Ein Arzt impft eine Frau mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das neuartige Coronavirus. (Quelle: dpa/Robert Michael)
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Corona-Pandemie - Brandenburger Kassenärzte wollen ab April in Praxen impfen

Noch herrscht in Brandenburg Corona-Impfstoffmangel, doch nach Einschätzung der Kassenärzte könnte sich das schon sehr bald ändern. Sie befürchten eine Überlastung der Impfzentren – und wollen schon in wenigen Wochen in Arztpraxen Impfungen vornehmen.

Die Kassenärzte in Brandenburg fordern, dass die Corona-Impfung schon bald auch beim Hausarzt möglich wird. "Eine Impfung direkt in der Arztpraxis bedeutet für jeden Einzelnen eine deutliche Erleichterung", heißt es in einem Papier der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), über das die "Ärzte Zeitung" am Samstag berichtete und das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Gerade alten und kranken Menschen bleibt durch eine Impfung in der Arztpraxis der Weg in ein Impfzentrum erspart." Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) solle dies politisch ermöglichen.

KVBB: "Spätestens im April auf Praxen umswitchen"

In den elf Impfzentren in Brandenburg bekommen momentan über 80-Jährige sowie das Personal von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Praxen den Corona-Schutz. Wegen Lieferverzögerungen können derzeit keine neuen Termine vereinbart werden. Am Mittwoch beginnt Brandenburg mit Impfungen des dritten Präparats - nämlich Astrazeneca.

Nach einer Rechnung der Kassenärzte könnten schon im März so viele Impfstoffdosen vorhanden sein, dass die Impfzentren überlastet wären. "Spätestens im April muss man auf das Impfen in den Praxen umswitchen, wenn man allen Impfberechtigten ein Impfangebot machen will", sagte KVBB-Chef Peter Noack der "Ärzte Zeitung".

Wer zum Beispiel über 70 Jahre alt ist oder eine schwere chronische Lungen- oder Nierenerkrankung hat, braucht nach der Corona-Impfverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein ärztliches Zeugnis für eine Impfung. Das bekommt man nach Angaben der KVBB bei den Arztpraxen. Deshalb schlagen die Kassenärzte in ihrem Papier ein Modellprojekt mit beispielsweise 50 Praxen zum Impfen vor.

Mecklenburg-Vorpommern als Vorbild

In Mecklenburg-Vorpommern impfen seit Januar auch Hausärzte testweise. Der Hausärztliche Qualitätszirkel Potsdam hatte bereits im Januar gefordert, dass das Impfen in Hausarztpraxen möglich wird.

Knapp 55.000 Brandenburger haben rund sieben Wochen nach dem Start der Corona-Impfungen den notwendigen zweiten Schutz, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die erste Impfung sei an rund 82.000 Menschen gegangen. Bei der Impfquote - dem Anteil geimpfter Bürger an der Bevölkerung - liegt Brandenburg für Erstimpfungen mit 3,2 Prozent im Bundesdurchschnitt. Bei der Zweitimpfung platziert sich das Land mit 2,2 Prozent deutlich über dem Schnitt, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Der Wert neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche nimmt in Brandenburg weiter ab: Diese 7-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei rund 73, am Freitag bei etwa 77 und vor einer Woche bei rund 92.

Sendung: Brandenburg aktuell, 13.02.2021, 19:30 Uhr

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13 Kommentare

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  1. 13.

    Wenn die südafrikanische Mutante sie nach eine AZ-Impfung angreift, brauchen sie niemanden mehr anrufen. In den Arzpraxen werden Vektorimpfstoffe zum Einsatz kommen, da mRNA nicht gelagert werden kann (#4). Das dürfte doch mittlerweile der letzte kapiert haben. Klinik-MA haben hier in zwei Beiträgen geschrieben, dass sie sich weigern, sich kommende Woche mit AZ impfen zu lassen. In Südafrika hat man den Einsatz von AZ abgebrochen.

  2. 12.

    Bin auch Allergiker, vertrage aber wie im jeden Jahr die Grippeschutzimpfung problemlos. Gut, ist sicher nicht vergleichbar. Aber mit Sicherheit ist dies auch die beste Lösung. Hausarzt impft und kann alles sofort richtig eintragen. Bei ersten Anzeichen von Unverträglichkeiten kann ich die Praxis anrufen, um mich zu informieren was dann konkret unternommen werden muß.

  3. 11.

    In den Impfzentren wird man weiterhin auch den Impfstoff von Biontech/ Pfizer verimpfen. Hausarztpraxen werden aber den Ipfstoff von Astra-Zeneca verimpfen. Voraussetzung ist natürlich Impfstoff vorhanden. In BB ist 116117 so daneben gegangen; wird man das abstellen können / wollen ?

