Symbolbild: Eine Seniorin sitzt in einer Wohnung in einem Sessel. (Quelle: dpa/Krämer)
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#Wiegehtesuns? | Pflegende Angehörige - "Ich müsste mich verschulden, um sie weiterhin zu pflegen"

Eine junge Frau kümmert sich seit vielen Jahren um ihre hilfsbedürftige Mutter. Um sie nicht anzustecken, nimmt sie Pflegezeit in Anspruch. Die Freistellung vom Job bedeutet aber: kein Lohn. Das Protokoll einer pflegenden Angehörigen.

Corona betrifft uns alle in Berlin und Brandenburg – mehr als viele andere Ereignisse zuvor. In kürzester Zeit hat das Virus unser Leben auf den Kopf gestellt. Was beschäftigt uns am meisten? In welcher Situation stecken wir gerade?  

In der Serie #Wiegehtesuns? erzählen Menschen aus der Region, wie ihr Alltag gerade aussieht.

Mina Z.* [Name von der Redaktion geändert], 31 Jahre alt, alleinstehend, ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet im öffentlichen Dienst. Mit ihrer pflegebedürftigen Mutter lebt sie in Potsdam-Mittelmark im gemeinsamen Haushalt. So geht es Mina.

Ich pflege meine Mutter schon, seit ich Schülerin bin. Sie hat seit mehr als 40 Jahren chronisches Rheuma, und ist dadurch in ihrem Bewegungsapparat eingeschränkt. Ihr Immunsystem ist ebenfalls angegriffen. Meine Mutter ist über 70 Jahre alt und gehört auch durch ihre Vorerkrankung - als Kind hatte sie beispielsweise Tuberkulose - zur gefährdeten Corona-Risikogruppe.

Um ihren Alltag bewältigen zu können, ist sie auf Hilfe angewiesen. Ich helfe ihr beim Aufstehen und Anziehen, bereite die Mahlzeiten zu, stelle alles hin, was sie braucht, damit sie zurechtkommt, wenn ich arbeiten gehe. In guten Zeiten unterstützt uns eine private Pflegekraft, aber seit letztem Jahr bin ich allein.

Als sich die Situation um Corona zugespitzt hat, habe ich sehr schnell gehandelt. Ich kann meine Mutter nicht pflegen und gleichzeitig eine räumliche Distanz einhalten. Um zu vermeiden, dass ich sie anstecke, habe ich vom 9. März bis 30. April Pflegezeit genommen. Das ist eigentlich eine gute Sache: Renten- und Krankenkassenbeiträge werden weitergezahlt. Aber der große Nachteil des Pflegezeitgesetzes, egal ob Corona oder nicht: Man wird in dieser Zeit nicht bezahlt. Home-Office ist in meinem Job nicht möglich. Folglich kriege ich weder eine Lohnfortzahlung noch eine staatliche Unterstützung. Ich habe lediglich die Möglichkeit, ein zinsloses Darlehen aufzunehmen über das Familienministerium. Ich müsste mich verschulden, um sie zu pflegen.

Diese Situation macht mir große Sorgen. Sowieso ist der Alltag für alle, die mit einer pflegebedürftigen Person im gemeinsamen Haushalt leben - den Eltern, Ehepartnern oder Kindern - eine enorme Herausforderung. Meist übernehmen Frauen die Pflege. Wir müssen in unserem eigenen Leben zurückstecken. Das ist schon schwer. Dafür gibt es wenig Beachtung, finde ich.  

Durch Corona kommen existenzielle Probleme hinzu, da der Zeitraum auch nicht planbar ist. In vielen Fällen können es sich die pflegenden Angehörigen nicht erlauben, über einen längeren Zeitraum auf eine Lohnfortzahlung zu verzichten. Auch ich weiß nicht, wie lange ich das machen kann.

Ich habe das mehrfach dem Familienministerium geschildert, da hieß es nur: Ja, wir haben das Thema auf dem Schirm. Aber bislang sieht noch niemand eine Veranlassung, zu handeln. Meine Mutter und ich befinden uns jetzt beide in vorsorglicher Quarantäne, auf unbestimmte Zeit. Wir gehen nur zum Spazierengehen auf die Straße. Ich erledige unsere Einkäufe mit Schutzmaske und Handschuhen. Meine Mutter und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Deswegen überstehen wir diese Quarantäne, glaube ich, auch ganz gut. Aber es ist trotzdem eine enorme Belastung für uns beide.

