Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Mi 01.12.21 | 11:29 Uhr | Von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske
  10017
Corona-Infektionen seit März 2020 in Berlin. Grafik oben links: Corona-Infektionen seit März 2020 in Brandenburg (Stand 19.11.2021) (Quelle: rbb24/Datawrapper)
Bild: rbb24/Datawrapper

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann

Aktuell

  • Das Wichtigste im Überblick

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder für die letzten Monate. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wo liegen die Hospitalisierungsinzidenzen?

Durch die Impfungen ist die reine Inzidenz nur bedingt aussagekräftig. Denn eine Inzidenz von hundert bei einer ungeimpften Bevölkerung ist etwas anderes als bei einer zumindest in Teilen geimpften Bevölkerung. Gleichwohl kann es immer noch zu Überlastungen auf den Intensivstationen kommen.

Mit dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 18. November wurden darum flächendeckende Regelungen an die Hospitalisierungsinzidenz gekoppelt. Hierbei gibt es ein Stufenmodell.

- Liegt der Wert über 3: Es gilt die 2G-Regel (geimpft oder genesen) für Freizeiteinrichtungen, Veranstaltungen, gastronomische Einrichtungen und körpernahe Dienstleistungen sowie Hotels.

- Liegt der Wert über 6: Es gilt 2GPlus, Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen aktuellen Test vorweisen.

- Liegt der Wert über 9: In Abstimmung mit den jeweiligen Landtagen weitere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Verbote von Veranstaltungen

Allerdings gibt es bei diesem Indikator erhebliche Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene wie zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] zeigen. rbb|24 stellt darum für jeden Tag die Hospitalisierunginzidenz dar:
- wie sie am aktuellen Tag gemeldet wurde
- und wie sie eine Woche später basierend auf Nachmeldungen und Korrekturen aussieht.

So wollen wir vermeiden, dass wir in der selben Kurve einen Abwärtstrend nur deshalb zeigen, weil bei früheren Tagen bereits Nachmeldungen eingeflossen sind. Gleichzeitig wollen wir mit der Plus-7-Tage-Kurve zeigen, dass der aktuelle Wert noch erheblich durch Nachmeldungen wohl korrigiert wird.

Ferner finden Sie die Hospitalisierungsinzidenz hier auch noch nach Altersgruppen aufgeschlüsselt. Hier nehmen wir allerdings die Rohdaten des RKIs weswegen es eben für aktuellere, unvollständige Werte erhebliche Verzerrungen geben kann.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat oder vollständig geimpft ist.

Hier finden Sie separat Angaben zum Teil der Bevölkerung, der schon eine Auffrischungsimpfung bekommen hat. Dies wird deshalb unabhängig von Erstimpfung und vollständiger Impfreihe angezeigt, weil die Booster-Impfung einen leicht anderen Effekt hat. Für die Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen minimiert sie wohl noch mehr das Risiko von schweren Verläufen. Bei Jüngeren geht es – noch mehr als bei Erst- und Zweitimpfung – vor allem darum, dass sie so eine Infektion und entsprechende Weiterverbreitung vermeiden.

7-Tage-Inzidenz aufgeteilt nach Geimpften und Ungeimpften

Seit Ende September weist der Berliner Senat auch die Inzidenz separat für Geimpfte und Ungeimpfte aus. Hier können Sie die Entwicklung dieser Inzidenz sehen, es muss jedoch auf einige Einschränkungen hingewiesen werden:

1. Die Statistik umfasst nur symptomatische, positiv-getestete Fälle. Dies macht Sinn, weil Geimpfte sich wahrscheinlich seltener testen lassen. Gleichzeitig ist damit die hier angegebene Inzidenz über alle Bevölkerungsgruppen per se niedriger als die Inzidenz basierend auf allen positiven Fällen.

2. Weil die Aufschlüsselung nach geimpften und ungeimpften Fällen Zeit braucht, gibt der Senat die aufgeschlüsselte Inzidenz mit einer Woche Verspätung heraus. Entsprechend läuft diese Grafik auch immer eine Woche hinterher.

3. Fälle, bei denen der Impfstatus unklar ist, werden in die Inzidenz der Ungeimpften hineingerechnet. Potenziell wird hier also die Inzidenz für die Ungeimpften überschätzt. Ferner merkt der Senat an: "Unbekannt ist die Zahl der länger als 6 Monate Genesenen, die durch eine einfache Impfung auch einen vollständigen Schutz erhalten haben. Dies kann zu einer Unterschätzung der Inzidenz in der nicht oder nicht vollständig geimpften Bevölkerung führen."

