Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020 bis August 2021. Grafik links oben: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020 bis August 2021. (Quelle: datawrapper/rbb24)
Bild: datawrapper/rbb24

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann.

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 16.09.2021, 08:30 Uhr):

- Berlin: 85,8
- Brandenburg: 44,2

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 16.09.2021, 08:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 685

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 197, davon werden intensivmedizinisch 80 Personen behandelt und hiervon wiederum 49 beatmet
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.611 (+2)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 16.09.2021, 11:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 240
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 54, davon werden 15 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 12 beatmet - Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.831 (-1).

*Am Wochenende veröffentlicht Brandenburg keine Zahlen zu Corona-Patienten.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Wichtiger Hinweis: Der Berliner Senat hat zum 2. September 2021 sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens in der Corona-Warnampel geändert. Es berücksichtigt - statt der relativen Veränderung der 7-Tage-Inzidenz - wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden.

Zuvor hatte der Berliner Senat zum 23. Juli 2021 das System schon einmal verändert und diese relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz eingesetzt, statt des bis dahin genutzten 4-Tage-R-Werts als neuen Indikator innerhalb der Corona-Warnampel.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Wie verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten?

Der Wildtyp des Corona-Virus ist zunehmend von Varianten verdrängt worden, die sich besser ausbreiten und teilweise auch häufiger zu schweren Verläufen führen können. Teilweise wurde gezeigt, dass von einer Erkrankung mit dem Wildtyp Genesene an diesen neuen Varianten erkranken können.

Gleichwohl bieten die aktuellen Daten aus Studien zu Impfstoffen Hoffnung. Es sieht so aus, dass die Impfungen auch gegen diese Varianten helfen, sofern ein voller Impfschutz vorliegt. Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland sieht wie folgt aus:

Für den Moment zeigt rbb|24 hier nicht die Zahlen für Berlin und Brandenburg aus den RKI-Berichten [rki.de]. Zum einen, weil nur die Stichproben auf Bundesebene repräsentativ gezogen werden. Auf Länderebene oder in Laborverbänden wie ALM wird dann sequenziert, wenn zum Beispiel durch Ausfall bestimmter PCR-Marker oder Reisehintergrund der Infizierten es Verdachtsmomente gibt [rki.de]. Zum anderen, weil es aktuell keine maschinenlesbare Version der in den Berichten gezeigten Tabellen gibt.

Gleichwohl zeigen wir an dieser Stelle auch die Verteilung der Varianten in Nachbarländern und wichtigen Urlaubsländern Deutschlands. Diese Auswertung basiert auf dem Projekt Covariants.org, das hierfür Daten der Sequenzierungsdatenbank GISAID benutzt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass hier die Stichproben verzerrt sein können.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz (seit 02.09.2021)

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an Freitagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [Preuß ] vom 01.08.2021 um 22:19
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8749 Kommentare

  1. 8749.

    AufDemTeppichBleiben:
    "30-50% der geimpften haben keinen Impfstatus der vor einer Infektion und Weiterverbreitung des Virus schützen."

    Woher haben SIe diese Zahl? Gibt es dafür Belege?

    Im Übrigen ist eine bloße Infektion ohne Erkrankung kein Problem für den Geimpften. Denn die Impfungen sollen vor Erkrankung und insbesondere schweren Verläufen einer Erkrankung schützen. Und das machen sie sehr gut!

  2. 8748.

    In der Grafik mit der anteiligen Altersverteilung der Infektionen scheint sich eine Verschiebung anzudeuten zu wieder mehr Anteil bei den Altersgruppen mit hohem Alter.

  3. 8747.

