Eine Ärztin zeigt im Corona-Impfzentrum in der Arena, wie eine Spritze gesetzt wird. (Quelle: dpa/Zinken)
Bild: dpa/Zinken

Probleme bei Lieferungen - Berlin und Brandenburg melden bislang rund 12.000 Geimpfte

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus läuft schleppend an, bei der Lieferung des Impfstoffes gibt es Probleme. Laut Robert-Koch-Institut wurden in Berlin und Brandenburg bisher etwa 12.000 Menschen geimpft. Nun wollen die Länder Druck machen.

Etwa 12.000 Menschen sind bislang in Berlin und Brandenburg gegen das Coronavirus geimpft worden. Das geht aus einer Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor. Die meisten Impfungen wurden bisher in Bayern erfasst (28.206), gefolgt von 19.930 in Nordrhein-Westfalen und 15.674 in Hessen. Die in absoluten Zahlen wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1.691) und Hamburg (2.040) gemeldet.

Laut Statistik wurden knapp 9.100 Menschen in Berlin geimpft. Beim Großteil der
Geimpften in der Hauptstadt - 6.350 Menschen - handelt es sich um Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. 2.733 Menschen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen, etwa medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. 105 Impfungen hatten einen medizinischen Anlass.

Brandenburg: Rund 3.000 Geimpfte

Brandenburg liegt bei der Zahl der Corona-Impfungen kurz vor dem Jahreswechsel im Mittelfeld. Vom 27. bis zum 30. Dezember seien 3.036 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Donnerstag mit. Am Mittwoch seien 1.483 Impfungen hinzugekommen. In Brandenburger Pflegeheimen wurden 224 Personen geimpft. Die Mehrzahl der Impfungen wurden bei Personen aus in systemrelevanten Berufen durchgeführt.

Ab kommendem Montag können über 80-Jährige in Brandenburg einen Termin für die Impfung gegen das Coronavirus vereinbaren. Rund 150 Mitarbeiter werden im Call-Center, das unter der Rufnummer 116.117 erreichbar ist, Anrufe entgegennehmen, wie Holger Rostek, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, am Mittwoch sagte. Die Mitarbeiter könnten pro Woche rund 40.000 Anrufe bedienen. Bei Bedarf könne aufgestockt werden.

Probleme bei Lieferungen von Impfstoff

Unmittelbar nach dem Start der Impfungen hatte es Aufregung um Lieferengpässe beim Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech gegeben. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Mittwoch unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium erklärt, "dass die Lieferung in der ersten Kalenderwoche ersatzlos ausfällt", so die Senatorin. "Das bringt uns jetzt in sehr große Schwierigkeiten, da wir aufbauend auf diese Zusagen unsere Planungen gemacht haben." Deshalb gingen in der Hauptstadt nun zunächst nur Einladungen an die rund 23.400 Berlinerinnen und Berliner über 90 Jahren heraus. Menschen zwischen 80 und 90 Jahren sollen diese Briefe wegen der verzögerten Impfstoff-Lieferung anders als ursprünglich geplant nun erst später bekommen."Wir können aber jetzt nicht Menschen einladen, die wir dann nicht zeitnah impfen können", sagte Berlins Gesundheitssenatorin.

Müller will den Druck auf den Bund erhöhen

Berlin hätte eigentlich ab dem 4. Januar 29.250 weitere Impfdosen erhalten sollen, Brandenburg 19.500 Dosen. Dann hieß es seitens des Bundesgesundheitsministeriums, die erste Lieferung sei auf den 11. Januar verschoben. Als Reaktion auf die starke Kritik seitens einiger Länder entschied das Bundesgesundheitsministerium kurzfristig am Mittwochnachmittag, bereits am 8. Januar bundesweit weitere Imfpdosen zur Verfügung zu stellen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will angesichts der Lieferprobleme beim Corona-Impfstoff den Druck auf den Bund erhöhen. Die Länderchefs wollen laut Müller darauf drängen, dass die Kapazitäten erhöht werden. Die Impfzentren stünden bereit. Nun müsse Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagen, wie mehr Lizenzen vergeben werden könnten, damit es auch mehr Produkte gebe.

Die CDU warf dem Senat hingegen vor, bislang nur rund 10 Prozent der bisher gelieferten rund 50.000 Impfdosen verimpft zu haben. Das bisher einzige aktive Impfzentrum in der Arena Treptow ist über den Jahreswechsel geschlossen.

Sendung: Inforadio, 31.12.2020, 14:00 Uhr

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24 Kommentare

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  1. 24.

    Vielleicht hat man die 40.000 einfach nur verlegt .... oder kamen per Paket und wurden beim Nachbarn abgegeben :D

  2. 23.

