Der Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg gedenkt mit Kerzen in Form eines Herzen und der Zahl 3082 auf dem Tempelhofer Feld an die Corona-Toten in Berlin. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: rbb|24 | 03.04.2021 | Material: Matthias Kindler | Bild: dpa/Fabian Sommer

Tempelhofer Feld - Hunderte Kerzen leuchten zum Andenken an Berliner Corona-Tote

Mit einer Gedenkaktion auf dem Tempelhofer Feld ist am Karsamstag der Toten in der Corona-Pandemie in Berlin gedacht worden.

Mit rund 1.200 Kerzen wurde die aktuelle Zahl der Verstorbenen auf das Feld gebracht und mit einem Herz aus Kerzen umrahmt. Laut aktuellem Berliner Corona-Lagebericht sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.082 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

"Hinter jeder Zahl steht ein Mensch"

Organisiert wurde das Gedenken vom Evangelischen Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg sowie dem Bezirk. Man wolle damit ein Zeichen des Mitgefühls senden, hieß es zur Begründung. "Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der an Corona verstorben ist, und mit ihm diejenigen, die um ihn trauern", so die Leiterin der evangelischen Beratungsstelle für Trauernde, Anna Ziegenhagen.

Die Veranstalter wollten den Angaben zufolge das Gedenken an die Verstorbenen stärker ins Bewusstsein rücken. Dazu sei der "momentan öffentlichste Platz Berlins" am früheren Flughafen Tempelhof ausgewählt worden, hieß es. Der evangelische Superintendent Michael Raddatz entzündete stellvertretend die Kerzen, da ein gemeinsames Gedenken in großer Gruppe derzeit nicht möglich ist.

Sendung: Abendschau, 03.04.2021, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Zwei Blumen im Fenster, neben der Kerze.

    Jeden Tag sterben Menschen. Denn wir leben mit dem Tod seit unserer Geburt.
    Sie sind auch im "Corona-Jahr" gestorben: an schweren Krankheiten - auch infolge corona-bedingter OP-Verschiebungen oder weil sie zu spät zum Arzt gingen -, an Krankenhauskeimen, an den Folgen des Rauchens, an Unfällen ...
    Auch sie sind einsam gestorben, da wegen Corona keine Krankenhaus- oder Altenheimbesuche stattfinden konnten. Sie konnten keine Besuche empfangen, und die Angehörigen konnten sich nicht von ihnen verabschieden.
    Sind diese Menschen, die nicht an/mit Covid Gestorbenen und die Trauernden, weniger wichtig?

    Daher ist diese Konzentration auf Covid-Tote auszudehnen auf alle Verstorbenen und Trauernden.

    Jeder, der allen Toten gedenken möchte, stelle neben die Kerze im Fenster zwei Blumen: echte oder aus Papier, gemalte ... egal. Nur zwei Blumen neben der Kerze.
    Für alle Gestorbenen und alle Trauernden.
    Für die Gemeinsamkeit.

  2. 6.

    Für mich ist sowas ein Trost! Ich habe einen nahen Angehörigen verloren, der an Corona gestorben ist. Ich durfte auch nicht zu ihm. Und derjenige hätte das auf Grund der Ansteckungsgefahr nicht gewollt. Der Arzt hätte eine Ausnahme gemacht. Verwies aber darauf, dass auch die Schutzkleidung keine 100 prozentige Sicherheit bietet und da Fehler beim An- und Ausziehen passieren können. Diese Ausnahme hätte der Arzt nur für Gesunde gemacht. Ich selbst gehöre aber zu einer Risikogruppe.
    Für uns Angehörige sind die ganzen Querdenker-Demos ein Schlag ins Gesicht. Es ist ein verhöhnen der Opfer. Diese Leute schämen sich nicht. Alle Querdenker und Covidioten sollten ihren Anspruch auf ein Intensivbett verlieren!

    Ich danke jedenfalls allen, die sich an solchen Aktionen beteiligen. Danke, dass es auch noch Menschen mit Sozialverhalten gibt. Ich habe es kaum noch geglaubt.

  3. 5.

    manche Leute.....
    auch die werden es noch kapieren. Man muss nicht unbedingt Pessimist sein aber der Impfstoff ist noch lange nicht das Ende des Sterbens.
    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-mutanten-resistenz-impfstoff-1.5250404?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
    Das Leben aus Vor-Corona wird es nie wieder geben, dazu haben wir als Menschheit Mutter Erde zu sehr gequält.

  4. 4.

    Weil es eben eine total heuchlerische Aktion ist, es gibt Millionen Tote tagtäglich und ausgerechnet die pickt man sich jetzt heraus und gedenkt derer?
    In meinen Augen total lächerlich und lenkt von der völlig vergeigten Politik ab.
    Da sind sie in meinen Augen klassisch drauf reingefallen, ist ähnlich wie bei Terror gedenken!
    Und dieses bashing gegen die Leute ist auch Quatsch, da sich mindestens 80% der Leute komplett dran halten, den Rest wird man sowieso nie wirklich erreichen und mit so einer sinnlosen Aktion erst recht nicht, da wenden sich noch viel mehr ab.

  5. 2.

    Ob das den Hinterbliebenen wirklich ein Trost ist, dass es ihnen verboten war bei den sterbenden zu sein und auch eine Trauerfeier vorgegeben wurde, wie diese zu geschehen hat und wie derjenige bestattet wurde ... naja denke mal einige haben mit der Nummer nicht so viel am Hut.

  6. 1.

    Mein Mitgefühl an alle Hinterbliebenen,die mit oder durch Corona einen lieben Menschen verloren haben.
    Mich erschrickt, wie manche Leute darüber diskutieren,dass Corona ja nicht so schlimm sei und Leute würden schließlich auch ohne COVID19 sterben.
    Verstorbene sind aber nicht nur Statistikzahlen und wenn etliche Zeitgenossen den Ernst der Lage und die nötigen Schutzmaßnahmen nicht akzeptieren oder gar leugnen und ihr Unfeld gefährden,weil sie sich nicht an die AHA- Regeln halten,muss das auch ein Schlag ins Gesicht aller Hinterbliebenen sein.
    Solche Diskussionen erwecken nicht nur den Eindruck,dass diese Erkrankten sinnlos gestorben sind,weil manche Leute nichts daraus gelernt haben.
    So eine Diskussion ist auch respektlos.
    Dieses Gedenken sollte alle nochmal wachrütteln,dass wir uns und unser Umfeld schützen müssen, auch an Ostern und eben auch im privaten Bereich.

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