Collage: Die Grafik im Vordergrund zeigt die Corona-Neuinfektionen in Berlin seit September 2020. Die Grafik oben rechts zeigt die Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit September 2020. (Quelle: rbb24/datawrapper)
Bild: rbb24/datawrapper

Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es - und wo? Werden Krankenhausbetten knapp? Und wo steht die Ampel? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske und Arne Schlüter

Aktuell

Für Berlin sehen die Zahlen wie folgt aus (Stand: 19.04.2021, 16:15 Uhr):

- Seit Anfang der Epidemie bestätigte Coronavirus-Infektionen: 159.720
- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 463
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 714, davon werden intensivmedizinisch 308 Personen behandelt und hiervon wiederum 241 beatmet.
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.153 (+3)

Für Brandenburg sehen die Zahlen wie folgt aus (Stand: 19.04.2021, 12:00 Uhr):

- Seit Anfang der Epidemie bestätigte Coronavirus-Infektionen: 96.899
- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 290
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 502, davon werden 149 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 132 beatmet*
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.453 (+4)

*An Wochenenden und Feiertagen meldet Brandenburg keine Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser. Wir führen deshalb an diesen Tagen den bestehenden Stand fort.

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, soweit es geht abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage. Das ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse. Wie sinnvoll diese bundeseinheitliche Regelung ist, können Sie hier nachlesen.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Die Reproduktionszahl R

Ist der R-Wert unterhalb 1,1 steht die Ampel auf Grün. Ist er über 1,1 und das 3 Tage in Folge, springt die Ampel auf Gelb. Bei einem R-Wert drei Tage in Folge über 1,2 steht die Ampel auf Rot.

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 20, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 20, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 30, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 15 Prozent liegt. Steigt der Wert über 15 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 25 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, wieso wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Außerdem zeigen wir hier nur noch den R-Wert des Senats und verzichten auf unsere eigene R-Wert-Berechnung. Das tun wir, weil inzwischen der Senat auch die Unsicherheit des R-Werts mit angibt, was unser zentraler Kritikpunkt war und Grund für die eigene Berechnung. Den Verlauf des R-Werts für Berlin mit oberer und unterer Schätzung sehen Sie hier:

Die obere und untere Schätzung als Angaben zur Unsicherheit der Berechnung sind wichtig. Inbesondere bei schnellen Veränderungen der Fallzahlen oder niedrigen Fallzahlen kann nämlich der R-Wert stark schwanken.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispeil am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso passen die Inzidenz-Zahlen und Trends bei rbb|24 nicht zu denen von Berliner Senat, Brandenburger Regierung oder RKI?

rbb|24 übernimmt die 7-Tage-Inzidenz-Zahlen vom Berliner Senat und vom Brandenburger Ministerium für Gesundheit. Der Berliner Senat rechnet seine 7-Tage-Inzidenz allerdings immer basierend auf dem Datenstand vom Vortag [berlin.de]. Das kann dazu führen, dass an einzelnen Tagen die absoluten Zahlen im Wochentagsvergleich zurückgehen und dennoch die Inzidenz steigt. Ebenfalls erklärt das, wieso der 7-Tage-Trend bei rbb|24 von dem des Senats mitunter abweicht. rbb|24 rechnet den 7-Tage-Trend nämlich basierend auf den neuesten absoluten Zahlen.

Ferner gibt es mitunter teils erhebliche Unterschiede zwischen der 7-Tage-Inzidenz, die das RKI angibt, und derjenigen, die die Bundesländer vermelden. Grund hierfür ist, dass das RKI die Inzidenz basierend auf dem Meldedatum und nicht dem Berichtsdatum berechnet, so wie die Länder. Sprich, wenn ein Corona-Fall vor 8 Tagen diagnostiziert, aber erst vor 6 Tagen offiziell dem Gesundheitsamt und dem RKI berichtet wurde, so zählt dieser Fall in den Statistiken der Länder noch in die aktuelle 7-Tage-Inzidenz hinein. Für das RKI hingegen fällt dieser Fall dann schon aus dem 7-Tage-Fenster heraus. Wieso das problematisch ist, hat der Datenjournalist und Programmierer Sebastian Vollnhals hier erklärt [twitter.com].

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfzierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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Antwort auf [Matthias] vom 21.01.2021 um 22:15
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6426 Kommentare

  1. 6426.

    Das Beispiel Portugal gefällt mir gut.
    Wenn wir das hinbekommen könnten.
    In 4-6 Wochen 3 mal halbieren und jetzt wo es halbwegs läuft, gleichzeitig die Impfquote mind. verdoppeln, (durchschnittlich >600T/d) hätten wir Mitte Juni eine gute Ausgangsposition, um dann über die Ferienzeit die notwendigen restlichen Schritte wesentlich entspannter Richtung Null zu gehen.