Gesprächsprotokoll: Ula Brunner

Wie geht es Ihnen? Wie sieht Ihr Alltag gerade aus? Erzählen Sie rbb|24 Ihre Geschichte in Zeiten von Corona! Einfach eine Mail schicken an internet@rbb-online.de. Wir melden uns bei Ihnen.

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22 Kommentare

  1. 22.

    sehr schön sie haben es verstanden, lassen sie es einfach. Äußern sie gerne ihre Meinung aber versuchen sie einfach zu verstehen das Jeder Einzelne sein Päckchen zu tragen hat und die Menschen zumeist grundverschieden sind im Bezug mit manchen Themen umzugehen. Ich mache niemanden einen Vorwurf oder eine Unterstellung und schon garnicht gehe ich jemanden persönlich an wenn man Kritik äußert sollte man auch damit rechnen das andere nicht der Meinung sind und sie scheint das Thema ja so zu beschäftigen das sie keine Ruhe geben. Mfg



  2. 21.

    Sie wünscht Kompensation für alle die, ob Corona oder nicht, Angehörige Pflege müssen/wollen.
    Und bei allem Respekt, die Lage der Pflegedienste ist gerade in Potsdam komplett ausgelastet. Erst vor kurzen wurde auch berichtet, dass keine neuen Patienten aufgenommen werden können. Und das Nennt der Bericht auch, es gab eine private Kraft die geholfen hat. Warum auch immer ist diese weg. Ich kann selber sagen, dass fast unmöglich ist für häusliche Hilfe privat jemanden zu finden den man einstellen kann. Und zur verhinderungspflege: auch das klappt nur, wenn man eine andere Person findet. Und auch hier ist Abgabe in einer Einrichtung nicht immer das passende. Daher finde ich Ihren Beitrag eher unpassend in Namen für die Situation für pflegende Angehörige.

  3. 20.

    Hallo Randberlinerin,

    auch Sie können uns gerne schreiben, wenn Sie mögen - die E-Mail-Adresse steht oben!

    Allen Leserinnen und Lesern hier wünschen wir frohe Ostern und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  4. 19.

    Kampfkaninchen ... Ich denke, Mina schildert hier ihre ganz persönliche Situation und ob sie die Erwerbstätigkeit aufgeben muss oder nicht, kann wohl niemand von uns abschließend beurteilen.
    Fakt ist jedoch, dass alle ... aber wirklich alle Menschen die in Pflege und Gesundheitswesen arbeiten, bisher zu wenig Aufmerksamkeit bekamen. Über Jahre hinweg haben angezeigte Missstände keinen Verantwortlichen der Regierung interessiert. Auch jetzt zu Corona Zeiten interessiert es niemanden, weder Regierung noch Medien, wie es pflegenden Angehörigen jetzt geht. Lediglich Dr. von Hirschhausen hat neulich in einer Fernsehsendung an diese Menschen erinnert ... gehört hat ihn auch dort ... NIEMAND. Auch ich fühle mich mit meinen Problemen hier leider alleine gelassen. Schade ... Denn auch mein Mann hat 50 Jahre für die Gesellschaft gearbeitet... so wie viele andere Menschen auch, die heute keine Beachtung mehr finden.

  5. 18.

    Sie hüpfen von einem Thema zum Anderen anstatt bei dem konkreten Bericht zu bleiben. Pauschale Systemkritik klingt immer gut, wa? Und Sie gehen andere Kommentatoren persönlich an, weil sie eine andere Meinung haben. Was soll das? Thema ist nicht die Durchsetzbarkeit von Rechten bei Behörden oder Bezahlung von Pflegekräften. Das System der häuslichen Pflege funktioniert in vielen Bereichen gut, auf jeden Fall wesentlich besser als in den meisten anderen Staaten. Verbesserungsbedarf besteht immer. Was ist denn ihr Vorschlag, wie im Beispiel zu verfahren sei? Auch ich kann meinen Vater nicht besuchen. Er wohnt zudem zu weit weg und ich übe eine wichtige Tätigkeit aus. Soll ich ohne wirkliche Not dem Pflegedienst, der morgens/ abends das Wichtigste erledigt, kündigen, die Nachbarn, die ich zum einkaufen organisiert habe wieder abbestellen und bei ihm einziehen? Und dann Kompensation erwarten? Laß uns alle machen, wonach uns ist? Einen schönen Ostersonntag noch, muss zum Spätdienst.


  6. 17.

