Symbolblid: Eva Diener (r), Mitarbeiterin eines Kindergartens, bekommt am 28.02.2021 von Sylvia Baumbach im Impfzentrum Apolda (Thüringen) ihre Corona-Schutzimpfung mit dem Mittel von AstraZeneca. (Quelle: dpa/Michael Reichel)
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Audio: Inforadio | 02.03.2021 | Ursula Nonnemacher | Bild: dpa/Michael Reichel

Buchungszahlen für Termine nehmen zu - Nonnemacher registriert steigende Akzeptanz für Astrazeneca

Bislang wurde der Corona-Impfstoff Astrazeneca auch in Brandenburg kritisch beäugt, doch das ändert sich offenbar. Gesundheitsministerin Nonnemacher spricht im rbb von "guten Signalen" und verweist auf steigende Terminbuchungen.

Die Skepsis in Brandenburg gegen den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca sinkt offenbar. "Wir merken das an den Buchungszahlen", sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstagmorgen im Inforadio des rbb.

Das Mittel von Astrazeneca sei erstmals am Freitag über Onlinebuchungen freigegeben worden, "wir haben über 11.000 Termine für diesen Impfstoff vergeben, heute gehen die nächsten 17.000 Online-Termine für Menschen mit schweren Vorerkrankungen, für Menschen mit Behinderungen und für Grundschullehrer und Kitabeschäftigte raus." Das sei "ein gutes Signal". Nonnemacher sagte weiter: "Wir merken, dass das anzieht, dass das Interesse zunimmt und viele sagen, klar, Hauptsache ich kann geimpft werden. Dass die Menschen sagen, ich will mir das aussuchen, das lässt nach."

Nonnemacher plant Großoffensive in den kommenden Monaten

Von der Ständigen Impfkommission forderte sie, die Empfehlung, Astrazeneca nur für Menschen unter 65 Jahren freizugeben, zu überdenken. Aktuelle Zahlen aus Großbritannien würden belegen, dass der Impfstoff auch bei älteren Menschen eingesetzt werden könne und große Wirksamkeit entfalte, so Nonnemacher.

Für die Monate April und Mai kündigte die Gesundheitsministerin erneut eine Großoffensive bei Impfungen an. Die Impfzentren würden systematisch hochgefahren, viele Krankenhäuser und auch Kommunen böten ihre Hilfe an, außerdem seien niedergelassene Ärzte bei Impfungen unverzichtbar, betonte die Grünen-Politikerin.

Im April sollen mindestens 400.000 Brandenburger geimpft werden

Sie schloss sich der Forderung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller (SPD), an, die Impfstrategie zu ändern und noch in diesem Monat auch in Arztpraxen Corona-Impfungen durchzuführen. "Bundesgesundheitsminister Spahn hat ja auch schon angekündigt, dass Ende März, Anfang April regulär in niedergelassenen Praxen geimpft werden kann, dann müssen wir mit allen Säulen, mit allen Beteiligten richtig doll loslegen", so Nonnemacher.

In Zahlen ausgedrückt heiße das für Brandenburg: "Ab April müssen wir über 400.000 Impfungen pro Monat realisieren, ab Mai über 500.000, um das Versprechen auch einlösen zu können, 70 Prozent der Bevölkerung bis zum Ende des Sommers geimpft zu haben", so Nonnemacher.

In Brandenburg wurden nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts [riki.de] bislang rund 104.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft (Stand 1.3.2021), mehr als 74.000 Menschen haben auch schon eine Zweitimpfung bekommen. Das Vakzin von Astrazeneca wurde dabei knapp 15.000 Menschen verabreicht. Die Impfquote liegt bei 4,1 Prozent.

In dieser Woche startet Pilotprojekt in Arztpraxen

Zuletzt sind in Brandenburg 204.750 Dosen Biontech/Pfizer, 21.600 Moderna und 43.200 Dosen Astrazeneca eingetroffen, wie das Gesundheitsministerium Ende vergangener Woche mitgeteilt hat. Bis Anfang April wurde die Lieferung weiterer Impfdosen zugesagt: 148.590 von Biontech/Pfizer, 13.200 von Moderna und 127.200 Dosen Astrazeneca.

Bereits ab dieser Woche startet das Land Brandenburg ein Pilotprojekt, um Impfungen gegen das Coronavirus in vier Arztpraxen zu ermöglichen. Laut einer Mitteilung vom Montag soll ab 3. März zunächst in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge mit dem Wirkstoff von Astrazeneca geimpft werden. Landesweit sollen bis Ende März 50 weitere Arztpraxen folgen, die Patienten und Patientinnen eine Impfung gegen Sars-Cov-2 anbieten.

Sendung: Inforadio, 02.03.2021, 7:25 Uhr

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43 Kommentare

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  1. 43.

