Symbolbild - Ein Herrnhuter Stern hängt in einer Kirche. (Bild: imago images/Jonathan Schöps)
Bild: imago images/Jonathan Schöps

Digital und draußen - Das planen die christlichen Kirchen zu Weihnachten

Voll besetzte Kirchenbänke wird es in diesem Jahr an Weihnachten nicht geben können. Fünf Tipps für gläubige Christen in Berlin und Brandenburg, wie sie Weihnachten trotzdem in Gemeinschaft feiern können - und sich vor Einsamkeit schützen.

1. Sich rechtzeitig informieren

Gottesdienste dürfen in Berlin und Brandenburg weiter stattfinden, jedoch wegen der Corona-Maßnahmen unter schärferen Einschränkungen: "Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur unter folgenden Voraussetzungen zulässig: Der Mindestabstand von 1,5 Metern wird gewahrt, es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt", heißt es im betreffenden Beschluss des Bundes [bundesregierung.de].

Die Kirchengemeinden raten, sich zeitig zu erkundigen, welche Angebote es gibt und was bei einem Besuch beachtet werden muss. Infos gibt es in den Kirchengemeindebüros, auf den Webseiten von Gemeinden und Kirchenkreis sowie in den regionalen Gemeindezeitungen. Damit kann verhindert werden, dass jemand auf Grund des Hygienekonzeptes abgewiesen werden muss. Die Teilnahme an Gottesdiensten und Andachten ist in der Regel nur nach vorheriger Anmeldung oder mit kostenfreien Eintrittskarten möglich.

In der Brandenburger Corona-Verordnung [landesrecht.brandenburg.de] heißt es außerdem: Aufenthalt und Zutritt zu Gotteshäusern müssen von diesen gesteuert werden. Wer an Gottesdiensten teilnimmt, muss seine Personendaten hinterlassen, falls eine spätere Kontaktnachverfolgung notwendig wird.

Zentraler Weihnachtsgottesdienst am 24.12.2020 auf der Trabrennbahn Karlshorst. (Quelle: rbb|24/Winkler)
Flyer für den Weihnachtsgottesdienst in der Trabrennbahn Karlshorst. | Bild: rbb|24/Winkler

2. Draußen feiern

Viele Gemeinden bieten an den Feiertagen Andachten oder Gottesdienste unter freiem Himmel an. In Berlin [berlin.de] gibt es dafür keine Teilnehmerbegrenzung, solange die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. In Brandenburg ist die Teilnehmerzahl auf 500 Personen beschränkt, sofern im betreffenden Landkreis oder kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nicht übersteigt.

Der große Gottesdienst der Berliner Stadtmission findet corona-bedingt nicht im, sondern vor dem Hauptbahnhof statt. Für Menschen, die sich einsam fühlen oder die in Not sind, packen Ehrenamtliche der Stadtmission seit November wieder Nothilfepäckchen mit Lebensmitteln, die dann verteilt werden.

Auch individuelle Weihnachts-Spaziergänge werden geplant, so dass Familien unterwegs eine eigene, kleine Christvesper erleben, ohne dabei mit anderen in Kontakt zu kommen. Unter anderem soll es für Familien und alle anderen Interessierten des Stadtteils Potsdam-West so eine Möglichkeit geben. Geleitet von einer Handy-App kann man individuell einen Weg zum "Stall von Bethlehem" gehen - so die Planung. Auf dem Weg kann man die Weihnachtsgeschichte und weihnachtliche Musik von Chören, Musikgruppen und Kinderchören aus Potsdam-West hören.

Gemeinden in Berlin bieten ebenfalls individuelle Begleitungen wie Weihnachtsboxen mit Liederheften für Zuhause an. Um 20 Uhr ruft die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) Berlinerinnen und Berliner sowie Brandenburgerinnen und Brandenburger zum gemeinsamen Singen von "Stille Nacht, heilige Nacht" von Balkonen aus auf.

