Corona-Impfung - Impfpriorisierung fällt ab Montag - Ärzteverband befürchtet Ansturm

Ein Mann erhält in einer Arztpraxis eine Corona-Impfung mit dem Impstoff von AstraZeneca. (Quelle: dpa/Hannibal Hanschke)
Audio: rbb|24 | 03.06.2021 | Torsten Sydow | Bild: dpa/Hannibal Hanschke

Am kommenden Montag wird bundesweit die Priorisierung bei Corona-Impfungen aufgehoben. Auch in Berlin und Brandenburg kann sich dann jeder um einen Impftermin bemühen. Doch daran gibt es auch Kritik.

Die Kassenärtzliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) kritisiert die Aufhebung der Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Brandenburg am kommenden Montag. Der Impfstoff sei in Brandenburg nach wie vor knapp, betonte KVBB-Sprecher Christian Wehry am Donnerstag. Die Bestellmengen für die Hausarztpraxen seien immer noch stark quotiert. "So konnten für die kommende Woche pro Arzt nur maximal 18 Dosen von Biontech/Pfizer bestellt werden."

Ab Montag entfällt bundesweit die Priorisierung bei den Corona-Impfungen. Erstmals können sich dann alle Impfwilligen um einen Termin bei einem Arzt oder in einem Impfzentrum bemühen, unabhängig von Alter und potentiellen Vorerkrankungen.

KVBB-Sprecher Wehry fürchtet hingegen, dass der ohnehin schon bestehende Ansturm auf die Arztpraxen ab Montag noch stärker wird. "Das wird für viele Frust und Ärger bei den Impfwilligen und große Probleme in den Praxen führen."

Wehry fürchtet daher, dass der ohnehin schon stehende Ansturm auf die Arztpraxen ab Montag noch stärker wird. "Das wird für viele Frust und Ärger bei den Impfwilligen und große Probleme in den Praxen führen.

Ständigen Impfkommission: "Priorisierung schon seit einiger Zeit sehr löchrig"

Auch für den Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kommt die bundesweite Aufhebung der Priorisierung am 7. Juni zu früh. "Der entscheidende Punkt ist, dass wir sicherstellen müssen, dass die Menschen, die ein hohes Risiko für schwere Verläufe mit Covid19 haben, tatsächlich auch ein Impfangebot erhalten haben", so Mertens vor wenigen Wochen im ARD-Mittagsmagazin.

Die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei "eine Konsequenz aus der gegebenen Situation, denn die Priorisierung ist ja an vielen Orten de facto schon seit einiger Zeit sehr löchrig."

Spahn hatte bereits Mitte Mai angekündigt, dass ab dem 7. Juni alle Menschen ab 16 Jahren in Deutschland eine Impfung zum Schutz vor dem Coronavirus bekommen können sollen. Die festgelegte Reihenfolge entfällt bundesweit in allen Arztpraxen und regionalen Impfzentren sowie bei Betriebsärzten. Damit können sich ab Montag erstmals Menschen, die keiner der drei Priorisierungsgruppen angehören, um einen Impftermin bemühen.

Michael Müller verteidigt Aufhebung der Priorisierung

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Aufhebung der Impfreihenfolge hingegen verteidigt. Bereits Mitte Mai sagte er im Morgenmagazin von ARD und ZDF, das sei vor allem mit Blick auf die Jüngeren wichtig. Studentinnen und Studenten seien schon seit anderthalb Jahren nicht mehr an der Universität gewesen. Sie müssten jetzt zumindest die Chance auf einen Impftermin bekommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10 Uhr

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38 Kommentare

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  1. 38.

    Impfzentren voll und keine Aussicht auf einen Termin... Das ist wohl der Stand, mit dem sich die meisten in Berlin und Brandenburg abfinden müssen. Bei meinem Hausarzt hängt schon am Eingang eine Liste neueren Datums, dass in den nächsten Monaten keine Aussicht auf Impftermine besteht.

  2. 37.

    Am besten den Anrufbeantworter an und die für Notfälle auf Rettungsdienst orientieren.

  3. 36.

    1,2 Mio geimpft. In NRW, Saarland, Hessen, Bayern. NICHT in Brandenburg oder Berlin. 1,2 Mio Leute verteilt auf 10800 Gemeinden ergibt 111 Impfdosen pro Gemeinde.

  4. 35.

    Das Problem ist, Sebastian, dass man zwar Impftermine als Saarländer im Saarland bekommt, aber nicht als Brandenburger in Brandenburg und auch schlecht als Berliner in Berlin. Die Impfstoffausstattung ist leider unterschiedlich.

