Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Di 07.12.21 | 11:05 Uhr | Von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske
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Corona-Infektionen seit März 2020 in Berlin. Grafik oben links: Corona-Infektionen seit März 2020 in Brandenburg (Stand 19.11.2021) (Quelle: rbb24/Datawrapper)
Bild: rbb24/Datawrapper

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann

Aktuell

  • Das Wichtigste im Überblick

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder für die letzten Monate. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wo liegen die Hospitalisierungsinzidenzen?

Durch die Impfungen ist die reine Inzidenz nur bedingt aussagekräftig. Denn eine Inzidenz von hundert bei einer ungeimpften Bevölkerung ist etwas anderes als bei einer zumindest in Teilen geimpften Bevölkerung. Gleichwohl kann es immer noch zu Überlastungen auf den Intensivstationen kommen.

Mit dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 18. November wurden darum flächendeckende Regelungen an die Hospitalisierungsinzidenz gekoppelt. Hierbei gibt es ein Stufenmodell.

- Liegt der Wert über 3: Es gilt die 2G-Regel (geimpft oder genesen) für Freizeiteinrichtungen, Veranstaltungen, gastronomische Einrichtungen und körpernahe Dienstleistungen sowie Hotels.

- Liegt der Wert über 6: Es gilt 2G Plus, Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen aktuellen Test vorweisen.

- Liegt der Wert über 9: In Abstimmung mit den jeweiligen Landtagen weitere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Verbote von Veranstaltungen.

Allerdings gibt es bei diesem Indikator erhebliche Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene wie zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] zeigen. rbb|24 stellt darum für jeden Tag die Hospitalisierunginzidenz dar:
- wie sie am aktuellen Tag gemeldet wurde
- und wie sie eine Woche später basierend auf Nachmeldungen und Korrekturen aussieht.

So wollen wir vermeiden, dass wir in der selben Kurve einen Abwärtstrend nur deshalb zeigen, weil bei früheren Tagen bereits Nachmeldungen eingeflossen sind. Gleichzeitig wollen wir mit der Plus-7-Tage-Kurve zeigen, dass der aktuelle Wert noch erheblich durch Nachmeldungen wohl korrigiert wird.

Ferner finden Sie die Hospitalisierungsinzidenz hier auch noch nach Altersgruppen aufgeschlüsselt. Hier nehmen wir allerdings die Rohdaten des RKIs weswegen es eben für aktuellere, unvollständige Werte erhebliche Verzerrungen geben kann.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft?

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat oder vollständig geimpft ist.

Hier finden Sie separat Angaben zum Teil der Bevölkerung, der schon eine Auffrischungsimpfung bekommen hat. Dies wird deshalb unabhängig von Erstimpfung und vollständiger Impfreihe angezeigt, weil die Booster-Impfung einen leicht anderen Effekt hat. Für die Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen minimiert sie wohl noch mehr das Risiko von schweren Verläufen. Bei Jüngeren geht es – noch mehr als bei Erst- und Zweitimpfung – vor allem darum, dass sie so eine Infektion und entsprechende Weiterverbreitung vermeiden.

7-Tage-Inzidenz aufgeteilt nach Geimpften und Ungeimpften

Seit Ende September weist der Berliner Senat auch die Inzidenz separat für Geimpfte und Ungeimpfte aus. Hier können Sie die Entwicklung dieser Inzidenz sehen, es muss jedoch auf einige Einschränkungen hingewiesen werden:

1. Die Statistik umfasst nur symptomatische, positiv-getestete Fälle. Dies macht Sinn, weil Geimpfte sich wahrscheinlich seltener testen lassen. Gleichzeitig ist damit die hier angegebene Inzidenz über alle Bevölkerungsgruppen per se niedriger als die Inzidenz basierend auf allen positiven Fällen.

2. Weil die Aufschlüsselung nach geimpften und ungeimpften Fällen Zeit braucht, gibt der Senat die aufgeschlüsselte Inzidenz mit einer Woche Verspätung heraus. Entsprechend läuft diese Grafik auch immer eine Woche hinterher.