    Sehr schön wenn sie, versuchen den Menschen mit denen sie zu tun haben zu erklären das man auf das bestehende System zurück greifen soll, aber anscheinend funktioniert das System nicht in allen Fällen. Das Gesamtbild zeigt eigentlich das es überhaupt nicht funktioniert. Sie können natürlich Kritik äußern, aber stellen sie es doch nicht so dar als wenn sie es besser wüssten. Ich kenne sehr viele Menschen die Probleme haben ganz simpler Natur die obwohl die Rechtslage eindeutig ist von Amt zu Amt , von Behörde zu Behörde rennen und jedesmal vertröstet werden oder abgelehnt oder mit nicht zuständig abgespeisst werden. Ich finde es gut daß sich Menschen äußern zu Themen die anscheinend zu wenig ernst genommen werden in der Gesellschaft. Ja und ich finde auch das Pflegepersonal besser qualifiziert und bezahlt werden müsste.

  7. 16.

    Ich kritisiere das gewählte Beispiel. Es gibt die große Mehrzahl der Fälle bei denen die Pflege zu Hause die einzige Alternative ist. Seit Jahren versuche ich dabei, auch den pflegenden Angehörigen bewußt zu machen, dass man dabei auf alle Hilfen im bestehenden System zurückgreift: Pflegedienste, die unterstützen. Beratungsstellen. Kurzzeit- und Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Tagespflege in Anspruch nehmen, usw. Im Vergleich, zu allen Situationen, die ich kenne, wo auch Angehörigen ob der Schwere der Belastung eine Vergütung verdienen, ist das Beispiel ungeeignet.
    Alles, was die Tochter im Bericht übernimmt, ist aller Ehren wert. Aber so wie die Pflegebedürftigkeit der Mutter beschrieben wurde, ist die Aufgabe der Erwerbstätigkeit in diesem Fall nicht notwendig. Und eben genau dies möchte die Tochter kompensiert haben. Sie definiert nach privaten Maßstäben den Bedarf, entscheidet nach privaten Maßstäben, wie dieser Bedarf befriedigt wird und wünscht Kompensation.

  8. 15.

    Mich wundert es, gerade wenn Sie in der Pflege arbeiten, dass Sie so ein negatives Urteil fällen. Der Bericht soll auf den Zustand aufmerksam machen, dass es trotz der Möglichkeit Pflegezeit gemäß Pflegezeitgesetz zu nehmen, keine Lohnfortzahlung (was seitens Arbeitgeber auch fair ist) noch ein anderes Einkommen in der Zeit der Pflegende bekommt. Ich habe selbst drei Monate Plfegezeit genommen und da konnte ich halbwegs planen. Ich denke, jetzt ist eben durch Corona eine Planung nicht drin und das Gesetz gehört grundsätzlich reformiert.ausserdem gehört nicht gleich jede Person, die eingeschränkt ist in ein Pflegeheim. Es kommt auf den Grad der Behinderung und der Pflegebedürftigkeit an. Und genauso wie es Alleinerziehende schaffen Arbeit und Kind unter einem Hut zu bringen, gibt es Familien die es schaffen (auch wenn es eine Herausforderung ist) eine Person zu Haus zu pflegen und gleichzeitig seinen Alltag zu haben. Pflegende Angehörige sollen einfach AbAnerkennung erfahren!

  9. 14.

    Sparen Sie sich Ihre Bewertungen doch bitte. Ich arbeite seit 1990 in der Pflege und habe viele aufopferungsvoll pflegende Angehörige kennen gelernt, die man oft zwingen musste Hilfe zuzulassen. Dieses Beispiel wird den pflegenden Angehörigen in keinster Weise gerecht.
    ... und während Sie munter in die Tasten gedrückt haben und uns Kommentatoren Charakterlosigkeit, Raffgier und sonstwas unterstellen, habe ich zur gleichen Zeit 24 Patienten in meinem ambulanten Spätdienst versorgt.

  10. 13.

    Ich danke Mina für den Bericht. Ich pflege meinen Ehemann seit einigen Jahren zu Hause und der sich immer weiter verschlechterne Zustand macht es kontinuierlich schwieriger. Ich zähle selbst zur Risikogruppe, bin Ende 40 und arbeite... systemrelevant... 30 Stunden im Homeoffice. Das Pflegegeld deckt also gerade den Lohnverlust zu den eigentlichen möglichen 40 Stunden.
    Zusätzlich entstehen erhebliche Kosten für Medikamente und Inkontinenzmaterial. Eine Bezahlung für die 24/7 Pflege gibt es nicht ... Freizeitgestaltung alleine schon ohne Corona kaum möglich. Jetzt fällt die Physio für den Kranken weg, Tagespflege geschlossen, keine Hilfe für zu Hause und auch die selbst finanzierte Entspannungsmassage für mich kann nicht stattfinden. Denoch bin ich froh, dass mein Mann jetzt nicht in einem coronaverseuchten Pflegeheim ist. Ich wünsche mir für die Zukunft Unterstützung für pflegende Angehörige und Einkaufszeiten analog dem Vorschlag von Saskia Ludwig.