4. Da das Impfquotenmonitoring des RKIs wohl nicht alle Impfungen erfasst, ist die Bevölkerung mit Impfschutz potenziell größer und entsprechend die Inzidenz in dieser Bevölkerungsgruppe womöglich überschätzt. Dem entgegen stehen positive Fälle, bei denen die vollständige Impfung zu spät gemeldet wird und die somit nicht in die Fallstatistik fallen. Dies könnte also zu einer Unterschätzung.

Für Brandenburg fehlt eine kontinuierlich aktualisierte Analyse der Inzidenz aufgesplittet nach Geimpften und Ungeimpften.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Wie ist die Lage in den einzelnen Regionen?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage gemeldet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, können Sie hier nachlesen.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Zudem listen hier für Berlin und die Landkreise Brandenburgs auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz (seit 02.09.2021)

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Ergänzende Grafiken

Hier zeigen wir weitere Daten, die das aktuelle Geschehen mehr in Kontext setzen.

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben zum Beispiel an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Und dass bisher in jeder Welle immer zuerst die Jüngeren sich infizieren und dann nach und nach die Älteren. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag stellen wir hier den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise dar. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir nachträgliche Korrekturen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an bestimmten Tagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber deutlich komplexer, die Verdopplungszeit hat damit nur eine begrenzte Aussagekraft. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Wieso werden keine Daten zu Varianten mehr gezeigt?

Aktuell ist die Delta-Variante die dominierende Variante mit teilweise 99% an Prävalent. Entsprechend führen wir diese Grafik vorerst nicht weiter.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Selbstundstaendig] vom 21.10.2021 um 01:32
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

10017 Kommentare

  1. 10017.

    Das mag alles stimmen, aber Ihre Wortwahl entspricht nicht dem was tatsächlich passiert. Ihre Aussagen scheinen mir gefiltert nach subjektiven Wahrnehmungen oder Interessen.
    Fixierung auf Impfen ist nicht die einzige Maßnahme die ergriffen wurde. Verfolgen Sie unvoreingenommen die Berichterstattung und Sie werden auch den Rest wahrnehmen.
    Natürlich wird öffentlich die Diskussion darüber geführt. Einfacher Grund, Impfung ist die billigste, gerechteste, einfachste, zuverlässigste einfach gesagt beste Waffe die man hat und die bisherigen Zahlen sind regional weit weg von 77% oder höheren Impfquoten. Da kann ich jeden Politiker gerade auf unterer Ebene verstehen, der dann auch mal Emotionen zeigt. Eigentlich fehlt genauso sowas um dem einen oder anderen klar zu machen, wie beschissen die Situation für diejenigen ist die die ganze Chose ausbaden müssen. Das sind nicht wir die hier am heimischen PC sicher und geschützt rumsitzen und alles besser wissen.
    §29 Polizeigesetz passt da gut

  2. 10016.

    Das stimmt so nicht und ist auch gar nicht umsetzbar. Der Status kann nicht am selben Tag verfallen an dem die Drittimpfungen überhaupt erst empfohlen ist.
    Daher soll das Zertifikat EU weit nach 9 Monaten ungültig werden. Somit hat jeder 3 Monate Zeit sich die Auffrischung geben zu lassen.
    Wo haben Sie denn die 6 Monate her?

  3. 10015.

    Angesichts unserer Diskussion vor ein paar Tagen über die Fähigkeit zur Übertragung von SARS-CoV-2 bei Ungeimpften versus Geimpften sei an dieser Stelle dieser journalistische Artikel empfohlen:

    https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/12/ungeimpfte-geimpfte-infektionen-r-wert-studie-hu-berlin.html

    So wünsche ich mir aufklärenden Journalismus. Ganz großes Lob für diesen Artikel!

  4. 10014.

    Da Sie sich bereits eine Meinung bilden konnten, wäre es prima, wenn Sie einmal kurz den Ablauf der Komplettsequenzierungen darstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aus Ihrer Sicht benennen könnten. Bitte in einfachen Worten, danke! :)
    Ich könnte mir vorstellen, dass der Faktor Zeit eine Komplettsequenzierung aller Proben verhindert und dadurch Einzelfälle nicht erkannt werden, sondern erst, wenn man speziell danach sucht, habe von diesem Thema aber leider gar keine Ahnung.

  5. 10013.

    Schweden: "(Und ich weiß auch nicht, welchen Einfluss das Klima dort hat...)"
    Klima würde ich nicht denken. M.E. ist es fast vollständig die antipandemische Strategie der Politik bei Ländern mit vergleichbarem Entwicklungsstand.

    Das Klima ist in den skandinavischen Ländern + Island ja etwa gleich.

    Hier die Todefallzahlen/1Millionen Bevölkerung.

    Dabei sticht Schweden deutlich heraus und unterscheidet sich in seinem “Erfolg” der Coronabekämpfung kaum von Deutschland.