3. Fälle, bei denen der Impfstatus unklar ist, werden in die Inzidenz der Ungeimpften hineingerechnet. Potenziell wird hier also die Inzidenz für die Ungeimpften überschätzt. Ferner merkt der Senat an: "Unbekannt ist die Zahl der länger als 6 Monate Genesenen, die durch eine einfache Impfung auch einen vollständigen Schutz erhalten haben. Dies kann zu einer Unterschätzung der Inzidenz in der nicht oder nicht vollständig geimpften Bevölkerung führen."

4. Da das Impfquotenmonitoring des RKIs wohl nicht alle Impfungen erfasst, ist die Bevölkerung mit Impfschutz potenziell größer und entsprechend die Inzidenz in dieser Bevölkerungsgruppe womöglich überschätzt. Dem entgegen stehen positive Fälle, bei denen die vollständige Impfung zu spät gemeldet wird und die somit nicht in die Fallstatistik fallen. Dies könnte also zu einer Unterschätzung.

Für Brandenburg fehlt eine kontinuierlich aktualisierte Analyse der Inzidenz aufgesplittet nach Geimpften und Ungeimpften.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Wie ist die Lage in den einzelnen Regionen?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage gemeldet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, können Sie hier nachlesen.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Zudem listen hier für Berlin und die Landkreise Brandenburgs auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Ergänzende Grafiken

Hier zeigen wir weitere Daten, die das aktuelle Geschehen mehr in Kontext setzen.

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben zum Beispiel an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Und dass bisher in jeder Welle immer zuerst die Jüngeren sich infizieren und dann nach und nach die Älteren. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag stellen wir hier den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise dar. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir nachträgliche Korrekturen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an bestimmten Tagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber deutlich komplexer, die Verdopplungszeit hat damit nur eine begrenzte Aussagekraft. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Wieso werden keine Daten zu Varianten mehr gezeigt?

Aktuell ist die Delta-Variante die dominierende Variante mit teilweise 99% an Prävalent. Entsprechend führen wir diese Grafik vorerst nicht weiter.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [salbe] vom 21.10.2021 um 21:46
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10186 Kommentare

  1. 10186.

    Der einzige aktive Beitrag der Pflegefälle wäre sich boostern zu lassen. Solange nicht alle geboostert sind, wären zusätzlichen Präventionen Dritten abzuverlangen (PCR-Test, Maske, etc).
    Würde man als vulnerable Person eine Boosterimpfung ablehnen, weil man dies für Unzumutbar hielte? In meinem Umfeld kenne ich keinen älteren Menschen der die Impfung ablehnt. Im ganzen Gegenteil, die Nachfrage nach Impfstoff ist gerade so hoch, dass wir es schon wieder logistisch nicht auf die Reihe bekommen, obwohl wir im Impstoff schwimmen.

  2. 10185.

    Ich habe das so verstanden von den inzwischen mehreren Autoren: Wenn 100% geimpft wären, gäbe es trotzdem eine Hospitalisierungquote im Rahmen der erwarteten Impfdruchbrüche. Wenn man dazu sieht, daß auch in Ländern mit sehr hoher Impfquote sich trotzdem eine massive Infektionsdynamik aufbaut, könnten diese zu erwartenden Impfdruchbrüche in recht kurzer Zeit anfallen und damit trotzdem wieder ein (zeitweises) Überlastungsproblem darstellen.

  3. 10184.

    Danke. Aber ich glaube, das interessiert hier schon niemand mehr - war ja auch schon recht lange her die Vorhersage - die Themen-Karawane hier ist schon weitergezogen.

  4. 10183.

    Nein, wären ALLE Personen vernünftg geimpft (also unter Delta mit Boosterung), wäre kein oder sehr wenige Covidfälle im Krankenhaus. Nichtsterile Impfung bedeutet ja nur, dass der Geimpfte selbst ansteckend sein kann und demenstprechend Krankheitssymptome zeigen kann.