    Bürger können sich dumm und dämlich wählen. Habe heute wieder versucht einen Impftermin zu bekommen. Man hat in der Warteschleife zu verharren; ich heute über 1 1/2 Stunden und man hört immer wieder: Bitte warten sie einen Moment. Als der am anderen Ende dann den Hörer abhob war die Verbindung weg. Ich bekomme es fertig und werde in der chinesischen oder russischen Botschaft um eine Impfung bitten. Bezahle es selbst. Man muss sich ja schämen was aus unserem Land geworden ist. Das kleine Serbien hat das Geld und die Impfer. Wir haben Bremser. Anders nicht erklärbar. Die Bundeswehr hat doch auch Impfärzte; los ran und es der Welt gezeigt. Wem gehört eigentlich Biontech ? Die erhielten doch massig Steuergeld. Brrrrrrrrrrrr.

  2. 42.

    Andi, glauben Sie wirklich das die Politiker nicht schon längst mit Biontech/Pfizer geimpft sind? Wenn es Bürgermeister aus Provinznestern gelingt sich vorzudrängeln, oder gibt es noch eine Meldung von MdBs die an Corona erkrankt sind?

  3. 41.

    Im Zusammenhang mit ihrem Kommentar 30 ergibt sich jetzt eine völlig neue Sichtweise. Danke für die Informationen.
    Ich vermute, dass das in medizinischen Kreisen bekannt ist.
    Zu "Ich würde mich tatsächlich freuen wenn unsere Politiker mit gutem Beispiel vorangehen und sich nach Lippenbekenntnissen auch tatsächlich mit AZ impfen lassen." glaube ich nicht, dass dieser Fall eintreten wird.
    Man arbeitet jetzt mit Hochdruck an der Aufhebung der STIKO-Regelungen, um ohne jeden Kontrollmechanismus den BF weiter verschenken zu können.

  4. 40.

    ja stimmt, ist aber in diesem Fall irrelevant um nicht zu sagen Wurst. Entscheidend ist, das der Impfstoff bzw. die modifizierte covid DNA in den menschlichen Zellkern gelangt. Das muss ja nicht schlecht sein, aber man sollte das im gesamten Kontext zumindest verstehen. Ich würde mich tatsächlich freuen wenn unsere Politiker mit gutem Beispiel vorangehen und sich nach Lippenbekenntnissen auch tatsächlich mit AZ impfen lassen ...

  5. 39.

    Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht. Ich werde jetzt einen offenen Brief an das RKI vorbereiten. Es gibt zahlreiche Bekannte, die auch schwerbehindert sind und die den ebenfalls unterschreiben. Es reicht jetzt mit dieser Brandenburger "Gesundheitspolitik".

  6. 33.

    Genauso ist es. Ausdrucken und an die STIKO und Spahn schicken.
    Ich begreife sowiso dieses ganze Theater von Nonnemacher nicht. Das alles nur, damit sie alles in die Hausarztpraxen geben kann und aus der Verantwortung raus ist?
    Wenn sie keine Lust mehr hat ihren Job zu machen soll sie zurück treten in wieder Praxisdienst machen. Dann kann sie gleich mitimpfen


  7. 32.

    "Aktuelle Zahlen aus Großbritannien würden belegen, dass der Impfstoff auch bei älteren Menschen eingesetzt werden könne und große Wirksamkeit entfalte...."

    Tja, das hat die Gesundheitsbehörde Public Health England verkündet. Da AstraZeneca ein teils britischer Hersteller ist, wird es forciert. Aber insgesamt soll es sich um vorläufige, noch nicht von unabhängigen Experten geprüfte Daten handeln. Wie gut die Impfstoffe Ansteckungen verhindern und damit die Pandemie ausbremsen, ließ sich aus den berücksichtigten Daten nicht schließen." Nunja, lassen wir uns überraschen.

  8. 31.

    Die Argumentation ist nicht nachvollziehbar und gibt lediglich die Meinung der treibenden Kräfte wieder.
    Nach meinen Recherchen haben die mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna eine Zulassung der EMA erhalten. Ende Januar hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA der „COVID-19 Vaccine Astra­zeneca Injektionssuspension“ eine bedingte Zulassung (für mich ein Unterschied) erteilt. Grund war die Datenlage.
    "Die Phase-II/III-Studie, mit Erwachsenen im Vereinigten Königreich und einer Phase-III-Studie mit Erwach­senen in Brasilien, schlossen Teilnehmer mit schweren und/oder unkontrollierten Vorerkrankungen (sind benannt) aus“, heißt es in der Produktinformation. Das heißt natürlich nicht, dass er nicht verwendbar ist. Aber ebend nicht für chronisch Kranke. Stellen sie sich einen COPD-Patienten mit halber Lunge vor. Da geht es nicht darum ihn eine bischen zu schützen sondern optimal. Er hat KEINE infektion zu bekommen. Bei einem 70'er der Marathon läuft mag es anderes sein..

  9. 30.