    In den Medien und hier in den Foren wird immer gehetzt, dass sich mehr als 30% der Erwachsenen Bevölkerung nicht impfen lässt, das ist doch Unfug. Es gibt einfach nur noch sehr wenige Menschen in Deutschland, die sich impfen lassen könnten. Im kleinen einstelligen Prozentbereich. Langsam kommt es mit vor, als ob hier von dem Versagen dieser ganzen Impf-Nummer abgelenkt werden soll. 30-50% der geimpften haben keinen Impfstatus der vor einer Infektion und Weiterverbreitung des Virus schützen. Ich lach mich tot.
    Und auf dieser Datenbasis wird um noch ungeimpfte zu gängeln eine 2G Regelung eingeführt. Wieviel Inkompetenz kommt hier eigentlich zusammen.

  4. 8746.

    Zählt eigentlich noch jemand mit? Hier wird die Bevölkerung gegeneinander aufgehetzt wegen kleinster Prozentzahlen von Menschen die sich aus den unterschiedlichsten Gründen entschieden haben, sich nicht impfen zu lassen. Rechnen wir mal zusammen:

    62,30% der Bevölkerung vollständig geimpft (Erstimpfung sogar 66%).
    5-10% wahrscheinlich auch schon geimpft, aber nicht gemeldet (Was für eine Schlamperei).
    5 % offiziell getestet Genesene, weitere 5% Stille Feiung (Infiziert und immun ohne Symptome)
    12% der Bevölkerung unter 12 Jahren und nicht zur Impfung empfohlen.
    5% der Bevölkerung kann aus harten medizinischen Indikationen nicht geimpft werden.
    (6% der Bevölkerung zwischen 12-18 Jahren )

    Wenn ich jetzt hier alle Gruppen zusammen zähle komme ich mit der untersten Zahl auf 89% mit einem positiven Immunstatus gegen Corona oder nicht zur Impfung empfohlen.
    Nehme ich die höheren Zahlen bedeutet das, dass es weit über 95% sind, eigentlich geht es schon beinahe gegen 100%.

  5. 8745.

    Es wäre schön, wenn die aktuellen Zahlen für Brandenburg ergänzt werden. Es sind immer noch die von gestern genannt.

  6. 8744.

    Forts. Flatten The Curve bedeutet, daß man versucht die Wellen der Epidemie in einem Land zeitlich zu dehnen. Dabei ändert sich aber die Fläche unter der Kurve im Prinzip nicht gegenüber einem freien Lauf der Epidemie in dem Land. Der Effekt liegt also nicht in der Anzahl der Infizierten. Der Vorteil gegenüber keiner Maßnahme liegt bei der Opferzahl. Da man eine Überlastung des Gesundheitssystems vermeidet, kann man immer alle behandeln und hat nur die "natürliche" Opferzahl bei optimaler Behandlung und nicht zusätzliche Opfer aufgrund fehlender Behandlungsmöglichkeit. Länder mit Null-COVID-Strategie zeigen aber, daß da nach mehr geht und man auch diese Zahlen noch wesentlich verringern kann bei SARS-CoV-2 mit diversen klassischen Seuchenschutzmaßnahmen und man zusätzlich noch lange Zeiträume gewinnt, die de facto ohne Epidemie sind.

  7. 8743.

    Sehe ich anders, aber dafür ist eine Diskussion ja da. Das Ziel von Null-COVID ist möglichst wenig bis keine Infektionen und damit möglichst wenig Opfer. Das "auf ein oder andere Weise" bezieht sich darauf, daß diese Zielvorgabe verschieden versucht wird zu erreichen in den Ländern. Deutschland hatte solch ein Ziel niemals. Das einzige Ziel hier war und ist die Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden, alle Fallzahlen (und damit auch Opferzahlen) bis zu dieser Grenze sind von dieser Strategie hier akzeptabel. Begrenzt wurde hier (zumindest wurde es versucht) der Anstieg der Fallzahlen alias 7d-Inzidenz (deswegen nennt man diese Strategie auch gern Flatten The Curve) - niemals die Gesamtfallzahl oder Gesamtopferzahl. Ich finde diesen Unterschied zu grundlegend, als daß man die Strategien als vergleichbar ansehen kann.

  8. 8742.