  5. 10182.

    Es ist schon spannend, wie sehr man sich jetzt über einen möglichen Kollaps des Gesundheitssystems sorgt. Jahrelang hat es niemand interessiert, dass die dort Beschäftigten teilweise zu Spottpreisen zu unmenschlichen Zeiten teils schwere Arbeit leisten müssen, zu welcher ein großer Teil unserer Spaßgesellschaft schlichtweg keine Lust hätte! Profit war das Wichtigste. Im übrigen fand dieselbe Leopoldina, die heute schlaue Ratschläge gibt, noch vor wenigen Jahren hunderte Kliniken verzichtbar...

  6. 10181.

    Es wäre schön wenn man zur Abwechslung mal die Betroffenen fragen würde.
    Man gewinnt den Eindruck (allgemein, nicht sie persönlich) mit Einzug in ein Altenheim gibt man automatisch die Entscheidungsgewalt ab.
    Welche Maßnahmen würde man dort noch akzeptieren und ab wann sind die Einschränkungen nicht mehr lebenswert.

  7. 10180.

    Nein würden sie nicht. Wären JETZT alle VOLLSTÄNDIG (bei Delta mit Auffrischung) geimpft, würde da niemand bis sehr wenige liegen. Nicht sterile Immunität bedeutet ja nicht zwangsläufig Hospitalisierung sondern NUR Infektiösität. Das heißt Geimpfte können auch an Corona erkranken und Symptome zeigen. Sterile Immunität hieße dagegen man bekäme weder Corona noch wäre man ansteckend.

  8. 10179.

    Sascha redet hier über die Belegung der Intensivstation. Diese Betten die durch COVID Erkrankungen belegt sind, sind im Moment zu 50% von Geimpften und 50% von Ungeimpften belegt. Was er meint ist, wenn jetzt wirklich ALLE in Deutschland geimpft wären, würden ja die Geimpften da trotzdem noch liegen (ausser man geht von einer sterilen Immunität aus, die es aber ja nicht gibt).

  9. 10178.

    Ja Moderna und Biontech/Pfizer haben die Personen aus den Zulassungsstudien weitergetrackt. Beide Unternehmen hatten gemeldet, dass die Wirkung ihrer Impfstoffe sechs Monate nach der zweiten Impfung immer noch bei über 90 % liegt. Die Daten stammen allerdings aus dem Frühjahr, als die Delta-Variante noch nicht dominierte.
    Durch die enge Zusammenarbeit des israelischen Gesundheitssystems mit Phizer wurde aber der Einbruch der Wirksamkeit nach Deltadominanz rechtzeitig getrackt, sodass Boosterempfehlungen von Phizer als Gegenmaßnahmen eingeleitet werden konnten. Diese Daten lagen auch dem RKI vor und Wieler, Drosten haben auch sofort auf die Boosterung der vunerablen Gruppen gedrängt. Das meine ich mit Umsetzung von Empfehlungen der Impfhersteller. Denn nur die Hersteller können enstprechende Gegenmaßnahmen empfehlen. Da Lauterbach ein exzellenter Epidemiologe ist, erwarte ich zukünftg keine derartigen Pannen mehr. Die Toten der 4. Welle waren vermeidbar.

  10. 10177.

    Wieso März, die vulnerablen Gruppen werden seit November geboostert, die können sie nicht einfach aus der Bilanz nehmen?? Für jeden geboosterten Vulnerablen sinkt die Hospitalisierungs und Sterbewahrscheinlichkeit drastisch, siehe wieder Daten aus Israel.
    Das ist doch überhaupt der Grund warum geboostert wird!!

  11. 10176.

