Der damalige Technikchef des Hauptstadtflughafens BER, Horst Amann, spricht am 27.02.2013 in Berlin (Quelle: dpa/Stephanie Pilick)
Video: Brandenburg Aktuell | 04.07.2017 | Thomas Bittner | Bild: dpa/Stephanie Pilick

Staatsanwaltschaft ermittelt - Verdacht der Untreue gegen früheren BER-Technikchef Amann

Horst Amann war angeheuert worden, um auf der BER-Baustellle aufzuräumen - und scheiterte, wie so viele vor und nach ihm. Nun laufen Ermittlungen gegen den Ex-Technikchef wegen des Verdachts der Untreue. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte am Flughafen Unterlagen.

Gegen den ehemaligen Baugeschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, Horst Amann, wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Dazu wurden am Dienstag Unterlagen der Flughafengesellschaft an die Staatsanwaltschaft übergeben. Die Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigte dem rbb, dass es einen richterlichen Beschluss zur Durchsuchung von Büros gab. Die Flughafengesellschaft erklärte, sie unterstütze die Ermittlungen.

Amann sagte dem rbb auf Anfrage, ihm sei nicht bekannt, das gegen ihn ermittelt werde. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Anklagebehörde wegen des Verdachts der Untreue gegen einen ihrer ehemaligen Geschäftsführer ermittele. "Es handelt sich um einen Vorgang aus dem Jahr 2012", hieß es.

FBB behält sich rechtliche Schritte gegen Amann vor

Wie die FBB weiter mitteilte, behält sich die FBB rechtliche Schritte vor, sollte dem Unternehmen ein Schaden entstanden sein. Nähere Informationen gab es angesichts des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht. Hertwig sagte, es bestehe der "Anfangsverdacht", dass Amann Ende 2012 größere Geldbeträge an die Firma Imtech als Abschlagszahlungen überwiesen habe. Es werde nun geprüft, ob diese Zahlungen überhöht oder ganz unberechtigt gewesen seien.

Ein ehemaliger führender Mitarbeiter Amanns hatte Ende 2012 rund 150.000 Euro Schmiergeld vom Gebäuedeausrüster Imtech angenommen. Im Gegenzug soll er sich dafür eingesetzt haben, dass Nachtragsforderungen für Arbeiten am BER in Höhe von 60 Millionen Euro ohne weitere Prüfung gezahlt wurden. Dafür verurteilte das Landgericht Cottbus den Bereichsleiter zu dreieinhalb Jahren Haft.

Amann hatte als Vorgesetzer des korrupten Mitarbeiters diese Zahlungen bewilligt. Im September 2016 hatte Amann im Prozess gegen einen ehemaligen Bereichsleiter als Zeuge dazu ausgesagt. Er sei bei der Zahlung um die Möglichkeit gegangen, "die Baustelle am Leben zu halten" und damit noch "ein Fünkchen Hoffnung" zu erhalten. Ein Verteidiger des Bereichsleiters stellte vor Gericht die Frage, ob nicht Amann selbst ein "Treiber" gewesen sei, er hatte dies verneint.

Offenbar liegen der Staatsanwaltschaft zu diesem Sachverhalt inzwischen neue Erkenntnisse vor.

Amann war nur zehn Monate Technikchef

Der Bauingenieur Amann war im August 2012 als Hoffnungsträger vom Flughafen Frankfurt am Main nach Berlin gekommen, um den BER aus der Krise zu führen. Monatelang ließ er die Fehler und Versäumnisse auf der Pannen-Baustelle protokollieren. Doch im März 2013 wurde Hartmut Mehdorn Flughafen-Chef, er wollte Tempo machen. Monatelang lieferten sich Amann und Mehdorn einen Machtkampf, im Oktober 2013 musste Amann gehen.

Anschließend übernahm Amann die Flughafen Energie und Wasser GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Flughafengesellschaft. Sie betreibt das Strom-, Wasser-, Abwasser-, Wärme- und Kältenetz der Berliner Flughäfen. 2014 wurde er auch von diesen Aufgaben freigestellt, sein Gehalt in Höhe von 300.000 Euro jährlich wurde zunächst weiter gezahlt.

In dem parlamentarischen BER-Untersuchungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus focht er weitere Scharmützel mit Mehdorn aus.

mit Informationen von Thomas Bittner

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

7 Kommentare

  1. 7.

    wo sind da die Probleme
    alle haben alles im Griff

    jeder aus Berlin und Brandenburg muss mal ran an den BER um Sch.... zu bauen
    und um zu kassieren--passiert ja nix-ist ein Posten noch übrig-? -ich will auch mal

  2. 6.

    Und wer zieht die Herren Politiker zur
    Rechenschaft.Herrn Wowereit.Müller,
    Platzeck,u.s.w.
    All die,die da scheinbar nutzlos ihre Zeit abgesessen haben?

  3. 4.

    Ein kleiner Technik Chef musste gehen und wird nun angeklagt. Die eahren Schuldigen sitzen on der Berliner und Brandenburger Politik......

  4. 3.

    Schade, wenn sich das bestätigen sollte. Herrn Amann hatte ich für einen der wenigen Seriösen gehalten, die mit diesem Bau beschäftigt waren. Seltsam nur, dass sich Herr Schwarz ("das war nicht mein Aufgabenbereich", hatte aber nebenher Muße, Vorlesungen zu halten) und Herr Körtgen (verfasste nebenbei eine Dissertation zum Thema "Optimierungsansätze zur prozessorientierten Abwicklung komplexer Baumaßnahmen ... ", welche mit sehr gut bewertet wurde) nicht entsprechend verantworten müssen. Durch deren (Un-) Tätigkeit sind doch Schäden in Millionenhöhe entstanden.

  5. 2.

    Ich finde es richtig,daß er auch wie ein nochmal sterblicher,der sein Steuer nicht zahlen kann bestraft wird. Schließlich sind wir alle gleich vorm Gesetz.

  6. 1.

    ...es passiert doch eh nichts!!! Eine Krähe pickt der anderen doch kein Auge aus! Es wurde doch noch keiner von denen zur Rechenschaft gezogen!

Das könnte Sie auch interessieren

Anhänger der Partei Alternative für Deutschland AfD demonstrieren am 27.05.2018 unter dem Motto «Zukunft für Deutschland» vor dem Brandenburger Tor. (Quelle: dpa/Nietfeld)
dpa/Nietfeld

Kommentar zur AfD-Demo - Nur die Hetze zählt

Bei der AfD gilt: Wer hetzt, erreicht das rechte Parteivolk. Neue Impulse aber bleiben aus. In Berlin zeigte sich die "Bewegungspartei" jetzt im Leerlauf. Man fragt sich, warum bei der Basis keine Langeweile einkehrt. Ein Kommentar von Olaf Sundermeyer