  4. 10.

    Ich kann und muss warten. In der dritten Gruppe wird man sowieso nicht vor dem Mai geimpft werden( Optimist). Dann wäre eine Impfung beim Hausarzt optimal. Dann man ich auch dort nicht die Politiker und Prominenten treffen, welche sich für die Impfung vordrängeln.

  5. 9.

    Werden über 80-jährige in Brandenburg tatsächlich schon geimpft? Meine 91-jährige Tante im Altenheime Kleinmachnow müsste als 90-jährige und Heimbewohnerin in der Gruppe mit der höchsten Priorität sein. Ein vereinbarter Impftermin im Heim wurde nach Aussage der Heimleitung (vom Gesundheitsministerium?) abgesagt. Seitdem stehe man -bislang ohne Ergebnis- in Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium. Was soll ich da machen als Betreuerin? Individuelle Impftermine werden derzeit nicht vergeben. Was bleibt? Die HeimbewohnerInnen werden weiter (seit Anfang Dezember!)aus Infektionsschutzgründen isoliert- ohne Perspektive. Das finde ich fast am Schlimmsten: meine Tante und ich haben keine Informationen, wann und wie es weiter geht oder warum es nicht weiter geht, während rbb von Impfungen 80-jähriger berichtet. Ist das ein Einzelfall oder gibt es noch viele Altenheime, in Brandenburg, in denen noch keine Impfungen stattgefunden haben? Vielleicht könnte rbb da Mal recherchieren.

  6. 8.

    die KVBB wird vermutlich nur vorgeschoben, "
    Das würde bedeuten, daß die Ärztevertreter bereitwillig Anweisungen aus der Politik Folge leisten.
    In der Vergangenheit sah das zumeist aber ganz anders aus.

  7. 7.

    Zumindest in Berlin laufen die Verträge der Impfzentren aktuell bis 30.04.
    Bislang laufen die impfzentren noch auf Sparflamme. Sollte man diese unter hohem Aufwand und Kosten aufgebauten Zentren wieder einstampfen bevor sie überhaupt richtig gearbeitet haben? Davon ist keine Rede im Beitrag, aber wer sollte noch ins Impfzentrum gehen, wenn man sich beim Arzt um die Ecke impfen lassen kann?!
    In Brandenburg ist die Lösung mit weit entfernten Zentren natürlich nicht unbedingt so praktisch wie in Berlin.

  8. 6.

    Ob Mobil, Center oder Hausarzt, es sollte jede Impfmöglichkeit wahrgenommen werden. Impfen bedeutet weniger Tote und mehr Freiheit für Bürger und Wirtschaft.

  9. 5.

    Die Berliner unter den Kommentaren sind davon nicht betroffen. :)

  10. 4.

    Anfang Dezember hieß es noch, dass Impfzentren die effektivste Form sind. Sehr seltsam das alles. Die tatsächlichen Hintergründe dürften andere sein. Die (wiederholte) Initiative geht vom MSGIV (Nonnemacher) aus, die KVBB wird vermutlich nur vorgeschoben, so wie letztens die LK in Ostbrandenburg. Es gibt Probleme mit dem Callcentermodell ab Prio2.

    Welchen Impfstoff beabsichtigt man denn einzusetzen? Dazu gibt es keine Aussage.

    Zur Erläuterung: Ranft wurde mal zitiert, dass man mRNA in den Arztpraxen nicht lagern und deshalb nicht einsetzen kann. Also wird in den Arztpraxen dann Astrazeneca verimpft und die Bevölkerung hat das zu erdulden, wenn man geimpft werden will? Und das alles nur, weil man unfähig ist für die Hochrisikogruppen mit kritischen Vorerkrankungen Termine für die Impfzentren zu vergeben. Online will/kann man nicht und Callcenter geht nicht. Dieser Plan wird aber nicht aufgehen, denn es ist unser Leben, mit dem man dabei spielt.

  11. 3.

    Bin auch dafür, weil viele aus meinen Familien Kreis haben angst weil. Se auch viele allergien haben

  12. 2.

    Lieber rbb im Artikel steht nix konkretes was zur Überschrift passt. Was sind die Probleme die zu lösen sind. 50 Modellpraxen, wo, wer?
    Wenn Ärzte oder Verbände etwas fordern wird doch sicher mehr als nur „wir fordern ... „ gesagt.
    Der Weg über die Hausärzte ist doch erfolgversprechend und sollte schnellstmöglich erreicht werden.

  13. 1.

    Gern in der Praxis impfen, dann hat man gleich für die nächsten Tage die richtige Überwachung, falls es unvorhergesehen starke Nebenwirkungen gibt. Meine Ärztin wäre dafür

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