rbb|24-Experten-Vidcast | Folge 5 - Warum man sich trotz Impfung mit Corona infizieren kann - und was das bedeutet

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Der Weg aus der Pandemie hängt stark davon ab, wie sich die neuen Covid-Mutationen verbreiten. Bringt uns Impfen weiter? Der Impfstoff-Forscher Leif Erik Sander spricht im rbb|24-Experten-Vidcast über die Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe - und darüber, ob man sich als stillende Mutter impfen lassen sollte.

Der untenstehende Text ist das Interview mit Professor Leif Erik Sander im Wortlaut. Hören uns sehen kann man es mit Klick auf den Playbutton im Bild oben. Aufgenommen wurde es am Dienstag, den 9. Februar 2021.

Laura Will (rbb|24): Die Impfsituation wirft immer neue Fragen auf: Täglich erreichen uns neue Informationen zu Impfstoffen, Impfverordnung und Mutationen. Für viele ist die Situation manchmal unübersichtlich und unsere Redaktion erreichen täglich Fragen wie: Kann man nach der Impfung noch andere Menschen anstecken? Ich bin Laura Will aus der rbb Praxis-Redaktion und stelle hier eure Fragen zum Thema Corona-Impfung. Der führende Impfstoff-Experte Professor Leif Erik-Sander von der Berliner Charité beantwortet sie.

Was bedeutet Impfstoffwirksamkeit?

Laura Will: Eine Sache, die Euch immer wieder beschäftigt hat, war die Frage nach der Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe. Der von Biontech zum Beispiel ist zu 90 Prozent wirksam, der von Astrazeneca nur zu 70 Prozent. Aber was meinen Virologen überhaupt, wenn sie von der Impfwirksamkeit sprechen?

Professor Leif Erik Sander: Ja die Wirksamkeit ist jetzt so ein Oberbegriff. Die Wirksamkeit bezieht sich in diesem Fall, diese Zahlen, die immer durch die Medien gehen und die diskutiert werden, das ist quasi der Endpunkt der in diesen Studien gemessen wurde und das war in diesem Fall symptomatische Infektionen unabhängig vom Schweregrad. Aber es mussten Symptome vorliegen und ein Nachweis vorliegen, dann wurde es gezählt. Und das, was dann diese Zahl nachher ausmacht, ist die Reduktion des Risikos eine solche Infektion zu bekommen, eine symptomatische Infektion zu bekommen, wenn man geimpft ist. Das heißt eine geimpfte Person hat im Falle von Biontech-Pfizer Impfung ein um 95 Prozent reduziertes Risiko, eine symptomatische Coronavirus-Infektion zu bekommen. Sagt nichts aus über das Risiko schwer zu erkranken, sagt aktuell auch noch nichts über das Risiko aus, einen positiven Abstrich zu bekommen. Dafür fehlen diese Zahlen eben. Also die Zahlen, die immer verglichen werden, beziehen sich auf diese symptomatisch Infektionen. Und eigentlich kann man es so sehen, es ist die Reduktion des Risikos.

Geht die Pandemie mit den Mutationen wieder von vorne los?

Wir zeichnen unsere Folge auf, bevor die Kanzlerin mit den Länderchefs über eine Verlängerung oder eine Lockerung des Lockdowns berät. Aber was wir jetzt schon wissen: Es wird viel davon abhängen, wie sehr sich die hochansteckenden Mutationen des Coronavirus bei uns verbreiten. Die Sorge vieler ist: Mit den Mutationen könnte die Pandemie praktisch wieder von vorne losgehen.

Wir wissen, dass die britische Variante sich stärker vermehrt. Möglicherweise ist dieser R-Wert, diese Reproduktionszahl höher. Sie ist ansteckender, und wir sehen es jetzt auch in einzelnen Untersuchungen, dass die Viruslast dann auch höher sein kann in der Nase. Wenn das parallel steigt, ist es erst mal nicht so ein gutes Zeichen, was dazu führen könnte, dass wir noch länger eben diese Kontaktbeschränkung durchhalten müssen. Damit sich dann nicht sozusagen der jetzt gewonnene Effekt, dann wieder verstärkt durch solche Virusvarianten.

