Grafik: Baustellenschild mit Schriftzug BER; Papierflugzeuge beschriftet mit unterschiedlichen Jahreszahlen (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 13.12.2017 | Annette Dornieden / Thomas Bittner | Bild: rbb

Medienberichte - BER-Eröffnung offenbar für Herbst 2020 geplant

Der nächste mögliche Eröffnungstermin für den BER steht offenbar fest: Die Flughafengesellschaft peilt jetzt Herbst 2020 an. Das berichten mehrere Medien am Mittwoch übereinstimmend. Der Landrat in Dahme-Spreewald hält das für realistisch.

Ende dieser Woche will der Chef des zukünftigen Flughafens BER, Engelbert Lütke Daldrup, den endgültigen Eröffnungstermin der Dauerbaustelle bekanntgeben. In Kreisen des Unternehmens, der Gesellschafter und des Aufsichtsrats geht man von einer Eröffnung im Jahr 2020 aus, erfuhr der rbb.

Laut "BZ" berichtet, ist der Start für den Flugplanwechsel im Herbst 2020 geplant. Ein mindestens viermonatiger Puffer soll dabei einkalkuliert sein. Der "Tagespiegel" schreibt, die Eröffnung sei bis zum Frühjahr 2021 geplant.

Der Landrat des Dahme-Spreewald, Stephan Loge, sagte dem rbb am Mittwoch, er halte eine Eröffnung des BER im Jahr 2020 für realistisch. Für Fertigstellung, Proben und Abnahmen seien genügend Zeitreserven eingebaut, sagte der SPD-Politiker auf der Jahresbilanzpressekonferenz des Landkreises in Wildau. Das Bauordnungsamt des Landkreises ist für die Genehmigung des neuen Hauptstadtflughafens BER zuständig.

Auch die Finanzchefs saßen am Tisch

Offiziell will Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup dem Aufsichtsrat das neue Datum am Freitag vorschlagen. Vorab hat Lütke Daldrup darüber am Dienstagabend Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller und den Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (beide SPD) informiert. Sie bestätigten den Starttermin nicht und gaben auch keine weiteren Ergebnisse des vertraulichen Treffens bekannt.

Das Treffen war auf Wunsch der beiden Regierungschefs zustandegekommen. Der Bund als dritter Eigentümer der Flughafengesellschaft war nicht vertreten. Von einer "Krisensitzung" könne keine Rede sein, hatten vorab Regierungssprecher beider Seiten betont.

Die Beteiligten hatten ihr Spitzentreffen am Dienstag kurzfristig vom Abgeordnetenhaus in die brandenburgische Landesvertretung verlegt. Am Tisch saßen auch die Finanz-Ressortchefs beider Länder, Christian Görke (Linke, Brandenburg) und Matthias Kollatz-Ahnen (SPD, Berlin).

Der leere Airport verschlingt jeden Monat etwa 17 Millionen Euro Betriebskosten. Zudem fehlen Mieteinnahmen aus Läden und anderen Flächen von 13 bis 14 Millionen. Je später die Eröffnung, desto wahrscheinlicher wird es, dass wieder frisches Geld gebraucht wird.

"Fürchte, Schönefeld-Alt wird noch lange bleiben

Loge fordert außerdem eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und einen Ausbau der Straßen rund um den Flughafenstandort Schönefeld. "Ich fürchte, der Flughafen Schönefeld-Alt wird noch sehr, sehr lange bleiben." Angesichts steigender Fluggastzahlen müsse dieser Flughafen und die Verkehrsanbindung dringend professionalisiert werden. "Wenn der BER irgendwann eröffnet, werden sich die Zahlen verdreifachen."

Baudezernent Chris Halecker verlangte daher eine weitere Autobahnanbindung aus dem Westen über das Gelände der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Selchow. "Mit nur einem Auobahnanschluss am BER werden wir den Individualverkehr nicht in den Griff bekommen." Diese neue Anbindung müsse wegen der langen Planungs- und Genehmigungszeiträume schnell in Angriff genommen werden, betonte Halecker.

Loge verwies darauf, dass die einzige Bundesstraße zum Flughafen Schönefeld-Alt mit einer Auslastung von 120 Prozent tagsüber schon jetzt überlastet sei. "Und wenn man es dann über die B96 zur Autobahn geschafft hat, ist die auch schon meist dicht." Die einfachen Abfertigungshallen seien für die Fluggäste von Billigfluglinien zu akzeptieren. Aber die Verkehrsanbindung müsse für einen internationalen Flugverkehr deutlich verbessert werden.

2.000 Tage in der Wartschleife - das geschah seit dem 3. Juni 2012

  • 2012 - Vollbremsung am BER

  • 2013 - Mehdorn soll es richten

  • 2014 - Hick-Hack um neuen Termin

  • 2015 - Wieder ein neuer Flughafenchef

  • 2016 - Immer noch Probleme mit dem Brandschutz

  • 2017 - BER-Eröffnung wird (zum fünften Mal) verschoben

Sendung: Inforadio, 13.12.2017, 12.00 Uhr

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    Lütke Daldrup und den ganzen Aufsichtsrat sollte man vergessen bzw. in die Wüste schicken. Wieder 1 Milliarde an
    Mehrkosten für den BER. Man sollte diese Leute austauschen und andere suchen. Sie sind nicht in der Lage den Bau
    eines Flughafens zu organisieren geschweige die richtigen Leute mit Erfahrung dafür einzustellen und keine billigen
    Arbeitskräfte. Man spart am falschen Ende. Am besten alle Gehälter der Vorstandsriege , welche Verantwortung haben , sollten 50 % weniger Gehalt bekommen für ihre Arbeit, ach ja ich meine für die Anwesenheit. Jeder normale Arbeiter wäre jetzt für diese Sache beim Arbeitsamt wegen Unfähigkeit.
    Was hatte Herr Lütke Daldrup studiert ??? Lächerlich!!!!! Vielleicht sollte Herr Lütke Daldrup seine Parteibuch abgeben. Na ja, wurde vielleicht richtig geimpft um den Job zu bekommen.