    "Ein großer Anteil der Weltbevölkerung lebt in Staaten, welche auf die eine oder andere Weise ein Null-COVID Strategie versuchten oder noch verfolgen."
    Wenn dem so ist, dann zeigt es doch, wie wenig erfolgreich diese Strategie ist. Die verschiedenen Virusvarianten und jetzt die Deltavariante hätten sich nach einem Jahr Erfahrung mit Null-Covid sonst nicht so schnell ausbreiten können. Europa hat schnell gemerkt, dass geschlossene Grenzen nicht der richtige Weg sind und wenn Sie die Null-Covid-Strategie so weit aufweichen, dass sie in vielen Ländern "auf die eine oder andere Weise" versucht wurde oder wird, dann seien Sie bitte nicht so streng mit Deutschland, denn die hier versuchte Kontaktnachverfolgung und noch immer geltende Quarantänemaßnahmen sollten dann auch dazu zählen.

  9. 8741.

    Ich präferiere da keine Variante, ich fand aber die Logik gebrochen. Rein wissenschaftlich fände ich auch sehr flächendeckendes und häufiges Test interessant, da man so über genaue Ausbreitungswege für kommende Epidemien etwas lernen könnte. Allerdings hat ja die Nachverfolgung von genauen Infektionswegen hier nie so richtig funktioniert und es ist weiterhin über die Infektionsketten und Ansteckungsort nur in der Minderheit etwas genaues bekannt.

  10. 8740.

    "Nur noch anlassbezogenes Testen hatte ich schon vor mehreren Wochen präferiert."

    Nur anlassbezogenes Testen war schon immer die Strategie des RKI!

    Nicht anlassbezogenes Testen war die Idee medizinischer Laien und möchtegern-Experten.
    Hätte man den Bundespandemieplan bloß verfolgt, anstatt ab März 2020 immer weiter davon abzuweichen,
    was fachlich erarbeitet wurde . . . jetzt führt kein Weg mehr zurück.

  11. 8739.

    Was meinen Sie mit den meisten Staaten? Ein großer Anteil der Weltbevölkerung lebt in Staaten, welche auf die eine oder andere Weise ein Null-COVID Strategie versuchten oder noch verfolgen. Die rund 500Mio in Europa sind nicht sonderlich repräsentativ für die Weltbevölkerung, auch wenn sie sich über viele Einzelstaaten verteilen (die sich aber bei der Pandemie auch nicht gerade einig waren und auch mit gegenseitigen Grenzschließungen reagierten).

  12. 8738.

    Ja, das ist interessant. Gäbe es Delta nicht, gäbe es dann noch die vorherige(n) Variante(n) oder wäre die Pandemie schon beendet?

  13. 8737.

    Danke für diesen Kommentar! Nur noch anlassbezogenes Testen hatte ich schon vor mehreren Wochen präferiert. Man spart sich Unmengen an Ressourcen und hat weiterhin eine Kontrolle über die Virusausbreitung - aber nur dort, wo es auch gefährlich ist. So wie bei anderen Viren auch.

  14. 8736.

    Ich befürchte, wir werden nie genaue Zahlen erhalten - nicht, weil man sie nicht gerne präsentieren würde, sondern einfach aus Unvermögen. Gestern hatte ich irgendwo gelesen, dass D in Sachen Digitalisierung des Gesundheitswesens auf dem vorletzten Platz in Europa ist. Die Verwaltung des Status quo zieht die Mehrheit der Wählerschaft offensichtlich neuen Medien und Investitionen in dieses suspekte Neuland vor. So reicht es eben nur für Schätzungen bis die tatsächlichen Daten in ein paar Monaten/Jahren zusammengetragen sind...
    Leider zeigt wohl nur die Realität auf den ITS, ob schon genügend Leute geimpft sind und ob auch die letzten Restriktionen wegfallen können und man wird sich wohl hier nur weiter langsam vortasten.

  15. 8735.

