Corona-Grafiken - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Fr 25.11.22 | 13:11 Uhr | Von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske
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Wie viele Covid-19 erkrankte in Brandenburg/Berlin im Krankenhaus behandelt werden seit 01.09.2021. (Quelle: Senat Berlin/rbb24)
Bild: Senat Berlin/rbb24

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Covid-19-Erkrankte liegen in den Kliniken? Wie entwickelt sich die Lage? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann

Aktuell

  • Das Wichtigste im Überblick

Krankenhausaufenthalte, Einweisungen auf die Intensivstation und Todesfälle – all das verursacht Corona nach wie vor, aber deutlich seltener als in früheren Phasen der Pandemie. Zu verdanken ist das den Impfungen, den besseren Therapiemöglichkeiten und auch den milderen Varianten des Virus. Und das zeigt sich auch im Vergleich der Klinikzahlen mit den Höhepunkten der Pandemie.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Entsprechend wollen wir bei rbb|24 noch mehr den Fokus verschieben - weg von den reinen Fallzahlen, hin zu den Vergleichen der klinischen Fälle. Das ist – neben dem Vergleich zu den Hochphasen der Pandemie – auch der Vergleich mit den Durchschnittswerten auf den Normalstationen, Intensivstationen und bei den Sterbefällen seit März 2020.

Darum finden Sie hier auch die Kurven zu den Fällen in den Kliniken, einmal für die letzten Monate und für die Zeit seit Beginn der Pandemie.

Und hier finden Sie die Kurven zu den Sterbefällen.

Der Vorteil dieses Vergleichs: die Definition und Statistik eines Covid-Falls im Krankenhaus oder auf dem Sterbebett hat sich seit dem Anfang der Pandemie nicht grundlegend geändert. Die Zählung der reinen Infektionen in gewisser Weise aber schon, weil viele Infektionen zwar per Schnelltest nachgewiesen werden, aber nur per PCR getestete Fälle in die Statistik eingehen.

Der Nachteil: Ganz genau sind die Zahlen zu den schweren Verläufen auch nicht. Denn zum einen gibt es Hinweise darauf, dass durch die mildere Omikron-Variante mehr Menschen mit als wegen Corona in die Klinik müssen oder gar versterben. Sprich die aktuellen Zahlen könnten in dieser Hinsicht das Problem überschätzen.

Zum anderen dauert es, bis Erkrankte in die Klinik kommen und mitunter sogar versterben. Entsprechend stellen diese Zahlen nur sehr verspätet die aktuelle Lage und Dynamik dar. Darum zeigen wir auch weiterhin, wie sich die reine Zahl der gemeldeten Fälle von Woche zu Woche verändert, nutzen aber als Kontext die Angaben des RKI zur Testzahl und Testpositivität für Berlin und Brandenburg.

Im Folgenden finden Sie weiterhin regional aufgeschlüsselt die Zahl der durch Covid-19-Patientinnen und Patienten belegten Intensivbetten, sowie die Hospitalisierungsinzidenz - trotz der bekannten Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene, die zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] thematisiert haben.

Hier finden Sie die Kurve der Fallzahlen, die allerdings durch die massiven Änderungen in der Teststrategie an Aussagekraft verloren hat und weniger relevant ist. Gleichwohl wollen wir sie aus Transparenzgründen nicht komplett streichen.

Ähnliches gilt auch für die Übersicht zu den Inzidenzen in den Landkreisen und Berliner Bezirken. Sie haben kaum noch Relevanz in der politischen Diskussion. Gleichzeitig könnten Sie frühzeitig auf eine andere Infektionsdynamik hinweisen.

Die Übersicht zu den Impfungen: Nach wie vor zeigen zahlreiche Studien, dass auch bei Omikron die Impfung der entscheidende Unterschied ist, wenn es um die Schwere der Verläufe geht.

Ganz verzichten wollen wir zumindest vorerst auf einige andere Grafiken. Das wären zum Beispiel die Grafiken zum Alter der Infizierten, eben weil die verschiedenen Altersgruppen höchst unterschiedlich getestet werden. Auch die Daten zum Anteil der verschiedenen Omikron-Varianten und die Berliner Corona-Ampel fallen künftig weg, sei es weil die Variante BA.2 klar das Geschehen dominiert oder weil sie schlicht schon lange kein Entscheidungskriterium mehr ist.

Weiterhin stellen wir die Entwicklung der Testpositivität und die Testzahlen dar, wenngleich auch das vor allem als Diskussionsgrundlage dienen soll.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Nicht ganz. Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen abzufangen, indem wir nachträgliche Korrekturen auf mehrere Tage verteilen.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Berlin, Brandenburg und auch das RKI haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 verzichtet darum vorerst auf eine Aktualisierung am Wochenende und führt nachträglich am Montag die Datenstände für Samstag und Sonntag fort.