    Aber: Schweden hat eine 7,7 fach höhere Todesrate als das Nachbarland Norwegen. Norwegen hat wiederum fast japanische Werte hat.

    Tote bis jetzt je 1 Millionen Einwohner:

    Island 102

    [Japan 146]

    Norwegen: 192

    Finnland: 243

    Dänemark : 500

    [Deutschland 1215]

    Schweden: 1485

    Quelle:
    https://www.worldometers.info/coronavirus/#countries

  6. 10012.

    "Das Expertengremium für Pandemiebekämpfung dürfte aber nicht erst bei Eintritt der Katastrophe gebildet werden, sondern müsste bereits bestehen, so wie Personal für Feuerwehr und Armee auch nicht erst im Einsatzfall gesucht werden, richtig? "
    Die beim Bundesinnenministerium angesiedelte Schutzkommission war so etwas. Sie hatte verschiedene Pandemiepläne ausgearbeitet, (z.B. Bevorratung mit Atemschutzmasken; Infektionskrankenhäuser etc.) Eine Publikation beschäftigt sich mit "Modi-SARS" einem hypothetischen Erreger aus Asien bei dem 1 Person 3 ansteckt. Trotzdem bei den Referenzereignissen (ab Seite 81) auch Superspreading erwähnt wird, wurde dem Thema Superspr., anders als in Japan, zu wenig Beachtung geschenkt. Die Erkenntnisse der 2015 aufgelösten Schutzkommission wurden heutzutage durch Versuch und Irrtum nochmal neu erfunden und die Stimme des Epidemiologen Kekule, der damals daran beteiligt war kaum gehört.
    https://dserver.bundestag.de/btd/17/120/1712051.pdf ab Seite 55

  7. 10011.

    Hat evtl. jemand in dieser Runde eine Erklärung?
    Problem: Corona Warn-App
    In der letzten Welle hatte ich bis zu ca. 25 Meldungen bei den "Risiko-Begegnungen" ... also von grün bis dunkelrot.
    Derzeit nicht eine einzige, obwohl sich mein Verhalten in der Öffentlichkeit (Öffis ect.) nicht geändert hat.

  8. 10010.

    Es gibt zunehmend eine Berichterstattung über gefälschte Impfpässe (z.Bsp. https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/12/corona-impfen-gefalschte-impfaesse-berlin.html). Leider wird kaum über die genauen Zahlen berichtet. Ist es überhaupt ein wesentliches Problem? Ist die Zahl so hoch, daß es wesentlich etwas an der Impfquote ändern würde? Hat eigentlich die WHO jetzt das Impfzertifikat der EU anerkannt, so daß es international einsetzbar wäre? Die WHO stand diesem Zertifikat mal ablehnend abwartend gegenüber.

  9. 10009.

    Da jetzt wohl wirklich geplant ist, den Geimpftstatus nach 6 Monaten verffallen zu lassen, wäre eine zusätzliche Kurve im Impfquotenplot interessant, welche alle Impfungen unberücksichtigt läßt, die älter als 6 Monate sind und noch keine Auffrischung hatten.

  10. 10008.

    Ob sich die Schweden konsequenter an die verordnete Quarantäne halten ? Hier scheint das nicht zu sein. Hatte heute vormittag / früh auf inforadio gehört wie es hier um die Dinge steht.

  11. 10007.

    Wenn jetzt weltweit die neune VOC gefunden wird (teilweise in Rückstellproben), wenn bekannt ist, wonach man suchen soll, wirft das in meinen Augen kein gutes Licht auf die Effizienz der Überwachungsprogramme mit Komplettsequenzierungen für die Suche nach neuen Varianten.

  12. 10006.

    Wir wissen es nicht!

    Wenn wir es nicht wissen, können wir damit auch nichts anfangen, sondern müssen uns weiterhin an das halten, was wir wissen: 1. Impfungen gegen schwere Erkrankungen und 2. Kontaktbeschränkungen gegen zu viele Neuinfektionen. Machen wir beides! Was fehlt Ihnen? Kompletter Lockdown??

  13. 10005.

    @rbb24: Interessant fände ich eine zeitliche Entwicklung der Hospitalisierungsquote (jeweils normiert auf 100k der Gruppe) für die Altersgruppen Kinder/Jugendliche, Erwachsene bis 60 Jahre undgrößer 60 Jahre jeweils aufgeteilt in Ungeimpft/Geimpft/Genesen als Graphik. Einzelwerte auf Wochenbasis könnte man vom RKI bekommen dafür. Das könnte man mit den Impfkampagne in den Altergruppen und den jeweiligen Verläufen der 7d-Inzidenzen vergleichen. Sollte sich ein neuer Virenstamm etablieren, könnte man so auch mögliche Auswirkungen verfolgen und hätte jetzt die Vergleichsdaten für den aktuellen Stamm.

