Mittwoch Thema im Abgeordnetenhaus - Berliner Zoo wegen Corona in finanziellen Schwierigkeiten

Afrikanischer Loewe im Zoologischen Garten Berlin. (Quelle: dpa/A. Gora)
Bild: dpa/A. Gora

Der Berliner Zoo ist wegen des erheblichen Besucherrückgangs während der Corona-Pandemie in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Kaum zu reduzierenden Kosten etwa für das Futter und die Pflege der Tiere und Anlagen stehen deutlich geringere Einnahmen gegenüber.

Das Land Berlin soll nun helfen. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses will sich am Mittwoch mit dem Thema befassen. Wie die "Berliner Morgenpost" am Dienstag berichtete, geht es um 16,5 Millionen Euro, die coronabedingte Einnahmeverluste ausgleichen sollen.

Tierpark kam besser durch die Pandemie

Der Berliner Zoo hatte im März erklärt, zwölf Mitarbeitern gekündigt zu haben, die im Kassendienst und bei der Ticketkontrolle arbeiteten. Die Ursache seien die Millionenverluste durch die Corona-Pandemie. Die Sprecherin des Zoos, Christiane Reiss, bestätigte damit einen Bericht der "B.Z.". Demnach sollte vom Sommer an ein externer Dienstleister Kasse und Kontrolle übernehmen.

Reiss zufolge fehlten dem Zoo im vergangenen Jahr Eintrittserlöse in zweistelliger Millionenhöhe. Auch für 2021 sei mit Millionenverlusten zu rechnen, sagte sie.

Der Tierpark sei hingegen besser durch das Corona-Jahr gekommen, auch weil er nicht so stark auf Touristen angewiesen sei. Im Tierpark sollte weiterhin eigenes Personal an den Kassen und der Zutrittskontrolle arbeiten, hieß es.

Sendung: Inforadio, 10.08.2021, 20:00 Uhr

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27 Kommentare

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  1. 27.

    Der Zoo u der Tierpark sind wichtig für die Zuchtprogramme der bedrohten Tierarten. Die Eintrittspreise muss man sich als Familie auch leisten können u online konnte man letztes Jahr keine ermäßigten Tickets buchen, was für Schüler und Azubis schade war. Ach ja Praktikumsplätze für Azubis/Tierpfleger werden so gut wie nicht angeboten und selbst nehmen sie gemeinsam 5 Azubis pro Jahr. Das ist in meinen Augen viel zu wenig für solch große Betriebe mit viel Personalbedarf.

  2. 26.

    Hi Markus. Wieder haben wir etwas gemeinsam. Ich bin früher als Knirps fast täglich im alten Münsteraner Zoo gewesen, da meine Mutter in der einzigen Kneipe dort putzte. So kam ich immer umsonst rein. Ich kann mich noch gut an die viel zu kleinen Käfige erinnern. Aber das ist ja längst Vergangenheit im Allwetter Zoo Münster.

  3. 25.

    Hi Lothar, als Kind war ich da sogar monatlich. Leider hat man als Kind die teilweisen schlechten Lebensbedingungen der Tiere nicht gesehen. Doch seit Herr Knierim da ist, bin ich echt optimistisch. Mein Rekord im Tierpark übrigens: 8 Stunden (mit Mutter und Stullenbox in den 80ern; mit dem Vater Wettbewerb: Wer schafft das meiste Softeis. Rekord waren 4 Stück). Nur mal am Rande... :)

  4. 24.

    Alles richtig. Schon die Weitläufigkeit des Tierparks macht ein Tagesausflug lohnenswert.

  5. 23.

    Der Zoo ist zwar eine AG, allerdings verzichten die Aktionäre auf eine Gewinnausschüttung, zum Wohle der Tiere:)
    Außerdem besitzt das Land Berlin eine Aktie des Zoos.

  6. 22.

    Genau wie Geimpfte den Coronatest nicht zahlen wollen, möchte ich nicht für eingesperrte Tiere zahlen!"
    Ach ja, es hängt eben alles mit allem zusammen.
    Youtubemäßig.

  7. 21.

    berliner-woche.de vom 23.03.2021
    „ Doch nicht nur die Gesamttendenz der Besucherrekorde nahm mit der Pandemie eine Kehrtwende, auch die Rollen von Zoo und Tierpark waren plötzlich vertauscht: Im Zoo Berlin, der im Herzen der City West traditionell als Touristenmagnet gilt und sich über mangelnde Besucherzahlen nicht beklagen konnte, herrschte auch nach der Wiedereröffnung am 28. April gespenstische Leere. Der Tierpark, der dem kleineren, aber deutlich zentraleren Zoo im Westen in den Besucherzahlen immer um Einiges hinterherhinkte, zeigte sich von der weltweiten Pandemie eher wenig beeindruckt. Während kurze Wege und ein hoher Touristenanteil im Westen bisher als Vorteil galten, zeigt sich in Krisenzeiten die Stärke von Europas größten Landschaftstierpark im Osten der Stadt: ein weitläufiges Gelände und ein hoher Anteil an treuen Stammgästen, die ihrem Tierpark in guten und besonders auch in schlechten Zeiten zur Seite stehen.“

  8. 19.

