Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider spricht am 14.12.2017 in Potsdam (Brandenburg) in der Debatte der Landtagssitzung.
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Audio: Inforadio | 16.12.2017 | Rainer Bretschneider im Gespräch mit Irina Grabowski | Bild: dpa-Zentralbild

BER-Aufsichtsratschef zum neuen Termin - "Wir wollen mit Hochdruck eröffnen"

Im Oktober 2020 soll der BER endgültig an den Start gehen. Der Aufsichtsrat hat dem neuen Zeitplan von Flughafen-Chef Lütke Daldrup am Freitag geschlossen zugestimmt - und Aufsichtsratschef Bretschneider will alles daran setzen, den Termin diesmal auch zu halten.

Der siebte Eröffnungstermin soll zugleich der letzte sein: Der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), Rainer Bretschneider, geht davon aus, dass der BER im Oktober 2020 tatsächlich eröffnet werden kann.

Grundlage der neuen Terminplanung seien umfangreiche Analysen der Baustelle, Gespräche mit den Baufirmen und mit externen Kontrolleuren, sagte Bretschneider am Samstag im rbb. "Und am Ende des Prozesses wollten wir vor allen Dingen sicher sein, dass wir diesmal unsere Aussagen auch halten können", fügte Bretschneider hinzu.

Bretschneider will von "Plan B" nichts wissen

Zudem betonte der brandenburgische Flughafen-Koordinator, dass es keinen "Plan B" gebe: "Wir wären ja wohl nicht ganz klar im Kopf, wenn wir bei der Entscheidung über den Termin gleichzeitig einen Plan B beschließen würden. Welche Baufirma würde noch irgendeinen Termin einhalten, wenn die Auftraggeber jetzt schon von ihren eigenen Terminen abrücken würden", sagte Bretschneider im rbb-Inforadio. Vielmehr wolle man nun "mit Hochdruck eröffnen" und "nicht über Ausweichmöglichkeiten sinnieren".

Aufsichtsrat hat neuer Terminplanung zugestimmt

Am Freitag hatten die Aufsichtsräte nach Worten von Bretschneider den Vorschlag von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup zustimmend zur Kenntnis genommen. Dieser neue Termin sei "belastbar und verlässlich", sagte Lütke Daldrup hinzu. Er sei auf der Grundlage technischer und wirtschaftlicher Kriterien festgelegt worden; es sei "kein politischer Termin". Zudem werde der BER "mit allen Gebäuden" in Betrieb genommen. "Die Start- und Landebahnen, 39 Betriebsgebäude und die Seitenpiers des Fluggastterminals sind fertig und bereits überwiegend in Nutzung", hieß es in Pressemitteilung der FBB.

Bretschneider hofft auf neue Finanzquellen

Wie Lütke Daldrup weiter sagte, seien in die aktuelle Planung auch Zeitpuffer eingebaut worden. Wo genau diese liegen, werde jedoch nicht bekanntgegeben, da die beteiligten Firmen dies nach Ansicht von Geschäftsführung und Aufsichtsrat als Reservezeit sehen könnten. Aufsichtsratschef Bretschneider begrüßte solche Zeitpuffer. Sie würden dazu beitragen, "dass man das nicht wiederholt, was in der Vergangenheit gemacht worden ist - dass man die Termine zu nah aufeinander legt", erläuterte der oberste Flughafen-Aufseher. Gleichzeitig sei es richtig, die internen Zeitpuffer nicht zu kommunzieren, um den beteiligten Firmen und Mitarbeitern keine "Schlupflöcher" zu ermöglichen.

Klar sei, dass durch den weiteren Aufschub auch Mehrkosten entstehen würden, sagte Bretschneider. Daher appelliere man an die Flughafen-Geschäftsführung zu überlegen, wie sie die Mehrkosten selbst finanzieren kann, beispielsweise durch Einsparungen und die Erschließung neuer Finanzquellen. "Ich möchte hier zum heutigen Tag keine konkrete Zahl nennen." Flughafen-Chef Lütke Daldrup hatte am Freitag angekündigt, dass man die neue Finanzplanung dem Aufsichtsrat im März 2018 vorlegen werde.

Eröffnung war ursprünglich für 2011 geplant

Ursprünglich sollten im BER schon vor sechs Jahren die ersten Passagiere einchecken. Doch die bisherigen sechs Eröffnungstermine (November 2011, 3. Juni 2012, 17. März 2013, 27. Oktober 2013, zweites Halbjahr 2017, 2018) sind alle gescheitert, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten sind.