  14. 10004.

    "Wieler nennt eine Sterbequote von 0.8% , die bei 50k Infizierten in ab jetzt 8 Tagen zu unabdingbar 400 Todesfällen am Tag führen würden. Wir werden sehen. Ich rechne selbst mit den RKI-Zahlen und komme auf over all 0,3% = 150 (lt. Oktober)"

    Leider lag ds RKI hier näher and der Realität als sie mit ihrer Vorhersage...

  15. 10003.

    Der Landrat war nur ein aktuelles Beispiel. Die Wortwahl auf allen Ebene der Politik dazu sollte ruhiger und sachlicher werden.
    Daß direkte Übernahme von Maßnahmen aus fernen Ländern oft nicht geht ist klar. Mir geht es eher um den Kern, also zu zeigen, daß das Management der Pandemie in anderen Ländern besser geht - weniger Infektionen, weniger Todesfälle im Zusammenhang damit und das mit durchaus auch nicht besseren Impfquoten. Die Fixierung auf die Impfquote kann nicht die alleinige Lösung sein, es sind die passenden flankierenden Maßnahmen zum Infektionsschutz die wesentlich sind für den Gesamterfolg - die Impfquote ist eher das Bonusprogramm zur Verminderung der Todesrate/schweren Komplikationen, wichtig aber nicht ausreichend. Aber zu guten Nachrichten aus dem Ausland herrscht in D oft nur Schweigen oder grundsätzliche Ablehnung - siehe auch andere aktuelle Kommentare.

  16. 10002.

    Oder nehmen wie Schweden. Dort gibt es kein 2G, 3G. Impfquote so hoch, wie hier. Im Vergleich kaum angeordnete Maßnahmen. Und es gibt keine Vierte Welle in unserem Sinne (Inzidenz 67).
    Jetzt wird spekuliert, woran das liegen könnte. Die einen Wissenschaftler sagen, es könne an der Kommunikation liegen, die dort konsistenter gewesen sei - die Leute machten deshalb freiwillig mit, und nähmen Maßnahmen quasi selbständig vor. Die anderen nehmen an, dass es doch an der höheren Grundimmunität läge, die durch die hohe erste/zweite Welle verursacht worden sein. Aber der Tenor ist: Wir wissen es nicht! (Und ich weiß auch nicht, welchen Einfluss das Klima dort hat...)
    Das jedoch interessiert hier ohnehin niemanden. Die BRD ist überzeugt, dass eine 100%ige Impfquote Heil über uns bringt. Wir werden sehen...

  17. 10001.

    @Nana: Diese Webseite wird nicht vom RBB betreut, da dort keine entsprechende Kompetenz vorhanden ist, sondern von einer privaten Agentur für Datenjournalismus, die damit vom RBB beauftragt wird.

  18. 10000.

    Sehr geehrte/r Selbstundstaendig, Ihre Feststellungen zu Rumänien sind nicht zutreffend.
    Hier zwei aktuelle Nachrichten:

    Lockdown für Ungeimpfte in Rumänien
    https://www.aerztezeitung.de/Politik/Lockdown-fuer-Ungeimpfte-in-Rumaenien-423922.html

    Rumänien hat – gemessen an seiner Bevölkerung – mittlerweile die höchste Corona-Todesrate der Welt.
    Im Verhältnis zur Bevölkerung liegt die Sterbeziffer fast siebenmal so hoch wie in den Vereinigten Staaten und fast 17-mal so hoch wie in Deutschland.
    https://www.stern.de/gesundheit/corona-hotspot-rumaenien--hohe-impfskepsis-und-so-viele-tote-wie-noch-nie-30907144.html

  19. 9999.

    An die Redaktion: vielen Dank für Ihre Arbeit, die sicherlich in Teilbereichen sehr mühselig ist.
    Steht es auf dem Zettel, dass es einen Bericht über die Methodik der medizinischen Betreuung von positiv Getesteten in den Arztpraxen beschäftigt? Frau Löffler hat einen ausgezeichneten Bericht über die Behandlung mit Antikörpern verfasst. Was passiert aber grundsätzlich? Ich kenne nur Arztpraxen, die nicht betreten werden dürfen, wenn Corvid19-ähnliche Symptome vorliegen.

  20. 9998.

    USA kann man bestimmt aus welchen Gründen auch immer nicht vergleichen.
    Nehmen sie England. Keine Maßnahmen und die tgl. Infektionen sind wie hier.
    Nachdem der Freedom das nicht zur prophezeiten Katastrophe geführt hat redet keiner mehr drüber.
    Es passt eben nicht zum einzig wahren Weg den Deutschland auserkoren hat. Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren