Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020 bis August 2021. Grafik links oben: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020 bis August 2021. (Quelle: datawrapper/rbb24)
Bild: datawrapper/rbb24

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann.

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 26.09.2021, 07:40 Uhr):

- Berlin: 69,1
- Brandenburg: 36,0

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 26.09.2021, 08:30 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 112

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 175, davon werden intensivmedizinisch 82 Personen behandelt und hiervon wiederum 52 beatmet (Stand: 24.09.2021, 13:00 Uhr)
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.624 (+0)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 26.09.2021, 09:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 101

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 50, davon werden 15 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 13 beatmet
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.843 (+0).

*Am Wochenende veröffentlicht Brandenburg keine Zahlen zu Corona-Patienten.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Wichtiger Hinweis: Der Berliner Senat hat zum 2. September 2021 sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens in der Corona-Warnampel geändert. Es berücksichtigt - statt der relativen Veränderung der 7-Tage-Inzidenz - wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden.

Zuvor hatte der Berliner Senat zum 23. Juli 2021 das System schon einmal verändert und diese relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz eingesetzt, statt des bis dahin genutzten 4-Tage-R-Werts als neuen Indikator innerhalb der Corona-Warnampel.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Wie verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten?

Der Wildtyp des Corona-Virus ist zunehmend von Varianten verdrängt worden, die sich besser ausbreiten und teilweise auch häufiger zu schweren Verläufen führen können. Teilweise wurde gezeigt, dass von einer Erkrankung mit dem Wildtyp Genesene an diesen neuen Varianten erkranken können.

Gleichwohl bieten die aktuellen Daten aus Studien zu Impfstoffen Hoffnung. Es sieht so aus, dass die Impfungen auch gegen diese Varianten helfen, sofern ein voller Impfschutz vorliegt. Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland sieht wie folgt aus:

Für den Moment zeigt rbb|24 hier nicht die Zahlen für Berlin und Brandenburg aus den RKI-Berichten [rki.de]. Zum einen, weil nur die Stichproben auf Bundesebene repräsentativ gezogen werden. Auf Länderebene oder in Laborverbänden wie ALM wird dann sequenziert, wenn zum Beispiel durch Ausfall bestimmter PCR-Marker oder Reisehintergrund der Infizierten es Verdachtsmomente gibt [rki.de]. Zum anderen, weil es aktuell keine maschinenlesbare Version der in den Berichten gezeigten Tabellen gibt.

Gleichwohl zeigen wir an dieser Stelle auch die Verteilung der Varianten in Nachbarländern und wichtigen Urlaubsländern Deutschlands. Diese Auswertung basiert auf dem Projekt Covariants.org, das hierfür Daten der Sequenzierungsdatenbank GISAID benutzt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass hier die Stichproben verzerrt sein können.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz (seit 02.09.2021)

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie haben sich die Hospitalisierungsinzidenzen entwickelt?

Ferner finden Sie hier die Hospitalisierungsinzidenz, die nun vor dem Hintergrund der Impfungen als inzwischen wichtigerer als die reinen Inzidenzen gesehen werden. Allerdings gibt es bei diesem Indikator erhebliche Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene wie zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] zeigen.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an Freitagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [Björn] vom 02.08.2021 um 21:40
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8876 Kommentare

  1. 8875.

    2Meine Nachfrage zum Stand bei den angepaßten Impfungen hat als Ziel die Auffrischungen und dort vor allem jene für Menschen mit eher schlechter Impfreaktion. Ich fände es besser, wenn diese Personen eine Auffrischung bekämen, die möglichst optimal zur aktuellen Saison paßt. Das war für Herbst versprochen worden, aber man hört kaum mehr was zum Stand dazu."
    Lieber Björn, wie oft haben wir bereits über Realitätsferne solcher (m.E. berechtigten) Wünsche diskutiert? Sie hören nichts darüber, weil die derzeitige Impfstoffe nicht als anpassbare Impfstoffe zugelassen wurden. Ein "angepasster" Impfstoff wäre ein neuer Impfstoff im Sinne der Zulassung. Kurz: das Zulassungsverfahren müsste nach derzeitiger Rechtslage eigentlich von vorne beginnen und zwar ohne Garantie, dass die Zielmutanten noch da sind, wenn das Verfahren abgeschlossen ist.

  2. 8874.

    Die Argumentation wäre einfacher und man müßte nicht mit groben Wahrscheinlichkeiten arbeiten, wenn man detailierte Ergebnisse zu Infektionsketten und Infektionsorten hätten. Aber gerade das hat nie so richtig hier funktioniert und könnte dann bei der Argumentation zum persönlichen Risiko zum Problem werden.

  3. 8873.