  2. 6425.

    Berlin hat doch eine recht glatte Kurve. Ähnlich langsam wie alle anderen.
    BRB stolpert dagegen ja förmlich zum Ziel.
    Ob es in Potsdam jemanden stört das BRB konsequent das einzige Bundesland mit praktisch Null Impfungen am Sonntag ist? Wurde nicht kürzlich davor gewarnt, dass man bei den Zweitimpfungen vielleicht etwas eng geplant hat? Sollte dann nicht die verfügbare Zeit besser genutzt werden?

  3. 6423.

    Laos funktioniert ja vielleicht so ähnlich wie China oder Vietnam (?)von denen es in Bezug auf Covid-19 unterstützt wird. Aus China kamen Experten und die haben ihre Sache sicher sehr gut gemacht. Aber zumindest China und Vietnam (dort nur 35 Tote durch kluge antiepidemische Maßnahmen) sind Diktaturen. Ob Laos ausreichend misst - wer weiß, gerade wenn dann da später was auf die Dörfer kommt. Die älteste Demokratie Afrikas, Botswana, ist hier vielleicht auch zu nennen, wenn es um kluge Lockdowns geht. Durch echte Lockdowns haben sie sich sehr lange gut gegen die Massenverbreitung im Nachbarland Südafrika gewappnet. Aber bei sehr armen Ländern weiß man nie wie gut die messen. Massive Lockdowns sind aber nicht unbedingt immer erforderlich, siehe Musterdemokratie Taiwan, Taiwan war vor allem klug und schnell und fast ohne Lockdown. Wir sind die Schildbürger und machen Lockdowns ewig, lasch, unklug und ziellos + hohe Todeszahlen. Wir fahren halt auf Sicht.

  4. 6422.

    Eindämmung? Klar, aber besonders GB ist sehr konsequent vorgegangen. Die haben aus ihren Anfangsfehlern gelernt. Und GB hat zB immer noch ein Reiseverbot trotz der hohen Impfquote

  5. 6421.

    Geben Sie mal bei google ein: "Corona Berlin" und schauen Sie sich die Grafik bei "Staitik" an, ohne weiter was anzuklicken / anschließend "Corona Deutschland" / und dann mal "Corona Laos". Raten Sie, warum Laos so gut da steht? und Deutschland und Berlin so schlecht? >Weil in Laos JEDE/R sämmtliche Maßnahmen mit macht und selbst bei geringfügigen Neuinfektionen eng begrenzte aber schärfste Lockdowns mitmacht! Jetzt müssen in Berlin schon wichtige OPs aufgeschoben werden, weil die ganze Sauerstoff-Beatmung für die mit Corona-Patienten vollgelaufenen Intensivstationenen benötigt wird. "nichts als Schwachsinn" ja, das charakterisiert ihren deplatzierten Kommentar.

  6. 6420.

    ich meinte folgendes: klar ist, wenn dies genetisch möglich ist, ein Erreger der frisch vom Tier auf den Menschen übergegangen ist, dass dieser sich tendenziell dahin entwickelt dass er leichter übertragbar wird. (Leichter übertragbare Varianten dominieren zunehmend, falls sich Immunität mindestens zeitweise ausbildet.)
    Von daher ist er am Anfang am besten auf Null zu bekommen, wenn er hingegen in vielen Menschen seine Passage gemacht hat wird es zunehmend schwieriger.
    Anfangs haben alle mitgemacht, so mein Eindruck da war es leichter, heute ist ein allgemeiner Unwille verbreitet. Aber das ist eine Frage der Kommunikation und welche Ziele man formuliert.
    Leichte gezielte Einschränkungen am Anfang wäre perfekt gewesen und die Sache wäre fast völlig erledigt gewesen. Bei Ausbrüchen dann schnell reagieren. Fall Webasto hat gezeigt, eigentlich können wir das. Aber natürlich nur bei geringer Fallzahl.

  7. 6418.

    Gesundheit darf keine Ware sein." Daran ist aber Doc SuS nicht schuld.

    Eher schon die seit 2003 verordnete Vergütung der Krankenhausleitungen durch Fallpauschalen.

    Es hat sich seither die Betreuungszeit für Patienten sehr verkürzt. Die Fallpauschale zwingt Krankenhäuser dazu, ihr Pflegepersonal zu abzubauen. Weniger Personal muss mehr Patienten betreuen.. Die Gehälter wurden "gedeckelt". Leiharbeitsfirmen profitierten davon.

    Wirtschaftsfachleute beraten seit 2003 krankenhausabteilung mit neuer Effizienz und prüfen, wo Personal gespart werden kann, nicht nach dem Motto "Was braucht der Patient?" Sondern: Was bringt er uns?