Es ist auch sehr viel Geld noch mal zur Verfügung gestellt worden, weil sequenzieren und diese Spezialuntersuchung kosten eben mehr Geld als ein einfacher PCR-Test. Es gibt mehrere gezielte Teste die spezifisch jetzt diese bekannten Varianten nachweisen, aber es können sich ja auch neue bilden. Und die findet man eben nur, wenn man wirklich das Ganze Erbmaterial des Virus auch sequenziert oder Teile davon. Das wird jetzt in Deutschland auch verstärkt gemacht an vielen Standorten, sodass wir immer bessere Datenqualitäten kriegen, wie es darum bestellt ist, wie sich die Varianten ausbreiten.

Bringt das Impfen was trotz der Mutationen?

Jetzt könnte man ja auch denken, wenn das Virus weiter mutiert und immer wieder neue Varianten auftauchen, da lasse ich mich erst gar nicht impfen, das bringt ja sowieso nichts.

Ja, das wäre der falsche Schluss. Ich glaube es ist auch wichtig, dass wir das noch mal ansprechen und auch noch mal erklären. Das, was wir immer messen - das lässt sich auch am einfachsten messen - ist eine symptomatische Coronavirus-Infektion. Also, jemand bekommt Symptome, dann bekommt er einen Abstrich, dann ist ein positives Ergebnis da und das kann man zählen. Aber ob man nun Halsschmerzen und Kopfschmerzen bekommt und eine positive PCR hat, ist ja nicht so ausschlaggebend.

Ausschlaggebend ist ja tatsächlich, ob Menschen schwer krank werden. Da sieht man in allen Studien, auch in den Studien, die in Südafrika durchgeführt worden, mit unterschiedlichen Impfstoffen, die bei unterschiedlicher Wirksamkeit gelandet sind - es gibt quasi keine Krankenhauseinweisungen von Geimpften und keine Todesfälle. Das heißt, eigentlich sieht es so aus, als ob alle Impfstoffe quer durch die Bank die Geimpften vor einem schweren Covid-19 Verlauf schützen. Und das ist ja wirklich das, was wir hinkriegen müssen, dass die Menschen nicht mehr ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, dass sie kein Lungenversagen mehr bekommen, nicht auf der Intensivstation landen und versterben.

Ich glaube, das ist ja auch das, was man gerne möchte wenn man sich impft. Das man sicher ist, ich kann jetzt nicht mehr diese schwere Erkrankung bekommen. Und ob man noch mal ein paar Tage einen Schnupfen hat, oder Halsschmerzen hat, ist dann vielleicht nicht so wichtig. Klar wäre es toll, wenn wir einen hundertprozentigen Schutz vor Ansteckung hätten. Das scheint nicht zu erreichen zu sein. Aber bisher glaube ich, bietet die Impfung einfach einen ganz hervorragenden Schutz vor dieser schweren Erkrankung. Und deswegen, glaube ich, sollten und wollen sich auch die allermeisten impfen lassen.

Wie gut wirken die Impfstoffe gegen die Mutationen?

Gerade verbreiten sich weltweit drei uns bekannte Mutationen des Coronavirus: eine südafrikanische Virus-Mutation, eine Variante, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde und eine aus Brasilien. Jetzt haben die Hersteller des Astrazeneca Impfstoffs schon bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff nicht so gut vor der in Südafrika entdeckten Mutation schützt - und in Südafrika werden jetzt vorerst keine Menschen mehr mit Anstrazeneca geimpft. Was bedeutet das für den Einsatz von Astrazeneca und anderer Impfstoffe hier bei uns?

Also das trifft nicht nur für AstraZeneca zu. Das trifft auch für zwei andere Impfstoffkandidaten zu. Die sind noch nicht zugelassen, das ist einmal der Impfstoffkandidat von der Firma Johnson & Johnson, die auch einen Vektor-Impfstoff entwickeln, auch ein Adenovirus. Und dieses wurde in den USA untersucht, wurde in Südamerika untersucht und auch in Südafrika untersucht. Dort hat man in der Studie auch schon festgestellt, obwohl der Impfstoff insgesamt gut wirkt, dass er in Südafrika schlechter wirkt. Dort hat man nachgeschaut und in Südafrika war zum allergrößten Teil eben diese südafrikanische Variante mit Veränderungen im Dornprotein vorhanden und da gab es eine schlechtere Wirksamkeit.

Aber da muss man auch nochmal genau hinschauen. Was heißt denn eigentlich weniger wirksam und vor allen Dingen was bedeutet das für schwere Erkrankungen.

Wir wissen, dass auch Antikörper, die nach einer Biontech-Pfizer Impfung oder nach einer Moderna-Impfung gebildet werden, dass die etwas schwächer an die südafrikanische Variante binden, während sie sehr gut noch an die britische Variante binden. Und das kann schon darauf hindeuten, dass sie dort auch schwächer wirkt. Die Studien von Biontech-Pfizer und von Moderna wurden nicht in Südafrika durchgeführt und deswegen liegen jetzt dazu noch keine Ergebnisse vor. Ich kenne auch noch keine Daten und weiß nicht, ob die Impfstoffe in Gegenden eingesetzt werden, wo viel von diesen Mutationen zirkuliert. Weil man muss es schon bei vielen Menschen einsetzen, um wirklich was über die Wirksamkeit sagen zu können.

Userfrage I: Sollten sich Menschen mit Immunschwäche impfen lassen?

In den Fragen aus der Community spielt ein Thema immer wieder eine große Rolle, bei dem es viel Unsicherheit gibt: Impfen mit Vorerkrankungen. Ein User möchte wissen: Was ist mit Menschen mit Immunschwäche? Sollten die sich besser nicht oder eben gerade impfen lassen?

Also unbedingt. Menschen mit einer schweren Immunschwäche haben tendenziell auch das Risiko einen schweren Verlauf zu bekommen von einer Covid-Erkrankung. Und die Menschen sollten sich impfen lassen. Die Einschränkung ist natürlich, Menschen mit Immunschwäche, mit Immundefekten waren nicht in den Studien eingeschlossen. Weil die hat man extra nicht als Probandinnen und Probanden in die Studien rekrutiert, weil man ja gar nicht wusste, ob die Impfungen anschlagen und natürlich auch kein schlechtes Ergebnis dieser Studien haben wollte, sondern erst mal sehen, ob die prinzipiell funktionieren.

Aber man geht jetzt einfach davon aus und hofft, dass die Impfstoffe auch bei Menschen mit Immunschwäche funktionieren. Ob sie genauso gut funktionieren, weiß man natürlich noch nicht. Und das wird jetzt intensiv beobachtet und beforscht. Aber die Empfehlung eigentlich von allen Fachgesellschaften ist, dass die Menschen sich impfen lassen sollten, weil das auf jeden Fall besser ist als gar keine Impfung und dann schwere Infektion zu bekommen.

Userfrage II: Impfen trotz Stillen?

Viele User und Userinnen haben Fragen zu möglichen Auswirkungen auf Babies, wenn man sich als Mutter impfen lässt. Eine Userin möchte wissen: Ist impfen während der Stillzeit ok?

Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass eine Impfung, die in der Stillzeit erfolgt, Schäden hervorruft, weder bei der Mutter noch beim Kind. Allerdings fehlen dazu eben die Studiendaten und deswegen ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), sich in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht impfen zu lassen. Es gibt aber schon viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit, die auch sagen, sie sehen keine Probleme. Auch in den tierexperimentellen Studien gibt es da eigentlich keine Probleme. Aber die Empfehlung ist so, wie sie ist.

Aber wenn man unbemerkt schwanger war oder aus irgendeinem ganz dringlichen Grund sich hat impfen lassen, ist das kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Und es gibt natürlich Personen, die extrem gefährdet sind, sich anzustecken oder noch schwer zu erkranken und dann ist es immer eine Einzelfallabwägung zwischen dem impfenden Arzt oder der impfenden Ärztin und der Person, der Frau, die sich dann eventuell impfen lassen will. Von daher ich würde denken, dass es kein relevantes Risiko gibt.

Die Empfehlung ist aktuell, das nicht zu tun, weil wir die Daten dafür nicht haben und deswegen muss man natürlich immer besonders vorsichtig sein. Und die liegen dann hoffentlich auch in ein paar Monaten vor, wenn man einfach Daten gesammelt hat von Leuten, die vielleicht unbemerkt schwanger waren, sich geimpft haben und man dann einfach Sicherheitsdaten sammeln kann. Aber so ist die Empfehlung momentan.

Userfrage III: Ansteckend trotz Impfung?

Eine Frage, die ich immer wieder gelesen habe: Bin ich nach der Corona-Impfung noch ansteckend? Hierzu wurden jetzt Daten zu dem Astrazeneca-Impfstoff veröffentlicht. Demnach sinkt die Anzahl der Infektionen und die sogenannte Viruslast ist geringer. Ich frage mich immer wieder - was bedeutet das denn genau?