    Forts. Die grundsätzliche Wirksamkeit der Schutzimpfung stellt doch eingentlich niemand in Frage. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, daß es gegen die aktuellen Stämme weniger wirksam ist. Meine Nachfrage zum Stand bei den angepaßten Impfungen hat als Ziel die Auffrischungen und dort vorallem jene für Menschen mit eher schlechter Impfreaktion. Ich fände es besser, wenn diese Personen eine Auffrischung bekämen, die möglichst optimal zur aktuellen Saison paßt. Das war für Herbst versprochen worden, aber man hört kaum mehr was zum Stand dazu.

  4. 8872.

    "Ich suche noch Ihre Motivation für Ihre Fragen der letzten Tage zu Sinn, Wirksam- und Rechtmäßigkeit von Impfungen und denke dann mal weiter darüber nach." Nach dem Sinn, Wirksamkeit und Rechtmäßigkeit von Impfungen frage ich doch gar nicht - ich bin für Impfungen und bin da auch gut eingedeckt nach Impfbuch mit empfohlenen Impfungen. Es geht "nur" darum, daß man sich mit der geänderten Entschädigungsregelung evtl. in den eigenen Fuß schießt und nichts für den Infektionschutz erreicht - und sollte es juristisch wacklig sein und zu Prozessen kommen, hat man vielleicht auch keine Kostenersparnis.

  5. 8871.

    Das mit den Ansteckungsverdächtig hat man im letzten Jahr mit Rückkehrern aus Schweden und Mexiko versucht.
    Das wurde von 3 Gerichten gekippt, mit der Begründung…. ein Verdacht nur weil man aus einem Land zurückkommt geht nicht. Da braucht es schon konkretere Gründe.
    Aber man kann es natürlich nochmal probieren.

  6. 8870.

    Forts. Unglücklich ist im IfSG der eingeschobene §56 1a als Sonderregelung, da er bei einer Feststellung einer epidemischen Lage diese klaren Regeln des Abs. 1 aushebelt und die Entschädigung eigentlich wieder unabhängig von der Impfung macht. Ich finde das sowieso schon sehr gewachsene Gesetz durch die Einschübe eher verschlimmbessert - die alte Fassung war klarer. Übrigens: Wenn man Abs.1 als gegeben nimmt und den Sonderfall epidemische Lage in Abs. 1a bei Seite läßt, ist der Ausschluß einer Entschädigung bei vermeidbaren Reisen in Risikogebiete und nachfolgender Absonderung unabhägig von einer Impfung der Person.

  7. 8869.

    Gegenfrage: haben Sie es gelesen? https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__56.html
    §56 ist da sehr klar und hat eigentlich keine kann-Bestimmung bezüglich Ungeimpfter bei verfügbarer Impfung: "Eine Entschädigung nach den Sätzen 1 und 2 erhält nicht, wer durch Inanspruchnahme einer Schutzimpfung oder anderen Maßnahme der spezifischen Prophylaxe, die gesetzlich vorgeschrieben ist oder im Bereich des gewöhnlichen Aufenthaltsorts des Betroffenen öffentlich empfohlen wurde, ..." Das "kann" betrifft nur Geimpfte. Ich sehe das Problem eher in der Konstruktion der Absonderungsvoraussetzung "Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger" und bei der Ungleichbehandlung zwischen Homeoffice möglich/nicht möglich, was zur Zeit der Fassung des Paragraphen noch nicht so gegeben war.

  8. 8868.

    IfSG, Paragraph 30, Absatz 1, Satz 2: "Bei sonstigen ... Ansteckungsverdächtigen ... kann angeordnet werden, dass sie ... in ... geeigneter Weise abgesondert werden."
    Hier ist nichts konstruiert; Ungeimpfte sind Ansteckungsverdächtige und kommen in Quarantäne, Geimpfte nicht.

    Ich suche noch Ihre Motivation für Ihre Fragen der letzten Tage zu Sinn, Wirksam- und Rechtmäßigkeit von Impfungen und denke dann mal weiter darüber nach.

  9. 8867.

    Es betrifft mich nicht persönlich und wird es nie, Sie vermuten falsch. Ich vermute nur, daß man sich durch die unglückliche Konstruktion juristische Probleme einhandelt und nicht wirklich viel für den Infektionsschutz erreicht, wofür ja eigentlich das IfSG ist.

  10. 8866.

    Da ist sie, die Hospitalisierungsinzidenz als Graphik, herzlichen Dank dafür!

    Frage 1: Wer wird gezählt? Bei der "normalen Inzidenz" geht es ja nach Wohnort. Die Krankenhäuser interessiert natürlich die tatsächliche Zahl an Patienten, die aufgenommen werden. In den Berliner Kliniken landen immer wieder Patienten aus anderen Bundesländern, teils sogar aus dem Ausland. Gehen diese Personen in die Hospitalisierungsinzidenz ein? Wie ist es mit Verlegungen, zählen die eventuell doppelt?

    Frage 2: Wäre es möglich, die Inzidenz auch für ganz Deutschland anzugeben?