  11. 12.

    Mein Gott wie armseelig das alles ist, da berichtet jemand von seinen Problemen mit der Pflege von Angehörigen gerade in dieser Krise die uns alle betrifft und einige versuchen das ganze wieder so schlecht zu machen. Hut ab vor jemanden der sich für seine Mutter aufopfert, wir sehr ja gerade wie die Gesellschaft mit der Generation umgeht die den ganzen Wohlstand hier aufgebaut hat. Wenn ich mich umschaue ist dieser soziale Charaktertest so was von gescheitert. Sie die gerade ihre Rechenbeispiele aufgezeigt haben, wer was und in welcher Höhe bekommt, sie sind doch wahrscheinlich die ersten die los gerannt sind um paketweise Toilettenpapier und Dinkelmehl zu kaufen. Häusliche Pflege der Angehörigen kann man leider nicht mit Geld aufwiegen und wenn jemand nicht hingeht und seine Mutter oder Vater ins Heim abschiebt verdient das höchsten Respekt. Es darüber Hinaus völlig egal ob man im öffentlichen Dienst ist Angestellter oder Selbstständig alles hat seine vor und Nachteile.

  12. 11.

    Die Beschäftigten aus Kleinbetrieben haben nicht mal die Möglichkeit eine Pflegezeit zu nutzen. Wenn in dieser Geschichte jemanden was geschenkt wird, dann der Dame aus dem Artikel, 6 Monate unbezahlten Urlaub bei Übernahme der Kranken und Rentenversicherung.

  13. 10.

    Ich finde dieses Beispiel sehr schlecht ausgewählt um auf die berechtigten Forderungen nach Unterstützung für pflegende Angehörige aufmerksam zu machen. Der typische Fall ist die selbst 75jährige Ehefrau oder 60jährige Tochter, die oft jahrelang 24h/d ackern. Und dabei sie oft die eigene Gesundheit vernachlässigen.
    Dagegen das obige Beispiel:
    - Die Mutter benötigte wie zuvor punktuell Hilfe: beim Anziehen, Essen vorbereiten/bereit stellen. Früher ist die Tochter dann arbeiten geg. Was hat sich am Pflegebedarf geändert? Warum sollte das ein Pflegedienst nicht erledigen können? Dann könnte Mina weiter ihrer Arbeit nachgehen.
    - Bis Ende 19 kam eine priv. Pflegekraft. Seit Januar - lange vor Corona - macht Mina das selber. Warum?
    - Die beiden gehen zus. Spazieren, Mina geht zusätzlich raus. Das ist keine Quarantäne. Nur Arbeiten gehen geht nicht.
    - War das Zusammenziehen alternativlos? Die Beschränkungen sind temporär.
    Die Situation resultiert aus vielen individ. Entscheidungen

  14. 9.

    Ich bin sicher, dass die Dame versehentlich das Wort Quarantäne für ihre selbst gewählte weitgehende Eigenisolation benutzt hat. Dennoch geht sie natürlich weiter einkaufen, Sie nicht?
    Ansonsten: Was meinen Sie mit „Einkünfte“? Der Pflegebedürftige zuhause erhält beispielsweise bei Pflegegrad 3 545 €. Selbst wenn die Mutter dieses Geld voll an ihre Tochter abgibt und es nicht teilweise für Inkontinenzmittel, Medikamente und andere pflegerelevante Dinge braucht (nicht alles zahlt die Kasse), kann die Tochter davon wohl kaum leben, da dürfte schon die Miete alles verbrauchen. Wie viele Stunden im Monat arbeitet eine private Pflegekraft wohl für 545 € brutto (bei Pflegegrad 2 „nur“ 316 €)? Das deckt den Bedarf vorn und hinten nicht, da sind teilweise Stundensätze von mehr als 20 €, rechnen Sie sich den Rest aus. Am Ende bleibt die Heimaufnahme, bei Pflegegrad 3 Kosten von mehr als 3000 €, von denen die Kasse dann 1262 € zahlt. Mutters Renten reichen da wohl nicht.