Also bei dem AstraZeneca Impfstoff war es so, dass die tatsächlich in einem Teil dieser unterschiedlichen Phase-drei-Studien, bei diesem Impfstoff gab es mehrere Studien, und in einem Teil wurden die Probandinnen und Probanden, die geimpft wurden und auch die mit Placebo geimpft wurden, die wurden regelmäßig abgestrichen, beziehungsweise die sollten sich selber Abstriche machen. Und dann wurde untersucht, wie häufig konnte dennoch Sars-Cov-2, das Coronavirus, nachgewiesen werden. Da war es so, dass das was man erwartet hat, zum einen, die Geimpften sind weniger häufig krank geworden. Aber da waren auch weniger häufig Fälle dabei, in denen der Abstrich positiv war. Also da gab es eine leichte Reduktion. Allerdings muss man ein bisschen unterscheiden in der Gruppe derjenigen, die überhaupt gar keine Symptome hatten. Da war die Verteilung ungefähr gleich, in der Gruppe die den Impfstoff bekommen haben und in der Gruppe, die das Placebo bekommen haben. Das ist aber auch eine gute Nachricht, denn man hätte ja auch erwarten können, dass, wenn man die symptomatischen Infektionen vermeidet, verschiebt sich das einfach in die Gruppe derjenigen, die ohne Symptome einen positiven Abstrich haben. Das ist aber nicht so. Also die Gesamtzahl derjenigen, die einen positiven Abstrich haben, die hat abgenommen.

Und wenn man einen positiven Abstrich hat, dann kann man aus diesem Abstrich in der PCR auch noch ablesen, wie viel Virusmaterial da drin ist. Da zeigte sich eben, dass das auch nochmal reduziert war. Wenn jemand geimpft war und trotzdem positiv wurde, war im Durchschnitt die sogenannte Viruslast, also die Menge an Virusmaterial, geringer. Das ist aber nur der Durchschnitt. Es gab durchaus Personen, die immer noch eine hohe Viruslast hatten. Dann gab es noch eine interessante Beobachtung in der Studie. Weil die in England durchgeführt wurde, gab es einen Teil der Probanden, die sich auch an dieser britischen B.1.1.7 Variante infiziert hatten. Dort war generell die Viruslast höher und sie war aber trotzdem in den Geimpften im Vergleich zu den Placebo-Geimpften reduziert. So, was heißt das jetzt alles? Im Grunde ist es so, man kann noch positiv werden. Es gibt auch Personen, die auch noch eine relativ hohe Viruslast haben. Stand heute wissen wir aber noch nicht, ob dieses Virus wirklich ansteckend ist, also ob man es auch anzüchten kann, ob es auf andere Personen übergehen kann. Aber Stand heute muss man davon ausgehen, dass das möglich ist. Deswegen müssen sich auch Geimpfte weiter an die Abstands- und Hygieneregeln halten, damit sie ihre Umwelt nicht gefährden.

Also, das heißt man weiß immer noch nicht, ob man ansteckend ist, oder nicht?

Die Gefahr, sich anzustecken und andere anzustecken, ist deutlich reduziert. Aber es gibt Leute, die sich trotzdem noch anstecken und die auch hohe Viruslasten haben, die dann möglicherweise auch andere anstecken können. Was wir noch nicht wissen ist, sind das einzelne Personen, bei denen die Immunantwort schlecht angeschlagen hat, oder liegt das an dem jeweiligen Virus?

Userfrage IV: Zweite Impfung trotz Infektion?

Um das nochmal an einem konkreten Beispiel zu besprechen: Eine Userin hat uns diese Geschichte geschrieben: Ich bin Pflegerin, wurde geimpft und nach zehn Tagen positiv auf Corona getestet. Jetzt hat sie die Info bekommen, dass sie die zweite Impfung nicht mehr bekommt, weil sie angeblich genug Antikörper aufgebaut hätte.