    Ich hoffe da fließt nicht noch Mehr von den Steuergeldern ein, denn ich nutze den Zoo nicht!

    Genau wie Geimpfte den Coronatest nicht zahlen wollen, möchte ich nicht für eingesperrte Tiere zahlen!

  9. 18.
    Antwort auf [David Lejdar] vom 11.08.2021 um 07:59

    Auch für Sie gilt folgendes. Erst mal richtig Informieren, bevor Sie lospreschen was die Umsätze und Ausgaben im Zoo anbelangt. Es wird massiv gebaut und umgestaltet in beiden Zoos und sowas geht ins Geld. Niemand hat damals mit dieser Pandemie gerechnet. Das kann man nun den Zoos nicht vorhalten, das sie schlecht haushalten mit den zur Verfügung stehenden Mittel. Und ja, schon eine kleine Spende ist eine Hilfe zur Selbsthilfe.

  10. 17.

    Eben, von "Besuchern". Berliner. Es wird eher so sein, dass der Tierpark traditionell weniger Touristen anzieht, da er nicht so zentral liegt. Wenn die wegfallen, ist das kein so großer Anteil. Wenn der Anteil im Zoo aus naheliegenden Gründen traditionell höher ist und die plötzlich alle wegfallen, macht sich das schon bemerkbar.

  11. 16.

    Sie wissen schon, dass im Zoo massiv gebaut wird? Überschüsse werden dort investiert sein. Überhaupt wurde in den letzten 10-15 Jahren im Zoo ziemlich viel gebaut und umgebaut.

  12. 15.

    Ich weiß, dass die Berliner ihrem Zoo in schlechten Zeiten immer zur Seite gestanden und geholfen haben. Also lasst uns genau das machen. Jeder Euro hilft.
    Und an die Meckerköppe, die sich über die Eintrittspreise aufregen, habt Ihr Mal überlegt, was für Kosten der Zoo hat? Ausbau und Verbesserung der Gehege, Personalkosten, Futterkosten, Wasser und Strom, das gibt es nicht kostenlos.

  13. 14.

    Die Ticket Preise senken ist doch eine Milchmädchenrechnung … dann kommen zwar ein paar mehr zahlen aber insgesamt weniger, also bleibt die Einnahmen Seite unterm Strich gleich.
    Es sollte doch klar sein, der Senat sorgt mit seinen Maßnahmen für Einnahmeverluste, also leistetet er Schadenersatz.
    Vielleicht lernt man beim Senat mal irgendwann das die Maßnahmen auch Konsequenzen haben.

  14. 13.

    Es gab Zeiten, da wurde der Zoo und viele andere Einrichtungen vom Senat unterstützt, mittlerweile Denken diese nur noch an ihre Bezüge und Diäten..

  15. 12.

    Leider hat man nach der Wende es versäumt Visionen auf Zubauen. Der Tierpark wäre zu einem großen Areal für Landtiere aufgebaut .
    Und der jetzige Zoo wäre ein reiner Wassserpark
    Mit modernen Aquarien und Becken geworden geworden mit Forschung im alten Aquarium.
    Das wäre wirtschaftlich ein Selbstläufer geworden. Was jetzt hier steht ist nur Stückwerk.
    Leider haben es andere Länder uns vorgemacht wie sowas funktionieren kann.

  16. 11.

    Hm. Also die Touristen, die sich die komplett überteuerten Ticketpreise leisten können sind wegen Corona ausgeblieben?

    Vorschlag: Vielleicht mal die komplett überteuerten Ticketpreise anschauen und nachdenken, warum so wenig Nicht-Touristen in den Zoo gehen. Wenn man die Preise gesenkt hätte als z.B. die Innenbereiche und Spielplätze wegen Corona geschlossen waren, hätte es bestimmt mehr Besucher gegeben.

    Oder einfach ein paar mehr exotische Jungtiere als sonst in die Fleischproduktion verkaufen. Damit kann der Zoo dann auch in Zeiten in denen die Besucher ausbleiben Kohle machen.

  17. 10.

    Auf der Internetseite des Zoos können Sie Futterkörbe in verschiedenen Preisklassen spenden. Das habe ich dieses Jahr auch schon getan.

  18. 9.

    Ist der Zoo nicht eine AG, die ihre Gewinne immer an Aktionäre ausgeschüttet hat? Warum sollen jetzt die Verluste die Steuerzahler tragen? Warum gibt die Hausbank keinen Kredit?

  19. 8.

    Hoffentlich denken die Abgeordneten darüber nach, ob sich Berlin weiterhin zwei derartige Einrichtungen leisten kann. Wenn der Tierpark besser durch die Pandemie gekommen ist, hat er möglicherweise das bessere Konzept. Dann muss m. E. auch über den Abschied eines zwar sehr traditionsreichen aber eben auch langfristig nicht überlebensfähigen Zoos nachgedacht werden.

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