Ein Mitglied des Impfteams im Pflegeheim Agaplesion Bethanien Sophienhaus hält am 27.12.2020 den Covid-19 Pfizer-Biontech Impfstoff. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Audio: Radioeins | 05.01.2021 | Mario Czaja im Interview | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Corona-Impfungen in Berlin - DRK-Landeschef Czaja rechnet mit baldiger Öffnung aller Impfzentren

Knapp 18.000 Menschen haben sich bisher in Berlin gegen das Coronavirus impfen lassen. DRK-Landeschef Czaja spricht im rbb von "guten Zahlen" und geht davon aus, dass schon bald alle Berliner Impfzentren die Arbeit aufnehmen können.

Der Berliner Landeschef des Deutschen Roten Kreuzes, Mario Czaja, zieht eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Corona-Impfungen und geht in den kommenden Wochen von deutlich höheren Impfzahlen als zuletzt aus. Das DRK ist für die Koordinierung in den Impfzentren zuständig. "Wir hatten in Berlin keinen Holperstart", bilanzierte Czaja am Dienstagmorgen auf Radioeins vom rbb. "Es lief auch letzte Woche ganz gut, auch der Montag war ganz in Ordnung."

Am Montag hat das Impfzentrum in der Arena-Halle in Berlin-Treptow nach einer mehrtägigen Unterbrechung wieder seine Arbeit aufgenommen. Zuvor war es wegen zu weniger Impfstoffe und zu weniger Terminbuchungen vorübergehend geschlossen worden. Die übrigen fünf Berliner Impfzentren sind noch nicht in Betrieb. Seit dem 27. Dezember führen allerdings mobile Teams Impfungen in Pflegeeinrichtungen durch.

"Weitere On-Offs wird es nicht geben"

"Am Montag hatten wir in der Arena gut 500 Geimpfte", sagte Czaja am Dienstag. Allerdings seien einige Personen nicht gekommen, obwohl sie Termine hatten. Mit bislang knapp 18.000 Geimpften in Berlin (Stand 4. Januar 2021) stehe die Hauptstadt besser da als manch andere Bundesländer, so Czaja. Dass über die Weihnachts- und Silvestertage nur wenige Hochbetagte und Pflegekräfte Impftermine vereinbart hätten, sei vorhersehbar gewesen, auch weil das Pflegepersonal dringend in den jeweiligen Einrichtungen gebraucht worden sei.

Er sehe aber auch "ein paar Engpässe", sagte Czaja. "Das eine ist der Imfpstoff, das andere ist die Aufbereitung des Impfstoffs in den Impfzentren. Wir sehen eben: Vor allem der Biontech-Impfstoff ist auch für geübte Pharmazeuten eine Diva und so will er auch behandelt werden. Das Aufziehen eines Impfstoffes dauert viel länger, als früher geplant. Deswegen muss man diese Dinge noch skalieren, wir lernen da dazu."

In den kommenden Tagen und Wochen rechnet Czaja er mit einer deutlich besseren Ausgangslage in den Berliner Impfzentren: "Ich gehe nicht von weiteren On-Offs wie zuletzt in der Arena aus, sondern ich rechne damit, dass wir beständig weiter nach oben skalieren können und zu täglich 3.000 Impfungen pro Impfzentrum kommen werden, und das an jedem Tag - egal ob Wochenende, Feiertag oder Werktag", so der ehemalige Gesundheitssenator im rbb-Interview. Voraussetzung sei allerdings, dass noch in dieser Woche auch der Corona-Impfstoff des Herstellers Moderna in der EU zugelassen werde und damit mehr Impfdosen als jetzt zur Verfügung stünden. Alle Berliner Impfzentren stünden jedenfalls bereit und könnten jederzeit die Arbeit aufnehmen, betonte Czaja.

Schlimper: Jeder Zweite in Pflegeheimen ist schon geimpft

Auch die Chefin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Gabriele Schlimper, verteidigte das bisherige Impfgeschehen in Berlin gegen Kritik. Mit allein mehr als 11.000 Geimpften in Berliner Pflegeheimen sei bereits die Hälfte der Menschen dort gegen das Coronavirus geimpft worden, sagte sie am Dienstagmorgen im Inforadio des rbb. "Das finde ich sehr gut", lobte sie. Die Beteiligten hätten in den vergangenen Tagen "einen riesigen Kraftakt vollzogen, diese ganze Logistik zu organisieren - alle Beteiligten haben wie wild geackert", so Schlimper.