So ist die aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission tatsächlich, wenn man die erste Impfung bekommt, kann man tatsächlich danach noch mal positiv werden. Und die Idee dahinter und das Konzept ist, dass man dann quasi dadurch diese Booster-Dosis ja schon bekommt, weil dann das Virus repliziert, das Immunsystem setzt sich dann also schon wieder damit auseinander. Und wenn man dann direkt danach wieder impfen würde, dann wäre das quasi der zweite Booster und die dritte Impfung, wenn Sie so wollen. Und deswegen ist die Empfehlung jetzt zu sagen wir warten ein halbes Jahr und dann bekommen sie die Booster-Impfung. Das ist die aktuelle Empfehlung und die finde ich relativ vernünftig. Man kann davon ausgehen, wenn man geimpft wurde und dann auch noch eine Infektion durchgemacht hat, die ja meistens dann mild verläuft, dass man dann erst einmal einen guten Immunschutz hat. Und die Empfehlung dann eben in einem halben Jahr diese zweite Impfung zu machen.

Userfrage V: Ist eine Auffrischung nötig?

Wo wir gerade bei den Abständen zwischen Impfungen und Infektion sind - Gerade über die Frage, ob die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden soll gab es ja viele Diskussionen in den vergangenen Wochen, ein User möchte wissen, wann es da Klarheit gibt: "Wann gibt es Daten darüber, ob die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden muss?"

Stand jetzt muss sie nicht regelmäßig aufgefrischt werden. Wir hoffen, dass wir mit den bisher verfügbaren Impfstoffen einen langfristigen Schutz erzeugen können. Darauf sind die ausgelegt. Und wir wissen eigentlich auch, dass die T-Zell und B-Zellantworten, wenn sie durch so eine Impfung hervorgerufen werden, relativ lange anhalten. Es kommen aber natürlich mehrere Komponenten noch ins Spiel. Zum einen, das Virus kann sich verändern, das sehen wir an den Mutationen. Und es könnte dann dazu führen, dass man sich vielleicht tatsächlich im Verlauf nochmal auffrischen lassen muss, dann mit einem Impfstoff, der auch auf diese veränderten Viren reagieren kann. Zum anderen wissen wir natürlich noch nicht ganz sicher, wie lange die Immunantwort anhält. Wir denken aus Erfahrung wird sie lange anhalten. Aber gemessen hat das natürlich noch niemand, weil wir ja noch gar nicht so lange die Impfstoffe haben. Sollte sich also abzeichnen, dass vielleicht bei bestimmten Personen oder bei bestimmten Personengruppen oder Erkrankungen der Impfschutz nach einer gewissen Zeit wieder abflacht oder abfällt, dann kann auch eine Auffrischung notwendig werden. Also diese zwei Punkte sind noch unbekannt. Es ist möglich, dass das mit einer bestimmten Dauer, die wir die Impfstoffe haben, dann tatsächlich noch mal nötig wird.

Vielen Dank Herr Sander, dass Sie gemeinsam mit uns hier immer wieder das Impf-Chaos sortieren, und natürlich danke auch an Euch für Eure Fragen! Die Studien und Faktenlage ändert sich aktuell täglich, deswegen sprechen wir hier auch nächste Woche wieder über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Corona-Impfung und beantworten eure Fragen.

Wenn Ihr jetzt Fragen habt, dann schickt sie uns am besten per Mail an meineimpfrage@rbb-online.de, kommentiert hier unter diesem Video oder schreibt uns auf Instagram @rbb24.

Über den Vidcast

Die Impfungen gegen Corona sind gestartet - und es gibt viele Fragen: Sind die Impfstoffe sicher? Bin ich trotz Impfung noch ansteckend? Wie lange bin ich immun?

Im wöchentlichen Vidcast Impfen gegen #Covid19 lässt sich rbb-Praxis-Reporterin Laura Will diese und andere Fragen von Experten beantworten. Impfstoff-Forscher Leif Erik Sander von der Berliner Charité ist alle zwei Wochen zu Gast, dazwischen wechselnde Expertinnen und Experten rund um das Thema.

Haben Sie eine Frage, die Reporterin Laura Will stellen sollte? Dann schreiben Sie an: meineimpffrage@rbb-online.de

Alle Vidcast-Folgen

Das Cover des Vidcasts Impfen gegen Corona (Quelle: rbb)
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Die Impfungen gegen Corona sind gestartet - und es gibt viele Fragen: Sind die Impfstoffe sicher? Bin ich trotz Impfung noch ansteckend? Wie lange bin ich immun? Im wöchentlichen Vidcast Impfen gegen #Covid19 lässt sich Laura Will diese und andere Fragen von Experten beantworten. Impfstoff-Forscher Leif Erik Sander von der Berliner Charité ist alle zwei Wochen zu Gast, dazwischen wechselnde Expertinnen und Experten rund um das Thema.