    Neben der antizipierten Wirksamkeit bei den aktuellen Mutanten stört mich tatsächlich die Bereichterstattung um AZ der oft und gerne mit "normalen" bekannten Tot- oder Lebendimpfstoffen verglichen wird.
    Fakt ist: Bei AZ handelt es sich um einen Vektorimpfstoff auf der Basis eines Adenovirus, bei dem das Gen für das Spike-Protein des Coronavirus – übersetzt in DNA – in ein Adenovirus eingebaut wird, welches den Bauplan in die menschliche Zelle einschleust.
    Es gibt noch keinen einzigen vergleichbaren Impfstoff, der in vielen Menschen verimpft wurde. Lediglich ein Ebola- und ein Dengue-Vakzin sind zugelassen, aber noch kaum angewendet. Dass Virus-Erbsubstanz in den Zellkern gelangt, ist für zugelassene Impfstoffe also zumindest neu und ein Unterschied zu den bekannten Tot- Lebendimpfstoffen (kein Umschreiben ihrer Erbsubstanz im Zellkern). Das sollte m.E. zumindest jeder verstehen ...

  10. 29.

    Die Überschrift an sich ist schon bemerkenswert "Nonnemacher registriert steigende Akzeptanz für Astrazeneca".

    Und das ist eine Meldung an die Medien wert??? Bei allen Vorbehalten gegenüber dem Impfstoff....

  11. 28.

    Aha, sie "registriert" - wir hier registrieren auch: Coronatote. Wir hier registrieren: "Pilotprojekt" (gibt es in MV), um Zeit zu gewinnen? Wir hier registrieren: (ohne Studie) die Mehrheit will eine Impfung. Wir hier registrieren: schlechte, sehr schlechte "Signale" von Fr. Nonnenmacher. Wir hier registrieren: eine sinkende Akzeptanz der gr. Ministerin. Wir hier registrieren: In Brb. werden Briefe b a l d verschickt, statt ... Wir hier registrieren: "Buchungen"...statt Termine. Wir hier registrieren: Marketingbegriffe statt Zielerreichung! Was war das noch gleich?

  12. 27.

    Südafrika hat da vielleicht etwas vorschnell gehandelt.
    https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-covid-corona-impfung-astra-zeneca-impfung-suedafrika-1.5199822

    Daher sollte man auch hier mit einem Urteil darüber vorsichtig sein.

  13. 26.

    Wenn ich mir so die Entwicklungen, Aussagen und Handlungen der letzten Wochen anschaue, habe ich den Verdacht, dass die Politik, das Gesundheitsministerium , mit der Situation heillos überfordert war/ist, der Impfstoff von Astra zeneca wie ein Ladenhüter wirkt und mit markigen Worten angepriesen wird, um ihn loszuwerden. Leider hat dieser Impfstoff nunmehr ein schlechtes Image. Warum werden für diesen Impfstoff die Altersjahrgänge runtergeschraubt? Was ist da dran? Und das das Gesundheitsministerium die Lage anscheinend doch nicht im Griff hat, beweist doch die kürzliche Installation eines Impfbeauftragten für das Land Brandenburg, der die Organisation übernehmen soll. Wir sind mittlerweile im März angekommen. Und nun, damit alte Ankündigungen gerettet werden können, sollen auch Arztpraxen plötzlich impfen. Man hätte das doch früher schon planen können. Jetzt brauchen wir jeden, der impfen kann. Ach du heiliges Brandenburg, Frau Nonnenmacher hat der Politik einen Bärendienst erwiesen.

  14. 25.

    Es gab hier etliche Hinweise, dass der (knappe) für Alte und Kranke vorgesehene mRNA großzügig an Junge und Gesunde sowie Politiker, Verwaltungen und Funktionäre verschenkt wurde, auch und gerade in Brandenburg, z.B. auch in diesem Beitrag
    https://www.rbb24.de/politik/thema/corona/beitraege/2021/02/brandenburg-impfkampagne-versaeumnisse-impfstoffe.html
    Wird der rbb hier mal recherchieren? Ein Dutzend Nutzeranfragen gibt es schon.

    Genau DAS möchte ich auch wissen! Bei Personal im Krankenhaus und med. Personal in anderen Einrichtungen habe ich durchaus noch Verständnis,auch wenn das die Stiko-Empfehlung nicht vor sieht, aber danach hörts ABSOLUT auf. Oder haben alle Personen aus Prio 1 Anspruch auf einen mRNA Impfstoff? Dann wiederum frage ich mich, warum Mitarbeiter von Tagespflegeeinrichtungen genötigt!!! werden, sich AZ spritzen zu lassen.
    Und nochmals die Frage:
    Sind Pflegebedürftige und Ihre Angehörigen weniger wert aus Bewohner in Pflegeheimen???

  15. 24.

    Aufgrund einer Ministudie an gesunden jungen Menschen AZ in Südafrika nicht weiter zu nutzen, ist schon speziell. Auf dieser Grundlage müßte auch UK diesen Impfstoff nicht mehr verwenden.
    Es ist zumindest nicht geklärt, ob AZ eine COVID-19 verursachte Krankenhauseinweisung/einen schweren Verlauf bei der südafrikanischen Variante verhindert oder nicht. Man weiß es schlichtweg nicht.

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