    Hab' ich was von Boostern gesagt?
    Das sind die Zahlen des RKI. Schauen Sie einfach selbst nach:
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenberichte_Tab.html
    Über die Zahlen, die nach dem Boostern entstehen, kann weder ich, noch das RKI spekulieren. Im Moment interessiert es weniger, wie der Erfolg (frühestens) im März aussehen wird.

  12. 10175.

    >>Leider ging das zu Lasten der Wirkdauer insbesondere bei den vulnerablen Gruppen.<<
    Bestand ursprünglich überhaupt eine bessere Wirkdauer? Gab es dazu innerhalb der kurzen Erprobungszeit Daten?

    >>Entscheidend ist, und das könnte mit Lauterbach erstmals auch klappen, dass gemäß Herstellerempfehlung geimpft wird.<<
    Welche Herstellerangaben? Weicht das von der momentanen Praxis ab? Bitte genauer beschreiben!

  13. 10174.

    Ich weiß nicht wie sie nach der Boosterimpfung auf 50% Hospitaliserungs- und Todesrate bei den vulnerablen Gruppen kommen. Wenn dies so wäre, wäre eine Boosterimpfung ja sinnlos??
    Am besten immer den Blick nach Israel bzw. USA. Hier können sie den Effekt und die Wirksamkeit des Impfgeschehens sehr gut ablesen. Gerade das Gesundheitssystem in Israel bietet in Zusammenarbeit mit Phizer eine gute Studiengrundlage zu solchen Fragen.

  14. 10173.

    Richtig, natürlich darf der Schutz der vulnerablen Gruppen in der jetzigen Lage nicht alleine auf dem Impfschutz beruhen. Natürlich wäre ein aktueller PCR-Test bei Besuch eines Pflegeheims wichtig. Gleiches gilt für das gesamte dort arbeitende Personal. Dieses muss geimpft und natürlich regelmäßig gemonitort werden. Maskenpflicht ist dabei auch selbstverständlich.

  15. 10172.

    Ja sie haben Recht, Alpha ist schon die erste Mutante. Aber Biontech und Moderna haben bisher alle SARS-COV-2-Varianten gemonitort und hinsichtlich Wirksamkeit ihrer Impfstoffe überprüft. So einfach ist das nämlich nicht zu entscheiden, konzentriere ich mich auf einen Impfstoff der nächsten Generation oder passe ich den alten Impfstoff ersteinmal an. Da hängt eine ganze Latte von Rohstoffen, Lieferketten, Produktionsstätten und Investitionen dran. Aus dem Grund hielte man den Impfstoff auch noch für Delta-sicher genug. Leider ging das zu Lasten der Wirkdauer insbesondere bei den vulnerablen Gruppen. Ja und die flächendeckende Impfung ist ein besserer Ausweg, als eine natürliche Durchseuchung, es sei denn sie nehmen den Kollaps des Gesundheitssystems in Kauf.
    Entscheidend ist, und das könnte mit Lauterbach erstmals auch klappen, dass gemäß Herstellerempfehlung geimpft wird. Dann und nur dann wird die Panemie langsam endemisch bei vergleichweise niedrigen Todeszahlen und Langzeitfolgen.

  16. 10171.

    Ich glaube, hier sollte mal was richtig gestellt werden. Die Impfstoffe gegen Corona wurden nicht für das Virus der Alpha-Variante entwickelt. Wer sich zu der Zeit schon mit dem Thema beschäftigt hat sollte sich eigentlich noch an die Diskussionen erinnern können, ob die Impfungen auch für die Alpha-Variante geeignet sind, damals noch als britische Mutation bezeichnet. Die ersten Impfstoffe waren bei uns verfügbar, als die Alpha-Variante begann, den Ur-Typ zu verdrängen. Der Urtyp ist ohne maßgebliche Unterstützung durch Impfungen wieder zurück gedrängt worden, bei der Alpha-Variante geößtenteils auch. Wie kann man sich heute sicher sein, dass nur eine hohe Impfquote einen Ausweg aus der Pandemie bringen kann?

