Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wie viel bringt die Booster-Impfung?

Mi 24.11.21 | 07:30 Uhr
Wissenschaftsjournalistin Dr. Julia Fischer (Bild: rbb)
rbb
Video: rbb|24 | 23.11.2021 | Material: rbb spezial | Bild: rbb

Dass wir eine dritte Dosis benötigen, heißt nicht, dass die Corona-Impfstoffe wirkungslos geworden sind. Zwar nimmt der Schutz gegen die Deltavariante nach doppelter Impfung schneller ab, als gehofft - trotzdem verschwindet er nicht ganz. Stattdessen zeigen aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts, dass doppelt Geimpfte auch sechs Monate nach ihrer Impfung noch seltener symptomatisch erkranken und vor allem um ein Vielfaches seltener ins Krankenhaus müssen als Ungeimpfte.

Trotzdem: In Kombination mit der zu niedrigen Impfquote und den hohen Infektionszahlen in Deutschland ist der nachlassende Schutz - insbesondere in den Risikogruppen - ein Problem. Vor allem um sie zu schützen, ist die dritte Dosis also nötig.

Und die zeigt Wirkung: Sie hebt die Antikörperspiegel nicht nur auf das Niveau der doppelten Impfung zurück, sondern deutlich darüber hinaus: Bei 18- bis 59-Jährigen steigen die Antikörper um das Fünffache, bei über 60-Jährigen sogar um das Zehnfache. Laut einer aktuellen Studie mit 10.000 Teilnehmenden haben dreifach Geimpfte im Vergleich zu doppelt Geimpften eine 95 prozentigen Schutz gegen eine symptomatische Infektion.

Das heißt: Die dritte Dosis hebt sowohl den Schutz vor einem schweren Verlauf als auch den Schutz vor Weitergabe des Virus auf ein neues Niveau. Fachleute vermuten deswegen, dass die dritte Dosis länger schützen wird als die zweite und sprechen sich dafür aus, drei Impfungen gegen Corona als Grundimmunisierung zu bezeichnen. Wie es auch bei anderen Impfungen, zum Beispiel gegen Tetanus, der Fall ist. Wie häufig dann tatsächlich Auffrischungen gebraucht werden, muss sich zeigen. Aktuell gilt erstmal: Je mehr Menschen sich boostern lassen, desto besser - Risikogruppen natürlich zuerst.

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