    Es gibt dazu einen Dokumentarfilm von 2018: „Der marktgerechte Patient“ Sein Fazit : Der große Crash steht erst bevor. 2020/21 ist er eingetreten.

  8. 6417.

    "Das war jedoch von Anfang an wirklich vollkommen klar."
    Das würde ich bezweifeln. Über B117 wusste man anhand der Studien in GB nur zu sagen, dass das Basis-R irgendwo zwischen 35 und 70% höher läge, als bei der Wildvariante. Das aber ist ein ziemlicher Unterschied. Bei 35% hätten wir jetzt die Kurven oben nicht, sondern wohl einen flachen Verlauf.
    Bleibt immer noch die Frage, wie die Regierungen das hätten durchsetzen können. Solange die Leute nicht mitmachen, mangelhaft informiert sind, zuhause keine Vorsicht walten lassen, und sogar eine Partei zum Boykott der Maßnahmen aufruft, wird aus der BRD kein Taiwan.
    Wie schwer es ist, zeigt Spanien. Die hatten zwar keine 0-Fälle-Strategie, aber einen sehr harten Lockdown, der sie von einer Inzidenz von 550 auf 35 brachte. Nun, zwei, drei Wochen später, ziehen sie wohl bald wieder an der BRD vorbei (aktuell min. 123) ...

  9. 6416.

    Wird in Berlin nicht mehr geimpft?

  10. 6415.

    Ich teile Ihre Meinung, dass Gesundheit keine Ware sein darf. Es ist ein schöner Satz unter dem ich unterschreiben kann. Mich würde allerdings interessieren, was sie, Ihrer Meinung nach, in unserer wirtschaftlichen Realität, sein darf?
    Die Realität sieht folgendermaßen aus: wir haben schon lange kein Gesundheitswesen mehr, wir haben einen Markt der gesundheitsbezogenen Dienstleistungen. Es ist kein Statement, es ist eine Tatsache, egal ob wir es gut oder schlecht finden. Falls Sie ein Kollege sind, werden Sie es wohl wissen.
    Übrigens, ich weiß sehr gut wie viele überlastete Pflegekräfte darüber nachdenken zu kündigen. Erlauben Sie eine Gegenfrage: wissen Sie wie viele Pflegekräfte gerade während der Pandemie Kurzarbeitergeld beziehen oder gekündigt wurden weil Bereiche in denen sie tätig sind (oder waren) heruntergefahren bzw. geschlossen wurden?
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115076/Kliniken-und-Praxen-meldeten-Kurzarbeit-fuer-mehr-als-400-000-Mitarbeiter-an.

  11. 6414.

    "Wirkliche harte EIndämmung stand wohl in ganz Europa nie auf dem Programm."
    teils Portugal:
    1 260 / 100 000 /7 am 28.01.2021.
    96,4 / 100 000 /7 am 01.03.2021
    43,5 / 100 000/7 am01.04.2021
    Das zeigt dass es gelingen kann. Wenn man es dann noch schafft unter der Schwelle zu sein wo das die Gesundheitsbehörden durch Kontaktnachverfolgung alleine schaffen, wäre man gerettet. Das Problem ist aber möglicherweise, wenn es erstmal so in der Breite verteilt ist (wegen Flatten-the-curve), dass man dann quasi umstellen muss: jeder Gratis-Schnelltests bei sich zu Hause mit sofortiger Hotelisolation, wenn positiv. Serieller Intervall ist ca. 4 Tage, Inkubationszeit 5-6Tage. Das bedeutet dass man viele schon nicht erwischt bevor sie andere anstecken. Schnelligkeit und Compliance der Bevölkerung müssten dazu stimuliert werden von der Politik, was ja leider wahrscheinlich sowieso nicht absehbar wäre, jedenfalls bisheriger Erfahrung mit der Politik folgend.

  12. 6413.

    (2) Der Grund ist dass eine Zoonose die frisch aus dem Tierreich auf den Menschen übergeht sich an diesen zunehmend besser anpassen wird. Die Tendenz einer verbesserten Übertragbarkeit tritt dann irgendwann auf, falls sie dem Erreger(genetisch)möglich ist. Unser Verhalten(kleiner gewordene Gruppen) könnte allerdings auch zu einer Änderung der Überdispersion führen, also Senkung des R-Werts bei Superspreadern bei gleichzeitiger Steigerung des R-Werts bei Normalverbreitern. Da Krankheiten mit deutlichem Superspreading besser zu bekämpfen sind als solche mit wenig Überdispersion, (wie zum Beispiel die saisonale Grippe) ist das lange Verharren in einer Flatten-the-curve-Strategie auch deshalb perspektivisch die falsche Wahl der Strategie. SARS-CoV-1 ist ja 2003 vermutlich auch deshalb verschwunden, weil es wenig verbreitet war und starke Überdispersion hatte. Man muss unter einem Schwellenwert bleiben, dann verschwinden starke Überdispersionskrankheiten unter best. Bedingungen alleine.