    Ich befürworte eine hohe Impfquote, sie ermöglicht im W-Halbjahr eine weitestgehende Normalität in den meisten gesellschaftlichen Bereichen, ohne dabei unsere Risikogruppen übermäßig zu gefährden. Der Schutz der Risikogruppen sollte aber nicht allein auf Impfungen bauen.

  17. 10170.

    Besten Dank für die Ausführungen! Wissen Sie, wie viele geboosterte Menschen sich unter den 45% befinden? Viele dürften es theoretisch nicht sein und die Zahl der Patienten müsste dann theoretisch auch deutlich unter 50% liegen können, wären alle 3x geimpft. Theoretisch...

    https://www.quarks.de/allgemein/wann-welcher-booster-sinnvoll-ist/
    "In Israel haben umfangreiche Auffrisch-Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech dafür gesorgt, dass die neue Infektionswelle im Sommer gebrochen wurde. An den Daten aus dem Land kann man sehr gut sehen, welchen Effekt die dritte Dosis hatte.
    Dreifach-Geimpfte hatten sieben Tage nach der letzten Dosis nochmals
    93% weniger Krankenhauseinweisungen
    92% weniger schwere Verläufe und
    81% weniger Todesfälle
    als Doppelt-Geimpfte, bei denen die zweite Dosis fünf Monate her war."

  18. 10169.

    Vielleicht muss man es Ihnen vorrechnen:
    Im aktuellsten RKI-Wochenbericht wird für die ITS-Hospitalisierten und Verstorbenen in Ü60 eine Impfdurchbruchquote von 45% angegeben. Die restlichen 55% gehen an die Ungeimpften. Da diese nur ca. 10% der Bevölkerung ausmachen, ist eindeutig, dass deren Gefährdung zu einem schwerwiegendem Krankheitsverlauf ca. 10x so hoch ist. Das spricht überdeutlich für Impfung.
    Doch was, wenn alle geimpft wären? Wie hoch ist dann die die Belegung auf den ITS bzw. die Verstorbenenquote? Immernoch ca. 50% der derzeitigen! Reicht Ihnen das?
    Wenn man es mit einem Zurückfahren der Pandemie ernst meint, dann reicht das Beharren auf hoher Impfquote nicht aus. Testen der Geimpften ist zusätzlich dringend erforderlich. Das jedoch wird weder von der Politik, noch den Medien so kommuniziert!

  19. 10168.

    Sie haben recht, es geht einiges Durcheinander. Erstens wurde die Variante Alpha zwei Wochen nach Zulassung des ersten Impfstoffes (2.12.20) entdeckt. Die Referenzstämme bei Entwicklung der Impfstoffe waren B und Variante B1.
    Ihre Überlegungen zur abnehmender Wirksamkeit der Impfstoffe folgen zwar der weit verbreiteten Meinung, lassen aber außer Acht, dass die ursprünglichen diesbezgl. Beteuerungen der Hersteller inzwischen mit großer Skepsis betrachtet werden. Warum es so ist erfahren Sie wenn Sie sich mit Einzelheiten des Studien Design der Pfizer-Kontrollstudie zur Phase 1 und 2 auseinandersetzen, Studie in der 43 Tsd. Probanden und eine 28 Tsd. große Kontrollgruppe teil genommen haben und die diese berühmten 96% in die Welt setzte. Am besten schauen Sie sich bitte die Alters- und Geschlechtsverteilung der Probandengruppe an; stellen Sie sich die Frage wie viele Vulnerable darunter waren und mit welchen Vorerkrankungen. Glauben Sie, Sie werden staunen.

  20. 10167.

    Hallo Björn, ich denke, nun ist es an der Zeit, Ihnen für Ihre treffende Prognose zu gratulieren! Sie haben den hoffentlich nicht nur vorläufigen Höhepunkt der Fallzahlen für Berlin und Brandenburg korrekt vorhergesehen und gegen sämtliche Widerstände verteidigt. Meinen Respekt haben Sie. Weiter so!

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