Ein Polizist antwortet auf eingehende Anrufe (Quelle: dpa/Mohssen Assanimoghaddam)
Bild: dpa-Symbolbild/Mohssen Assanimoghaddam

Berlin - Polizei braucht im Schnitt 17 Sekunden, um Notruf anzunehmen

Wer in Berlin im Jahr 2020 den Polizei-Notruf gewählt hat, musste im Schnitt 17 Sekunden auf die Annahme des Anrufs warten. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Marcel Luthe hervor (Stand: 9. Dezember).

In den Jahren zuvor waren es zwischen 9 und 16 Sekunden.

13 Minuten, bis der Notruf angenommen wird

In einzelnen Fällen kommt es laut der Statistik auch zu deutlich längeren Wartezeiten von mehreren Minuten. Im September etwa musste eine Person 13 Minuten und 9 Sekunden ausharren. Das war in der Auflistung die längste erfasste Wartezeit seit mindestens 2014. Bei der Feuerwehr war der Negativ-Rekord demnach 2017 mit mehr als 18 Minuten erreicht.

Bis 9. Dezember hat die Polizei rund 1,1 Millionen Notrufe angenommen. Bei der Feuerwehr waren es von Januar bis einschließlich November knapp 700.000, wobei Anrufer im Schnitt 23 Sekunden warten mussten. Das ist zwar weniger als im Vorjahr (25 Sekunden), aber mehr als in den Jahren zuvor (2014: 11 Sekunden).

"Wer dringend medizinische Hilfe braucht, muss diese unverzüglich bekommen", kommentierte Luthe. "Diese Selbstverständlichkeit scheint Rot-Rot-Grün innenpolitisch bereits zu überfordern, wenn die Bürger immer länger auf Hilfe warten müssen".

Eine Anfrage Luthes hatte im Sommer ergeben, dass die Polizei nach einem Notruf zunehmend länger bis zum Erscheinen am Tat- oder Unfallort braucht. Zwischen der Annahme des Notrufs und der Ankunft am Einsatzort lagen 2019 im Durchschnitt 23 Minuten und 32 Sekunden.

Sendung: rbb 88.8, 31.2020, 17:00 Uhr

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3 Kommentare

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  1. 3.

    Diese Zeiten kann ich so nicht bestätigen. Ich benötige, berufsbedingt, mehrmals pro Woche Polizei oder Feuerwehr. Die Wartezeit am Telefon beträgt grundsätzlich mindestens ab 2 Minuten aufwärts. Dafür ist die Feuerwehr/Rettungsdienst wenigstens relativ schnell vor Ort, was man von der Polizei leider nicht sagen kann. Da muss dringend Personal und Technik/Fahrzeuge aufgestockt werden.

  2. 2.

    Zu lesen, dass die Polizei im Schnitt über 23 Minuten zum Tatort braucht, wird jeden Bankräuber vor Glück laut aufjubeln lassen. Unfassbar. Also, dass es bei Unfallaufnahmen immer ne Ewigkeit dauert, ist altbekannt. Ich habe auch schon die Beobachtung gemacht, dass in einem Kreisverkehr direkt vis a vis einer Wache ein Unfall geschah, aber die Leute über eine Stunde warten mussten, bis dann eine Funkstreife kam (Mitnichten war es nämlich so, dass die Beamten im Abschnitt nebenan "auf Zuruf" zur Verfügung gestanden und das ganze in zehn Minuten abgehandelt hätten.)--- Dass es generell SO schlimm ist, hätte ich aber nicht gedacht. Kann man da nicht mal mehr Leute einstellen, bitte? Speziell jetzt. Ich meine, es gibt dauernd Demos. die Coronaauflagen müssen überwacht werden, alles personalintensiv. Wenn erst der Veranstaltungsbetrieb wieder losgeht, wird dorthin Personal abgestellt. Und die fehlen dann in den Funkwagen? Darf doch alles nicht wahr sein.

  3. 1.

    Eigentlich ne Sauerei was da von der Polizei geleistet wird, kann man nicht anders sagen, sorry. Und ich kann es nur bestätigen. Ich ruf schon nicht mehr an wenn die Haltestelle mal wieder zerlegt wird, wozu auch, es geht eh keiner ans Telefon noch kommen die Kollegen in einer adäquaten Zeit an.

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