3. Umschalten zur Gedächtniskirche – mitfeiern auf dem Sofa

An Heiligabend laufen ab dem Nachmittag in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern Gottesdienste. Das rbb Fernsehen überträgt ab 15 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Die Sendung gibt es auch als Livestream auf rbb24.de.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch und der Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Christian Stäblein, laden gemeinsam mit der Pfarrerin der Gedächtniskirche, Kathrin Oxen, zu einem Gottesdienst unter dem Motto "Weil wir Hoffnung brauchen". Um 18 Uhr überträgt rbb 88.8 die Christvesper mit Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein.

4. Digital mitfeiern

Viele Kirchengemeinden übertragen Gottesdienste ins Internet oder zeichnen sie auf, so dass man jederzeit online mitfeiern kann, so wie der evangelische Kirchenkreis Zossen-Fläming. Ab dem 24. Dezember kann dieser Gottesdienst auf der Homepage des Kirchenkreises abgerufen werden. Auch die Weihnachtsfeierlichkeiten aus dem Berliner Dom können per Livestream im Internet mitverfolgt werden.

Die alljährliche "Heiligabendgala" an den Seeterrassen in Berlin-Tegel findet in diesem Jahr ebenfalls online statt. Die Veranstaltung für Alleinstehende, Alleinerziehende oder Eltern ohne Kontakt zu ihren Kindern hat dafür bekannte Gäste: Der im Rollstuhl sitzende Schauspieler und Autor Samuel Koch und die Youtube-Künstler Johannes und Phillip Mickenbecker, von denen letzterer unheilbar krebskrank ist, sind dabei. Mithilfe der Prominenten wolle man Hoffnung ausstrahlen und Trost spenden.

5. Später in die Kirche gehen

Am 24. Dezember ist der Andrang in den Kirchen erfahrungsgemäß am größten. Sollten für religiöse und spirituelle Angebote an diesem Tag keine Anmeldungen mehr möglich sein, lohnt es zu schauen, ob an den folgenden Tagen noch Plätze frei sind – die Gottesdienste am 25. oder 26. Dezember sind ebenfalls sehr feierlich gestaltet.

Laut der Berliner Corona-Verordnung gilt die "individuelle stille Einkehr in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Häusern anderer Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften" als triftiger Grund, um die eigene Wohnung zu verlassen. Damit sind Besuche in Gotteshäusern zu jeder Zeit gestattet, solange dabei die Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote eingehalten werden.

Links zu Livestreams

Hier finden Sie eine Auflistung von Livestreams in und aus Berlin [berlin.de].

Hier gelangen Sie zu einer Datenbank mit Gottesdiensten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz [ekbo.de].

Wer sich an den Weihnachtsfeiertagen einsam fühlt, kann sich beispielsweise an den Verein "Silbernetz" wenden. Die Telefonseelsorge ist von Heiligabend 8 Uhr bis zum Neujahrstag 22 Uhr durchgehend unter 0800-4708090 erreichbar.

Was Sie jetzt wissen müssen

23 Kommentare

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  1. 23.

    War dem rbb mein Beitrag schon wieder nicht passend genug? Erneuter Versuch:
    Dieses "Gesinge" vom Balkon (o.a. Musizieren): unmöglich, übergriffig.
    Nicht jeder mag das hören oder findet es schön.
    Das ist so ähnlich wie dieses Glitzer- und Leucht-/Lichterzeugs.
    (Oder mit Absicht zu laute Motorräder.)
    Auf die Idee, dass es andere stören könnte, kommen die Leute in ihrer Egoblase offenbar nicht.

    Ansonsten ist mir die extra-Behandlung von Kirchen und religiösen Vereinen ein Dorn im Auge höchsten Maßes. Die Kirchen haben noch viel zu viel Einfluss und Mitsprachrecht. (Hier den Teil mit dem "C" in CDU mal weggelassen, ist wohl zu politisch und darf nicht.)
    Wie hier viele schon sehr richtig sagen: er beten will, kann das auch ganz allein für sich. Ist doch eh viel schöner, hat er Gott ganz exklusiv für sich allein.