    Lt. den Impfempfehlungen der STIKO (FAQ / "Wie sollte gegen COVID-19 geimpft werden?“)        

    "Für eine vollständige Immunisierung sind mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen notwendig. Eine Impfserie muss nicht neu begonnen werden, wenn zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis mehr als 21 Tage liegen sollten. Wird nach der 1. Impfstoffdosis eine SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch nachgewiesen (positive PCR), soll die 2. Impfung zunächst nicht gegeben werden.         

    Eine begonnene Impfserie soll mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen worden sind. Die Vervollständigung der Impfserie bei Personen, die bereits die erste der beiden Impfstoffdosen erhalten haben, hat in der Phase limitierter Impfstoffkapazität Priorität gegenüber dem Beginn der Impfung weiterer Personen.........................."
    (Meine Antwort wurde heue Nachmittag nicht freigeschaltet)

  3. 22.

    "Die CDU warf dem Senat hingegen vor, bislang nur rund 10 Prozent der bisher gelieferten rund 50.000 Impfdosen verimpft zu haben. Das bisher einzige aktive Impfzentrum in der Arena Treptow ist über den Jahreswechsel geschlossen."

    Also dann, dann wundre ick mir über jarnischt mehr.
    Ich bin nur noch ärgerlich und wütend.

  4. 21.

    Und während der Feiertage hätte man wohl nicht geimpft, wenn was zum Impfen da wäre ?
    Na, Sie nehmen es wohl ziemlich leicht, oder ?
    Ich stamme noch aus einer Zeit, als meine Kollegen und ich bei minus 20 Grad ohne auf die Uhr zu sehen, die Kohle zu den Kraftwerken nach Vetschau und Lübbenau gefahren haben, damit das Licht über die Feiertage nicht ausgeht.
    Da bin ich über Ihre Einstellung aber recht erstaunt !!!

  5. 20.

    Also ich habe Darstellungen des Herstellers anders verstanden. Die EU hat viel zu wenig und zögerlich bestellt und dann musste man trödeln, damit es nicht so auffällt.
    Und diesen Unsinn ohne eigene Notzulassungen.
    Aber das ist jetzt nicht zu ändern.
    Die Geschichte wird ihr Urteil bald abgeben.

  6. 19.

    Beruhigen Sie sich wieder. Die Förderungen, die die Pharmaunternehmen erhalten, müssen die wieder zurück zahlen. Es handelt sich lediglich um Förderkredite.

  7. 18.

    Es scheint so zu sein, dass bereits nach der ersten Impfung eine zeitlich begrenzte Immunisierung erfolgt. Die zweite Impfung ist dann für eine dauerhafter Immunisierung notwendig, wobei noch niemand weiß, wann diese zweite Impfung spätestens erfolgen muss. Rein aus Sicherheitsgründen hat man daher die drei Wochen vorgesehen. In Großbritannien hat man sich aber nun entschieden, die zweite Impfung etwas nach hinten zu verschieben, um mehr Menschen schneller immunisieren zu können. Bis zu drei Monate scheinen wohl ohne Probleme möglich. Manche Wissenschaftler nehmen sogar sechs Monate als noch möglich an. Die Immunisierung mit zwei nacheinander vorgenommenen Impfungen sind auch nichts Neues oder Ungewöhnliches (z. B. FSME-Impfung). Auch da ist eine gewisse Überschreitung der eigentlich vorgesehenen Abstände unproblematisch.

  8. 17.

    "bei der Lieferung des Impfstoffes gibt es Probleme." Das ist ein zurückhaltend formulierter Sachverhalt. Nachdem im Gegensatz etwa zu GB Merkel ein Monat auf EU vereinheitlichte Reaktion zugewartet hat, kommen weitere merkwürdige Meldungen aus ihrem Büro. "Die EU hat nur halb so viele Impfdosen bei Biontech bestellt wie die USA. Jetzt gibt es eine Lücke, die das Unternehmen füllen muss. Ugur Sahin ist erstaunt." Ich als betroffener Risiko-Bürger bin nicht nur erstaunt, sondern wütend.

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/momentan-sieht-es-nicht-rosig-aus-biontech-chef-verwundert-ueber-impfstoff-strategie-der-eu/26761634.html

  9. 16.

    Bei all der Kritik-es ist u.U. vernünftig, sich nicht alleine von einem Hersteller abhängig zu machen.
    Das Biontech jetzt einen zeitlichen Vorsprung hat wird m.E. von denen weidlich ausgenutzt.
    Die mit staatlicher (deutscher) finanzieller Unterstützung entwickelten Impfstoffe werden an den jeweils besser zahlenden Kunden geliefert und damit die privaten Profite maximiert.
    Es ist also wohlfeil, wenn da von Unternehmensseite Krokodilstränen ob der unzulänglichen Aufträge der EU vergossen werden.
    Zudem: Aus den Erfahrungen der ersten 3 Tage, die zudem noch zwischen den Feiertagen lagen, auf ein Versagen der Politik schliessen zu wollen, erinnert doch ziemlich stark an einen Kurzschluß.

