Michael Müller und Dietmar Woidke (Quelle: imago/Ulli Winkler)
Bild: imago/Ulli Winkler

Vor Aufsichtsratssitzung - Regierungschefs BERieten sich

Am Freitag soll endlich Gewissheit in Sachen BER herrschen: Dann will der Aufsichtsrat wieder einmal einen neuen Eröffnungstermin bekanntgeben. Vorher berieten am Dienstag erst einmal die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg - ein ungewöhnliches Treffen.

Die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Michael Müller und Dietmar Woidke (beide SPD), haben am Dienstag über den Zeitplan für den Großflughafen BER beraten. Die beiden Regierungschefs wurden von Flughafenchef Lütke-Daldrup über den geplanten neuen Eröffnungstermin informiert. Nach der vertraulichen Sitzung verrieten sie aber nicht, wann der drittgrößte deutsche Flughafen ans Netz gehen soll - stattdessen verwiesen sie auf den Aufsichtsrat, der am Freitag tagen soll. Bei dessen Sitzung will Lütke Daldrup den Termin öffentlich machen. 

TÜV-Bericht offenbart neue Mängel

Dass der Ministerpräsident und der Regierende Bürgermeister die Sitzungen des Kontrollgremiums vorbereiten, ist ungewöhnlich. Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels betonte aber, das Gespräch sei kein Krisentreffen. Wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Missmanagements ist der Start des BER 2006 schon fünfmal verschoben worden. Kürzlich hatte der TÜV neue wesentliche Mängel beim Brandschutz aufgedeckt. Das für die Terminplanung zuständige Ingenieurbüro RKS warnte, der von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup in Aussicht gestellte Fertigstellungstermin im August 2018 sei "ohne frühzeitige Gegensteuerung bei den eintretenden Störungen stark gefährdet". Der Flughafenchef sprach von "normalen Projektinformationen".

Schon vor Bekanntwerden des TÜV-Berichts hatte eine Inbetriebnahme des Flughafens vor dem Spätsommer 2019 als ausgeschlossen gegolten. Mit einer Anfangskapazität von 22 Millionen Passagieren ist der Tegel-Nachfolge-Airport zudem zu klein. Von den Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld flogen im vergangenen Jahr 32,9 Millionen Menschen.

2.000 Tage in der Wartschleife - das geschah seit dem 3. Juni 2012

  • 2012 - Vollbremsung am BER

  • 2013 - Mehdorn soll es richten

  • 2014 - Hick-Hack um neuen Termin

  • 2015 - Wieder ein neuer Flughafenchef

  • 2016 - Immer noch Probleme mit dem Brandschutz

  • 2017 - BER-Eröffnung wird (zum fünften Mal) verschoben

Sendung: Brandenburg aktuell, 12.12.2017, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

6 Kommentare

  1. 6.

    Davon rede ich schon lange !!!
    Außer Partys bekommt Berlin nichts auf die Reihe.
    Der Herr Müller ist nach meiner Meinung der schlechteste Bürgermeister den Berlin je hatte.

  2. 5.

    So wie mit dem Flughafen geht es mit allem in Berlin.
    Nur Mängel :Schulen, Kindergärten, Wohnungen,
    Behörden, Straßen, Brücken, zu wenige Abschiebungen von Straftätern u.s.w.

  3. 4.

    naja,
    wenigstens beraten sie beide, ob der noch während ihrer Amiszeit eröffnet wird--------------

  4. 3.

    warum wurde eigentlich der BER mit einem so riesigen gebäude geplant? vielleicht hätte man mit dem Brandschutz weniger Probleme, wenn es 2 völlig voneinander getrennte Terminals gäbe. Eins für Ankunft uns eins für Ankunft. und zur Entrauchung evtl. große Rauchklappen ins Dach eingebaut,mit dazu passenden Ventilatoren.
    Wenn der BER jemals wirklich eröffnet wird, wird es wohl so sein, das wenn vorne der erste passagier erscheint, hinten schon mit den ersten Reparaturen begonnen werden muss. Jahrelanger Leerstand hat noch keinem Gebäude genutzt.

  5. 2.

    "Müller und Woidke beraten BER-Zeitplan" !!!
    Aha, endlich sind mal die absoluten "EXPERTEN" am Werk. Na, schauen wir einmal auf welches Jahr die Eröffnung verschoben wird. ;-)

  6. 1.

    Hört endlich auf damit, der BER ist und bleibt ein Luftschloß. Wir werden die Eröffnung nicht mehr erleben.

Das könnte Sie auch interessieren