  13. 6412.

    " Im Nachhinein würde man die Sache möglicherweise anders sehen. Hätte man damals schon GEWUSST, wie aufdringlich sich B117 entwickelt, dann hätte man der Diskussion um Null-Covid sicher mehr Aufmerksamkeit geschenkt. "
    Das war jedoch von Anfang an wirklich vollkommen klar. Ich hatte schon vor B.1.1.7 das hier auch irgendwo geschrieben und auch aus diesem Grunde (neue Mutanten) eine Fallzahlsenkung Richtung Null gefordert. Seit Beginn der Pandemie war klar eine Null-Fälle-Strategie, wie sie Björn in #6405 nochmals umriss (und ich auch für richtig halte), ist die Lösung wenn man wenig Tote und kaum Einschränkungen will, auch unter dem Aspekt neuer Mutanten. Ich hatte vor langem auch schon auf zukünftig zu erwartende Mutanten verwiesen. Diese würden, wenn es sie gibt, logischerweise auf einen höheren R-Wert selektiert sein, nicht jedoch unbedingt auf größere oder geringere Sterblichkeit. Dies Wissen war von Anfang an da wurde aber v d Politik mgl.weise nicht abgefragt oder gekannt.

  14. 6411.

    Die erwartete Saisonalität klang bei mehreren Virologen schon an (u.a. Prof. Drosten), Zweifel bestanden noch, ob der erwartete Einbruch bei den neuen Stämmen ähnlich stark sein wird. Etwas böse könnte man vielleicht formulieren angesichts der seit letztem November praktizierten halbherzigen Maßnahmen, daß man die Hängepartie einfach bis Ende Mai/Anfang Juni versucht irgendwie auszusitzen. Zumindest wurde seit November mit keiner Maßnahmenkombination das ursprünglich angepeilte Ziel einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 bzw. stabil 35 erreicht und trotzdem keine wirklich wirksameren Maßnahmen ergriffen, sondern einfach immer wieder die Inzidenzziele nach oben angepaßt an die jeweils aktuellen Zahlen. Wirkliche harte EIndämmung stand wohl in ganz Europa nie auf dem Programm.

  15. 6410.

    Falls Sie mich meinen:
    Letzte Woche (Schnitt):
    AK 15-34: 207
    AK 05-14: 175
    AK 35-59: 157
    AK 0-4: 143
    Auf die tagesbedingten Inzidenzwerte würde ich aber nicht zuviel geben.
    Die vermehrten Tests in den Schulen - höher, als in jedem anderen Bereich - treiben die Inzidenz außerdem in die Höhe.
    Ich sage auch nicht, dass Kinder keine Rolle bei der Verbreitung spielen würden. Sie spielen aber nicht die Hauptrolle.
    Es geht immer noch um die Abwägung, welche Maßnahmen wo vertretbarer sind.

  16. 6409.

    Naja, ich sage ja, dass man B117&Konsorten nicht in dem Maß vor Augen hatte. Im Nachhinein würde man die Sache möglicherweise anders sehen. Hätte man damals schon GEWUSST, wie aufdringlich sich B117 entwickelt, dann hätte man der Diskussion um Null-Covid sicher mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
    Jetzt geht's wohl nur noch um das Rennen zwischen Hospitalisierungsgrad und Impffortschritt. Da sehe ich aber, ehrlich gesagt, im Moment noch keinen Spitzenreiter. Es verbleiben noch knapp 300Tsd AK60+-Leute in Berlin, die mit dem aktuellen Impftempo in ca. 3 Wochen geimpft sein könnten. Dann dürfte die Belastung der Kliniken deutlich zurückgehen - unter der Voraussetzung natürlich, dass sich die Hotspots einigermaßen einkriegen.

  17. 6408.

    Spricht jemand noch von der Saisonalität der Coronaviren in Mitteleuropa? Ab Mitte April/Anfang Mai gestaltet sich in unseren Breiten das Zusammenleben von Coronaviren und Mensch regelmäßig so, dass Infektionen abnehmen und im Sommer praktisch verschwinden, um ab September/Oktober wieder ein größere Rolle zu spielen.

  18. 6407.

    "Der Schwerpunkt der Inzidenz liegt eindeutig nicht bei den Kindern, obwohl die nunmehr mehr getestet werden, als die Älteren."

    Kann es nicht doch sein, daß man den unteren 3 Altersgruppen eher die Auswirkungen der Osterferiens sieht?
    Die Zahlen über getestete kommen immerhin mit etwa einer bis 2 Wochen in den Statistiken an
    https://www.berlin.de/corona/lagebericht/desktop/corona.html#altersgruppen

    Man wird es sehen, wenn jetzt alles wieder auf macht.

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