  15. 8.

    Das sind immer Kommentare der Menschen die nicht wissen wie es ist, wenn einem nicht alles geschenkt wird/wurde im Leben. Sollte diese Lebensgeschichte (trotz einiger Zweifler) wahr sein, sind Menschen wie Sie genau die jenigen die man dazu lesen möchte. Ich hoffe Sie können mein Augenrollen förmlich spüren.

  16. 7.

    Mal abgesehen davon, dass nicht jeder in ÖD fette Goldklumpen nach Hause trägt:
    Entschuldigung, aber der Skandal besteht ja schon darin, dass diese Frau (wie viele andere Pflegende auch) das öffentliche Pflegesystem MASSIV durch ihr nicht ganz selbstverständliches Engagement entlastet und ganz sicher auf Vieles im Leben verzichtet, um Ihre Mutter optimal zu versorgen - und als "Dank" im Grunde einen Tritt in den A*** bekommt.

    Und auch Ihr Kommentar ist diesbezüglich nicht sehr anerkennend/wertschätzend - Sie tun ja gerade so, als nähme die Frau ein Sabatical um lustig nach Indien zu reisen...

  17. 6.

    Von der Beschreibung her würde ich mal davon ausgehen, dass die Mutter wohl Pflegegrad 3 hat. Das macht 545 Euro Pflegegeld. Meinen Sie, davon kann die Frau ihren Lebensunterhalt bestreiten? Eher nicht, da wird wohl jeder zustimmen.

    Jetzt könnte natürlich jemand kommen und sagen "soll sie doch einen Pflegedienst beauftragen" - aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: vergessen Sie es! Für das, was hier benötigt wird, reicht das Pflegegeld keinesfalls aus. Und selbst wenn: einen Pflegedienst zu finden ist schon nicht leicht, und wenn es um mehr gehen soll als 12 Mimuten kleine Hygiene, 5 Minuten Anziehen und vielleicht 3 Minuten Stützstrümpfe anziehen: vergessen Sie das erst recht!

    Arbeitslosengeld passt hier übrigens gar nicht, denn wer selber kündigt hat keinen Anspruch (abgesehen davon, dass es hier um eine vorübergehende Arbeitspause geht).

  18. 5.

    So widersprüchlich ist das gar nicht.
    1. bekommt der Pflegebedürftige das Pflegegeld und nicht der pflegende Angehörige.
    2. scheint mir der Pflegebedarf bei Pflegegrad 2, max. 3 zu liegen, was Pflegegeld in Höhe von 316€ bzw. 545€ bedeuten würde. Das ist zwar ein nettes Zubrot, ersetzt aber lange kein volles Gehalt.
    3. sagt sie, ihre Mutter sei schon sehr lange pflegebedürftig. Da ist davon auszugehen, dass die Mutter wegen Erwerbsunfähigkeit vermutlich eine sehr kleine Rente bekommen wird.
    4. könnte die private Pflegeperson im Rahmen der Verhinderungspflege (jährliches Budget in Höhe von ca. 1600€ bzw. 2400€ von der Pflegeversicherung als Entlastung der pflegenden Person) tätig gewesen sein. Gute private Pflegepersonen sind jedoch nicht leicht zu finden. Davon abgesehen, dürfen die zurzeit wegen des Kontaktverbots ohnehin nicht kommen.
    5. keine Ahnung, was man in ihrem Job im öD verdient. Aber ich glaube nicht, dass jeder Angestellte im öD einfach mal 2 Monate unbezahlt zu Hause bleiben kann ohne, dass es eng wird. Vielleicht arbeitet sie wegen der Pflege ihrer Mutter auch „nur“ Teilzeit und das Gehalt ist deswegen nicht so üppig?

    Ich kann ihre Nöte jedenfalls durchaus nachvollziehen. Aber das liegt vermutlich daran, dass ich mich in einer ähnlichen Situation befinde.

  19. 4.

    Da sind aber eine Menge Widersprüche und eine Unlogik in dieser Schilderung. Pflegebedürftigkeit? Pflegegeld? Einkünfte? Quarantäne und Einkaufen? Politikwissenschaftler im öD und keine Rücklagen für knapp 2 Monate? Pflegekraft privat? Passt alles nicht zusammen. Warum klärt Ihr das nicht erst auf RBB?

  20. 3.

    Warum wird denn hier kein Pflegegeld gezahlt und was ist mit der Rente der Mutter oder ggf. Arbeitslosengeld?

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