Für die Über-90-Jährigen, die als erste eine Impfung bekommen können, bedeute der Weg in die Impfzentren allerdings eine sehr große Herausforderung. Auch der Einladungsbrief mit Code und Anleitung für eine Online-Terminbuchung sei für Hochbetagte "natürlich nicht ohne Weiteres möglich". Zwar gebe es auch eine Telefonnummer für die Terminfindung, so Schlimper, sie betonte aber: "Unterstützung muss natürlich da sein, von alleine wird das so nicht gehen."

Sendung: Radioeins, 05.01.2021, 08:00 Uhr

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10 Kommentare

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  1. 10.

    Man muss sich doch nicht immer mit Israel, USA oder GB vergleichen.
    Wenn Frankreich im jetzigen Tempo weiter impft sind sie in über 1.000 Jahren durch.... liegt wohl daran, dass dort noch weniger Leute Lust haben sich impfen zu lassen als bei uns.
    Niederlande ... die haben noch nicht mal begonnen mit dem impfen.

  2. 9.

    Herrn Czaja Worte in Gottes Gehörgang. Man kann nur hoffen daß dieses so schnell wie möglich kommt.

  3. 8.

    Das finde ich auch gut, dass zuerst die Pflegeheime dran sind. Jeder 2. klingt noch besser. Dort befindet sich die am stärksten vulnerable Gruppe. Alle unter 60 müssen bestimmt noch bis zum Sommer oder länger warten. Also locker bleiben.

  4. 7.

    "Alle Berliner Impfzentren stünden jedenfalls bereit und könnten jederzeit die Arbeit aufnehmen, betonte Czaja."
    Glatte Lüge.

    Siehe KV Seite
    "Aktuell wird nur das Impfzentrum in der Arena Treptow, sowie die mobilen Impfteams mit Impfstoff versorgt, somit entfallen alle anderen Dienste."
    Es ist zur Zeit gar nicht möglich sich für weitere Dienste einzuschreiben.
    Und bedenkt man das Ärzte in der Regel nicht zu Hause sitzen und warten bis sie gebraucht werden , werden die Dienste auch nicht innerhalb von 3 Tagen voll. Beim ersten Anlauf hat es nach meiner Beobachtung 4 Wochen gedauert bis 90% der Dienste voll waren. Das Problem liegt im übrigen nicht an der KV . Die hatte rechtzeitig Dienstpläne veröffentlich. Wohl eher daran das Senat nicht in der Lage ist (warum auch immer) der KV zu sagen , wann und wieviel Impfdosen da sind.

  5. 6.

    Sorry, aber was lief denn gut? Bzw. was läuft gut? Die Impfzentren standen bereit, nur es gab keinen Impfstoff, so dass die Zentren erst einmal wieder schließen mussten. 18.000 in Berlin? Ist doch ein Witz. Wir sind 3,2 Mio. Wenn das so weitergeht, bin ich in 2 Jahren dran. Hier muss wirklich mehr passieren und ich will auch keine 'Schönrederei'. Hier wurde ganz klar der Startschuss verpasst. Die Bestellungen wurden viel zu spät getätigt und dann noch bei den falschen Firmen (z. B. Sanofi, die es gar nicht durch die 3. Testrunde geschafft haben). Israel hat jetzt bereits schon 1,2 Mio Menschen geimpft. Wenn es dort so weitergeht, und davon gehe ich aus, können Sie im März/April mit dem 'normalen' Leben fortfahren. Klar haben die teurer eingekauft, aber das holt die Wirtschaft dann schnell wieder rein. Davon können wir hier nur träumen.

  6. 5.

    Wow. Welch Erfolgsmeldung. Man hatte ja bisher auch nur 9 Monate zur Vorbereitung. In uk und USA wird seit nem Monat geimpft. Respekt! Diese Schnelligkeit. Wenn wir so weitermachen, sind wir dann schon 2025 fertig?

  7. 4.

    Wie, jetzt?! Die Impfung läuft super in der leeren Arena?! Es gibt genug Impfstoff und alle Zentren können öffnen?! Termine werden schon für alle vergeben?! Hab ich was verpasst?!

  8. 3.

    ich denke mal die Routine wird von Woche zu Woche besser in den Impfzentren. Hauptsache Her Spahn und seine Gurkentruppe sorgen für genügend nachschub.

  9. 2.

    Es war doch klar das es nicht von jetzt auf gleich alles reibungslos läuft.... ist halt für alle was neues und ist ok.
    Aber .... dann zu sagen .... alles ganz toll... alle haben wie wild gearbeitet.... naja wenn das einzige Zentrum zu macht wird dort die Arbeit, aus welchen Gründen auch immer, überschaubar gewesen sein.
    Einfach mal zur Abwechslung mal nicht so auf die K...ke hauen und alle als Helden und Übermenschlichen darstellen.

  10. 1.

    Na das kann ja dauern. Bin gespannt, wann ich in meiner Altersklasse dran bin.

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