  5. 34.

    Oh, Norbert, alle aus Ihrem Bekanntenkreis sind über 70? Hätte ich bei dem Vornamen gar nicht gedacht. Hm. Aus meinem Bekanntenkreis ist KEINER geimpft. Ein Kollege bekam astrazeneca auf Wunsch. Sonst: keine auch nur kleinste Chance für einen Termin. Trotz Berufs-Prio!

  6. 32.

    Habe versucht, mich telefonisch für einen Impftermin in einem Impfzentrum anzumelden. Auskunft: "Leider kann ich Ihnen in diesem Jahr in keinem der Berliner Impfzentren einen Termin anbieten. Es ist alles ausgebucht." Soviel dazu.

  7. 31.

    Das ist zwar richtig, jedoch zu kurz gedacht. Seitens der Regierenden u.a, wird derzeit massiv darauf gedrängt, dass jeder sich impfen lassen soll. Und es wird suggeriert, jeder könne nun geimpft werden. Dabei wird verdrängt, dass Impfstoff fehlt. Merkt man schon an Reaktionen derjenigen, die trotz Priorität auf einen Termin (!) warten. Wenn wenigsten jeder schon mal einen Termin machen könnte....

  8. 30.

    ...und in den Impfzentren wird mit reduzierter Kapazität gefahren. Ganze Impfstraßen waren noch nie in Betrieb... Wenn Impfstoff ausreichend vorhanden wäre, könnten die Kapazitäten an manchen Tagen verdoppelt werden... Stattdessen teures Warten auf den Impfgast der seine 5x gebuchten und nicht gebrauchten Termine nicht abgesagt hat.
    Ich ich ich...

  9. 29.

    Jeder wird geimpft, der eine früher, der andere später. Vernunft lässt Menschen fair bleiben.

  10. 28.

    " Impfpriorisierung fällt ab Montag " und das bei Mangel an Impfstoff , tolle Entscheidung

    ab Montag kann jeder tanken, aber es gibt kein Benzin

  11. 27.

    Das stimmt großer Aufruf und nichts keine Termine
    Und dann noch die Kinder wie soll das gehen bei den Erwachsenen war schon Skepsis unverantwortlich
    So einige Bürger aus Spandau

  12. 26.

    Wieder mal Versagen mit Ansage. Schon nachdem die Liste mit 50 Ärzten die AZ verimpfen auf der Seite der KV Berlin aufgetaucht ist, war klar, dass es zu einem organisatorischen Desaster kommt. Leute, die unbedingt geimpft werden wollen melden sich bei möglichst vielen Praxen an, um die Chancen zu erhöhen. (Wer Kinder hat, kennt das Spiel von der Vergabe der Kitaplätze.)
    Ist jemand geimpft und zu faul den anderen Ärzten abzusagen, sind die Praxen irgendwann mehr damit beschäftigt den Leuten hinterher zu telefonieren als zu impfen.
    Dazu kommt, dass es Hausärzte gibt, die gar nicht impfen und ein Wechsel ist aktuell nur schwer möglich, jeder Arzt verweist darauf, dass der Stammkunden hat.
    Ein zentrales System zur Vergabe von Impfterminen bei Hausärzten hätte das Problem gelöst, aber hey, wer konnte das schon ahnen.

  13. 25.

    Termine haben wir vor Monaten in der Praxis tatsächlich nicht vergeben, aber die Anmeldeliste für den Biontec-Impfstoff reicht tatsächlich über Monate. Wir haben Juni, und es kommen jetzt die Leute dran, die sich Mitte April haben eintragen lassen. Das sind tatsächlich alles Priorisierte, aus Altersgründen, chronischen Erkrankungen, beruflich Priorisierte.

  14. 24.

    Ich bitte sie zum dritten Mal sich einen eigenen Nick zuzulegen. Den von ihnen gewählten Nicknamen verwende ich bereits seit 2 Jahren.

  15. 22.

    Da wird bei mancher Hausarztpraxis stehen: wir können nicht impfen, keinen Impfstoff. Wartezeit 3 Monate.

  16. 21.

    Es spricht überhaupt keiner von den unter 16 jährigen! Ab 12 Jahren sollte geimpft werden wenn die Priorisierung fällt.

  17. 19.

    Das waren alles priorisierte mit Terminen, die schon vor Monaten gemacht worden sind."
    Das kann nicht so ganz sein.
    Die Vielzahl der Impfungen wird derzeit von niedergelassenen Ärzten gemacht.
    Und die haben keine Termine "vor Monaten" vergeben.

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