  2. 22.

    Wer für die Kirche spenden möchte, der kann das sicherlich auch so tun. Natürlich kann man auch beten, ohne in die Kirche oder in andere Gotteshäuser zu gehen. Die Kirche ist allerdings ein schöner Ort mit angenehmer Atmosphäre, wo man sich wohlfühlt. Dass das in Zeiten von Corona nicht geht ist klar, aber deshalb planen die Kirchen ja auch anders. Verstehe daher Ihren Kommentar nicht.

  3. 21.

    Alle Gottesdienste sollten bis auf weiteres verboten werden. Die Kirchen, die muslimischen und jüdischen Gläubigen können ihre Veranstaltungen online oder via TV und Radio abhalten. Das wäre ein verantwortliches Handeln angesichts der aktuellen Lage.

  4. 20.

    Punkt 6.. Alle glaubensveranstaltungen verbieten.. Egal welcher Richtung auch immer.. Beten kann man auch daheim.. Jesus hatte nix dagegen.. Aber sein bodenpersonal.. Die brauchen die Spenden an Weihnachten.. Selbst auf Kosten der Gesundheit...

  5. 19.

    Ich denke auch nach Corona werden die Kirchen nie wieder das sein,was sie Mal waren.

  6. 18.

    Zu diesen Worten fällt mir nicht viel ein, ausser, es gibt so viele ältere, einsame Menschen, ohne Internet und Computer, da ist selbst für einen nichtgläubigen Menschen die Kirche etwas ganz besonderes, sowie für viele andere auch. Natürlich geht es nicht wie sonst, aber Kirche als systemrelevant oder nicht , einzustufen, ganz ehrlich,.....ohne Worte

  7. 17.

    wers glaubt, wird seelig

  8. 16.

    Die Kommentare sind das perfekte Beispiel für das heuchlerische Verhalten egoistischer, alter Menschen, die fordern dass sich die komplette Gesellschaft ihrer Willen zurücknimmt, aber selbst nicht einsehen wollen, dass sie auf eine nachweislich als Superspreading Event bekannte Aktivität wie das Besuchen eines Gottesdienstes verzichten sollen. Solidarität bitte nur bei jungen Menschen!

  9. 15.

    Ich glaube man sollte die Kirchen auflassen. Sie werden noch wichtig werden für uns Menschen wenn es immer mehr Tote gibt. Dann werden die Menschen auch wieder in die Kirchen gehen um Trost zu brauchen.

    Siehe Wende in der DDR da waren die Kirchen voll zum Schluss

  10. 14.

    Also wenn Shopping zu, dann auch die Kirchen! Warum auch? Die ganze Weihnachtsstimmung ist durch den Lockdown sowieso dahin.

  11. 13.

    Was ist daran komisch? Da es sich um kirchliche Feiertage bzw. von der Kirche angeeignete Feiertage handelt, ist es soger für einen Atheisten wie mich klar, warum in dieser Zeit mehr über "die Kirche" (als gäbe es nur eine) die Rede ist. Hier in Grünau ist es auch gut organisiert und ich werde trotzdem nicht hingehen.

  12. 12.

    Danke @ Lothar/Charlottenburg
    ist immer schön zu lesen das es auch noch " vernüftige" Mitmenschen gibt die wissen was Weihnachten bedeutet.

    wenn ich so etwas lese wie @Rita nr. 6 lese kann ich nur den Kopf schütteln.

    Ich wünsche Ihnen @ Lothar ein gesegnetes Weihnachtsfest .

  13. 11.

    Nahezu gleich, wo Sie sind: Dass es beim Jahreswechsel beim "kleinen Feuerwerk" bliebe, habe ich bislang nirgendwo beobachten können. Immer gab es mehr als ein Dutzend, die Jahreswechsel mit gehörigem Krach verbinden - sogar auf der freigegebenen oberen Terrasse von Sanssouci.

