weisheit her? Wieso verbreiten sie denn solche Gerüchte.

  18. 74.

    Zitat: "Kneipenbesitzer und deren Klientel nicht auch wieder die Ersten sein wollen"...???
    Wo war das jetzt so? Sie reden einfach ziemlichen Blödsinn daher, sorry, möchte man sich nicht noch mehr Mühe geben, das nachzuvollziehn!

  19. 73.

    "Halten Sie sich einfach an die Regeln. Dann fällt es anderen umso leichter, sich auch dran zu halten."
    Ein sehr guter, wichtiger Punkt! Einfach zu verstehen und eingängig.

  20. 72.

    Na, ich verstehe es durchaus, dass, wenn man vom Gesetz her keine Maske tragen muss, man diese auch oft eher gern unterm Kinn als vor der Nase trägt.
    Was daran unverständlich ist, ist die Gesetzgebung und diese allein!

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