Sommerkurse für Kinder - Brandenburg erleichtert Zugang zu Nachhol-Schwimmkursen

"Nicht springen" steht am Beckenrand in einem Berliner Schwimmbad, aufgenommen im Juni 2021. (Quelle: rbb/Amelie Ernst)
Video: Brandenburg aktuell | 02.07.2021 | Stephanie Teistler | Bild: rbb/Amelie Ernst

Tausende Grundschüler haben im Corona-Jahr nicht richtig schwimmen gelernt. Brandenburgs Bildungsministerium pumpt zwar Extra-Gelder in kostenlose Sommerkurse. Doch nach Kritik werden nun die Vorgaben dafür gelockert. Von Amelie Ernst

Eine Bahn bleibt an diesem Nachmittag im Potsdamer Freizeitbad "blu" ungenutzt. Hier sollten eigentlich Grundschülerinnen und –schüler in Intensivkursen den verpassten Schwimmunterricht nachholen.

Die Hin- und Rückfahrt zur Halle sollten laut Bildungsministerium die Horte übernehmen, doch das sei für viele kurzfristig nicht machbar gewesen, sagt Christian Gerber, der beim SC Potsdam für den Breitensport und auch für die Schwimmkurse zuständig ist. "Einige Einrichtungen haben sich angemeldet, aber andere können das personell und zeitlich nicht leisten. Da können die Kinder dann nicht zu uns kommen."

3.000 Kinder wollte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in diesem Sommer mit den kostenlosen Schwimmkursen erreichen. Doch dass die Organisation für viele Horte zu kurzfristig und zu kompliziert ist, hatten sie und ihr Haus zunächst unterschätzt. Nun sollen die Schwimmkurse auch ohne Hortbetreuung möglich sein.

Sie seien eigentlich als Ferienangebot gedacht gewesen, so Ernst. Deshalb habe man über die Horte auch die Betreuung über mehrere Stunden absichern wollen. "Nun haben wir mitbekommen, dass viele Eltern bzw. ihre Kinder die Schwimmkurse auch ohne Hortbetreuung in Anspruch nehmen möchten. Deshalb werden wir die Bestimmungen erweitern."

Kein gleichmäßiges Angebot im Land

120 Euro erhalten die Vereine, die die Intensivkurse im Sommer anbieten, nun vom Land - pro Kurs und Kind. Bisher brauchten die Kinder für den Sommer-Schwimmkurs eine Bescheinigung von der Schule - auch diese soll nun wegfallen.

Ein weiteres Problem: Genau wie andere Ferienaufholangebote - egal ob Mathe-Camp oder Forscher-Projekt - sind auch die Schwimmkurse nicht gleichmäßig über das ganze Land verteilt. Beispielsweise meldeten sich in diesen Tagen noch Anbieter, die Schwimmkurse in der Prignitz offerieren wollen. Ministerin Ernst ist auf die Angebote der freien Träger angewiesen – direkt steuern kann und will sie aber nicht.

Doch das Fördergeld müsse auch abgerufen werden, so Ernst. "Es ist nicht schön, dass es da eine Unwucht gibt. Aber alle Träger können von diesem Angebot Gebrauch machen und Kurse anbieten." 1,9 der 3,1 Millionen Euro an Zusatzförderung für die Nachholangebote seien bereits beantragt worden. Doch auch in den Herbstferien sei noch Zeit, um wirklich die, die Bedarf haben, zu erreichen.

6.000 Brandenburger Drittklässler können noch nicht schwimmen

Heißt allerdings auch: Wenn der Hort keine Fahrten zur Schwimmhalle organisiert, dann müssen sich die Familien selbst um den Transport der Kinder kümmern. Robert Busch von der Brandenburgischen Sportjugend ist trotzdem optimistisch, dass die Vereine im Land in diesem Sommer etwas bewegen können.

"3.000 Kinder zu erreichen war ein ambitioniertes Ziel. Aber wenn ab sofort auch Kinder teilnehmen können, die nicht im Hort sind, dann können wir das Ziel weiter erreichen." Insgesamt geht die Brandenburgische Sportjugend davon aus, dass coronabedingt 6.000 Drittklässler im Land noch nicht ausreichend schwimmen gelernt haben.

Auch die Nachfrage nach den regulären Schwimmlern-Kursen im Potsdamer Freizeitbad "blu" ist so groß wie nie: Alle 16 Seepferdchen-Kurse seien in kürzester Zeit ausgebucht gewesen, so Bäderlandschaft-Sprecherin Jana Eitner. Auch für die Kurse nach den Ferien stünden schon viele Kinder auf der Warteliste.

Heißt allerdings auch: Wenn der Hort keine Fahrten zur Schwimmhalle organisiert, dann müssen sich die Familien selbst um den Transport der Kinder kümmern. Robert Busch von der Brandenburgischen Sportjugend ist trotzdem optimistisch, dass die Vereine im Land in diesem Sommer etwas bewegen können.

„3.000 Kinder zu erreichen war ein ambitioniertes Ziel. Aber wenn ab sofort auch Kinder teilnehmen können, die nicht im Hort sind, dann können wir das Ziel weiter erreichen.“ Insgesamt geht die Brandenburgische Sportjugend davon aus, dass coronabedingt 6.000 Drittklässler im Land noch nicht ausreichend schwimmen gelernt haben.

Auch die Nachfrage nach den regulären Schwimmlern-Kursen im Potsdamer Freizeitbad "blu" ist so groß wie nie: Alle 16 Seepferdchen-Kurse seien in kürzester Zeit ausgebucht gewesen, so Bäderlandschaft-Sprecherin Jana Eitner. Auch für die Kurse nach den Ferien stünden schon viele Kinder auf der Warteliste.

Heißt allerdings auch: Wenn der Hort keine Fahrten zur Schwimmhalle organisiert, dann müssen sich die Familien selbst um den Transport der Kinder kümmern. Robert Busch von der Brandenburgischen Sportjugend ist trotzdem optimistisch, dass die Vereine im Land in diesem Sommer etwas bewegen können.

„3.000 Kinder zu erreichen war ein ambitioniertes Ziel. Aber wenn ab sofort auch Kinder teilnehmen können, die nicht im Hort sind, dann können wir das Ziel weiter erreichen.“ Insgesamt geht die Brandenburgische Sportjugend davon aus, dass coronabedingt 6.000 Drittklässler im Land noch nicht ausreichend schwimmen gelernt haben.

Auch die Nachfrage nach den regulären Schwimmlern-Kursen im Potsdamer Freizeitbad "blu" ist so groß wie nie: Alle 16 Seepferdchen-Kurse seien in kürzester Zeit ausgebucht gewesen, so Bäderlandschaft-Sprecherin Jana Eitner. Auch für die Kurse nach den Ferien stünden schon viele Kinder auf der Warteliste.

Sendung: Inforadio, 02.07.2021, 11:46 Uhr

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Beitrag von Amelie Ernst

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