Eine Luftaufnahme zeigt die leeren Flugzeugstellplätze vor dem Flughafen BER (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: Brandenburg aktuell | 07.07.2017 | Hanno Christ | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Aufsichtsratssitzung - Arbeiten am BER dauern voraussichtlich bis 2018 an

Und wieder die Sprinkleranlage: Weil Wasserrohre ausgetauscht werden müssen, dauern die Arbeiten am BER wohl noch bis ins kommende Jahr an. Und weil ohnehin noch gebaut wird: Am Freitag beschloss der Aufsichtsrat, dass es ein Zusatzterminal geben soll.

Die Arbeiten am neuen Berlin-Brandenburger Flughafen ziehen sich möglicherweise noch bis ins nächste Jahr. Das liegt daran, dass teilweise zu dünne Wasserrohre zu den Sprinklern an den Terminaldecken führen und ausgetauscht werden. "Das Sprinklerthema wird uns das ganze Jahr noch begleiten", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag in Berlin. "Es kann sein, dass es vor Jahresende, es kann aber auch sein, dass es nach Jahresende fertig gestellt wird."

Auf die Frage, ob das Ziel einer Eröffnung des Flughafens im kommenden Jahr noch erreichbar sei, sagte Lütke Daldrup nur: "Es bleibt mein Ziel, baldmöglichst dazu Klarheit zu schaffen." Eigentlich wollte er im Sommer einen Termin nennen.

Bei seiner Fertigstellung soll der BER eine Kapazität von 33 Millionen Passagieren pro Jahr haben. Im vergangenen Jahr wurde dieser Wert in Berlin bereits fast erfüllt. 32,9 Millionen Passagiere wurden in Schönefeld und Tegel gemeinsam abgefertigt. Das entspricht einem Zuwachs von 11,9 Prozent gegenüber 2015.

2040 sollen 55 Millionen Passagiere am BER abgefertigt werden

Weil der neue Flughafen höchstwahrscheinlich bei seiner Eröffnung zu klein sein wird, beschloss der Aufsichtsrat am Freitag, ein einfaches Zusatzterminal hochzuziehen, das vom ersten Halbjahr 2020 an genutzt werden soll. "Selbstverständlich wird der BER vorher in Betrieb gehen", versicherte Lütke Daldrup.

Das T1-E light genannte Terminal soll am südlichen Ende des Nordpiers anschließen, bis zu sechs Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können und etwa 100 Millionen Euro kosten. Diese neue Variante habe den Vorteil, dass das Terminal T1-E light außerhalb der vorgesehenen Entwicklungsfläche liegen soll und über Brücken mit dem bereits zur Nutzung freigegebenen Nordpier verbunden werden kann. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat, einen Masterplan zu erstellen, der eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Flughafens vorgibt. Für das Jahr 2040 rechnet die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH mit 55 Millionen Passagieren am BER.

Rainer Bretschneider, Aufsichtsratschef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, kommentierte den Baufortschritt am BER mit den Worten: "Wir sind sicher auf der Zielgeraden. Die Frage des Tempos und wie lang die Zielgerade ist, ist eine andere."

Faulenbach spricht von Fehlplanung

Der Flughafengutachter Dieter Faulenbach da Costa hat dem Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft eine Fehlplanung vorgeworfen. Faulenbach sagte im rbb-Inforadio, die mit dem Ausbau geplanten neuen Kapazitäten würden ausschließlich auf der Luftseite geschaffen - also im Bereich zwischen der Sicherheitskontrolle und den Flugzeugen. Dabei sei jedoch vergessen worden, auch die Landseite zu erweitern. Konkret heiße das, dass die geplanten zusätzlichen Terminals weder auf der Straße noch per Schiene gut zu erreichen seien. Die Passagiere müssten weite Wege in Kauf nehmen. Faulenbach war bis 1999 an der ersten Planung des BER beteiligt und hat seitdem an mehr als 40 Flughäfen mitgearbeitet.