Warum wählt rbb|24 einen Sieben-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen und Sterbefällen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der Sieben-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist ein Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zum Vergleichszeitraum mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen, Tests, Intensivfälle etc. gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zum Vergleichszeitraum mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen, Tests, Intensivfälle etc. gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Klinikfälle, weil hohe Infektionszahlen oder gar hohe Belastungen in einer Klinik nicht notwendigerweise mit dem Infektionsgeschehen dort zu tun haben. Deshalb soll auch nur der Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermieden werden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen. Ferner impliziert der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und im Idealfall isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben. Daher verzichtet rbb|24 auf eine Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [Peter a] vom 17.09.2022 um 22:02
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1545 Kommentare

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  1. 1545.

    Der Artikel in der Ersten Fassung besagte in der Überschrift, Mehrfachinfektionen schwerer als Erstinfektionen. Ja das kann wohl sein, muß aber nicht. Der Vergleich war auch nicht der Gegenstand der Studie. Vom Rest, soweit ich ihn gelesen habe, habe ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich verstanden. Als ich mir das Heute nochmal ansehen wollte war diese Überschrift mit einer Klarstellung ersetzt. Man sollte nicht jede Überschrift für bare Münze nehmen, nur weil sie einem gefällt,

  2. 1544.

    "12% waren unter 38,8 Jahre alt (das Durchschnittsalter der US-Bevölkerung im Jahr 2021), was 680.358 Teilnehmer betrug." Insgesamt wurden von 5.784.000 Menschen die Datensätze ausgewertet. Das waren dann 5,1 Mio über 38,8 Jahre. Logisch bei Kriegsveteranen incl. Vorerkrankungen.

  3. 1543.

    Selbst eine so "seriöse" Plattform wie GMX hat mittlerweile eine Berichtigung ihres Artikels vorausgestellt. Ja was nicht passt wird passend gemacht. Kennt man eigentlich Von "Andersdenkern und co" aus den beiden letzten Jahren. siehe auch Kommentar dazu von Icke.

  4. 1542.

    Die Impfpflicht im Gesundheitswesen läuft ja aus. Was ist eigentlich mit Bundeswehr und Feuerwehr? Hat da einer was gelesen?

  5. 1541.

    Dazu müsste man Daten von Wien haben und mit einer ähnlich großen Stadt vergleichen. Habe ich noch nicht nach gesucht. Würde mich aber auch interessieren. Ich denke, die Zahlen wären deckungsgleich. Die Ansteckungen finden woanders statt.

  6. 1540.

    Spielt eigentlich keine rolle mehr.
    Bayern und SH werden den Anfang machen und die Maskenpflicht im ÖPNV aufheben. Bayern vermutlich Mitte Dezember und SH am Jahresende.
    Und dann werden schnell die anderen Bundesländer folgen. Denn ein festhalten daran ist jetzt schon schwierig zu begründen. Mal schauen wann die ersten Klagen gegen die Verordnungen kommen, die auf die Neufassung des IFSG fussen.
    Ist meine rein persönliche Meinung.

  7. 1539.

    Das war auch schon die Vermutung hier zu Berlin bzw. Bayern mit dieser isolierten FFP2-Pflicht. Aber kann man das (im Gegensatz zu Deutschland) in Österreich mit soliden Daten belegen?

  8. 1538.

    Wien bleibt hart: Als einziges Bundesland gilt weiterhin FFP2-Pflicht in den Öffis. Die Expertenstimmen dagegen mehren sich
    Wenig Verständnis dafür hat Epidemiologe Gerald Gartlehner. Als "isolierte Maßnahme" habe die FFP2-Pflicht "keinen Effekt" auf Infektionswellen, sagte er der "Presse". Ins gleiche Horn stößt Komplexitätsforscher Peter Klimek. Die Maske dämpfe zwar die Infektionen ein bisschen, würde aber nicht zu wesentlich niedrigeren Zahlen führen.

  9. 1537.

    2. Versuch ohne Kommentar:
    Der Virologe Christian Drosten sieht einem Medienbericht zufolge in der raschen Abfolge der jüngsten Corona-Wellen ein Anzeichen für ein baldiges Ende der Corona-Pandemie. Ob der nächste Winter jedoch noch einmal hart werde, hänge davon ab, welche Omikron-Variante des Virus sich durchsetze, zitiert "Die Zeit" Drosten: "Gerade nehmen gleich zwei Omikron-Varianten Anlauf: BF.7 und BQ.1.1. BF.7 wäre der bessere Fall, diese Variante ist BA.5 sehr ähnlich, gegen das ein Großteil der Bevölkerung bereits immun ist. Es käme dann eine sanfte Winterwelle." Mit BF.7 wäre man "im endemischen Zustand angekommen".