    Die Frage stellt sich mir auch bezüglich der weiterhin lückenhaften Datenlage auf vielen Gebieten. Die immer wieder aufkommenden Diskussionen über neue Themen und immer wieder neue Aktionen (ohne vorher die Datengrundlage zu klären) erscheinen bisweilen wie Ablenkungsmanöver.

  16. 8733.

    "Schaden: gering"
    Lieber Peter A, wie erklären Sie sich die Entwicklung in Thailand? Prävention und Containment reichen vielleicht doch nicht um ein Virus wie Corona dauerhaft aufzuhalten?
    https://www.sueddeutsche.de/politik/thailand-corona-misstrauensvotum-1.5402828
    ...Bis zum vergangenen April war Thailand mit nur etwa einhundert Toten innerhalb eines Jahres eins der Musterländer, das mit seiner "No Covid"-Strategie die Zahlen hatte niedrig halten können. Dann kam die Delta-Variante, wie auch in den Nachbarländern Myanmar und Vietnam. Innerhalb der zurückliegenden fünf Monate steckten sich 1,2 Millionen Menschen in Thailand damit an, etwa 12 000 starben. Mitte August war die Zahl der Neuansteckungen bis auf 23 000 Fälle am Tag angestiegen, obwohl das Land bereits unter dem harten Lockdown ächzte.
    Krankenhäuser waren rasch überlastet, es wurden Notlazarette eingerichtet. 97 Prozent der Neuansteckungen und 99 Prozent der Todesfälle wurden in den vergangenen fünf Monaten gezählt...

  17. 8732.

    "wenn schon einzelne Nationalstaaten nicht miteinander können"
    Lieber Björn, es ist doch eher genau andersherum. Gerade, weil die meisten Staaten miteinander können und wollen, schotten sie sich nicht voneinander ab. Australien hat das Glück, relativ autark wirtschaften zu können und hat das lange Zeit erfolgreich genutzt. Hier bin ich Ihrer Meinung. Nun geht ein Teil von Australien aber von Lockdown zu Lockdown und die innerstaatliche Grenze zu Westaustralien soll vielleicht irgendwann 2022 wieder geöffnet werden. Hier sehe ich die Strategie inzwischen als gescheitert an und dass ein Land wie Deutschland seine Grenzen ebenso hätte überwachen können, das bleibt für mich unvorstellbar. Aber natürlich ist das nur meine Meinung, die ich hier vertrete, Sie haben Ihre Meinung und das macht den Stammtisch erst rund.

  18. 8731.

    Wenn großflächig für die Teilhabe am öffentlichen Leben 2G eingeführt wird, worin besteht dann noch die Motivation für Tests, insbesondere worin besteht noch die Motivation zum Testen für noch Ungeimpfte? Oder noch mehr auf die Spitze weitergedacht: Warum testet man dann überhaupt noch? Eigentlich hätten dann doch Tests nur noch medizinischen Sinn bei der Differtialdiagnostik einer Erkrankung. Aufgrund der entstehenden Lücken bei den Tests haben doch auch Nachverfolgungen der Gesundheitsämter nur noch begrenzten Aussagewert.

  19. 8730.

    Hallo Selbstundstaendig,

    1. wie schon mehrere Male erklärt und auch in der Grafik beschrieben: "Das RKI gibt nicht mehr kumuliert die Zahlen für Positivtests an. rbb|24 benötigt darum Presseanfragen, um die Positivquote zu errechnen. Das kann mitunter zu Zeitverzügen führen." Inzwischen gibt es die Daten zwar downloadbar beim RKI, aber wir müssen dennoch bis heute alles händisch zusammensuchen. Wir sind einfach nicht dazu gekommen, kümmern uns aber heute darum.

    2. Die Grafik zu den VOCs illustriert, wie schnell Varianten sich ausbreiten und sie lässt uns die Möglichkeit auf etwaige neue Entwicklungen und Varianten einzugehen. Darum ist sie da. Wenn Sie diese für unsinnig halten, dann ignorieren Sie sie einfach.

    Grüße

    HMB

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