  10. 15.

    Wenn ich mich recht entsinne, hatte der Bund (oder war es sogar die ganze EU?)zu wenig bestellt. Es hätte die Option auf mehr bestanden und es wurde aber dann zu wenig eingekauft. (Upsi, hat Susanna Hahn ja auch schon unter #12 geschrieben, sorry ;-))- Aber was heißt eigentlich 12000 Geimpfte? Die haben doch erst die erste Spritze bekommen, oder? Ich hatte es in einem anderen Posting schon mal gefragt, aber es gibt hier so vieel Artikel, dass ich nicht mehr weiß, wo. Man braucht doch beide Spritzen, um geschützt zu sein und die müssen mit 3 Wochen Abstand verabreicht werden-- oder lieg ich da verkehrt? Falls es jemand weiß und noch mal so lieb wäre, es mir sagen zu können? (Mache mir jetzt ein Lesezeichen.) Danke in die Runde.

  11. 14.

    "Das kann man nur noch als machtbesoffen bezeichnen. Wenn die alle mal die Klappe gehalten hätten, säßen die Politiker nicht in der Klemme. Was glaubt denn Müller, wen sein Druck machen beeindruckt ?"
    Eins können Sie, die große Klappe haben. Aber das war es dann auch schon. Verstand scheint bei ihrer Form der Kommunikation nicht im Spiel zu sein und Benehmen auch nicht, diffamieren und beleidigen aber schon. Was geht sie als Brandenburger eigentlich Müller an? Ihr habt doch wohl genug eigene Probleme.

  12. 13.

    12.000 bei 5 Mio. Einwohnern oder mehr. Ist ein Witz oder? Das ist eher peinlich als das es eine Nachricht wert ist.

  13. 12.

    Biontech hatte der EU 500.000.000 Impfdosen angeboten, die EU wollte aber nur 300.000.000, man wollte die Franzosen mit Sanofi nicht außen vorlassen. Und Deutschland wiederum wollte nicht aus der EU bezüglich der Impfungen, Menge und Zulassung, ausscheren. Soviel zur „Priorität“ Menschenleben zu schützen und retten zu wollen.

  14. 11.

    Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte vor paar Tagen, wir können unsere Ungeduld nicht zum Maß aller Dinge machen und den Menschen in ärmeren Weltregionen den Impfstoff wegschnappen. Caritas international hatte bereits darauf hingewiesen, dass die entwickelten Länder den Großteil der Weltweiten Impfproduktion bereits reserviert hatten. Seit dem Frühjahr 2020 hält die Corona-Krise nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt in Atem.

  15. 10.

    In Großbritannien sind mittlerweile fast eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Land hatte am 8. Dezember mit einer Massenimpfung begonnen.
    In Deutschland wollte Merkel auf die einheitliche EU-Vorgehensweise warten und verzichtete auf die nationale Zulassung, die England den Zeitvorsprung brachte.

  16. 9.

    "Müller will den Druck auf den Bund erhöhen"
    Das kann man nur noch als machtbesoffen bezeichnen. Wenn die alle mal die Klappe gehalten hätten, säßen die Politiker nicht in der Klemme. Was glaubt denn Müller, wen sein Druck machen beeindruckt ? Die anderen 15 Länder werden die gleichen Wünsche haben und wieso sollte ausgerechnet Berlin bevorzugt werden, vor allem bei dem Nachdruck, mit dem im Sommer die Parties unterbunden wurden. Dass der STOFF knapp wird, steht doch seit Wochen fest,Biontech hatte schon zugegeben, nnur die Hälfte liefern zu können...

  17. 8.

    Impfkampagne ohne ausreichenden Impfstoff.

  18. 7.

    Na ja aber wir wissen mit Blick auf 2022 wenigstens das wir "Auf einem guten Weg sind" und "wir das schaffen".
    Ansonsten wird der Bürger um Geduld und Solidarität gebeten auch wenn`s weiterhin etwas "ruckelt" :-(

  19. 6.

    Impfpflicht für medizinsiches Personal gibt es für andere Bereiche schon jetzt.
    So ist die Hepatitis-B-Inpfung mit wiederholter Titerkontrolle und ggf. NAchimpfung Pflicht für mich,
    gleiches gilt für 2-malige Masernimpfung.
    Für Pertussis und Influenza gibt es dies nicht.

  20. 5.

    Einfach nur zum Lachen wie sich unsere Politik mit dem impfen verzockt hat. Wahrscheinlich bieten andere Länder ab April Urlaubsreisen inkl. Impfung an. Dann kommen wenigstens einige Deutsche zu ihrer Impfung während der Rest 2022 immer noch wartet und wir im lockdown Nummer 15 sind. Aber wir Bürger sollen weiterhin Geduld haben. Das läuft aber nicht

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