  10. 1535.

    Was sie meinen sind die Eilentscheidungen.
    Ein ganzer Teil der Klagen wird erst noch abgearbeitet.
    So in Bayern vor ein paar Tagen entschieden…. Bundesverwaltungsgericht Ausgangssperre 2020 war unwirksam…. Das dauert noch bis es unanfechtbare Urteile geben wird.

  11. 1534.

    Hat auch schon mal jemand "erfolgreiche Klage ÖPNV Maskenpflicht" in google eingegeben und ebenso dort nichts dergleichen gefunden?

  12. 1533.

    Sehr gute Links die ntaürlich von den na-sie-wissen-schon ausgeblendet und verdrängt weden.

  13. 1532.

    „ Er verstehe die Eile der Bundesländer bei den Lockerungen nicht, sagte er mit Blick auf Pläne von Bayern und Schleswig-Holstein, in wenigen Wochen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr abzuschaffen. Einer solchen »leichtsinnigen« Entscheidung werde man sich nicht anschließen, betonte Lauterbach und verwies auf rund tausend Menschen, die pro Woche mit dem Coronavirus sterben und eine unerwartet hohe Übersterblichkeit im Oktober.“
    Also die Maskenpflicht im Oktober hat die Übersterblichkeit im Oktober nicht verhindert daraus zu schließen ein Wegfall der Maske ist schlecht…. Eine gewagte These.

  14. 1531.

    Das Interessante ist, dass es diese Schlagzeilen zur Übersterblichkeit im Oktober 2021 auch schon gab. Und ich bin mir sicher, wir werden nie erfahren, warum.

  15. 1530.

    Mit Kommentar kam es nicht durch, ich versuchs jetzt mal ohne.:
    "Wir verwendeten die nationale Gesundheitsdatenbank des US-Veteranenministeriums (das größte national integrierte Gesundheitsversorgungssystem in den USA), um die Analysen durchzuführen.
    Obwohl die Veterans Affairs-Bevölkerung, die aus meist älteren und männlichen Personen besteht, möglicherweise nicht repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung ist, umfassten unsere Kohorten 10,3% Frauen, die 589.573 Teilnehmer betrugen, und 12% waren unter 38,8 Jahre alt (das Durchschnittsalter der US-Bevölkerung im Jahr 2021), was 680.358 Teilnehmer betrug."

  16. 1529.

    Na da bin ich mal gespannt woran das wohl gelegen hat? Und ob es jemals aufgearbeitet wird. Das Fehler gemacht worden sind ist verständlich. Nur gab es spätestens seit Frühling 21 qualifizierte Stimmen außerhalb von Schiffmann, Bhakdi, Ballhaus und allgemeinen Staatsfremdelnden die ein anderes Vorgehen gegen Corona vorschlugen. Wie das fast hysterisch vom Tisch gewischt wurde, und teilweise noch wird, wissen wir ja. Mit Lauterbach wird es nicht ehrlicher und besser werden.

  17. 1528.

    Sehr interessante Grafik zur Übersterblichkeit im Oktober:
    https://www.n-tv.de/panorama/Deutlich-mehr-Todesfaelle-als-ueblich-im-Oktober-article23730648.html

  18. 1527.

    "Das Ziel unserer Analysen war es, die Gesundheitsrisiken zu untersuchen, die mit den Personen verbunden sind, die eine Reinfektion hatten (im Vergleich zu keiner Reinfektion). Unsere Analysen sollten nicht als Bewertung des Schweregrads einer zweiten Infektion im Vergleich zu dem einer ersten Infektion interpretiert werden, noch sollten sie als eine Untersuchung der Risiken gesundheitsschädlicher Folgen nach einer zweiten Infektion im Vergleich zu Risiken nach einer ersten Infektion interpretiert werden. Unsere Analysen liefern keine vergleichende Bewertung der Risiken einer Reinfektion mit verschiedenen Varianten oder Subvarianten."
    Schön, dass die Presse hier das ganz anders interpretiert...

  19. 1526.

    Nein, eine Typisierung wird nicht unterschieden, scheint aber für die Aussage auf Basis der langen Datenreihe keine große Rolle zu spielen, sonst würden die Autoren da extra drauf hinweisen - sie weisen darauf hin, daß das Virus häufig mutiert und die genaue Ursache für den gefunden Effekt nicht vollständig verstanden ist. Interessant finde ich auch, daß die Infektionsabstände bei aufeinander folgenden Infektionenen recht stabil im Bereich 150-200 Tage liegen (Results, Abstand 1./2. und 2./3. Infektion).

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