  11. 8865.

    "Vorsichtsmaßnahme"
    Bei Ungeimpften kann man laut Gesetz vorsichtiger sein.

    Ansonsten lesen Sie doch bitte einfach nach, was im Gesetz steht oder lassen Sie sich impfen. In beiden Fällen brauchen Sie nicht mehr zweifeln.

  12. 8864.

    Glaube man muss das „von oben nach unten betrachten“
    Oberstes Ziel ist so viel geimpfte wie möglich. Nebenziel ist so viel digital beim Bürger wie möglich, vielleicht braucht man es ja mal. Über digitale Nachweise ist man sich relativ sicher das auch ein Gastronom sich das auf dem Handy zeigen lässt… erkennt man ja auf Anhieb. Mit dem impfpass wird man sich denken können, dass es nur durchgewunken wird.
    Alles was man nicht als Gesetz machen kann, wie ein Reiseverbot, gestaltet man so unangenehm wie es nur geht. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Maßnahmen.
    Wird noch ein wenig dauern aber ich denke einige der neuen Ideen werden von Gerichten kassiert werden. Man merkt auch das jetzt vor der Wahl, die scheidende Regierung völlig wilde Sachen macht. Wie in Berlin …Impfpass gilt nicht mehr und Gastro muss Ausweise kontrollieren bei 2G.
    So eine Nummer bringt man nur wenn man geht.

  13. 8863.

    In diese Richtung geht meine Überlegung auch. Selbst Lauterbach hatte das schon als schlechte Idee bezeichnet, wenn ich mich richtig erinnere, und hatte die Befürchtung, daß das nach hinten los geht und man eher das Gegenteil von Infektionschutz erreicht.

  14. 8862.

    Aber die Quarantäne ist doch bis zu einem positiven Befund nur als Vorsichtsmaßnahme. Wer sich nicht angesteckt hat, kann auch niemand anderes anstecken - unabhängig vom Impfstatus. Bei einem positiven Befund wäre es klar, dann könnte man sagen, daß es durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre. Ich denke, an der Stelle ist es juristisch wahrscheinlich etwas wacklig. Es ist doch die Begründung, warum die Quarantäne verhängt wird, wenn noch kein Befund bekannt ist. Steht denn im IfSG auch so genau drinnen, was die Voraussetzungen für die Absonderungsanordnung sind?

  15. 8861.

    "Ist das so möglich aufgrund des IfSG?"
    Ja, im Gesetz steht dazu "kann", deshalb kann es gemacht werden. Geimpfte Menschen stecken sich seltener an und geben das Virus seltener weiter wird wohl die Begründung sein.

  16. 8860.

    Das würde aber heißen, daß die Absonderung nur aufgrund des Impfstatus erfolgt und nicht aufgrund des Infektionsschutzes aufgrund einer bestehenden Infektion - die mit eienr Impfung vermieden werden kann. Ist das so möglich aufgrund des IfSG? Es würde dann nicht um die Verhinderung von Infektionen gehen, sondern nur um den Impfstatus.

  17. 8859.

    Man macht sich dadurch einiges an Problemen selbst, weil man mal wieder nicht zu Ende gedacht hat.
    Bisher haben viele eine Quarantäne hingenommen, auch deshalb weil ein Gang vor Gericht und die Zeit bis zu einem Urteil nicht kürzer gewesen wäre als die Quarantäne selbst.
    Dies ist nun anders.
    Dazu kommt noch …. Gewerkschaften bieten Mitglieder eine kostenlose Vertretung vor Gericht.
    Und jetzt kommt noch, ein Gericht könnte nicht nur die Rechtmäßigkeit der Lohnfortzahlung feststellen, sondern auch einen Schadenersatzanspruch.
    Und so ein Urteil würde den Startschuss für eine Klagewelle bedeuten.
    Man schafft sich vielleicht mehr Probleme als man vorher gehabt hat.

  18. 8857.

    Teil 2 Änderung Enteltfortzahlung: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte das Ende des finanziellen Ausgleichs bei Ungeimpften. "Da geht es übrigens nicht um Druck, sondern um Fairness gegenüber auch den Geimpften. Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen?" - Diese Kiste würde ich nicht öffnen, da das konsequent weitergedacht zur Kiste der Pandora wird und man den kompletten Sozialstaat zerlegen könnte mit gleichem Argument.
    Ich sehe auch eine mögliche soziale Ungerechtigkeit der Änderung. Viele gut bezahlte Stellen sind eher bürolastig und könnten bei Quarantäne problemlos im Homeoffice weitergeführt werden ohne Gehaltsaufall. Eher schlecht bezahlte Arbeiten sind oft eher manuell nicht für Homeoffice geeignet und würden dann zu einem Lohnausfall führen. Das wäre eine soziale Spaltung in der Wirkung der Änderung.

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