  2. 19.

    Wers glaubt...
    Wahrscheinlich haben sie sich im Jahrhundert geirrt.

  3. 17.

    "Made in Germany" ; mehr Unfähigkeit geht nicht mehr -weltweit!

  4. 16.

    Was ist da zu lesen, Schönefeld Alt weiter betreiben, da BER die Fluggastzahlen nicht stemmen wird, Verkehrsverbindungen ausbauen, neue Kosten, um die Fehlplanumg zu kaschieren?Ich schließe mich dem Vorschlag eines anderen Kommentatoren mit Begeisterung an,macht aus diesem Witz einen Bisnahnhof, und lasst Tegel weiter laufen. BIS JETZT WAR ES NUR PEINLICH, ABER JETZT WIRD ES KRANK. Und vor allem kündigt endlich dieser Ansammlung von Versagern die Verträge, jeder Euro ist zuviel. Übergebt die Planung an die TU, da finden sich bestimmt ein paar Profs und Studenten, die sich daran austoben wollen, ist billiger, und ich befürchte, bzw glaube, die bringen eher was zustande, als diese Ansammlung von Leistungsträgern

  5. 15.

    Und der Mond ist ein Klappstuhl...

  6. 14.

    Wetten der Termin wird bald aus irgendwelchen Gründen wieder verschoben? Wie die meisten hier glaube auch ich weder an den Weihnachtsmann noch an einer BER Eröffnung im Herbst 2020. Bis dahin muss werden noch viele Menschen auf meinen Reisen fragen, was die größte Flughafenruine Europas macht?

  7. 13.

    Und nicht vergessen: nicht nur die Baukosten gehen weiter, auch die Gehälter werden weiter gezahlt.

  8. 12.

    Nicht nur in der Politik, auch in der Wirtschaft lässt sich der Fachkräftemangel erkennen. Unfähigkeit hat einen neuen Namen "BER". Aber wir müssen uns nicht öffentlich schämen, die Welt weiß nach BER, Stuttgart21, Elb-Philamonie und Köln Archiv, dass Verantwortliche in Deutschland nicht einmal freihändig ein Loch in den Schnee pinkeln können.

  9. 11.

    Offensichtlich haben sie noch genug Papier um diese "Gelddruckmaschine" für Politiker und andere "hochqualifizierte Manager" die nächsten Jahre am laufen zu halten.

  10. 10.

    Die Bürger, Steuerzahler und Betroffenen Bürger und Ladenmieter am BER werden verarscht - Politik und Wirtschaft lachen sich eins, die Baubranche hat weitere Jahre Planungssicherheit. Es muss ja nichts fertiggestellt werden - ein wenig Flickwerk hier, ein wenig Flickwerk da - der Laden darf nur nicht ganz zusammenfallen, dann bleibt für die Profiteure alles beim Alten.

  11. 9.

    Meine Güte, das wird immer peinlicher für Berlin! Der Flughafen wird auch dann nicht aufmachen, weil es dann sicherlich neue Mängel geben wird. Alle Verantwortlichen...auch die Ehemaligen...sollten bestraft werden für soviel Unfähigkeit und nicht noch Millionen an Gehalt kassieren!

  12. 8.

    lol

  13. 7.

    Taktisch günstig gelegt, zumal Herr Lütke Daldrup dem Vernehmen nach im März 2017 einen Dreijahresvertrag abgeschlossen hat, der also im Zeitpunkt der Eröffnung beendet wäre.

  14. 6.

    mit anderen worten, es wird wohl doch eher frühjahr 2021 werden.der BER wird als das größte Desaster in die Geschichtsbücher eingehen. finanziell ein Faß ohne boden. Man hätte ja auch die Pläne vom Flughafen Tegel in Schönefeld mit nem (wie ehemals geplant)2 Sechseck bauen sollen. und gut wärs gewesen.
    Vor allem sollte ein Flughafen nen reiner Zweckbau sein und nicht zur Shoppingmall umfunktioniert werden.
    Das ganze ist natürlich auch eine Riesenblamage für die ausführenden (oder besser gesagt,nicht ausführenden) Baufirmen. Nicht mehr viel übrig von Made in Germany.

  15. 5.

    Wer glaubt denn sowas? Musste gerade laut lachen!

  16. 4.

    Mach aus dem ganzen BER Schluss, ab 2020 benötigen wir einen neuen Busbahnhof, der ZoB ist zu klein. Der BER ist super geeignet. Flixbus und die anderen Unternehmen werden sich freuen. Anbindung zur Autobahn ist auch vorhanden. SUPER

  17. 3.

    Verkünden kann man viel wenn es sowieso nicht verbindlich ist ... wenn es in drei Jahren immer noch nicht soweit ist, kann man wieder sagen dass halt leider doch unvorhersehbare Faktoren und Variablen hervorgetreten sind die man nicht konnte kommen sehen.

    Wieso kündigt man überhaupt noch Termine an? Die Bauzeit wird nicht kürzer dadurch.

  18. 2.

    Na klingt nach Optimisten auf Happy-pillen

  19. 1.

    Vorschlag: Die Verantwortlichen des BER sollten in Berlin den gesamten Drogenhandel übernehmen. Der ist dann innerhalb einer Woche komplett zusammengebrochen!

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