Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Was wir über den russischen Impfstoff Sputnik V wissen

Fr 12.03.21 | 12:56 Uhr
Dr. Julia Fischer erklärt den russischen Impfstoff Sputnik V. (Bild: rbb)
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Video: rbb|24 | 12.03.2021 | Material: rbb Spezial | Bild: rbb

Wie der Impfstoff von Astrazeneca ist Sputnik V ein Vektorimpfstoff. Heißt: Ein harmloses Erkältungsvirus trägt Erbinformationen des Coronavirus in den menschlichen Körper und dieser bildet daraufhin eine Immunantwort dagegen aus.

Was Sputnik V von anderen Impfstoffen unterscheidet

Das Besondere an Sputnik V: Für die zweite Impfdosis wird ein anderes Trägervirus benutzt als für die erste. Das soll verhindern, dass die Geimpften nach der ersten Dosis Antikörper gegen das Trägervirus entwickeln und die zweite Impfdosis dann nicht mehr so gut wirkt. Das Konzept gilt als durchaus erfolgversprechend - allerdings bleibt Russland eindeutige Beweise bisher schuldig.

Warum es Zweifel gibt

Der Impfstoff wurde in Russland zwar bereits ab August angewendet, das wurde weltweit allerdings heftig kritisiert: Denn der Impfstoff sei wissenschaftlich nicht ausreichend geprüft gewesen, Daten über Nebenwirkungen und Wirksamkeit hätten nicht vorgelegen. Sputnik V war also gewissermaßen ein Riesenexperiment an der russischen Bevölkerung.

Doch es scheint gut gegangen zu sein: Laut Zwischenergebnissen einer russischen Studie schützt Sputnik V zu 91,6 Prozent vor einer symptomatischen Covid-19-Infektion. Allerdings ist auch diese Studie umstritten: Die Zahl der Probandinnen und Probanden war vergleichsweise klein, es bleiben Ungereimtheiten und nach wie vor liegen entscheidende Daten nicht öffentlich vor.

Noch keine Zulassung in der EU

Die Expertinnen und Experten der EU-Gesundheitsbehörden werden den Impfstoff jetzt genau genau prüfen. Wenn sie Sputnik V für gut befinden, wäre sein Einsatz zeitnah auch in Deutschland durchaus denkbar. Wann genau, ist allerdings noch nicht absehbar.

Quellen

kurz erklärt

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