    Beim Gottesdienst habe ich bislang noch keinen Einzigen einen Böller ziehen sehen. Da geht es allenfalls darum, dass sich die all zu Sangeskräftigen zügeln und dem Gemeindechor den akustischen Vortritt lassen.

  14. 10.

    Sie haben recht. Diese Freudenorgien auf dem Fußballplatz finde ich auch furchtbar. Überall wird verzichtet und runtergefahren und der Fußball kann weiter Millionen scheffeln.
    Wenn alle Gläubigen sich an die Hygieneregeln halten, steht doch diesen Gottesdiensten nichts entgegen. Die christliche Nächstenliebe sollte das ja auch gebieten.

  15. 9.

    Ja ich glaube du bist im falschen Film! Auch die Gläubigen mussten in diesem Jahr viele Einschränkungen hinnehmen. Und was spricht dagegen, es im Freien zu tun?! Und solange sich unsere überbezahlten Komiker auf dem Rasen noch nach jedem Tor freudig um den Hals fallen, ist diese Diskussion längst hinfällig!!Also überlasst es den Menschen selber!!

  16. 8.

    "in der Kirche ist man Gott aber näher." ... Irgendein Skeptiker sagte mal "Die Kirche ist in Dir." Offenbar wurde der nicht so ernst genommen. Im "säkularen Staat" eine Quasi-Staatsreligion? Macht schon nachdenklich...

  17. 7.

    Sehr richtig kommentiert. Mir sagte ein Priester mal ganz deutlich: In die Kirche gehen die Gläubigen, um die Heilige Messe zu feiern. Beten aber kann man von überall her. Dafür muß man nicht extra in die Kirche gehen. Und damals war ich noch ein kleiner Knirps. Aber vergessen Sie dabei auch nicht, für die Christen ist Jesu Geburt das größte religiöse Fest des Jahres. Früher bin ich immer sehr gerne in die Mitternachtsmesse an Heiligabend gegangen. Da geht es dann hoch her. Ein Erlebnis der besonderen Art. Auf all das müssen in diesem Jahr die Christen verzichten. Das schmerzt. Aber Beten hilft ja bekanntlich.

  18. 6.

    Ich denke die Kirche ist nicht Systemrelevant und müssen geschlossen werden. Warum kann die heilige Messe nicht via Internet oder TV übertragen werden. Wahrscheinlich ist die Kirche aber auf die Kollekte angewiesen, die zu Weihnachten immer üppig ausfällt.

  19. 5.

    Bin ich jetzt im falschen Film? Nicht, dass ich das brauche, aber sind Feuerwerke zum Jahreswechsel nicht verboten, dass sich Menschen NICHT versammeln? Was ist beim Gottesdienst im Freien anders, als einem kleinen Feuerwerk zuschauen?

  20. 3.

    Es ist ja schon komisch das immer wieder um Weihnachten und Ostern von den Kirchen die Rede ist. Da merken wohl die Menschen das da noch was war/ist
    Hier in Charlottenburg in den katholischen Gemeinden ist das sehr gut organisiert und ich werde zu Hause bleiben. Man kann in jeder Ecke beten, in der Kirche ist man Gott aber näher.

  21. 2.

    Ich verstehe nicht, warum Kirchen, Synagogen und Moscheen unbedingt offen sein müssen. Die dortigen Veranstaltungen können doch heutzutage problemlos via Internet, Radio und TV übertragen werden. Wo bleibt da die Verantwortung?

  22. 1.

    Auch wenn die Erlaubnis für Gottesdienste gut gemeint ist: angesichts steigender Zahlen sollten die Kirchen freiwillig auf Anwesenheitsgottesdienste verzichten? Kann man angesichts der Bilder von Intensivpatienten und von ersten Trage-Berichten guten Gewissens in die Kirche gehen?

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