Sendung: Abendschau, 07.07.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Und wenn man dann den zusätzlichen
    Terninal T1-E light gebaut hat wird festgestellt:
    Wir benötigen ja noch eine zusätzliche Start- und
    Landebahn! Diese Kosten werden im Moment nicht genannt! Es soll bei den Verantwortlichen erst
    mal der TXL Tegel geschlossen werden! Uns
    Berliner würde es bei dem zukünftigen
    Flugaufkommen von 55 Millionen abzufertigender Passagieren gut zu Gesicht stehen einen zweiten Flughafen mit dem TXL zu besitzen! Im
    September darf gewählt werden und ich weiß
    wo ich mein Kreuz machen muß!

  2. 11.

    BER-Prinzip: "Sei schlau, pfusch beim Bau!"

  3. 10.

    Die Hundert Millionen für den Anbau am BER.sollte man sinnvollerweise erst mal für TXL verwenden. Wer weiß wann der BER mal fertig wird.

  4. 9.

    Warum bin ich nicht überrascht...bitte die unfähigen "Eliten " zur Verantwortung ziehen

  5. 7.

    - Diese "unendliche Geschichte" erschüttert das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit staatlicher Projektsteuerung.
    - Diese unendliche Geschichte erschüttert erneut das Vertrauen in die Fähigkeit der Politik.
    Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

  6. 6.

    ... das ist doch ein Witz, bzw." running gag" der dem Steuerzahler viel Geld aus der Tasche zieht ...

  7. 5.

    Dieser unendlichen Geschichten ist es hauptsächlich zu verdanken wenn im September möglicherweise 2/3 der Berliner für eine Offenhaltung des Flughafens Tegel stimmen. Die Gegner einer Offenhaltung werden zu 98 Prozent an der Abstimmung teilnehmen. Sollte es zu einer deutlichen Mehrheit (über 60 Prozent) für die Offenhaltung von Tegel kommen muss die Politik auf den Bürgerwillen reagieren. Vor der Abstimmung muss geklärt werden ob eine Modernisierung von Tegel tatsächlich über eine Milliarde Euro kostet und ob Lärmschutzkosten bis zu zwei Milliarden Euro kosten. Wer übernimmt ggf. diese Kosten? Die Flughafengesellschaft, die Airlines, die Reisenden oder wieder der Steuerzahler?

  8. 4.

    Na nun braucht man sich ja nicht mehr daran zu reiben, ob Tegel eventuell geschlossen wird. Nachdem Herr Bretschneider offeriert hat, dass wegen (immer noch) massiver Probleme, der BER jetzt frühestens 2019, möglicherweise, eröffnet wird, kann man davon ausgehen, dass locker noch ein paar Jahre dazukommen. Die Liste der Dilettanten, die der Meinung sind, Sie könnten einen Flughafen bauen und sich letztendlich nur auf Kosten der Steuerzahler finanziell sanieren scheint noch endlos lang. Das heißt, bis der BER mal sowas ähnliches, wie ein Flughafen ist, sind solche "Strategen", wie Herr Lütke - Daldrup und Herr Müller Geschichte und es finden sich bis dahin Leute, die endlich mal Ahnung von Bau und Betrieb von Flughäfen haben.

  9. 3.

    Schon wieder verrechnet? Darf ich auch `mal mitspielen?

  10. 2.

    sehr interessat diese so TOLLE Aussage
    ( kopiert )
    Rainer Bretschneider, Aufsichtsratschef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH,
    kommentierte den Baufortschritt am BER mit den Worten:
    "Wir sind sicher auf der Zielgeraden. Die Frage des Tempos und wie lang die Zielgerade ist, ist eine andere."
    Fasching ist doch erst ab 11.11.

  11. 1.

    Eine interessante Meinung, ohne jeglichen Wahrheitsgehalt.

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