Beitrag von Laura Will

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Antwort auf [Julius Menotti] vom 13.02.2021 um 18:52
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5 Kommentare

  1. 5.

    Die Antworten sind doch ganz einfach und im Text enthalten:

    1. Geimpfte haben keine oder sehr viel weniger schwere Krankheitsverläufe als Ungeimpfte.

    2. Ein Ansteckungsrisiko ist man nur für die Ungeimpften! Wenn also eine genügend große Mehrheit geimpft ist, dann können die Maßnahmen aufgehoben werden, weil dann diese Mehrheit der Geimpften nicht mehr so schwer erkranken kann und keine Überlastung des Gesundheitssystem mehr droht. Dann landet nur noch die ungeimpfte Minderheit auf den Intensivstationen, ohne diese zu überlasten. Wenn natürlich eine Mehrheit egoistisch denkt, die Mehrheit der anderen soll sich impfen lassen ("Warum ich? Sollen sich die anderen impfen lassen, um den Lockdown beenden zu können!"), dann funktioniert das natürlich nicht und dann werden wir als egoistische Gesellschaft ewig im Lockdown feststecken.

  2. 4.

    Wie schon der andere Kommentierer den Sinn einer Impfung anzweifelt, wie ich genauso, frage ich mich auch nach dem Sinn, warum man als gesunder Mensch solch eine Impfentscheidung treffen sollte, egal wie alt, ohne dann komplette Freiheit zu haben?!
    DAS wäre ja noch vielleicht ein Grund pro Impfung.

    Wenn ich aber nach Impfung weiterhin Viruslast haben kann, dann bin ich ja weiterhin ein Risiko für meine Mitmenschen und muss konsequenterweise auch weiterhin ausgeschlossen werden: Vom Job, von Reisefreiheit usw. nach beispielsweise einen möglichen Kontakt mit Infizierten oder wenn ich im Urlaub war oder aus einer Region zurückkehre, wo es zu hohe Ansteckungszahlen gibt.
    Ich müsste dann also wie auch ohne Impfung -vom ganz normalen Leben ausgeschlossen- in Quarantäne gesteckt werden und habe kein normales Leben. Welch Unfug! Dazu ist auch die Frage der Langzeitfolgen noch nicht komplett und abschließend beantwortet!!!
    In Summe eine schlechte Basis mich pro Impfung zu entscheiden.

  3. 3.

    Wie schon der andere Kommentierer den Sinn einer Impfung anzweifelt, wie ich genauso, frage ich mich auch nach dem Sinn, warum man als gesunder Mensch solch eine Impfentscheidung treffen sollte, egal wie alt, ohne dann komplette Freiheit zu haben?!
    DAS wäre ja noch vielleicht ein Grund pro Impfung.

    Wenn ich aber nach Impfung weiterhin Viruslast haben kann, dann bin ich ja weiterhin ein Risiko für meine Mitmenschen und muss konsequenterweise auch weiterhin ausgeschlossen werden: Vom Job, von Reisefreiheit usw. nach beispielsweise einen möglichen Kontakt mit Infizierten oder wenn ich im Urlaub war oder aus einer Region zurückkehre, wo es zu hohe Ansteckungszahlen gibt.
    Ich müsste dann also wie auch ohne Impfung -vom ganz normalen Leben ausgeschlossen- in Quarantäne gesteckt werden und habe kein normales Leben. Welch Unfug! Dazu ist auch die Frage der Langzeitfolgen noch nicht komplett und abschließend beantwortet!!!
    In Summe eine schlechte Basis mich pro Impfung zu entscheiden.

  4. 2.

    Guten Tag,
    wie im Vidcast erklärt, ist eine Impfung schon deswegen sinnvoll, weil der Krankheitsverlauf der Covid-Infektion leichter ist als ohne Impfung.Es gibt quasi keine Krankenhaus-Einlieferungen und keine Todesfälle.
    Freundliche Grüße
    Ihre rbb|24-Redaktion

  5. 1.

    Einfache Frage:
    Wenn man sich "trotz Impfung noch infizieren kann".
    Warum sollte man sich dann überhaupt impfen lassen???
    Also das Risiko eingehen, sich in einem Impfzentrum mit vielen anderen Wartenden zu treffen und dort anzustecken?

    In Osnabrück gibt es einen Fall aus einem Heim, wo alle bereits die 2. Impfung hatten und trotzdem positiv getestet wurden.

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