Vor kurzem hatte der TÜV in einem Gutachten von systemischen Mängeln unter anderem bei der Brandschutzanlage gesprochen. Dagegen erklärten die beteiligten Firmen Bosch und Siemens, die Arbeiten könnten trotzdem rechtzeitig abgeschlossen werden. Dennoch, so schildert es rbb-Flughafenexperte Rautenberg, gibt es bis Herbst 2020 nicht mehr allzu viele Puffer. "Es darf also bei den anstehenden Tests auf dem Flughafen nicht viel schiefgehen", sagte Rautenberg am Freitagmittag. "Ansonsten kommt auch dieser Termin ins Rutschen."

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Sie haben die die ihre Hände in dem Budget waschen vergessen, nämlich die unfähigen Politiker die von irgend einem Job wegen Unfähigkeit weggelobt werden und auf solche Posten gesetzt werde. Was haben die bisherigen wie ( ...und es ist gutso..) und weitere Herren bis heute geleistet? nichts, außer sich die Hände jahrelang in dem großen Geldtopf gewaschen, damit sie weiterhin den Lebensstandard nicht aufgeben müssen bis sie in Pension sind. Es ist eine Frechheit das Geld des Bürgers so mit vollen Händen zu verbrennen. Die Korruption lässt grüßen und die Pensionspostenschieberei ebenfalls. Ein Blick nach China zeigt wie es geht!
    Die könnten sagen: Wir Könnens und das ist auch gut so...
    Ich glaube nicht dass bis 2020 ein Passagierflugzeug außer Modellflugzeuge dort starten....
    Von der Milliarde Zuschuss ist jetzt schon sicherlich nur noch ein Drittel da und der Rest geht in anderen Kanälen verschollen...

  2. 10.

    In der Sache sehe ich nur noch eine jahrelang anhaltende Politiklüge, dass angeblich irgendwann doch noch eröffnet werden soll, was schon seit Jahren nicht mehr absehbar ist, da man lediglich eine Ruine für die Öffentlichkeit als angebliche "Baustelle" betreibt. In ein oder zwei Jahren gibt es nicht einmal mehr Ersatzteile für die ohnehin defekten Türen etc., die Entrauchungsanlage war grundsätzlich falsch konzipiert und aber auch nicht umgebaut, es gibt Dokumentationslücken am Bau, die Umbauten verhindern usw. usf. Da kann gar nichts eröffnet werden, nicht nach dt. Gesetzgebung. Sprechen wir uns in zwei Jahren wieder, wenn diese Potemkinsche Dorf endlich "geplatzt" ist. Bis dahin noch weiterhin Steuergeldverschwendung ohne Ende, allein schon für die auf ein Mehrfaches des Üblichen angeschwollene Verwaltung dieser grotesken modernen und vom Konzept her völlig veralteten Ruine. Die war für das Aufkommen von Tegel und von Schönefeld eh viel zu mickrig gedacht.

  3. 9.

    Bevors mit Hochdruck ans Eröffnen geht, würde ich erst einmal das BER-Projekt mit Hochdruck reinigen, nämlich von sämtlichen Unklarheiten und Bauspielereien, die kein Architektenbüro umsetzen kann.

  4. 8.

    Ja, sorry. Ich hätte besser "verdienen" geschrieben.
    So mancher der hart ackert bekommt nicht das was er wirklich verdient und andere haben für ihre mangelhafte Leistung nicht das verdient, was sie bekommen.

  5. 7.

    Konjunktivgesabbel!

  6. 6.

    Das Verb "verdienen" weckt in mir doch leichte Zweifel, weil nicht erkennbar ist, wer wirklich gute Arbeit geleistet hat bzw. leistet.

  7. 5.

    "nicht zu kommunizieren" ist schon richtig. Wo die Zeitpuffer liegen, werde nicht bekanntgegeben, da die beteiligten Firmen dies nach Ansicht von Geschäftsführung und Aufsichtsrat als Reservezeit sehen könnten. Grüße aus der Redaktion

  8. 4.

    Zitat: Gleichzeitig sei es richtig, die internen Zeitpuffer nicht zu kommunzieren...Zitat Ende
    Meinen Sie vielleicht kommunizieren ?

  9. 3.

    Man könnte doch auch einfach aufhören Geld zu verschwenden und das mit dem BER ganz lassen. Dieser Flughafen kostet uns noch das letzte Hemd und die Baufirmenbesitzer werden Milliardäre wenn sie das nicht schon sind.

  10. 2.

    Lustig...Da fehlt eine 1 zwischen den 2en 2120 trifft es wohl eher xD

  11. 1.

    Wer es glaubt wird seelig.
    Die Kosten, die wir Steuerzahler wegen dieser unfähigen Verantwortlichen zu tragen haben sind eine Frechheit und machen mich richtig wütend. In Schulen, Kitas und mehr Personal in den Jugendämtern wären sie besser investiert. Und das alles ohne wirkliche Konsequenzen für bisherige und aktuelle Beteiligte. Kein Wunder, dass dieses peinliche Schauspiel kein Ende nimmt und die Firmen ja wohl auch gut daran verdienen.

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